Beringer

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Beringer; Ritter Beringer

AutorIn
Entstehungszeit Ende 14. Jhd. (vgl. Schorbach, Karl (Hg.): Die historien von dem ritter Beringer); Ende 13. Jhd. (vgl. Schröder, Edward: Die historien von dem ritter Beringer)
Entstehungsort Alemannisch? Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters, S. 1107
AuftraggeberIn
Überlieferung Druck Straßburg, Matthias Brant, 1495 (GW 3869)
Ausgaben Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters, S. 220-243
Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts
Übersetzungen Fischer, Hanns (Hg.): Die schönsten Schwankerzählungen des deutschen Mittelalters, S. 47-54
Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters, S. 220-243
Lemmer, Manfred: Deutschsprachige Erzähler des Mittelalters, S. 543-551
Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts
Forschung Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung, S. 18, 65, 97, 117, 119, 135, 243; Schneider, Martin: Kampf, Streit und Konkurrenz, S. 92; Schröder, Edward: Die historien von dem ritter Beringer


Inhalt

Beringer, ein geiziger Ritter, der Frau und Gesinde keinen guten Tag gönnt, reitet gerne zu Turnieren. Heimgekehrt, prahlt er dann mit seinen Ruhmestaten, obwohl er jedem Kampf aus dem Weg geht. Sein unbeschädigter Harnisch lässt aber seine Frau misstrauisch werden. Deswegen folgt sie ihm, als er wieder einmal zu einem Turnier auszieht, als Ritter verkleidet, heimlich nach. Am Turnierort findet sie ihren Mann nicht unter den Wettkämpfern, sondern in einem nahegelegenen Wald, wo er mit gewaltigen Schlägen auf seinen Helm einhaut, der er auf eine Stange gesteckt hat. Zornig reitet sie auf ihn los, sticht ihn aus dem Sattel und zwingt ihn dazu, ihr dreimal die Kehrseite zu küssen. Nach ihrem Namen befragt, nennt sie sich Ritter Wienand von Bösland "mit der langen Arskrinne", wohnhaft zu Harburg. Wieder zuhause jammert der Besiegte vor seiner sich besorgt gebenden Frau über seine Wunden und schwört, niemals wieder zu turnieren. Einige Zeit später kommt Beringer seiner Frau wieder grob. Da droht sie ihm mit ihrem Freund, dem Ritter Wienand. Beringer erschrickt und verspricht kleinlaut, in allem ihren Willen zu tun. Fortan leben die beiden in Liebe und Frieden.

(Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung, S. 446-447)