Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)

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Buch der natürlichen Weisheit; Speculum sapientiae

AutorIn Ulrich von Pottenstein
Entstehungszeit Um 1408/1416
Entstehungsort Enns bei Linz
AuftraggeberIn Reinprecht von Wallsee?
Überlieferung Basel, Universitätsbibliothek: Cod. F II 31a, 11r-127ra
Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 459, 1r-262r (online)
Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 641, 2r-260v
Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 38, 1r-144v (online)
Erlau / Eger (Ungarn), Erzdiözesanbibliothek: Cod. U2. III. 3 (früher B V 6), 1r-138v
Herzogenburg, Stiftsbibliothek: Cod. 369, 1r-151r (online)
Klagenfurt, Bischöfliche Bibliothek: Cod. XXXI b 24, 3r-139r
London, British Library: MS Egerton 1121, 1r-127v (online)
Melk, Stiftsbibl., Cod. 437 (88; B 55), 2r-112v
Melk, Stiftsbibliothek: Cod. 551 (961), 1r-120v
München, Staatsbibliothek: Cgm 254, 1r-78r (online)
München, Staatsbibliothek: Cgm 340, 13ra-128va (online)
München, Staatsbibliothek: Cgm 583, 1r-241v
München, Staatsbibliothek: Cgm 584, 1ra-140va (online)
München, Staatsbibliothek: Cgm 9602, 1ra-88vb (zuvor: Privatbesitz Antiquariat Dr. Jörn Günther Rare Books AG, Schweiz, Nr. 2017/13,1; Privatbesitz Antiquariat Dr. Jörn Günther Rare Books AG, Schweiz, Nr. 2016/17,6; Privatbesitz Auktionshaus Christie's, London, Nr. 2008/45; Privatbesitz Konstanz; Privatbesitz Antiquariat Joseph Baer, Frankfurt a. M., Nr. 1921/259; Ashburnham-Place, Bibl. Ashburnhamiana, Coll. Barrois, Nr. 487) (online)
München, Staatsbibliothek: Clm 30069, 154ra-279vb (früher Privatbesitz Auktionshaus Zisska & Kistner, München, Nr. 1987/10,6; Schloß Churburg bei Schluderns, Archiv der Grafen von Trapp, ohne Sign. (4))
New Haven (Conn.), Yale University, Beinecke Rare Book and Manuscript Library: MS 653, 162ra-237rb (online)
Princeton (New Jersey), University Library, Cotsen Children's Library (CTSN): 40765, 1ra-70vb (früher Privatbesitz Lloyd E. Cotsen, Los Angeles; Privatbesitz Antiquariaat FORUM (Sebastian S. Heeselink) und Les Enluminures, Nr. 1998/19; Privatbesitz Antiquariat Reiss & Sohn, Königstein im Taunus; Privatbesitz Antiquariat Nicolaus Rauch, Genf, Nr. 1953/5,11; Kreuzenstein bei Korneuburg (NÖ), Bibl. der Grafen Wilczek, Nr. 28091)
Schlägl, Stiftsbibliothek: Cpl. 93 (Kat.-Nr. 185)
Stockholm, Königliche Bibliothek: Cod. X 537, 3r-155r
Warschau, Nationalbibliothek: Cod. 8033 III, 122r–260r (online)
Wien, Österreichische Nationalbibliothek: Cod. 12645, 1ra-110ra
Druck Augsburg 1490: Anton Sorg (GW 7896, online, online), 2ra-112vb
Ausgaben Bodemann, Ulrike: Die Cyrillusfabeln und ihre deutsche Übersetzung durch Ulrich von Pottenstein (Edition von Vorrede, I,24, II,13, II,21, IV,1)
Übersetzungen
Forschung Bodemann, Ulrike: Die Cyrillusfabeln und ihre deutsche Übersetzung durch Ulrich von Pottenstein; Bodemann, Ulrike: Ulrich von Pottenstein, Cyrillusfabeln, deutsch; Einhorn, Jürgen Werinhard: Der Bilderschmuck der Handschriften und Drucke zu Ulrichs von Pottenstein 'Buch der Natürlichen Weisheit'; Zapf, Volker: Ulrich von Pottenstein

Der Text ist Teil der Textreihe Speculum sapientiae (Übertragungsreihe).

Inhalt

Vorrede[1]

Buch I: Nun heben wir vnser buch an vnd schreiben des ersten von dem laster der vnweisen torheit das der ersten angeltugent der weißheit widerwertige ist

I, 1: Lernen allzeit vnd in den letsten zeiten hab den größten fleiß weißeit ze leren. (vgl. Wissbegieriger Fuchs und Rabe (Erzählstoff))
I, 2: Der mensch ist im selber gar zenichten on weißheit. (vgl. Adler und Sonne (Erzählstoff))
I, 3: Ware weißheit ist die dye mit einfaltiger vnschuld gezieret ist. (vgl. Rabe, Fuchs und Affe (Erzählstoff))
I, 4: Nütze die pesten ding mit weißheit. vnnd sihe vnnd merck mit ir alle ding nach der zeit vnd nach der stat vnd tuo alle ding mit maß. (vgl. Ameise und Grille (Erzählstoff))
I, 5: Als lang vnd du totlich bist so bis allentthalben in wachen. (vgl. Scheintoter Fuchs und Rabe (Erzählstoff))
I, 6: Sihe wo du deinen fuose hinsetzest. vnd zweiffel in gar sichern dingen. (vgl. Spinne und Fliege (Erzählstoff))
I, 7: Mit sicher purd gee alzeit leidenlich. (vgl. Maus und Schnecke (Erzählstoff))
I, 8: Den anckhen deyner hofnung hefft allein in die immerwerende ewige güter. (vgl. Wal und Schiffer (Erzählstoff))
I, 9: Hab allein das ewige lieb das gerewet dych sicher nymmer. (vgl. Fuchs und Affe I (Erzählstoff))
I, 10: Wo vil rates ist do ist auch vil heils. (vgl. Ameise und Fuchs (Erzählstoff))
I, 11: Gedenck alle ding mit wolgedewtem eintruck en ee vnd du sy thuost. (vgl. Ochse und Schwein (Erzählstoff))
I, 12: Gee in allen dingen mit schwären vnnd geordneten siten. (vgl. Pferd und Ochse (Erzählstoff))
I, 13: Bis schnäll zuo hören. vnd träg zeglauben. (vgl. Fuchsmönch, Rabe und Hennen (Erzählstoff))
I, 14: Hab lieb rüe des herczens. vnnd fleuhe den müssigang. (vgl. Ochse und Wolf I (Erzählstoff))
I, 15: Rede wolgelerter vnd bis begirig zvo hören. (vgl. Rabe und Frosch (Erzählstoff))
I, 16: Schrey nit vast vnd thuo doch vil. (vgl. Löwe, Esel und Wölfe (Erzählstoff))
I, 17: Mässiges gelück das waltet grosses heiles. (vgl. Sonne und Merkur (Erzählstoff))
I, 18: Verschmähe niemant vnnd erzaig yederman pilliche ere. (vgl. Löwe und Maus (Erzählstoff))
I, 19: Hab menigklichen lieb. Hab lüczel geheyme. Bis menigklichem getrew. (vgl. Igel und Natter (Erzählstoff))
I, 20: Thuo dein hercz in haubte nöten allein einem erwölten menschen alldo auff. (vgl. Rabe und Taube I (Erzählstoff))
I, 21: Großmütige gedult vberwindet alles vbel. (vgl. Weizenkorn und Stein (Erzählstoff))
I, 22: Bis allzeit genaigett zu barmhertzigkeit. (vgl. Bär und Taube (Erzählstoff))
I, 23: Hast du niemant belaidet vor dem besorg dych allzeit. (vgl. Fuchs und Schlange (Erzählstoff))
I, 24: Mit einem außerwölten gesellen soltu handlen oder geen. (vgl. Fuchs als Pilger (Erzählstoff))[2]
I, 25: Bis wolgeschickt in allen dingen. (vgl. Ohr, Natur und Auge (Erzählstoff))
I, 26: Der höchsten vestigkeyt beystendigkeyt besteet dich in allen dingen. (vgl. Drei Steine (Erzählstoff))
I, 27: Ein gutter leumunde grunet allzeit in den vier angeltugenten. (vgl. Lorbeer, Ölbaum, Lärche, Palme und Feigenbaum (Erzählstoff))

Buch II: Also endet sich daz erste buch von der edelen weißheit. Vnd hebet sich an das ander buch von der andern angeltugent das ist die großmütigkeit wyder daz laster der hoffart

II, 1: Hie hebt sich an das ander buch vnnd saget von dem gut der demütigkeit wider daz vbel der hoffart. (vgl. Luft und Erde (Erzählstoff))
II, 2: Dye geleichnuß istt wider die uberwertigen aufpläer. (vgl. Seele und Leib (Erzählstoff))
II, 3: Dye gleichnuß istt wider die die grosser dinge wöllent wirdig sein. (vgl. Bock und Igel (Erzählstoff))
II, 4: Die geleichnus ist wider die türstigen türrer. (vgl. Strauß und Henne (Erzählstoff))
II, 5: Dise geleychnuß istt wider die künen. (vgl. Pferd und Maulesel (Erzählstoff))
II, 6: Dyse geleichnuß ist wyder dye hoffertigen die sich got dez almächtigen geleichend. (vgl. Affe, Rabe, Schiffer und Fuchs (Erzählstoff))
II, 7: Dyse geleichnuß ist wider die dye besunderlich für ander leüt wöllent gesehen werden und gesellschaft haben in übermuot. (vgl. Spatz und Biene (Erzählstoff))
II, 8: Merck die geleichnuse ist wider die dye mainend sy seyen von in sellber und wöllend ir selbs sein. (vgl. Wille und Vernunft (Erzählstoff))
II, 9: Ein geleichnuß dye ist wider dye die frei und ledig wöllen sein unnd keinen herrn habend. (vgl. Schaf und Hirsch (Erzählstoff))
II, 10: Dyse geleichnuß ist wider die begir des herzschens. (vgl. Begierde und Verstand (Erzählstoff))
II, 11: Dyse geleichnuß ist wider dye begir der wirdigkeyt. (vgl. Bär, Fuchs und Hirschkuh (Erzählstoff))
II, 12: Dyse geleichnuß ist wider dye begier weltlicher höhe. (vgl. Wolke und Erde (Erzählstoff))
II, 13: Dyse geleichnuß ist wider ddie die sich groß und hoch wegen wann sy hoch gesetzt seind. (vgl. Ameise, Nachtigall und Biene (Erzählstoff))[3]
II, 14: Ein geleichnuß wyder die dye die armen vermähent als bald von sy erhöcht werden. (vgl. Schilfrohr und Zuckerrohr (Erzählstoff))
II, 15: Dyse geleichnuß ist wider die güffter die sich irer kunst und maysterschaft rümend und auch darvon geüdend. (vgl. Fuchs und Hahn (Erzählstoff))
II, 16: Dyse geleichnuß ist wider die dye sich ires gespräches rümend. (vgl. Frosch und Aal (Erzählstoff))
II, 17: Merck dise geleichnuse ist wider die dye sich irer freünde trösten der sy vil habend und tuont darauf übel. (vgl. Zwei Fische (Erzählstoff))
II, 18: Dyse geleichnuß ist wider die die sich in hoffart rümend unnd sich trösten irer sterck. (vgl. Einhorn und Rabe (Erzählstoff))
II, 19: Ein geleichnuß wyder die dye sich ires Adels rümendt. (vgl. Maulpferd und Maulesel (Erzählstoff))
II, 20: Ein geleichnuß wyder dye dye sich ires reichtumbs rümend. (vgl. Affe und Fuchs I (Erzählstoff))
II, 21: Ein geleichnuß wyder dye die erwirdige wöllend gesehen werden vor menigklichen. (vgl. Pfau und Igel (Erzählstoff))
II, 22: Dyse geleichnuß ist wyder dye die in ruome wöllent gesehen werden und sich des freüent und seind doch nichssen an in selber. (vgl. Strauß und Rabe (Erzählstoff))
II, 23: Dise geleichnuß istt wyder die die außwendig erscheynend on innwendiges wesen. (vgl. Dornbusch und Feigenbaum (Erzählstoff))
II, 24: Die geleichnuß ist wider die dye außwendig erscheinend on innwendiges wesen. (vgl. Firmament und Saturn (Erzählstoff))
II, 25: Ein geleichnuß wyder die dye sich rüment der gestalt ires flaisches. (vgl. Pfau und Rabe (Erzählstoff))
II, 26: Ein geleichnuß wyder die dye sich irer klaren stymm rümend. (vgl. Rabe und Nachtigall (Erzählstoff))
II, 27: Dyse geleichnuß ist wider dye die begern dz sy mit liebkosen vonn den andern gelobet werden. (vgl. Rabe und Fuchs I (Erzählstoff))
II, 28: Dise geleichnuß istt wider die die sich selber lobend. (vgl. Hahn und Rabe (Erzählstoff))
II, 29: Dise geleichnuß istt wider die neidigen. (vgl. Affe und Waldesel (Erzählstoff))
II, 30: Dyse geleichnuß ist wider die dye die andern verunleümbden an iren eren. (vgl. Taube und Kotlache (Erzählstoff))

Buch III: Hie hebet sich an das drit buoch In dem begriffen unnd gesaget wirtt von dez schantlichen laster der Geytigkeit daz do der gerechtigkeit wyder ist.

III, 1: Dyse erste geleychnuß des dritten buoches ist wyder die dye weltlicher reychtumbe begerend. (vgl. Rabe und Fuchs II (Erzählstoff))
III, 2: Dise geleichnuß lert das die schedlich plind seind die irdische güter geitigklichen begeren. (vgl. Maulwurf und Natur (Erzählstoff))
III, 3: Die geitigen wievyl die habend dennocht so seind sy notig und arm. (vgl. Krokodil und Vogel Scrophill (Erzählstoff))
III, 4: Das ist wider die dei sich nit genügen lassen wiewol sy doch zuo vyl habend. (vgl. Mensch und Glück (Erzählstoff))
III, 5: Vonn den üblen dye gemeinklichen kommen von überigem reychtumbe. (vgl. Fuchs und Affe II (Erzählstoff))
III, 6: Das Ebenpild ist wider die dye reichtumbe wöllendt widerpringen darnach und sy verloren seind. (vgl. Rabe und Pfau (Erzählstoff))
III, 7: Ein gleichnuß wyder die dye sich des sällige schäczen das sy des guotes reych seind. (vgl. Drache und Hyäne (Erzählstoff))
III, 8: Von der sach warumb des groß laster der geytigkeit niemandt mag erfüllen noch auch ersatten. (vgl. Fuchs und Wiesel II (Erzählstoff))
III, 9: Es ist pesser man bedürff denn das man zuo vil hab. (vgl. Affe und Fuchs II (Erzählstoff))
III, 10: Welliches die waren reichtumb seind. (vgl. Jüngling am Goldberg (Erzählstoff))
III, 11: Wo wyr reichtumbe suochen söllen. (vgl. Fuchs und Wiesel I (Erzählstoff))
III, 12: Wyder die dye geren gabe nemend. (vgl. Affe und Spielmann (Erzählstoff))
III, 13: Wyder die die dy Eylent reich zuo werden und sich des freüwend dz sy bald reich seind worden. (vgl. Kürbis und Palme (Erzählstoff))
III, 14: Wider die sich freüent das sy des raubes soll seind. (vgl. Egel und Ameise (Erzählstoff))
III, 15: Wider dye die arbeyt fliehend und wöllendtt des raubes pflegen. (vgl. Biene und Spinne (Erzählstoff))
III, 16: Wider die die raubes fleissig seind daz sy sich mügend in hohem ruom erzaigen. (vgl. Ochse und Wolf II (Erzählstoff))
III, 17: Dieb und rauber die werdend nick gefangen wann sy wänen gar sycher zesein. (vgl. Eule im Tageslicht (Erzählstoff))
III, 18: Ein underschaid zwischen den geitigen unnd den freymütigen. (vgl. Spinne und Seidenwurm (Erzählstoff))
III, 19: Ein freymütiger gibet on alle widergab alles das er gibet. (vgl. Erde und Luft (Erzählstoff))
III, 20: Ein freymütiger verweyset niemandt seyn wolthat. Wann er wyl von niemand darumbe gerümet sein. (vgl. Mensch und Seidenwurm (Erzählstoff))
III, 21: Ein freymütiger gybet allen den den er wol gegeben mag. (vgl. Erde und Himmel (Erzählstoff))
III, 22: Ein freymütiger gybet größlichen. (vgl. Tag und Nacht (Erzählstoff))
III, 23: Eines freymütigen wolthat sol ewig sein. (vgl. Donau und Meer (Erzählstoff))
III, 24: Ein freymütiger istt schnäll zuo der gab und verzeühet nymmer nit. (vgl. Sonne und Finsternis (Erzählstoff))
III, 25: Der freymütig gibt frölichen. (vgl. Adler und Phönix (Erzählstoff))
III, 26: Wy der dye undancknämigkeyt. (vgl. Viper und ihre Jungen (Erzählstoff))
III, 27: Des dancknemen eigenschafft. (vgl. Hund und Wolf I (Erzählstoff))

Buch IV: Hie endet sich daz drite buoch Und hebet sich an das vierd buoch. das leret von dem laster der unmäßigkeit daz die mäsigkeit gancz widerwertige ist.

IV, 1: Die erst geleichnuß ist wider die die unrein ding lieb haben unnd sich des fleissend. (vgl. Katze und Schwein (Erzählstoff))[4]
IV, 2: Wider die schwachen lyebhaber unkeüscher wollust. (vgl. Schwein und Fuchs (Erzählstoff))
IV, 3: Was übels wollußt pringendt unkeyschem leben. (vgl. Hund und Wolf II (Erzählstoff))
IV, 4: Ein man sol mässige sein wievil er hat unnd sol dem fraß nit dienen. (vgl. Fuchs, Wiesel und Schwein (Erzählstoff))
IV, 5: Wider die die den wein zuo lieb habend. (vgl. Biene und Weinmücke (Erzählstoff))
IV, 6: Wyder dye liebhaber vester ding. (vgl. Wasser, Öl und Flamme (Erzählstoff))
IV, 7: Wider die die schöne begerent der unkeüsche zuo steüer. (vgl. Kamel und Stiere (Erzählstoff))
IV, 8: Dem iunckfräulichen stand zuo lobe. (vgl. Phönix und Natter (Erzählstoff))
IV, 9: Den iunckfrauen zuo lobe. (vgl. Rose, Lilie und Feigenbaum (Erzählstoff))
IV, 10: Wider dye liebhaber der unkeüsch. (vgl. Viper und Elefant (Erzählstoff))
IV, 11: Wider die die unkeüsche pflegend allein von schwaches unlusts wegen. (vgl. Sperling und Turteltaube (Erzählstoff))

Synopse der Überlieferung

Bislang ist die Synopse erst exemplarisch angelegt. Eine Komplettierung wäre anzustreben.

IV, 9: Den iunckfrauen zuo lobe. (vgl. Rose, Lilie und Feigenbaum (Erzählstoff))

Druck 1490 Berlin, Staatsbibliothek, Ms. germ. 459, f. 254v-257r Herzogenburg, Augustiner-Chorherrenstift,

MS 369, f. 147v-149r

München Staatsbibliothek, Cgm 340,

f. 124vb-126ra

München, Staatsbibliothek, Cgm 584,

f. 136vb-137rb

Warschau, Nationalbibliothek, Cod. 8033 III,

f. 256va–257vb

München, Staatsbibliothek, Cgm 254,

f. 76r-77r

Den iunckfrauen zuo lobe· Das ·ix· Capitel Capitulum Nonum den Junkchfrawn zu lobe Cap(itulum) viiii den Junkchfrawen zu lobe Dis Newnt Capit(e)l sagt den Junkchfrawn zu lobe Cap(itulum) viiij Den Junckfraw(en) (?) zu lobe Das ix capitel ist den iunkchfrawn zu lobe

EIn Rosen und auch ein Gilgen dye wuochssen miteina(n)der bey einem feygenbaum· und do der selb feygenbaum ir schoengeferbte pletter die jrer farbe gar lustige warend und süssen taw miltiklich außgusse(n) mit wolriechendem schmack in die weytte außpraitet· Nu(n) waren doch die rosen un(d) auch die gilgen die sellben zeit außwendiklich jres scheines und jrer plue genczlich un(d) gar beraubt und gruonten beide(n)halben dannocht allein zuo jren summerfrüchten als sy die frau die frey natur kund maysteren und layten· Darnach ward der feyge(n)baum neydiklich erwegt und sprach in hohem muot d(er) Rosen und der gilgen zuo· Sagt mir des bit jch eüch wo seind eür su(m)mer früchtt/ wo sihet man eüer fruchtigs gepern nach so plueenreicher zeit des freüde(n)reiche(n) maien die sich bis her v(er)lauffen hatt wz mag so eitel und so gar vernichtet sein als so sich plu(e) erzayget der doch kei(n) frucht nachvolget/ wa(n)n die natur aller weyßheit maisterin v(er)pindt mit fleyß die frucht in d(er) pluome(n)/ daru(m)be so wirt die mayenreich plue vil ee gesehen und gepüret· Und darnach erst dye frücht verstuonden so gar schnaell das dye straff gefaerlich waz· Un(d) das auch sy entspra(n)g und wuochs auß nediger wurczen· Do sprachen sy züchtiklich…

AIn rass und auch ain lilig lilig die wuechsen mit einander pey ainem veygenpawm und do der selbig veygenpawm sein schön geuwerbte pletter die irer varbe gar lustig waren vnd suezzenn taw gar miltikchleich ausgussen mit wol riechundem smakchee in die weytt auspraittet nu waren doch die razz und auch die lilig die selb(e)n czeyt außwendikchlich jres scheines [255r] und jrer blüde genczleich und gar beraubet und gruentten baidenthalb dannoch alein zu iren sumer fruchten Als sy die fraw die freye natur chund maistern und auch Laitten Darnach so ward der veygenpawm gar neydikchleich erwegt und sprach in hohem muete der Rasen und der Liligen zw Sagt mir des pit ich ewch wo sind ewer sumer fruchte wa sicht man ewer fruchtiges gepern nach so plumen reicher czeit des frewdenreichen mayen die sich hincz her verlauffen hat was mag so eytl und so gar vernichtet sein Als wenn sich plüde erczaiget Der doch chain frucht nicht nachuolget wann die natur die aller dinge maisterin ist verpindet gar mit fleisse die frucht inder plumen Dorumb so wirt die wolgestalt und mayenreiche plude uil ee gesehen und gepert und Darnach erst die fruchte Nu verstund(e)n sy gar snelle das die straffe guerleich was und das auch sy entsprang und wuechs aus neydiger wuczen da sprachen sy gar zuchtikchleich…

Ayn Rosen und auch ein liligen die wuchsen mit einand(er) bey eine(m) veygenpawme und do derselb veig(e)npawm yre schongeuerbte plet(er) die yrer varib gar lustig waren vnd suessen taw gar miltichlich aus gussen mit wolriechund(e)n smakche in die weit aus praitet Nun waren doch die Rosen und auch die liligen dieselb(e)n zeit aus[148r]wendichlich yres scheynes und yrer blüde genczlich und gar beraubt und gruent(e)n pedenthab(e)n dan(n)och alain zu yren Sumerfrucht(e)n als sy die fraw die frey natur chund maist(er)n und auch laitt(e)n darnach so ward der veygenpawm gar neydichlich erwegt und sprach in hohem müte der Ros(e)n und d(er) liligen zu Sagt myr dez pitt ich ew wo sind ewr sumer fruchte wa siecht man ewr fruchtiges geperen nach so pluemreych(er) zeit des frowdenreich(e)n mayen die sich vncz her v(er)lauff(e)n hat waz mag so eytel und so v(er)nichtet als wenn sich blued erczaiget der doch chain frucht nachuoligt wann die natur dy all(er) weishait maysterin ist v(er)pindt gar mit vleyzze die fruchte in d(er) pluemen darumb so wirt die wolgestalt und mayenreiche blüde vil ee gesehen und geperet und darnach erst die fruchte verstunden so gar snelle daz die straff geuerlich was und das auch sy entsprankg und wuechs aus neydig(er) wurcz(e)n do sprachen sy gar zuchtichlich…

Ain Rosa und auch ain lilige dye wuechsen mit einander pey ainem vaeygenpawm · Und do der selb veig(e)npawm sein schön geuerbtten pleter dye irer varb gar lustig waren und süssen taw gar miltichleich aus gussen mit wolriechundem smakck und in die weytt auspraittet · Nu war(e)n doch die Rosen und auch die lilig dieselben czeit auswendichleich ires scheines und ir(er) blüede gänczleich und gar beraubet / und gruentten paydenthalb dannoch allain zu iren sumer früchten Als si die fraw dy frey natur chunde maistern und auch layttenn [125r] Darnach · do ward der veigenpawm gar neidichleich erwegt und sprach in hochem muet der Rosen und der Liligen czü Sagt mir des pitt ich euch wo sind ewr sumer früchte wo süecht man ewr früchtiges geper(e)n nach so plümen reich(er) czeit des frewdenreichn mayen die sich hincz her v(er)lauffenn hat · Was mag so gar eytell und so vernichtet sein wenn sich plüed erczaiget der chain frucht do nicht nach volget Wann die natur dye aller ding do ain maistrin ist verpindet gar mit vleizze dye frucht anderr plümen · Darumb so wirt die wolgestallt und mayenreich plüed vil ee gesehen und gepert und darnach erst die frücht · Nu verstuenden si gar snell das die straff geuarleich was und das auch si entsprang und wuchs aus neydiger wurcz(e)n Do sprachen si gar czüchtigkleich…

Ain rosen und auch ein lilig(e)n die wyschs(e)n mit ein(n)ander bey ein(e)m veyg(e)npawm und do der selb veyg(e)n pawm ir schon geuerbt(e)n plet(e)r die ir(er) vaerb gar lustig war(e)n und suessen taw gar miltiglich aus guss(e)n mit wolrichund(e)n smack in die weit aus praitet Nun war(e)n doch die ros(e)n und auch die lilig(e)n die selb(e)n zeit auswendiglich yres schones und ir(er) bludt ganczlich und gar beraubet und geruent(e)n und ped(e)nthalb(e)n dan(n)och alain zw ir(er) süm(er)frucht(e)n als sy die fraw die frey natur chundt mayster(e)n und auch laytt(e)n nicht kont(e)n (?) Darnach so wart der veig(e)npawm gar neydeglich erwegt und sprach in hoh(e)n muet der ros(e)n und der lilig(e)n zw Sagt mir des pitt ich ew wo sind ewr sumer frucht wa siecht man ewr fruch[137r]tiges geper(e)n nach so plu(e)lreicher zeit der frewd(e)n reich(e)n mayen die sich unst her v(er)laufen hat was mag So eyt(e)l und so gar v(er)nichtet sein als wenn sich plwed (?) erczaiget der doch chain frucht nach voligt wann die natur die aller weyshayt maysterin ist v(er)pint gar mit vleiz die frucht in der pluem(e)n darumb So wirt die wolgestalt Und mayen reiche blude vill ee geseh(e)n und geberet (?) und dar nach erste die fruchte die ros(e)n vnd die lilig(e)n verstund(e)n so gar Snelle das die straff geuerlich (?) was und das auch Sy enspra(n)g und wuchss aus neydes wurcz(e)n do spr(a)ch(e)n (?) Sy gar zuchtiglich…

Ayn rosen vnd auch lilige die wuchsen mit einander pai einem veigenpawm Und da der selbig veigenpawm sein schön geuerbte pleter die yrer (?) varb gar lustig waren und sussen taw gar miltickleich ausgussen mit wolriechundem smacke in die weit auspraittet Nu waren doch die ros un(d) auch die lilig die selben zeit auswendickleich ires scheins und ir blüde gänczlich und gar berawbet und grunten pedenthalben dannoch allain zu iren sumerfrüchten als sie die fraw die frey natur chund maistern und auch layten Darnach so wardt der veygenpawm gar neitleich erwegt . und sprach in hohem mute der Rosen und der liligen zu Saget mir des pitt ich ewch wa sint ewr summ(er) früchte wa siehet man ew(er) fruchtigs gepern nach so plumen[257r] reicher zeit des frewdenreichen mayen die sich hincz her verlawffn hat was mag so eytel vnd so gar vernichtet sein als wenn sich plued erzaiget der doch kain frucht nachvolget . wann die natur die aller weishait maisterin ist verpinttet gar mit vleisse die frücht in den plumen darvmb so wirt die wolgestalt und mayenreiche plüed vil ee gesehen und geperet vnd darnach erst die früchte Nu verstunde(n) sie gar snell das die straff geuärlieich was und das auch sie entsprang und wuchs aus neidig(er) wurczen Da sprachen sie gar zuchtickleich…

AIn rasen und ain lylig die wuechsen miteinander pey ainem veygenpawme do der selb veygenpawm sein schön geuerbt pletter mit scheinigem plüde die suezz(e)n tawe mit wolriechund(e)n gesmach(e)n ausgussen Da waren noch die rose und die lylige die selbig zeit ires scheines auswendichleich perawbet und darnach grünten sy paydenthalb zu iren gewöndleich(e)n frücht(e)n Do ward der veygenpawm gar neydichleich erwegt uvnd sprach in hochem müte wa ist eucher fruchte nach der so reicher und wunsamer pluede / wann wirt man yn sech(e)n das man sein nyezze Es ist gar ain eytel ding pluen / und nicht frucht haben wann die maisterlicheiche natur die pindet die frucht in der pluede und läzzt auch darob die liepleichen pluemen wachsen und erschein Do verstünd(e)n sy zuhant der rede würcz(e)n und sprachen gar gütichleich…

Bilder zu den Fabeln

MS Egerton 1121

MS 653

Cgm 254

Cgm 9602

Druck Augsburg 1490

Anmerkungen