Coxon, Sebastian: Medieval authorship in sixteenth-century Straßburg

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Zitation

Coxon, Sebastian: Medieval authorship in sixteenth-century Straßburg: Johannes Pauli and his ‚Schimpf und Ernst‘ (1522). In: Dutton, Elisabeth (Hg.): Medieval theories of the creative act. Wiesbaden 2017, S. 147-158

Beschreibung

Der Aufsatz untersucht die Verhandlung von Autorschaft in Schimpf und Ernst (Johannes Pauli). Pauli tritt entschieden nicht als Autor, sondern als Kompilator hervor.

Inhalt

  • Die Titelei von Schimpf und Ernst unterscheidet die Funktionen Unterhaltung und moralische Besserung, welche die Unterscheidung in Schimpf- und Ernst-Exempel ermöglichen. (148)
  • Die Autorität Johannes Paulis wird im Vorwort nicht literarisch, sondern moralisch-monastisch begründet. (149)
  • Innerhalb der Schwänke beruft sich Pauli wiederholt auf die Autorschaft Anderer, von denen er Geschichten übernommen hat. (150)
  • Die Notwendigkeit einer externen Autorität ist so groß, dass Pauli mitunter auch explizit auf anonyme Autoren oder autorlose Texte verweist, um seine Geschichten zu validieren. (150)
  • Pauli zählt als externe Autoritäten vor allem Petrarca (35x: 22, 27, 105, 108, 133, 143, 144, 148, 164, 178, 189, 204, 206, 217, 240, 250, 254, 264, 308, 319, 407, 415, 417, 429, 443, 470, 472, 478, 504, 518, 544, 616, 622, 669), Felix Hemmerlin (12x: 66, 119, 130, 218, 308, 320, 418, 455, 469, 511, 512, 515) und Valerius Maximus (8x: 8, 120, 241, 250, 440, 537, 635, 660) auf. (150)
  • Daneben ist Pauli auch an monastischen Autoren interessiert. (151)
  • Als Kompilator tritt Pauli in der Zusammenstellung seiner Kapitel hervor. (151f.). Dabei stellt er über Binnenbezüge Kohärenz zwischen Kapiteln und einzelnen Erzählungen her. (152f.)
  • Pauli weist mitunter auch dezidiert auf seine Fertigkeiten als franziskanischer Mönch und Prediger hin. (153f.)
  • Wenn auf das Buch selbst Bezug genommen wird, referenzialisiert Pauli seine Funktion als Schreiber bzw. Kopist. (154)
  • Mitunter gibt Pauli auch autobiographische Bruchstücke preis, um die Wahrhaftigkeit der Geschichten zu untermauern. (154f.)
  • Pauli zeichnet sich selbst in Schimpf und Ernst zum einen als Schreiber, zum anderen als predigterfahrener Franziskaner. (156)
  • Paulis Schimpf und Ernst ist noch mittelalterlich angelegt, da die Autor-Autorität anderer herausgestellt wird; trotzdem gibt Pauli viele Selbstverweise, die ihn als Schreiber bzw. Prediger inszenieren; das Fehlen einer Reflexion der eigenen Autorität bedeutet nicht, dass keine Kreativität stattfände. (158)