Däumer, Matthias: Was man neu erfinden kann, darüber muss man schweigen

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Zitation

Däumer, Matthias: Was man neu erfinden kann, darüber muss man schweigen. Die Mären des Strickers als Fiktionalitäts-Kompensatoren. In: Wagner, Silvan (Hg.): Mären als Grenzphänomen. Berlin 2018, S. 57-72

Beschreibung

Matthias Däumer setzt an der Fiktionalitätsdebatte an. Er arbeitet zunächst am Erec, Parzival, der Crône und am Daniel vom Blühenden Tal eine Leerstelle arthurischer Poetologie heraus: Die implizite Fiktionalität der Artusromane wird in den Texten poetologisch nicht explizit diskutiert. Genau diese Leerstelle wird durch die Märendichtung gefüllt: Der Knecht im Klugen Knecht etwa erzählt dezidiert Fiktionales, um Realität erfahrbar zu machen. Gegenläufig funktioniert das Schneekind, in dem fiktionale Erzählungen die Realität überdecken und ersetzen. Eine noch deutlichere Zur-Schau-Stellung von Fiktionalität mit geradezu konstruktivistischer Qualität lässt sich im Pfaffen Amis, im Ehescheidungsgespräch und vor allem im Begrabenen Ehemann beobachten. Bei letzterem wächst sich dieser Konstruktivismus zum Skandalon aus, da er sich auf die problematische Realitätsgenerierung durch eine Glaubensgemeinschaft beziehen lässt.

(Wagner, Silvan: Vorwort, S. 8)

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