Goedeke, Karl (Hg.): Pamphilius Gengenbach

Aus Brevitas Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zitation

Goedeke, Karl (Hg.): Pamphilius Gengenbach. Hannover 1856 (Nachdruck Amsterdam 1966) (online)

Beschreibung

Kritische Ausgabe der Werke Pamphilius Gengenbachs. Im Kommentar macht Goedeke auch Ausführungen zum Weingruß (S. 519-521; 681-685).

Inhalt

Bislang wurden lediglich die Passagen zum Weingruß ausgewertet.

  • Philologische Ausführungen zum Druck (Exemplar Kopenhagen, Königliche Bibliothek 75II 267,4°, VD16 ZV 29685, Sigle d3):
    • Die drei Schlussbuchstaben S R F im Druck belegen, dass er von Pamphilius Gengenbach herrührt, der die Weingrüße allerdings wesentlich übernimmt. (519)
    • d5 (Mülhausen, Peter Schmid, 1560) ist genauer Abdruck von d3. (519f.)
    • Der Begriff „Tru(n)cke(n) ůlin “ auf dem Titelblatt findet seine Erklärung in dem (ebenfalls bei Peter Schmid 1560 gedruckten) Gedicht Wider das grausam Laster der wuͤsten trunckenheit, in dem Trinkerinnen als „weyn ülen“ bezeichnet werden. Komplementär dazu sind unter rebhaͤnßlin (der Titel der Drucks) die Trinker zu verstehen. (520; vgl. aber S. 681)
    • „Gengenbach wird wie bei den Jacobsbrüdern ein älteres manuscript benutzt und nur den titel und die drei ersten verse desselben hinzugethan haben.“ (520)
    • Abdruck von Weinsegen Ein Kron.
  • Interpretative Ausführungen zum Druck d3:
    • „Rebhänslein ist eine personification wie waldweib, kornweib, roggenmume, und von dem geiste nahmen auch wol menschen beinamen an“. (681). Intertextuelle Belege zu „Rebhänslein“:
      • In einem Klopfan von Hans Folz verwirrt der Biss des Rebhänsleins die Sinne, weswegen die „Rebhänsleins segen“ als incantationes gegen die schädlichen Wirkungen des Geistes zu verstehen sind. (682)
      • Im Geistlichen Spiel „Geschichte des Propheten Danielis“, Bern 1554, sagt der küchenmeister über den Koch: „Gwißlich so het er gsehen den man, / So man zů tütsch raͤbhenßlin heißt“. (682)
      • In Wendunmuth (Hans Wilhelm Kirchhof), I, 209a, heißt es „Eins abents kamen drey Weineulen oder Raßler zu jm“, was belegt, dass „Weineulen“ nicht nur auf Trinkerinnen zu beziehen sind, da bei Kirchhof nur Männer gemeint sind. (682)
    • Bei Hieronymus Bock in Der vollen bruͤder orden (o.O. u. J. 4°. A 4 online) spricht ein Fremdling einen Weingruß: „Nun grůß dich Gott zu reben safft, / Bringst meim hertzen ein grosse krafft, ( Du hertze salb erquickst mich wol, / Meins kummers ich vergessen soll. / Auff diser reiß ward ich so můd, / Disen Rebstock mir Gott behůt / Vor frost, hitz, vnd allem schaden, / Krefftig der wein mich thůt laben“. (685)