Metsegen Liber Met

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Metsegen Liber Met

AutorIn
Entstehungszeit
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum: Hs. 5339a, 112v-113r
Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 13711, 27r-28r
Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Cod. Oct. 145, 207r-208r
Druck M43176, 7r-7v (Exemplar: Wien, ÖNB, Ink 8.H.83)
Druck VD16 ZV 32099 (verschollen)
Ausgaben Maschek, Hermann (Hg.): Lyrik des späten Mittelalters, S. 235f. (nach S)
Weller, Emil (Hg.): Dichtungen des sechzehnten Jahrhunderts, S. 46f. (nach d2)
Übersetzungen
Forschung


Diese Seite ist Teil der Hybridedition der Weingrüße von Silvan Wagner, die in Zusammenarbeit mit dem Hirzel-Verlag und der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank entstand.

Synopse der Überlieferung[1]

Hs. 5339a (Sigle F) Cod. 13711 (Sigle S) Cod. Oct. 145 (Sigle W1) M43176 (Sigle d1) VD16 ZV 32099 (Sigle d2)

Das gesegen

Das gesegnen

das abschaiden von dem met

Nu gesegen dich got du liber met Ob ich mich dein schon gern abthett Und trunck ein saurs pir für dich So streichen dein zug so süßlich Und sind dein trünck so senft und milt Das mich dein(er) zuflüß nit befilt Wiewol du mir lerst taschen peutel und taschen Noch will ich mein zung lieb(er) aus dir waschen Dann aus ein(er) guten venedigschen seyffen Und werstu gepunten mit eiserem reyffen Noch möcht ich dein gar hart entpern Und solstu mir halt dester neher scheren Wiwol du mir den pauch zupleest Und oben durch den hals ein kreest Und mir zum hindern aushin pfeüfst Und auch zutiff in seckel greifst Und mir auch in mein hiren reüchst Und mir ein fel für die augen zeüchst Und mir mein zungen machst dallen Und mich mit halben mund machst rallen Und mir machst schlottern pein und waden [113r] Wann ich dein zuvil hab geladen Und mich des morgens mach verschlaffen Noch kann und mach ich dein nit straffen Wann du pist ganncz nach dein(er) art Darumb ich dir nie tag veint wart Und mechstu mich noch eins zutreg So ich halt bey meinem weib leg Und dein ein gut genügen hett Nu gesegen dich got mein lieb(er) met Und kum herwider wann ich dein beger Oder wenn ich kum zu dir doher So hilff mir mein turst vertreiben So will ich dich für ein gesunte ercznei schreiben

Nu gesegen dich got du lieber met Und ob ich mich dein schon gern abthet Und trünck ein saurs pir für dich So streichen dein züg so süßlich Und sein dein trünck so senfft und milt Das mich dein(er) zü flüß nit befilt Wiewol du mir lerst peütel und taschen So will ich mein zung lieber in dir waschen Dann aus ein(er) venedigen saiffen [27v] Und werstü gepunden mit eyserin rayffen Noch möcht ich dein gar hart entpern Und solstü mir halt dester neher schern Wiewol du mir den pauch zü plehst Und oben durch den hals ein krehst Und mir zum hintern außhin pfeüffst Und auch zü tieff in seckel greüfft Und mir auch in mein hirn reüchst Und mir ein fel für die augen zeüchst Und mir mein züngen machst dallen Und mich mit halbem mund machst ralle<n(n)> Und mir machst schlöttern pain und waden Wenn ich dein zü vil hab geladen Und mich des morgens machst v(er)schlaffe(n) Noch kan und mag ich dich nit straffen Wann du pist gantz nach dein(er) art Wann ich dir nye tag veindt wart Und mechstü mich noch eins so zü treg So ich halt bey meinem weib leg [28r] Und dein ein güt genügen hat Nu gesegen dich got mein lieber met Und kom her wider wenn ich dein beger Oder wenn ich kom(m) zü dir docher So hilff mir mein türst vertreiben So will ich dich für ein gesunte ertzney schreibe<n(n)>

Nu(n) gesege(n) dich got du liebst(er) met ob ich mich dein schon gern ab tet und trunck ain sauren(s) bier für dich so streiche(n)t dein züg so süssiclich [207v] und sind dein trinck so süss und milt das dich nyemant geren schilt wie du mir lerst die peütel und tasche(n) noch wil ich die zunge(n) lieb(er) in dir wasche(n) den aus ain(er) guͦte(n) venedische(n) sayffen und werest gepunde(n) mit eyssinn rayffen noch möcht ich dein gar hart enpere(n) und soltu mir halt dest(er) nech(er) scheren wie wol du mir den pauch zerplest und obe(n) durch den hals ein kerst und mir zum hind(er)n auss hin pfeifst und auch zü dick in seckel greifst und mir auch in mein hirn reüchst und mir ain fel für die auge(n) zeüchst und mir mein zunge(n) machst ralle(n) und mich mit halbe(m) mund machst kalle(n) [208r] und mir machst slottern bain und wade(n) wan ich dein zuͦ vil hab geladen und mich des morge(n)s machst v(er)slaffen noch kan und mag ich dein nit gestraffen wan du tuͦst gancz nach dein(er) art dar umb ich dir nye veind wart und machtest mich noch ainest so treg so ich bey meine(m) weib halt leg und dein ain güt genügen het nun gesege(n) dich got du lieb(er) met und kum her wid(er) wen ich dein ger oder wen ich kum zü dir her so hilf mir mein durst v(er)treiben so wil ich dich für ain erczney schreiben

Nun gesegen dich got du aller liebster met ob ich mich dein schon gern ab thet Und druͤnck ein saureß pier fuͤr dich so streichen dein zuͤg so suͤssigklich Und sein dein truͤnck so senft und so milt das mich deinß zufliessens nit bevilt Wie wol du mir lerst peutel und taschen [7v] noch wil ich mein zung lieber in dir waschen Dan auß einer venedischen seiffen und werstu gebunden mit eisen reiffen Noch mocht ich dein gar hart enpern(n) und solstu mir vil dest geneuer schern(n) Wie wol du mir den pauch zu pleest und mir oben durch den halß auß krehest Und mir zum hintern(n) auß hin pfeifst und mir zu dief in peuͤtel greifst Und mir auch in mein hirn(n) reuͤchst und mir ein fel fuͤr die augen zeuͤgst Und mir mein zungen machest daln das ich mit halbem munt muß kaln Und mir machst schlotern(n) pein und waden wan ich dein zu vil han geladen Und mich des morges machst verschloffen noch kan und mag ich dich ye nit stroffen Wan du thust gantz noch deiner art darumb ich dir nie tag feint wart Und machest du mich noch einest alß treg so ich pey meinem weib leg Und dein ein gut genuͤgen het nun gesegen dich got mein aller liebster met Und kum her wider wan ich dein beger und wen ich wider kum do her So huͤlf mir meinen durst vertreiben(n) so wil ich dich fuͤr ein gesunt ertzney schreiben(n)

Nun gesegen dich got, du allerliebster met! Ob ich mich dein schon gern abthet Und trunck ain saures byer für dich, So streichen dein züg so süessigklich Und seind dein trünck so senfft und so milt, Das mich deins zufliessens nit bewilt. Wie wol du mir lerst peütel und taschen, Noch will ich mein zung lieber in dir waschen Dann auß ainer venedischen saiffen, Und werstu gebunden mit eyßnen raiffen, Noch mocht‘ ich dein gar hart entperen, Und solstu mir vil dest gneüer scheren. Wie wol du mir den pauch zupleest Und mir oben durch den hals außkreest Und mir zum hintern außhin pfeifst Und mir zu tieff in peitel greifst Und mir auch in mein hürn reüchst Und mir ain fel für die augen zeüchst Und mir mein zungen machst daln, Das ich mit halbem mund muß kaln, Und mir machst schlotern pain und waden, Wann ich dein zu vil han geladen, Und mich des morgens machst verschlaffen: Noch kan und mag ich dich ye nit straffen, Wann du thust gantz nach deiner art, Darumb ich dir nie tag veind wart, Und machest du mich noch ainest als treg, So ich bey meinem weib leg Und dein ain gut genügen het. Nun gesegen dich got, du mein aller liebster met Und kum herwider, wann ich dein beger, Und wenn ich wider kum do her, So hilff mir meinen durst vertreiben, So will ich dich für ain gesund artzney schreiben.

Anmerkungen

  1. Transkriptionsrichtlinien: Abkürzungen werden in () aufgelöst; Nachträge werden gekennzeichnet (\von unten/, /von oben\, |von der Seite|); moderne Unterscheidung von u, v, w; Moderne Unterscheidung von i, j; Vereinheitlichung unterschiedlicher s-Formen zu s, Beibehaltung von ß; grundsätzliche Kleinschreibung, Großschreibung nur bei Versmarkierung beibehalten (und ggf. vereinheitlicht); Weglassen von Interpunktion; ggf. Einfügen von Zeilenumbrüchen bei Versgrenzen; ӱ → y; ë → e.