Lob der Geliebten (B2b): Unterschied zwischen den Versionen

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Helena hört von der Ankunft der Fremden und äußert den Wunsch, diese zu sehen. Es folgt die Beteuerung, die Tugendhaftigkeit Helenas nicht vollständig beschreiben zu können (Bescheidenheitstopos), was aber doch ausführlich und mit vielen Lobblumen gemacht wird. Wie Wandmalereien neben lebenden Personen verblassen, so würden alle Farben verblassen, wenn
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nach dem A capite ad calcem-Schema und Lob der Tugenden Helenas (wie [[Lob der Geliebten (B2a)|B2a]]).
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([[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1,  S. 5f.)
  
  
 
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
 
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]

Aktuelle Version vom 9. August 2021, 19:39 Uhr

Lob der Geliebten (B2b)

AutorIn Konrad von Würzburg
Entstehungszeit Überlieferung um 1410-1420
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Köln, Historisches Archiv der Stadt: Best. 7020 (W*) 3, 166r-168v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 5f.

Die Minnerede ist ein Exzerpt der Verse 19661-20054 aus Konrads von Würzburg "Trojanerkrieg".

Inhalt

Der Text setzt ohne Einleitungsverse und ohne Namensnennung mit der Freude Helenas bei der Ankunft des Paris in Sparta ein (19661: Der meren wart die reyne vro). Nach einer ausgedehnten Schilderung der außergewöhnlichen Tugendhaftigkeit Helenas schließt B2b mit demselben Ausschnitt wie B2a, der Schönheitsbeschreibung und einem weiteren Tugendlob. Helena und Paris werden bereits nach 20 Versen namentlich erwähnt (19678–19681: We sy genennet were | Dat kunde ich uch myt reyden gesa | It was die lüter elena | Die parys wart geloüyt), sodass kein Zweifel über die Identität der Figuren besteht. Es ist die Musterhaftigkeit des Frauenlobs, die diesen Textausschnitt als Minnerede qualifiziert.

A Erstes Aufeinandertreffen (19661–19895):

Helena hört von der Ankunft der Fremden und äußert den Wunsch, diese zu sehen. Es folgt die Beteuerung, die Tugendhaftigkeit Helenas nicht vollständig beschreiben zu können (Bescheidenheitstopos), was aber doch ausführlich und mit vielen Lobblumen gemacht wird. Wie Wandmalereien neben lebenden Personen verblassen, so würden alle Farben verblassen, wenn sie den Raum betrete (19714–19719). Wo immer in büchen vnde an lieden (19723) von Frauen die Rede sei, würde Helena besonders hervorgehoben, ihr Name schwebe wie ein Adler hoch über allen anderen. Der paffen büch der joden rodel (die Rotuli der Juden) | Vnde alre sarrazine breyff (19746f.) kündeten von ihrer Ehre und Tugend. Niemand sei Menelaus gleichgestellt, dessen Frau sie sei. – Daraufhin wird der Gang Helenas und ihres Gefolges zum Tempel geschildert, in dem Paris sich aufhält. Mit fünfzig Damen trifft sie dort ein, aber Paris nimmt sie alleine zuerst war, sie brennt in seinen Augen, er nimmt van der mynnen alle Farben des Regenbogens an (19790f.) und sofort ist ihm klar, dass das Helena sein muss, die ihm von Venus versprochen wurde. In einem langen Monolog preist Paris die Schönheit und Tugend Helenas, sie sei ein Spiegel aller Frauen, ein Obdach aller Seligkeit (saelde), eine Klause der Freude usw.

B Schönheitsbeschreibung Helenas (19896–20054)

nach dem A capite ad calcem-Schema und Lob der Tugenden Helenas (wie B2a).

(Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 5f.)