<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Anja+Gr%C3%BCndl</id>
	<title>Brevitas Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Anja+Gr%C3%BCndl"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/wiki/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Anja_Gr%C3%BCndl"/>
	<updated>2026-04-13T08:11:57Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.5</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Gebet_zum_Schutzengel_(Der_Stricker)&amp;diff=20289</id>
		<title>Gebet zum Schutzengel (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Gebet_zum_Schutzengel_(Der_Stricker)&amp;diff=20289"/>
		<updated>2021-11-11T16:10:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anja Gründl: /* Text und Übersetzung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Gebet zum Schutzengel&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = ca. 1220-1250 ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Ostfränkisch/Rheinfränkisch, Österreich? ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien, ÖNB: Cod. 2705 (online: [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811])&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 2, S. 191-193&amp;lt;br /&amp;gt;[[Schwab, Ute (Hg.): Die bisher unveröffentlichten geistlichen Bispelreden des Strickers]], S. 145-146&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = &amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = &amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die Überlieferung wurde nach [[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]] übernommen; Seitenangaben und ggf. Neufunde fehlen noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Text und Übersetzung==&lt;br /&gt;
Text:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebet zum Schutzengel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heiliger Engel, min hüetaere,&lt;br /&gt;
mache mir saeldebaere&lt;br /&gt;
die himelischen tugende din!&lt;br /&gt;
tuo mir hiute helflichen schin!&lt;br /&gt;
gip mir der gnaden volleist,&lt;br /&gt;
daz dehein widerwertiger geist&lt;br /&gt;
an mir gesigen müeze!&lt;br /&gt;
hilf mir, der werlde süeze&lt;br /&gt;
und miner broede wider stan!&lt;br /&gt;
du solt mich des geniezen lan,&lt;br /&gt;
daz mich hat got bevolhen dir:&lt;br /&gt;
ere den glouben ane mir,&lt;br /&gt;
den ich han ze diner huote.&lt;br /&gt;
la mir daz komen ze guote,&lt;br /&gt;
daz du min wol gehüeten maht:&lt;br /&gt;
hüete min tac unde naht&lt;br /&gt;
vor dem tivel und vor den sünden!&lt;br /&gt;
so du gote müezest künden&lt;br /&gt;
die tat, die ich begangen han,&lt;br /&gt;
da solt du triuwe an mir began!&lt;br /&gt;
durch aller diner triuwen gwin,&lt;br /&gt;
sit ich dir in gote bevolhen bin –&lt;br /&gt;
nu wis ouch alle zit ze gote&lt;br /&gt;
so getriuweliche min bote&lt;br /&gt;
als sin min sele dürftic si.&lt;br /&gt;
gestant mir helfliche bi!&lt;br /&gt;
bit got vil tiure, daz er sich&lt;br /&gt;
geruoche erbarmen über mich&lt;br /&gt;
durch die liebe und durch den willen din&lt;br /&gt;
und durch alle die genade sin.&lt;br /&gt;
La mich des siges geniezen,&lt;br /&gt;
den dir alle tivel liezen,&lt;br /&gt;
do du in den himel behabtest an:&lt;br /&gt;
also scheide si von mir hin dan.&lt;br /&gt;
hilf, daz din huote an mir gesige&lt;br /&gt;
und ir lage sigelos gelige.&lt;br /&gt;
behüete mich durch din süezez leben&lt;br /&gt;
und durch swaz dir got hat gegeben &lt;br /&gt;
der ewiclichen fröude&lt;br /&gt;
von siner beschöude.&lt;br /&gt;
vor der tivel anesprache,&lt;br /&gt;
vor ir striche und ir rache&lt;br /&gt;
behüete mich durch guoten rat!&lt;br /&gt;
daz din got so wol gehüetet hat,&lt;br /&gt;
daz dir an dinen triuwen nie&lt;br /&gt;
gen sinen hulden missegie&lt;br /&gt;
und ouch niemer mac missegan&lt;br /&gt;
– du müezest in riuwen ewic stan –,&lt;br /&gt;
sit du mir genaden schuldic bist&lt;br /&gt;
und mir so not der gnaden ist,&lt;br /&gt;
so beherte an mir din ere&lt;br /&gt;
und hüete min so sere,&lt;br /&gt;
daz du din huote wol bewendest&lt;br /&gt;
und die tivel an mir geschendest!&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anja Gründl</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20203</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20203"/>
		<updated>2021-10-29T11:54:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anja Gründl: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das Schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / Warum ruest du nun nit&amp;amp;middot; War das nit genug, das du das aynest gekeut hetest. Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindruckaest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anja Gründl</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20202</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20202"/>
		<updated>2021-10-29T11:52:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anja Gründl: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das Schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / Warum ruest du nun nit. War das nit genug, das du das aynest gekeut hetest. Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindruckaest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anja Gründl</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20200</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20200"/>
		<updated>2021-10-29T11:47:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anja Gründl: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das Schwein&amp;amp;middot; Du Unweiser ein(e) kleine Stund(e) vor der Zeit, hastdu ein schweres Joch von dir geleget&amp;amp;middot; Warum ruest du nun nit. War das nit genug, das du das aynest gekeut hetest. Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindruckaest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anja Gründl</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20199</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20199"/>
		<updated>2021-10-29T11:45:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anja Gründl: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach: Ich eindrucke. Do sprach das Schwein&amp;amp;middot; Du Unweiser ein(e) kleine Stund(e) vor der Zeit, hastdu ein schweres Joch von dir geleget. Warum ruest du nun nit. War das nit genug, das du das aynest gekeut hetest. Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindruckaest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anja Gründl</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20197</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20197"/>
		<updated>2021-10-29T11:40:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anja Gründl: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der Ochs(e) sprach: Ich eindrucke. Do sprach das Schwein: Du Unweiser ein(e) kleine Stund(e) vor der Zeit, hastdu ein schweres Joch von dir geleget. Warum ruest du nun nit. War das nit genug, das du das aynest gekeut hetest. Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindruckaest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anja Gründl</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20184</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20184"/>
		<updated>2021-10-29T11:05:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anja Gründl: /* Deutsche Versionen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das XI Capitel &lt;br /&gt;
Bedenck alle ding mit &lt;br /&gt;
wolgedewtem eintruck&lt;br /&gt;
en ee und du sy thuost (Sinnpause)&lt;br /&gt;
Das XI Capitel&lt;br /&gt;
Nach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n)&lt;br /&gt;
 speyß empfalhe ein(n)&lt;br /&gt;
  Ochß die selbe(n) speise&lt;br /&gt;
   dem guomen hyn&lt;br /&gt;
    wider sy baß zekeüen (Sinnpause) Unnd da&lt;br /&gt;
     er stezender und ruowender eyn&lt;br /&gt;
      trucket das sahe ein schwein es&lt;br /&gt;
       lief zuo im un(d) sprach &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Du gehürneter was ist das du tust. Der Ochs(e) sprach: Ich eindrucke. Do sprach das Schwein: Du Unweiser ein(e) kleine Stund(e) vor der Zeit, hastdu ein schweres Joch von dir geleget. Warum ruest du nun nit. War das nit genug, das du das aynest gekeut hetest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anja Gründl</name></author>
	</entry>
</feed>