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	<title>Brevitas Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20901</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-27T19:11:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein geleichnusz wyd(er) dye die erwirdige woellend gesehen werde(n) vormenigklichen&amp;amp;middot;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ain pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;lt;ref&amp;gt; Der Igel selbst wird im Physiologos sehr negativ behaftet dargestellt. Zunächst wird er als Tier, das einer Kugel mit Stacheln ähnelt, beschrieben. Dann wird im Physiologos erläutert, dass der Igel die Weintrauben von einem Weinstock mit seinen Stacheln herunternimmt und dementsprechend der Ernte der Menschen schadet. Eine wichtige Stelle in der Bibel weist ebenso auf den Igel hin. So wird in Jes.14,23 mit dem Verderben Babels gleichgesetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut&amp;lt;ref&amp;gt;Der Pfau wird im Physiologos als der schönste Vogel beschrieben. Der Pfau freut sich über sein Äußeres und zeigt dieses auch sehr gerne. Der Physiologos zieht die Schlussfolgerung daraus für die Christen, genügsamer zu sein. In der Fabel erklärt der Igel dem Pfau, dass er nicht nur stolz auf seine Äußerlichkeiten sein soll, sondern auch sein Inneres vor allem zum Ausdruck bringen und damit stolz auf seine Seele sein sollte. Damit erklärt der Igel dem Pfau genau das, was der Physiologos selbst über den Christenmenschen schlussfolgert.Im Physiologos steht ebenfalls, dass der Pfau den Christen mahnt, seine eigenen Fehler nicht zu übersehen. Somit war im Mittelalter der Pfau ein Paradiesvogel und ein Symbol der Auferstehung, jedoch auch gleichzeitig das Bild für Eitelkeit und Hochmut.&amp;lt;/ref&amp;gt; moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels &amp;lt;ref&amp;gt; Im sechsten Jahrhundert wurde der Igel von Papst Gregor I als ein Tier beschrieben, das sich zu einer Kugel sammelt, wenn er gefasst wird. Sobald der boshafte Igel also ertappt wird, zieht er sich zurück. Dem Igel wird eine Doppelinnigkeit nachgesagt. (vgl. Grinda, Klaus R.: Enzyklopädie der literarischen Vergleiche. Das Bildinventar von der römischen Antike bis zum Ende des Frühmittelalters. Braunschweig, 2002, S. 1193.)&amp;lt;/ref&amp;gt; augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Denn der König hatte Tarsisschiffe, die auf dem Meer zusammen mit den Schiffen Hirams fuhren. Diese kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.&amp;quot; (1.Kön. 10,22 oder 2.Chr.9,21): An dieser Stelle lässt sich erkennen, dass der Pfau ein deutliches Statussymbol mit seiner Schönheit und dem goldenen Glanz abbildet. Er steht für den Reichtum des Königs Salomo, der in dieser Bibelstelle erwähnt wird. Neben dem Reichtum, der u.a. durch den Besitz von Pfauen verdeutlicht wird, ist König Salomo vor allem aufgrund seiner Weisheit bekannt (vgl. 1.Kön.3). Dementsprechend besitzt er sowohl Schönheit als auch den Schein.&amp;lt;/ref&amp;gt; hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwund(er)t Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; Wz leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersame&amp;lt;ref&amp;gt;schwer lesbar&amp;lt;/ref&amp;gt; ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann waen&amp;lt;ref&amp;gt;wenn?&amp;lt;/ref&amp;gt; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du oeder pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume ee in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem sueßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thue dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-27T18:15:58Z</updated>

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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ain pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;lt;ref&amp;gt; Der Igel selbst wird im Physiologos sehr negativ behaftet dargestellt. Zunächst wird er als Tier, das einer Kugel mit Stacheln ähnelt, beschrieben. Dann wird im Physiologos erläutert, dass der Igel die Weintrauben von einem Weinstock mit seinen Stacheln herunternimmt und dementsprechend der Ernte der Menschen schadet. Eine wichtige Stelle in der Bibel weist ebenso auf den Igel hin. So wird in Jes.14,23 mit dem Verderben Babels gleichgesetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut&amp;lt;ref&amp;gt;Der Pfau wird im Physiologos als der schönste Vogel beschrieben. Der Pfau freut sich über sein Äußeres und zeigt dieses auch sehr gerne. Der Physiologos zieht die Schlussfolgerung daraus für die Christen, genügsamer zu sein. In der Fabel erklärt der Igel dem Pfau, dass er nicht nur stolz auf seine Äußerlichkeiten sein soll, sondern auch sein Inneres vor allem zum Ausdruck bringen und damit stolz auf seine Seele sein sollte. Damit erklärt der Igel dem Pfau genau das, was der Physiologos selbst über den Christenmenschen schlussfolgert.Im Physiologos steht ebenfalls, dass der Pfau den Christen mahnt, seine eigenen Fehler nicht zu übersehen. Somit war im Mittelalter der Pfau ein Paradiesvogel und ein Symbol der Auferstehung, jedoch auch gleichzeitig das Bild für Eitelkeit und Hochmut.&amp;lt;/ref&amp;gt; moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels &amp;lt;ref&amp;gt; Im sechsten Jahrhundert wurde der Igel von Papst Gregor I als ein Tier beschrieben, das sich zu einer Kugel sammelt, wenn er gefasst wird. Sobald der boshafte Igel also ertappt wird, zieht er sich zurück. Dem Igel wird eine Doppelinnigkeit nachgesagt. (vgl. Grinda, Klaus R.: Enzyklopädie der literarischen Vergleiche. Das Bildinventar von der römischen Antike bis zum Ende des Frühmittelalters. Braunschweig, 2002, S. 1193.)&amp;lt;/ref&amp;gt; augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Denn der König hatte Tarsisschiffe, die auf dem Meer zusammen mit den Schiffen Hirams fuhren. Diese kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.&amp;quot; (1.Kön. 10,22 oder 2.Chr.9,21): An dieser Stelle lässt sich erkennen, dass der Pfau ein deutliches Statussymbol mit seiner Schönheit und dem goldenen Glanz abbildet. Er steht für den Reichtum des Königs Salomo, der in dieser Bibelstelle erwähnt wird. Neben dem Reichtum, der u.a. durch den Besitz von Pfauen verdeutlicht wird, ist König Salomo vor allem aufgrund seiner Weisheit bekannt (vgl. 1.Kön.3). Dementsprechend besitzt er sowohl Schönheit als auch den Schein.&amp;lt;/ref&amp;gt; hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwund(er)t Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; Wz leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersame&amp;lt;ref&amp;gt;schwer lesbar&amp;lt;/ref&amp;gt; ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann waen&amp;lt;ref&amp;gt;wenn?&amp;lt;/ref&amp;gt; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du oeder pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume ee in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem sueßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20881</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20881"/>
		<updated>2022-03-18T19:08:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;lt;ref&amp;gt; Der Igel selbst wird im Physiologos als sehr negativ behaftet dargestellt. Zunächst wird er als Tier, das einer Kugel mit Stacheln ähnelt, beschrieben. Dann wird im Physiologos erläutert, dass der Igel die Weintrauben von einem Weinstock mit seinen Stacheln herunternimmt und dementsprechend der Ernte der Menschen schadet. Eine wichtige Stelle in der Bibel weist ebenso auf den Igel hin. So wird in Jes.14,23 mit dem Verderben Babels gleichgesetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut&amp;lt;ref&amp;gt;Der Pfau wird im Physiologos als der schönste Vogel beschrieben. Der Pfau freut sich über sein Außen und zeigt dieses auch sehr gerne. Der Physiologos zieht die Schlussfolgerung daraus für die Christen, dass diese darüber froh sein sollen, was sie haben. In der Fabel erklärt der Igel dem Pfau, dass er nicht nur stolz auf seine Äußerlichkeiten sein soll, sondern auch sein Inneres vor allem zum Ausdruck bringen und damit stolz auf seine Seele sein sollte. Damit erklärt der Igel dem Pfau genau das, was der Physiologos selbst über den Christenmenschen schlussfolgert.&amp;lt;/ref&amp;gt; moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Denn der König hatte Tarsisschiffe, die auf dem Meer zusammen mit den Schiffen Hirams fuhren. Diese kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.&amp;quot; (1.Kön. 10,22 oder 2.Chr.9,21): An dieser Stelle lässt sich erkennen, dass der Pfau ein deutliches Statussymbol mit seiner Schönheit und dem goldenen Glanz abbildet. Er steht für den Reichtum des Königs Salomo, der in dieser Bibelstelle erwähnt wird. Neben dem Reichtum, der u.a. durch den Besitz von Pfauen verdeutlicht wird, ist König Salomo vor allem aufgrund seiner Weisheit bekannt (vgl. 1.Kön.3). Dementsprechend besitzt er sowohl Schönheit als auch den Schein.&amp;lt;/ref&amp;gt; hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; Wz leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann waen&amp;lt;ref&amp;gt;wenn?&amp;lt;/ref&amp;gt; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du oeder pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume ee in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-18T18:49:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;lt;ref&amp;gt; Der Igel selbst wird im Physiologos als sehr negativ behaftet dargestellt. Zunächst wird er als Tier, das einer Kugel mit Stacheln ähnelt, beschrieben. Dann wird im Physiologos erläutert, dass der Igel die Weintrauben von einem Weinstock mit seinen Stacheln herunternimmt und dementsprechend der Ernte der Menschen schadet. Eine wichtige Stelle in der Bibel weist ebenso auf den Igel hin. So wird in Jes.14,23 mit dem Verderben Babels gleichgesetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Denn der König hatte Tarsisschiffe, die auf dem Meer zusammen mit den Schiffen Hirams fuhren. Diese kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.&amp;quot; (1.Kön. 10,22 oder 2.Chr.9,21): An dieser Stelle lässt sich erkennen, dass der Pfau ein deutliches Statussymbol mit seiner Schönheit und dem goldenen Glanz abbildet. Er steht für den Reichtum des Königs Salomo, der in dieser Bibelstelle erwähnt wird. Neben dem Reichtum, der u.a. durch den Besitz von Pfauen verdeutlicht wird, ist König Salomo vor allem aufgrund seiner Weisheit bekannt (vgl. 1.Kön.3). Dementsprechend besitzt er sowohl Schönheit als auch den Schein.&amp;lt;/ref&amp;gt; hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; Wz leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann waen&amp;lt;ref&amp;gt;wenn?&amp;lt;/ref&amp;gt; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du oeder pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume ee in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20879</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20879"/>
		<updated>2022-03-18T18:31:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Denn der König hatte Tarsisschiffe, die auf dem Meer zusammen mit den Schiffen Hirams fuhren. Diese kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.&amp;quot; (1.Kön. 10,22 oder 2.Chr.9,21): An dieser Stelle lässt sich erkennen, dass der Pfau ein deutliches Statussymbol mit seiner Schönheit und dem goldenen Glanz abbildet. Er steht für den Reichtum des Königs Salomo, der in dieser Bibelstelle erwähnt wird. Neben dem Reichtum, der u.a. durch den Besitz von Pfauen verdeutlicht wird, ist König Salomo vor allem aufgrund seiner Weisheit bekannt (vgl. 1.Kön.3). Dementsprechend besitzt er sowohl Schönheit als auch den Schein.&amp;lt;/ref&amp;gt; hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; Wz leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann waen&amp;lt;ref&amp;gt;wenn?&amp;lt;/ref&amp;gt; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du oeder pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume ee in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Denn der König hatte Tarsisschiffe, die auf dem Meer zusammen mit den Schiffen Hirmas fuhren. Diese kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.&amp;quot; (1.Kön. 10,22 oder 2.Chr.9,21): An dieser Stelle lässt sich erkennen, dass der Pfau ein deutliches Statussymbol mit seiner Schönheit und dem goldenen Glanz abbildet. Er steht für den Reichtum des Königs Salomo, der in dieser Bibelstelle erwähnt wird. Neben dem Reichtum, der u.a. durch den Besitz von Pfauen verdeutlicht wird, ist König Salomo vor allem aufgrund seiner Weisheit bekannt. Dementsprechend besitzt er sowohl Schönheit als auch den Schein.&amp;lt;/ref&amp;gt; hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; Wz leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann waen&amp;lt;ref&amp;gt;wenn?&amp;lt;/ref&amp;gt; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du oeder pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume ee in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20877</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20877"/>
		<updated>2022-03-18T18:17:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; Wz leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann waen&amp;lt;ref&amp;gt;wenn?&amp;lt;/ref&amp;gt; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du oeder pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume ee in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-18T18:16:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; Wz leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann waen&amp;lt;ref&amp;gt;wenn?&amp;lt;/ref&amp;gt; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du oeder pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20871</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20871"/>
		<updated>2022-03-15T08:27:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; Wz leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann waen&amp;lt;ref&amp;gt;wenn?&amp;lt;/ref&amp;gt; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du oeder pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-15T08:21:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; Wz leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann waen&amp;lt;ref&amp;gt;wenn?&amp;lt;/ref&amp;gt; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20869"/>
		<updated>2022-03-15T08:20:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann waen&amp;lt;ef&amp;gt;wenn?&amp;lt;/ref&amp;gt; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-15T08:15:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ waen sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat der fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; 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Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-15T07:25:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in großsem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft &#039;&#039;&#039;wz&#039;&#039;&#039;/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20866</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20866"/>
		<updated>2022-03-15T06:48:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AIn pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß sem&amp;lt;ref&amp;gt;sein?&amp;lt;/ref&amp;gt; ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft &#039;&#039;&#039;wz&#039;&#039;&#039;/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-15T06:31:48Z</updated>

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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit). Konrad Megenberg beschreibt den Pfau als einen schönen Vogel, der der Schönheit und der Anmut nahesteht (vgl. Megenberg, Konrad: Buch der Natur, S. 212).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß sem&amp;lt;ref&amp;gt;sein?&amp;lt;/ref&amp;gt; ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft &#039;&#039;&#039;wz&#039;&#039;&#039;/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20864</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20864"/>
		<updated>2022-03-15T06:27:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot;Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit)&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß sem&amp;lt;ref&amp;gt;sein?&amp;lt;/ref&amp;gt; ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft &#039;&#039;&#039;wz&#039;&#039;&#039;/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; 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im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-15T06:26:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot;xxi&amp;amp;middot; Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit)&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß sem&amp;lt;ref&amp;gt;sein?&amp;lt;/ref&amp;gt; ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft &#039;&#039;&#039;wz&#039;&#039;&#039;/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20862</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20862"/>
		<updated>2022-03-15T06:26:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot; xxi&amp;amp;middot; Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit)&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß sem&amp;lt;ref&amp;gt;sein?&amp;lt;/ref&amp;gt; ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft &#039;&#039;&#039;wz&#039;&#039;&#039;/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20861</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-15T06:26:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das&amp;amp;middot; xxi&amp;amp;middot; Capitel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
In pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit)&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß sem&amp;lt;ref&amp;gt;sein?&amp;lt;/ref&amp;gt; ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft &#039;&#039;&#039;wz&#039;&#039;&#039;/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20856</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20856"/>
		<updated>2022-03-14T15:26:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein.&amp;quot; (Dicke; Grubmüller: Die Fabeln des Mittelalters und der frühen Neuzeit)&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß sem&amp;lt;ref&amp;gt;sein?&amp;lt;/ref&amp;gt; ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft &#039;&#039;&#039;wz&#039;&#039;&#039;/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20855</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-14T15:24:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In pfaube&amp;lt;ref&amp;gt;Dicke und Grubmüller sagen zum Pfau: &amp;quot;Der eingebildete Pfau&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß sem&amp;lt;ref&amp;gt;sein?&amp;lt;/ref&amp;gt; ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; 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 Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20854</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20854"/>
		<updated>2022-03-14T15:19:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In pfaube mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß sem&amp;lt;ref&amp;gt;sein?&amp;lt;/ref&amp;gt; ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft &#039;&#039;&#039;wz&#039;&#039;&#039;/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der&amp;lt;ref&amp;gt;oeder?&amp;lt;/ref&amp;gt; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-03-14T15:10:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In pfaube mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß sem&amp;lt;ref&amp;gt;sein?&amp;lt;/ref&amp;gt; ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft &#039;&#039;&#039;wz&#039;&#039;&#039;/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du &#039;&#039;&#039;o(d)der&#039;&#039;&#039; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20784</id>
		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Pfau_und_Igel_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20784"/>
		<updated>2022-02-28T19:12:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In pfaube mit lindez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt vor dez seinen erwirdigen ruome in dye weyte außpraytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loestern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß &#039;&#039;&#039;sem&#039;&#039;&#039; ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider vor des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er darumb das sich der Igel seins hochgepreyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angeborner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder fuoß noch auge(n) weder mund noch nasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft &#039;&#039;&#039;wz&#039;&#039;&#039;/ Da begrif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; &#039;&#039;&#039;Wz&#039;&#039;&#039; leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die hoechst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy pfaffen und layen in iren augen mit reychem lust erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten rosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar recht&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgen auge(n)/ &#039;&#039;&#039;wa(n)n&#039;&#039;&#039; sehen dich die nymmer an dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du gesehen werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat &#039;&#039;&#039;(un)d&#039;&#039;&#039; fruo erscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen hate&amp;amp;middot; Also hast auch in deinem glancze kein leipliches wesen daru(m)b so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyß so bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeners waer/ dez ward also czuo gesprochen Wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen (un)d warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zuo plick erzayget und doch zuo hant verschwi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann &#039;&#039;&#039;wen&#039;&#039;&#039; im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem jaeger mit So schnaelle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefreye(n) mochtt/ oder es lief in jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht muoß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) glas ersihet so waenet auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleühet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so waent es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du &#039;&#039;&#039;o(d)der&#039;&#039;&#039; pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es werd dann der saume &#039;&#039;&#039;ee&#039;&#039;&#039; in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; Od(er) waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharpffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;middot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der doren außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoechste(n) heyligkeit goetlicher ere (un)d alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye ungestalte Amaysen dem wolgezierten cameleonten gab der da außwendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellichen rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet Wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent/ unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch nit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Dyse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
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		<title>Pfau und Igel (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-02-28T06:09:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Pfau und Igel&lt;br /&gt;
| regest             = Der eingebildete Pfau fragt den zur Kugel eingerollten Igel, warum ihm sein ausgebreitetes Rad nicht imponiere und erhält als Antwort eine Belehrung über Schein und Sein. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. II, 21&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. II, 21, Bl. 42v-43v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 48, Bl. 173v-176r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 538f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 77-79&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. II, 21 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In pfaube mit lin dez gang und gar mit leysen tritten/ kaz zuo einem Igel&amp;amp;middot; Und wolt voz dez semem erwirdigen ruome in dye weyte außpiaytten&amp;amp;middot; Darumbe das er in mit seiner gebürneten haut moechtt schenden und auch loeftern&amp;amp;middot; Und da er für sein auge(n) kam allzeha(n)d erhuob er in groß sem ruome seinen schwancze&amp;amp;middot; Er schüttet das gefüder sein unnd trat in hoffertigem geferte auff und nider voz des Igels augen und schwanckte in seinen Purperischen und vergülten klaideren hin und her/ das thaet er dar umd das sich der Igel seins hochgezeyßten adels verwundt Nun waz der Igel in angebozner weißheit also geschicket an im selber das eyteler ruome seyn hercz nicht mocht besiczen&amp;amp;middot; Darumb so verschmoge er sich und zohe das antlücz mitsampt den augen under seiner decke(n) obdache/ wann er macht sich zuo einer gescheypten kugeln so ga(n)cz un(d) gar daz er weder füß noch auge(n) weder mund noch sasen plecke(n) ließ&amp;amp;middot; unnd zaiget dem schoen geschwanczten pfauben nichs anders dann ein wolgedürnete kugel&amp;amp;middot; Do sich das also vergienge Do mercket der pfau das seyn übermuot gestraft wz/ Da begreif auch in ein scharpffer zorn und sprach dem Igel also zuo&amp;amp;middot; Wz leret dich du wildes kunter deyn natürliche aygenschaft/ waistt du nicht daz die ho(e)chst creature der mensch darzuo genaygett istt das er allezeit begert wundersdme ding die den augen lust pringend an zuosehen&amp;amp;middot;  So verpürgtestu nicht allein die auge(n) sunder du verschmaehest mich darmitt anzesehen&amp;amp;middot;  und ist doch mein gestalt so hoch geziert das sy sfaffen und layen in iren augen mit reychem luft erscheinendt&amp;amp;middot; Nun seczt mich das in wunder dz du mich also unerest und mir nicht anders zaygest deines ganczen wesens dann ein scharpf gedürnete kugel dei(n)er lasterbaern haute/ was thuostu an dir selber&amp;amp;middot;  Do antwurt der Igel auß seinez gedürneten sosenstock un(d) sprach also&amp;amp;middot; Es ist ein altes sprichwort Wer seiner aygenschaft niessunde sey der thuot niemandt weder unrecht noch überlaßt/  yedoch so bit ich dich und will auch des von dir gelert sein das du myr füderlich sagest weliches hoeher ze wegen sey&amp;amp;middot; Sein/ oder gesehe(n) werden&amp;amp;middot; Sprichest du Sein sey pesser fürwar so antwurtesttu gar rech&amp;amp;middot; Ist dem also&amp;amp;middot; wz wilt du meiner v(er)porgten auge(n)/ wa(n)n sehen dich die nymmer dannocht so bistu ein weysen dz du da bist&amp;amp;middot; Sprichestu aber du gesehen werden sey pesser&amp;amp;middot; und begerest auch dz du werdest&amp;amp;middot; So pist auch du ein schat d fruoerscheinet unnd nit lang weret&amp;amp;middot; wann er schwindet als ein dinge das kein geleiches wesen glancze kein leipliches wesen darumb so begerst du das du werdest an gesehen/ waerest du weyßso bedaechtest das du des basilisch genaug toetetest&amp;amp;middot; Auch waer dir guot zesagen das dem Affen etwa(s) gesaget ward/ wann der ersahe sich eins mals in einem lautteren Spiegel glas/ do freüet er sich in seinem herczen seyner affischen murren&amp;amp;middot; Und mainet auch das auff erde nicht schoeneres waer/ dez ward also czuo gesprochen wes freüweßt du dich deiner gestalte&amp;amp;middot; wilt da dich freüe so freü dich das du bist/ wann seyt du byst so bist auch du ein wesen ? warheit&amp;amp;middot; Aber nach dem sehen pisttu nicht anderst dann ein schatt der eytelkeit der sich zu plick erzayget und doch zuo hant verschi(n)det&amp;amp;middot; hast du nie gehoert wie das aller schnaellest thier Tigris seyne kinder verleütet/ wann wen im seine kinder abgestrickt werde(n) als pald es des gejnnert wirte so eylet es dem ja(e)ger mit So schna(e)lle(n) lauf nach daz kein pferde auf erden nie erfunden ward das in vor dez thier gefoeye(d) mochtt/ oder es lief im jn so müßt er sterben&amp;amp;middot;  Der muoß soellicher lyßte pflegen das er auf dem weg nach dez er fleücht miß klare spiegel glas auff die erden werffen/ wann wenn das thier sich in de(m) göas ersihet so wa(e)net auch es es hab seyne kindlin funden/ Und mainet auch es zemuottern&amp;amp;middot; Darmit ist es betroge(n)/ wann in der weyl so kommet jm der Jaeger/ der fleuhet so verr für das es jm darnach nicht eingelauffen mage&amp;amp;middot; Auch betreüget er es an maniger stat darmit daz er die spiegel von jm würffet&amp;amp;middot; wann allsofft und es sich ersihet so wa(e)nt es es hab ein kinlin gefunde(n)&amp;amp;middot; damit verleürt es de(n) wildern mitsampt den kinden/ wann eytele gestalt die laßt es sich betrüge(n) Daru(m)b so sag mir du o(d)der pfau Wes geüssest du dich also auß i(n) übermuot mit deinem schoengezierten schwancz daz du allein ein ansehen un(d) nicht ein wesen für dich nymmest&amp;amp;middot; Waist du nichtt als bald der rauch zerstreüet ist so ist auch er verschwunden&amp;amp;middot; auch pringet das erdtriche nymer frucht es wird dann der saume ee in seiner jnnigkeyt nach pfluoges art heimlich darjnn verporgen&amp;amp;middot; Das ist auch wol wisselich wo weysser farb der hauffe bey einander ist da wirt das gesichtt auff ein zeit geplendet und verschlagen&amp;amp;middot; und wann die muselsichtikeit sich offenlich hin un(d) her in der haut außteylet so ist auch das gancz wesen jnwendigklychen verrucket&amp;amp;middot; Darwider wol zuo mercken ist wie verporgene specerey sich gar heymlich erzeiget mit edlem suoßen riechen Un(d) der tugent verporgner schacze der pricht für warem liecht darjnn er sich laßt schauen&amp;amp;middot; O? waistu nit wie die koesten jren suessen keren under einer scharffen rinden die außwendig nicht zierlyche ist gar taugenlich verpirgt Das geschihet fürwar darumb das man die suessigkeit des marckes in verporgner stille suoche/ und nit in außwendiger gestalte dye sich clarlich erzaiget&amp;amp;miffot; Nu(n) solt du hochgekroenter pfau vo(n) mir allhie das wyssen das mich der dozen außwendiklich daru(m)b umbgeben hat das jch des wesens jnnwendiklich versicheret sey&amp;amp;middot;  Insoelicher maß ward dem heiligen moysi sein clares und wesenliches angesicht außwendigklich bedecket&amp;amp;middot; und die hoech ste(n)heyligkeit goetlicher ere ? alten ee ward allenthalb mit reycher zier umbhangen&amp;amp;middot; Also byn auch jch außwendigkliche(n) nach meinem gefallen mit unlustige(n) dornen deine(n) gesichte&amp;amp;middot; Aber mir selber wol czuo luste schoen umbgehangen&amp;amp;middot; un(d) laß dich nach deynem luste zuo plicke den leütten prangen&amp;amp;middot; Hast du gehoerett des weysen rat den dye wolgezierten cameleonten gab der da außendigklichen unnd vergülten seyner farbe sich sellber ruomet und auch preyset/ dem gab sy soellich en rat&amp;amp;middot; Thuo das aug zuo so würdest du in warem ruome bestaetet wayst du nicht daz dz aug zwuo augenpra versperrent / unnd so es aber sehen sol so thuot sich nu(n) die ein pra auf/ das beschihet darumb das es behuetet unnd verschlossen sey&amp;amp;middot; Und sich nymmer auff thuo dann zuo rechten noetten wann es steet allso geschriben/ Wes man nicht begern sol das sol man auch mit sehen&amp;amp;middot; Darmitt da verließ der verschmoge(n) igel den freyen phaben&amp;amp;middot; unnd schied also vonn dannen&amp;amp;middot; &lt;br /&gt;
Opse geleichnutz ist wyder dye die in ruome woellent gesehen werde(n) und sich des freüent un(d) seind doch nichssen an in selber&amp;amp;middot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Rose,_Lilie_und_Feigenbaum_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20364</id>
		<title>Rose, Lilie und Feigenbaum (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2022-01-09T08:13:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. IV, 9 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Rose, Lilie und Feigenbaum&lt;br /&gt;
| regest             = Der Feigenbaum fragt Rose und Lilie, warum sie Blüten aber keine Früchte tragen; sie verweisen auf ihre Jungfräulichkeit, in der es keinen Unterschied zwischen Blüte und Frucht gäbe. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 576)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. IV, 9&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. IV, 9, Bl. 81v-82r&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 93, Bl. 295v-298r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 576; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 134-137&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. IV, 9), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. IV, 9 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss/page/114/mode/2up Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 115f.)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 232.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 233.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Proverbium ad laudem virginitatis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rosa et lilium iuxta ficulneam sunt exortae. Quae cum expandissent floribunda folia nitore splendentia ac rorem suavitatis manantia aromaticique odoris fragrantiam effudissent, et illa floris orbata luce acerbum in fructum pariter pullulasset, lacte quidem invidentiae pruriens, commota mox invectivam proposuit dicens: &amp;quot;Post tam amoenissimam rutilantiam floridam ubi fructus vestri intenta genitura finaliter? Sanum est quippe florere sine fructu. Ligat enim natura sagax fructum in flore et ob ipsum tam vernantissimum germinat in florem.&amp;quot; At illae mox radicem eloquii sentientes pacifica ratione dixerunt: &amp;quot;Bene scimus, quod propter pruritum generationis perdidisti gloriam floris et idcirco iam exspoliata es sie loquens; nempe fructum paris dulcissimum, sed tamen pateris in radice pruritum, quo florem amisisti, nobis autem ex plena puritate et suavitate substantiae flos ipse fructus est. Unde in nobis flos et fructus minime distinguitur, quoniam abundante nimis mellitae puritatis et odoriferae sublimitatis humore id ipsum factum est in nobis flos et fructus. Nonne vapor terrae purissimus totum floridum in aurum concrescit et ros dulcissimus caeli virginitate vernante margaritam congemmascit? Igitur rosa et lilium et flores fruetiferi et fructus floridi sunt. An nescivisti, quod virginitatis manantis puritate, aromate et suavitate virtus ipsa clarissimus flos est et fructus? Mirabile igitur germen virginitatis sine germine non est. Nunquam est fructus sine fructu, immo totus et ipse fructus est. Sic et sancta virginitas ipsum naturae et virtutis est germen pretiosissimum, flos amoenissimus et splendor clarissimus, fructus dulcissimus, decor praestantissimus, odor suavissimus, valor totus. Nimirum ipsa est naturae ac virtutis clarissima gemma, inviolata integritas, caelestina serenitas, summa temperantia, perfecta victoria spiritus super germen, gloria tota. Ut rosa igitur fragrans et lilium rutilans est sancta virginitas, flos et fructus, ad cuius quidem fragrantiam unicornis tractus suaviter currit, cuius dulcedine ferocitas mansuescit, cuius puritate eius tam valida delectata potestas quasi victa in nitido gremio virginali reverentialiter prostrata recumbit. O nimirum magnes nimiae validitatis virginitatis ad se trahens naturam! O saphirus mirabilis castitatis omnem fugans et destruens famam veneuosam! O smaragdus rutilans viriditatis, perpetua puritas, inviolatae integritatis amatrix, foetidam Veneris nullatenus patiens corruptelam!&amp;quot; Ad haec ficulnea stupefacta conticuit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Ein Beispiel zum Lob der Jungfräulichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Rose und eine Lilie wuchsen neben einem Feigenbaum. Diese hatten ihre Blütenblätter entfaltet, die glänzten und strahlten, über sie rann süßer Tau und sie hatten den Wohlgeruch eines aromatischen Duftes verströmt. Jener aber hatte ohne Blütenglanz zugleich eine unreife Frucht hervortreiben lassen und hielt aufgebracht bald darauf folgende Scheltrede, da er durch den Saft des Neides brannte: &amp;quot;Wo ist schließlich nach solche einem anmutigen Blütenglanz die erstrebte Nachkommenschaft eurer Frucht? Es ist freilich gescheit, ohne Frucht zu blühen. Es bindet nämlich die weise Natur die Frucht an die Blüte, und deswegen treibt sie eine so glänzende Blüte hervor.&amp;quot; Aber da jene die Quelle der Rede bemerkten, sprachen sie in friedlicher Absicht: &amp;quot;Wir wissen gut, daß du wegen der Begierde nach Nachkommenschaft die Zierde deiner Blüte verloren hast und deshalb so sprichst, weil du von jetzt an ihrer beraubt bist; du bringst freilich eine sehr süße Frucht hervor, aber dennoch duldest du an der Wurzel die Begierde, wodurch du die Blüte verloren hast; aber aufgrund der vollen Reinheit und Süße unseres Wesens ist die Blüte selbst die Frucht. Daher unterscheidet man bei uns keineswegs Blüte und Frucht, weil bei uns durch den überreich vorhandenen Pflanzensaft von überaus süßer Reinheit und wohlriechender Vorzüglichkeit gerade das zu Blüte und Frucht geworden ist. Verdichtet nicht die reinste Wärme der Erde alles Glänzende zu Gold und läßt nicht der süßeste Tau des Himmels eine Perle in Jugendlichkeit und Jungfräulichkeit entstehen? Daher sind Rose und Lilie sowohl fruchttragende Blüten als auch blühende Früchte. Wußtest du nicht, daß gerade die Tugend der Jungfräulichkeit, die sich mit Reinheit, Wohlgeruch und Süße verbreitet, die edelste Blüte und zugleich Frucht ist? Daher gibt es keinen wunderbaren Sproß der Jungfräulichkeit ohne einen Keim. Niemals gibt es eine Frucht ohne Frucht, sondern im Gegenteil ist die Frucht selbst alles. So ist auch die heilige Jungfräulichkeit selbst der kostbarste Sproß, die anmutigste Blume, der hellste Glanz, die süßeste Frucht, die vorzüglichste Zierde, der lieblichste Duft und der ganze Wert der Natur und der Tugend. Zweifellos ist sie selbst der hellste Edelstein der Natur und der Tugend, unverletzbare Unschuld, himmlische Reinheit, höchste Selbstbeherrschung, vollkommener Sieg des Geistes über den Trieb, vollkommener Ruhm. Wie die duftende Rose und die rötlich schimmernde Lilie ist die heilige Jungfräulichkeit Blüte und Frucht, von deren Duft angezogen das Einhorn sanft herbeiläuft. Durch ihre Süße wird seine Wildheit bezähmt und durch ihre Reinheit legt sich ehrerbietig seine so starke Kraft voll Freude gleichsam besiegt in den glänzenden Schoß der Jungfrau. Oh Magnet von zweifellos außerordentlicher Stärke der Jungfräulichkeit, der du die Natur anziehst! Oh Saphir von wunderbarer Reinheit, der du das ganze giftige Gerede vertreibst und vernichtest! Oh Smaragd, der du von Jugendkraft glänzest, immerwährende Reinheit, Freundin unverletzbarer Unschuld, die du in keiner Weise die schädliche Verführung der Venus duldest!&amp;quot; Auf diese Worte hin verstummte betrübt der Feigenbaum.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. IV, 9 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
In Zofen und auch ein Gilgen dye wuochssen miteina(n)der bey einem feygenbaum&amp;amp;middot; und do der selb feygenbaum ihr schönste ferbte pletter die irer farbe gar lustige warend und füssen taw miläklich außgusse mit wolriechendem schmack in die weytte  außpraitet&amp;amp;middot; Nu(n) waren doch die rosen un(d) auch die gilgen die sellben zeit aufwendiklich ires scheines und irer plü genczlich un(d) gar beraubt und geuonten beide(n) halben dannocht allein zuo iren summerfrüchten als sy die frau die frey naturkund maysteren und layten&amp;amp;middot; Darnach ward der feygenbaum nerdiklich erwegt und sprach in hohem muot Zofen und der gilgen zuo&amp;amp;middot; Sagt mir des bit ich eüch wo feind eür Su(m)merfrüchtt/wo sihet man eüer fruchtiges gepern nach so plüenreicher zeit des freüde(n)reiche(n) maien die sich bis her v(er)lauffen hatt wz mag so eitel und so gar vernichtet sein als so sich plu(e) erzay get der doch kei(n) frucht nachuol get/ wa(n)n die natur aller weyßheit maisterin vptndt mit fleyß die frucht in d pluome(n)/ daru(m)be so wirt  die mayenreich plü vil ee gesehen und gepüret&amp;amp;middot; Und darnach erst dye frücht verstuonden&lt;br /&gt;
So gar Schnaell das dye Straff ge- faerlich waz&amp;amp;middot; Un(d) das auch dy ent- spra(n)g und wuochs aus nediger wurczen&amp;amp;middot; Do sprachen dy züchti- klich/ wir wissen wol das du vo(n) deins gesperens wegen das kicz- lig an im selber ist die aller schö- nesten pluomen der maegetlichen eren williklich verloren hast un(d) seyt du der emploest bist so rede- stu aus wz du wilt nach gancz- em deym willen/ damit du sein übetmuot erzaigest &amp;amp;middot; Auch wilt tu mit erkennen das uns die pluom die frucht ist&amp;amp;middot; Und dasselb fleüs- set aus übertraeffelicher reinikeit- te aus suessikeit d(er) weselichen li- stikeit/ wann unser wesen steett also das an uns beyden die pluo- men die frucht un(d) die frücht der pluomer ist und seind dye beyde an in selbs ein ainigs wesen &amp;amp;middot; da- rumb so ist kein andersschayde d(er) frucht unnd auch der pluomen in uns wesenlich/ wan seyd die gancz feüchtikeit d(er) hoenigsüssen reinikeit und wolriechenden sue- sikeit überflüssige in uns seynd darumb so seind die beyde dye frucht und auch die pluom ein ai- niges wesen&amp;amp;middot; Und dasselb ding sage du uns ob du das wayst wie der aller reynest und laute- rest tunst der aus der erden drin- get sich in die plue verschlechte/ und verwandlet&amp;amp;middot; und darjenne(d) wechst &amp;amp;middot; Und der sues himeltraw das eder un(d) das scheinreich per- lin das schön in keüscheit leücht verporgenlich adelt&amp;amp;middot; Daru(m)be so mügen wir wol sein die roß au- ch dte gilge(n) gar fruchtig pluome(n) und pluome(n) der frucht&amp;amp;middot; Od(er) hast du nie gehoert das die tugendtt die unnerhalte(n) ju(n)ckfraeulicheitt die allzeit rayn und schmackha- fte ist die clarest frucht und pluo- me mitenand ist hie nieden auf d(er) erden und in d(er) hoechsten reich Auch wis hie&amp;amp;middot; Als wenig ei fru- chte an frucht mag sein als we- nige mag d(er) saum der junckfraeu- lichen reinigkeit on samen sein/ wann junckfraeliche reinigkeyt die ist die frucht auch d(er) saume d(er) tugent und d(er) natur die niema(n)t widerwegen mag&amp;amp;middot; Si ist die ho- chgältest saum d(er) pringet fruch- te die hundertfeltige ist &amp;amp;middot; Sy istt die freüdenreichest pluom und d(er) allerklaerest schein so er im himel und auf erd mage gesehen wer- den&amp;amp;middot; Sy ist die allersuessest fruch- te und ein zier über all zier Sy ist der senfftes geschmache und ein riechen daz in den himel dringet &amp;amp;middot; Sy ist ein krafft unnd ein vermügen daz sich den enge- len geleichet&amp;amp;middot; Der ding aller las d(er) ych nymmer wundern seyd sy ist der teürest stain unnd der al- ler costlichost darzuo istt&amp;amp;middot; In der Monstra(n)cz der tugent und der Natur. Sy ist on alles verrucken gancz sy ist die hymlisch hayter, sy ist die höchst mässigkeyt/ sy ist der Syg den niemant überwindet, sie ist der geist ö de(r) fleysche herzschet, sy ist die er/ sy istt die freud, sie ist gelück, sy ist sälligkeit und würd. Darumb istt junckfräulichkeit die aller fäligeste heiligkeit, seytsie ist die pluhm mitsampt der frucht als die gilge und rosen ist die des riechens kreftige feind und des scheynes reich. Oz riechen zeühet senftiklichen mit süssen kreften an sich oz stolz und frei ainhirn wie will de das an im selber ist das seyn hochtragender mut und scharpffer zozeen gezampt und getillet wirf. O junckfräöiche reinigkeit wz mag sich dir geleychen Serd das oz wild einhyrn das mutige ist und zozns wol unnd schnall on all maß vonn deiner lautern reinikeit genot un(d) zwūgen wirt das es sich mit gaczergir in dein schoß beschleußt. Un(d) darinn navh seym luft rastet. O saphyr des teüren gelts o ayter und das so gift ist wieuil des ist zerbricht gewaltiklich. O grungeferbter schmaragd o immerwerenden reinikeit. Ein lyebhaber o unuerruckten keuscheyt o nit leiden mage der stinckenden unkeusch schwaches werck. Damit geschwaig der feigenbaum der sich der frucht der gepare gar üppiklichen gerumpt hette und ließ von seinem gloziern wider aye liebhaber der unkeusch. &lt;br /&gt;
Das&amp;amp;middot; X&amp;amp;middot; Kapitel&lt;br /&gt;
In Dippernatter der wutet ser in leibes lusr, und lyeff der schwachen unkeusch nach&amp;amp;middot; der kaein keuscher Elephant gar sittlichen engegen&amp;amp;middot; der fraget sy un(d) sprach sldo: Wo sy so gar mytt geschwindem sauß in dem wyl den staingeschirr so geytigklichen und so begirlichen hin und her mit grosser eyl umblyeffe/ Do ward ir hart ein kurcze stude mit wozten abgebeten in der sy sich enthalten that, und gab antwurt mit weemütigem herczen, und sprach dem Elepha(n)ten also zu&amp;amp;middot; Mein pzuder sihestu nicht wye ich mit grosser eyle und schnallem fuß nahe czu der freuden und auch zu der wunne o ye unser schöne abgöttin o ye edel und klare Venus mittigklichen austeylet ausgibett und ausgeüsset frauen mannen und de(r) knaben und allen o ye o.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 254, 76v).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 254, 76v)&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 340, 116v).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 340, 116v)&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Mgf 459, 254v).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Mgf 459, 254v)&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1490, 109v).jpg|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1490, 109v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1571, 296r).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1571, 296r)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwandte Erzählstoffe==&lt;br /&gt;
===[[Dornbusch und Feigenbaum (Erzählstoff)]]===&lt;br /&gt;
Der Dornbusch rühmt sich vor dem Feigenbaum seiner frühen Blüte, der Feigenbaum aber weist auf seine Früchte hin, die besser seien als leere Blüten. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 81)&lt;br /&gt;
===[[Lorbeer, Ölbaum, Lärche, Palme und Feigenbaum (Erzählstoff)]]===&lt;br /&gt;
Lorbeer, Ölbaum, Lärche (Orangenbaum / Buchsbaum) und Palme erklären dem Feigenbaum, warum sie auch im Winter ihr Grün behalten. (Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, S. 480)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Rose,_Lilie_und_Feigenbaum_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20363</id>
		<title>Rose, Lilie und Feigenbaum (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Rose,_Lilie_und_Feigenbaum_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20363"/>
		<updated>2022-01-09T08:11:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. IV, 9 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Rose, Lilie und Feigenbaum&lt;br /&gt;
| regest             = Der Feigenbaum fragt Rose und Lilie, warum sie Blüten aber keine Früchte tragen; sie verweisen auf ihre Jungfräulichkeit, in der es keinen Unterschied zwischen Blüte und Frucht gäbe. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 576)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. IV, 9&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. IV, 9, Bl. 81v-82r&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 93, Bl. 295v-298r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 576; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 134-137&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. IV, 9), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. IV, 9 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss/page/114/mode/2up Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 115f.)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 232.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 233.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Proverbium ad laudem virginitatis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rosa et lilium iuxta ficulneam sunt exortae. Quae cum expandissent floribunda folia nitore splendentia ac rorem suavitatis manantia aromaticique odoris fragrantiam effudissent, et illa floris orbata luce acerbum in fructum pariter pullulasset, lacte quidem invidentiae pruriens, commota mox invectivam proposuit dicens: &amp;quot;Post tam amoenissimam rutilantiam floridam ubi fructus vestri intenta genitura finaliter? Sanum est quippe florere sine fructu. Ligat enim natura sagax fructum in flore et ob ipsum tam vernantissimum germinat in florem.&amp;quot; At illae mox radicem eloquii sentientes pacifica ratione dixerunt: &amp;quot;Bene scimus, quod propter pruritum generationis perdidisti gloriam floris et idcirco iam exspoliata es sie loquens; nempe fructum paris dulcissimum, sed tamen pateris in radice pruritum, quo florem amisisti, nobis autem ex plena puritate et suavitate substantiae flos ipse fructus est. Unde in nobis flos et fructus minime distinguitur, quoniam abundante nimis mellitae puritatis et odoriferae sublimitatis humore id ipsum factum est in nobis flos et fructus. Nonne vapor terrae purissimus totum floridum in aurum concrescit et ros dulcissimus caeli virginitate vernante margaritam congemmascit? Igitur rosa et lilium et flores fruetiferi et fructus floridi sunt. An nescivisti, quod virginitatis manantis puritate, aromate et suavitate virtus ipsa clarissimus flos est et fructus? Mirabile igitur germen virginitatis sine germine non est. Nunquam est fructus sine fructu, immo totus et ipse fructus est. Sic et sancta virginitas ipsum naturae et virtutis est germen pretiosissimum, flos amoenissimus et splendor clarissimus, fructus dulcissimus, decor praestantissimus, odor suavissimus, valor totus. Nimirum ipsa est naturae ac virtutis clarissima gemma, inviolata integritas, caelestina serenitas, summa temperantia, perfecta victoria spiritus super germen, gloria tota. Ut rosa igitur fragrans et lilium rutilans est sancta virginitas, flos et fructus, ad cuius quidem fragrantiam unicornis tractus suaviter currit, cuius dulcedine ferocitas mansuescit, cuius puritate eius tam valida delectata potestas quasi victa in nitido gremio virginali reverentialiter prostrata recumbit. O nimirum magnes nimiae validitatis virginitatis ad se trahens naturam! O saphirus mirabilis castitatis omnem fugans et destruens famam veneuosam! O smaragdus rutilans viriditatis, perpetua puritas, inviolatae integritatis amatrix, foetidam Veneris nullatenus patiens corruptelam!&amp;quot; Ad haec ficulnea stupefacta conticuit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Ein Beispiel zum Lob der Jungfräulichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Rose und eine Lilie wuchsen neben einem Feigenbaum. Diese hatten ihre Blütenblätter entfaltet, die glänzten und strahlten, über sie rann süßer Tau und sie hatten den Wohlgeruch eines aromatischen Duftes verströmt. Jener aber hatte ohne Blütenglanz zugleich eine unreife Frucht hervortreiben lassen und hielt aufgebracht bald darauf folgende Scheltrede, da er durch den Saft des Neides brannte: &amp;quot;Wo ist schließlich nach solche einem anmutigen Blütenglanz die erstrebte Nachkommenschaft eurer Frucht? Es ist freilich gescheit, ohne Frucht zu blühen. Es bindet nämlich die weise Natur die Frucht an die Blüte, und deswegen treibt sie eine so glänzende Blüte hervor.&amp;quot; Aber da jene die Quelle der Rede bemerkten, sprachen sie in friedlicher Absicht: &amp;quot;Wir wissen gut, daß du wegen der Begierde nach Nachkommenschaft die Zierde deiner Blüte verloren hast und deshalb so sprichst, weil du von jetzt an ihrer beraubt bist; du bringst freilich eine sehr süße Frucht hervor, aber dennoch duldest du an der Wurzel die Begierde, wodurch du die Blüte verloren hast; aber aufgrund der vollen Reinheit und Süße unseres Wesens ist die Blüte selbst die Frucht. Daher unterscheidet man bei uns keineswegs Blüte und Frucht, weil bei uns durch den überreich vorhandenen Pflanzensaft von überaus süßer Reinheit und wohlriechender Vorzüglichkeit gerade das zu Blüte und Frucht geworden ist. Verdichtet nicht die reinste Wärme der Erde alles Glänzende zu Gold und läßt nicht der süßeste Tau des Himmels eine Perle in Jugendlichkeit und Jungfräulichkeit entstehen? Daher sind Rose und Lilie sowohl fruchttragende Blüten als auch blühende Früchte. Wußtest du nicht, daß gerade die Tugend der Jungfräulichkeit, die sich mit Reinheit, Wohlgeruch und Süße verbreitet, die edelste Blüte und zugleich Frucht ist? Daher gibt es keinen wunderbaren Sproß der Jungfräulichkeit ohne einen Keim. Niemals gibt es eine Frucht ohne Frucht, sondern im Gegenteil ist die Frucht selbst alles. So ist auch die heilige Jungfräulichkeit selbst der kostbarste Sproß, die anmutigste Blume, der hellste Glanz, die süßeste Frucht, die vorzüglichste Zierde, der lieblichste Duft und der ganze Wert der Natur und der Tugend. Zweifellos ist sie selbst der hellste Edelstein der Natur und der Tugend, unverletzbare Unschuld, himmlische Reinheit, höchste Selbstbeherrschung, vollkommener Sieg des Geistes über den Trieb, vollkommener Ruhm. Wie die duftende Rose und die rötlich schimmernde Lilie ist die heilige Jungfräulichkeit Blüte und Frucht, von deren Duft angezogen das Einhorn sanft herbeiläuft. Durch ihre Süße wird seine Wildheit bezähmt und durch ihre Reinheit legt sich ehrerbietig seine so starke Kraft voll Freude gleichsam besiegt in den glänzenden Schoß der Jungfrau. Oh Magnet von zweifellos außerordentlicher Stärke der Jungfräulichkeit, der du die Natur anziehst! Oh Saphir von wunderbarer Reinheit, der du das ganze giftige Gerede vertreibst und vernichtest! Oh Smaragd, der du von Jugendkraft glänzest, immerwährende Reinheit, Freundin unverletzbarer Unschuld, die du in keiner Weise die schädliche Verführung der Venus duldest!&amp;quot; Auf diese Worte hin verstummte betrübt der Feigenbaum.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. IV, 9 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
In Zofen und auch ein Gilgen dye wuochssen miteina(n)der bey einem feygenbaum&amp;amp;middot; und do der selb feygenbaum ihr schönste ferbte pletter die irer farbe gar lustige warend und füssen taw miläklich außgusse mit wolriechendem schmack in die weytte  außpraitet&amp;amp;middot; Nu(n) waren doch die rosen un(d) auch die gilgen die sellben zeit aufwendiklich ires scheines und irer plü genczlich un(d) gar beraubt und geuonten beide(n) halben dannocht allein zuo iren summerfrüchten als sy die frau die frey naturkund maysteren und layten&amp;amp;middot; Darnach ward der feygenbaum nerdiklich erwegt und sprach in hohem muot Zofen und der gilgen zuo&amp;amp;middot; Sagt mir des bit ich eüch wo feind eür Su(m)merfrüchtt/wo sihet man eüer fruchtiges gepern nach so plüenreicher zeit des freüde(n)reiche(n) maien die sich bis her v(er)lauffen hatt wz mag so eitel und so gar vernichtet sein als so sich plu(e) erzay get der doch kei(n) frucht nachuol get/ wa(n)n die natur aller weyßheit maisterin vptndt mit fleyß die frucht in d pluome(n)/ daru(m)be so wirt  die mayenreich plü vil ee gesehen und gepüret&amp;amp;middot; Und darnach erst dye frücht verstuonden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gar Schnaell das dye Straff ge- faerlich waz &amp;amp;middot; Un(d) das auch dy ent- spra(n)g und wuochs aus nediger wurczen &amp;amp;middot; Do sprachen dy züchti- klich/ wir wissen wol das du vo(n) deins gesperens wegen das kicz- lig an im selber ist die aller schö- nesten pluomen der maegetlichen eren williklich verloren hast un(d) seyt du der emploest bist so rede- stu aus wz du wilt nach gancz- em deym willen/ damit du sein übetmuot erzaigest &amp;amp;middot; Auch wilt tu mit erkennen das uns die pluom die frucht ist &amp;amp;middot; Und dasselb fleüs- set aus übertraeffelicher reinikeit- te aus suessikeit d(er) weselichen li- stikeit/ wann unser wesen steett also das an uns beyden die pluo- men die frucht un(d) die frücht der pluomer ist und seind dye beyde an in selbs ein ainigs wesen &amp;amp;middot; da- rumb so ist kein andersschayde d(er) frucht unnd auch der pluomen in uns wesenlich/ wan seyd die gancz feüchtikeit d(er) hoenigsüssen reinikeit und wolriechenden sue- sikeit überflüssige in uns seynd darumb so seind die beyde dye frucht und auch die pluom ein ai- niges wesen &amp;amp;middot; Und dasselb ding sage du uns ob du das wayst wie der aller reynest und laute- rest tunst der aus der erden drin- get sich in die plue verschlechte/ und verwandlet &amp;amp;middot; und darjenne(d) wechst &amp;amp;middot; Und der sues himeltraw das eder un(d) das scheinreich per- lin das schön in keüscheit leücht verporgenlich adelt &amp;amp;middot; Daru(m)be so mügen wir wol sein die roß au- ch dte gilge(n) gar fruchtig pluome(n) und pluome(n) der frucht &amp;amp;middot; Od(er) hast du nie gehoert das die tugendtt die unnerhalte(n) ju(n)ckfraeulicheitt die allzeit rayn und schmackha- fte ist die clarest frucht und pluo- me mitenand ist hie nieden auf d(er) erden und in d(er) hoechsten reich Auch wis hie &amp;amp;middot; Als wenig ei fru- chte an frucht mag sein als we- nige mag d(er) saum der junckfraeu- lichen reinigkeit on samen sein/ wann junckfraeliche reinigkeyt die ist die frucht auch d(er) saume d(er) tugent und d(er) natur die niema(n)t widerwegen mag&amp;amp;middot; Si ist die ho- chgältest saum d(er) pringet fruch- te die hundertfeltige ist &amp;amp;middot; Sy istt die freüdenreichest pluom und d(er) allerklaerest schein so er im himel und auf erd mage gesehen wer- den&amp;amp;middot; Sy ist die allersuessest fruch- te und ein zier über all zier Sy ist der senfftes geschmache und ein riechen daz in den himel dringet &amp;amp;middot; Sy ist ein krafft unnd ein vermügen daz sich den enge- len geleichet&amp;amp;middot; Der ding aller las d(er) ych nymmer wundern seyd sy ist der teürest stain unnd der al- ler costlichost darzuo istt&amp;amp;middot; In der&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Monstra(n)cz der tugent und der Natur. Sy ist on alles verrucken gancz sy ist die hymlisch hayter, sy ist die höchst mässigkeyt/ sy ist der Syg den niemant überwindet, sie ist der geist ö de(r) fleysche herzschet, sy ist die er/ sy istt die freud, sie ist gelück, sy ist sälligkeit und würd. Darumb istt junckfräulichkeit die aller fäligeste heiligkeit, seytsie ist die pluhm mitsampt der frucht als die gilge und rosen ist die des riechens kreftige feind und des scheynes reich. Oz riechen zeühet senftiklichen mit süssen kreften an sich oz stolz und frei ainhirn wie will de das an im selber ist das seyn hochtragender mut und scharpffer zozeen gezampt und getillet wirf. O junckfräöiche reinigkeit wz mag sich dir geleychen Serd das oz wild einhyrn das mutige ist und zozns wol unnd schnall on all maß vonn deiner lautern reinikeit genot un(d) zwūgen wirt das es sich mit gaczergir in dein schoß beschleußt. Un(d) darinn navh seym luft rastet. O saphyr des teüren gelts o ayter und das so gift ist wieuil des ist zerbricht gewaltiklich. O grungeferbter schmaragd o immerwerenden reinikeit. Ein lyebhaber o unuerruckten keuscheyt o nit leiden mage der stinckenden unkeusch schwaches werck. Damit geschwaig der feigenbaum der sich der frucht der gepare gar üppiklichen gerumpt hette und ließ von seinem gloziern wider aye liebhaber der unkeusch. &lt;br /&gt;
Das&amp;amp;middot; X&amp;amp;middot; Kapitel&lt;br /&gt;
In Dippernatter der wutet ser in leibes lusr, und lyeff der schwachen unkeusch nach&amp;amp;middot; der kaein keuscher Elephant gar sittlichen engegen&amp;amp;middot; der fraget sy un(d) sprach sldo: Wo sy so gar mytt geschwindem sauß in dem wyl den staingeschirr so geytigklichen und so begirlichen hin und her mit grosser eyl umblyeffe/ Do ward ir hart ein kurcze stude mit wozten abgebeten in der sy sich enthalten that, und gab antwurt mit weemütigem herczen, und sprach dem Elepha(n)ten also zu&amp;amp;middot; Mein pzuder sihestu nicht wye ich mit grosser eyle und schnallem fuß nahe czu der freuden und auch zu der wunne o ye unser schöne abgöttin o ye edel und klare Venus mittigklichen austeylet ausgibett und ausgeüsset frauen mannen und de(r) knaben und allen o ye o.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 254, 76v).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 254, 76v)&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 340, 116v).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 340, 116v)&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Mgf 459, 254v).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Mgf 459, 254v)&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1490, 109v).jpg|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1490, 109v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1571, 296r).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1571, 296r)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwandte Erzählstoffe==&lt;br /&gt;
===[[Dornbusch und Feigenbaum (Erzählstoff)]]===&lt;br /&gt;
Der Dornbusch rühmt sich vor dem Feigenbaum seiner frühen Blüte, der Feigenbaum aber weist auf seine Früchte hin, die besser seien als leere Blüten. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 81)&lt;br /&gt;
===[[Lorbeer, Ölbaum, Lärche, Palme und Feigenbaum (Erzählstoff)]]===&lt;br /&gt;
Lorbeer, Ölbaum, Lärche (Orangenbaum / Buchsbaum) und Palme erklären dem Feigenbaum, warum sie auch im Winter ihr Grün behalten. (Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, S. 480)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Rose,_Lilie_und_Feigenbaum_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20362</id>
		<title>Rose, Lilie und Feigenbaum (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Rose,_Lilie_und_Feigenbaum_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20362"/>
		<updated>2022-01-09T08:09:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. IV, 9 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Rose, Lilie und Feigenbaum&lt;br /&gt;
| regest             = Der Feigenbaum fragt Rose und Lilie, warum sie Blüten aber keine Früchte tragen; sie verweisen auf ihre Jungfräulichkeit, in der es keinen Unterschied zwischen Blüte und Frucht gäbe. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 576)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. IV, 9&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. IV, 9, Bl. 81v-82r&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 93, Bl. 295v-298r&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 576; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 134-137&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. IV, 9), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. IV, 9 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss/page/114/mode/2up Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 115f.)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 232.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 233.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Proverbium ad laudem virginitatis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rosa et lilium iuxta ficulneam sunt exortae. Quae cum expandissent floribunda folia nitore splendentia ac rorem suavitatis manantia aromaticique odoris fragrantiam effudissent, et illa floris orbata luce acerbum in fructum pariter pullulasset, lacte quidem invidentiae pruriens, commota mox invectivam proposuit dicens: &amp;quot;Post tam amoenissimam rutilantiam floridam ubi fructus vestri intenta genitura finaliter? Sanum est quippe florere sine fructu. Ligat enim natura sagax fructum in flore et ob ipsum tam vernantissimum germinat in florem.&amp;quot; At illae mox radicem eloquii sentientes pacifica ratione dixerunt: &amp;quot;Bene scimus, quod propter pruritum generationis perdidisti gloriam floris et idcirco iam exspoliata es sie loquens; nempe fructum paris dulcissimum, sed tamen pateris in radice pruritum, quo florem amisisti, nobis autem ex plena puritate et suavitate substantiae flos ipse fructus est. Unde in nobis flos et fructus minime distinguitur, quoniam abundante nimis mellitae puritatis et odoriferae sublimitatis humore id ipsum factum est in nobis flos et fructus. Nonne vapor terrae purissimus totum floridum in aurum concrescit et ros dulcissimus caeli virginitate vernante margaritam congemmascit? Igitur rosa et lilium et flores fruetiferi et fructus floridi sunt. An nescivisti, quod virginitatis manantis puritate, aromate et suavitate virtus ipsa clarissimus flos est et fructus? Mirabile igitur germen virginitatis sine germine non est. Nunquam est fructus sine fructu, immo totus et ipse fructus est. Sic et sancta virginitas ipsum naturae et virtutis est germen pretiosissimum, flos amoenissimus et splendor clarissimus, fructus dulcissimus, decor praestantissimus, odor suavissimus, valor totus. Nimirum ipsa est naturae ac virtutis clarissima gemma, inviolata integritas, caelestina serenitas, summa temperantia, perfecta victoria spiritus super germen, gloria tota. Ut rosa igitur fragrans et lilium rutilans est sancta virginitas, flos et fructus, ad cuius quidem fragrantiam unicornis tractus suaviter currit, cuius dulcedine ferocitas mansuescit, cuius puritate eius tam valida delectata potestas quasi victa in nitido gremio virginali reverentialiter prostrata recumbit. O nimirum magnes nimiae validitatis virginitatis ad se trahens naturam! O saphirus mirabilis castitatis omnem fugans et destruens famam veneuosam! O smaragdus rutilans viriditatis, perpetua puritas, inviolatae integritatis amatrix, foetidam Veneris nullatenus patiens corruptelam!&amp;quot; Ad haec ficulnea stupefacta conticuit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Ein Beispiel zum Lob der Jungfräulichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Rose und eine Lilie wuchsen neben einem Feigenbaum. Diese hatten ihre Blütenblätter entfaltet, die glänzten und strahlten, über sie rann süßer Tau und sie hatten den Wohlgeruch eines aromatischen Duftes verströmt. Jener aber hatte ohne Blütenglanz zugleich eine unreife Frucht hervortreiben lassen und hielt aufgebracht bald darauf folgende Scheltrede, da er durch den Saft des Neides brannte: &amp;quot;Wo ist schließlich nach solche einem anmutigen Blütenglanz die erstrebte Nachkommenschaft eurer Frucht? Es ist freilich gescheit, ohne Frucht zu blühen. Es bindet nämlich die weise Natur die Frucht an die Blüte, und deswegen treibt sie eine so glänzende Blüte hervor.&amp;quot; Aber da jene die Quelle der Rede bemerkten, sprachen sie in friedlicher Absicht: &amp;quot;Wir wissen gut, daß du wegen der Begierde nach Nachkommenschaft die Zierde deiner Blüte verloren hast und deshalb so sprichst, weil du von jetzt an ihrer beraubt bist; du bringst freilich eine sehr süße Frucht hervor, aber dennoch duldest du an der Wurzel die Begierde, wodurch du die Blüte verloren hast; aber aufgrund der vollen Reinheit und Süße unseres Wesens ist die Blüte selbst die Frucht. Daher unterscheidet man bei uns keineswegs Blüte und Frucht, weil bei uns durch den überreich vorhandenen Pflanzensaft von überaus süßer Reinheit und wohlriechender Vorzüglichkeit gerade das zu Blüte und Frucht geworden ist. Verdichtet nicht die reinste Wärme der Erde alles Glänzende zu Gold und läßt nicht der süßeste Tau des Himmels eine Perle in Jugendlichkeit und Jungfräulichkeit entstehen? Daher sind Rose und Lilie sowohl fruchttragende Blüten als auch blühende Früchte. Wußtest du nicht, daß gerade die Tugend der Jungfräulichkeit, die sich mit Reinheit, Wohlgeruch und Süße verbreitet, die edelste Blüte und zugleich Frucht ist? Daher gibt es keinen wunderbaren Sproß der Jungfräulichkeit ohne einen Keim. Niemals gibt es eine Frucht ohne Frucht, sondern im Gegenteil ist die Frucht selbst alles. So ist auch die heilige Jungfräulichkeit selbst der kostbarste Sproß, die anmutigste Blume, der hellste Glanz, die süßeste Frucht, die vorzüglichste Zierde, der lieblichste Duft und der ganze Wert der Natur und der Tugend. Zweifellos ist sie selbst der hellste Edelstein der Natur und der Tugend, unverletzbare Unschuld, himmlische Reinheit, höchste Selbstbeherrschung, vollkommener Sieg des Geistes über den Trieb, vollkommener Ruhm. Wie die duftende Rose und die rötlich schimmernde Lilie ist die heilige Jungfräulichkeit Blüte und Frucht, von deren Duft angezogen das Einhorn sanft herbeiläuft. Durch ihre Süße wird seine Wildheit bezähmt und durch ihre Reinheit legt sich ehrerbietig seine so starke Kraft voll Freude gleichsam besiegt in den glänzenden Schoß der Jungfrau. Oh Magnet von zweifellos außerordentlicher Stärke der Jungfräulichkeit, der du die Natur anziehst! Oh Saphir von wunderbarer Reinheit, der du das ganze giftige Gerede vertreibst und vernichtest! Oh Smaragd, der du von Jugendkraft glänzest, immerwährende Reinheit, Freundin unverletzbarer Unschuld, die du in keiner Weise die schädliche Verführung der Venus duldest!&amp;quot; Auf diese Worte hin verstummte betrübt der Feigenbaum.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. IV, 9 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
In Zofen und auch ein Gilgen dye wuochssen miteina(n)der bey einem feygenbaum&amp;amp;middot; und do der selb feygenbaum ihr schönste ferbte pletter die irer farbe gar lustige warend und füssen taw miläklich außgusse mit wolriechendem schmack in die weytte  außpraitet&amp;amp;middot; Nu(n) waren doch die rosen un(d) auch die gilgen die sellben zeit aufwendiklich ires scheines und irer plü genczlich un(d) gar beraubt und geuonten beide(n) halben dannocht allein zuo iren summerfrüchten als sy die frau die frey naturkund maysteren und layten&amp;amp;middot; Darnach ward der feygenbaum nerdiklich erwegt und sprach in hohem muot Zofen und der gilgen zuo&amp;amp;middot; Sagt mir des bit ich eüch wo feind eür Su(m)merfrüchtt/wo sihet man eüer fruchtiges gepern nach so plüenreicher zeit des freüde(n)reiche(n) maien die sich bis her v(er)lauffen hatt wz mag so eitel und so gar vernichtet sein als so sich plu(e) erzay get der doch kei(n) frucht nachuol get/ wa(n)n die natur aller weyßheit maisterin vptndt mit fleyß die frucht in d pluome(n)/ daru(m)be so wirt  die mayenreich plü vil ee gesehen und gepüret&amp;amp;middot; Und darnach erst dye frücht verstuonden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gar Schnaell das dye Straff ge- faerlich waz &amp;amp;middot; Un(d) das auch dy ent- spra(n)g und wuochs aus nediger wurczen &amp;amp;middot; Do sprachen dy züchti- klich/ wir wissen wol das du vo(n) deins gesperens wegen das kicz- lig an im selber ist die aller schö- nesten pluomen der maegetlichen eren williklich verloren hast un(d) seyt du der emploest bist so rede- stu aus wz du wilt nach gancz- em deym willen/ damit du sein übetmuot erzaigest &amp;amp;middot; Auch wilt tu mit erkennen das uns die pluom die frucht ist &amp;amp;middot; Und dasselb fleüs- set aus übertraeffelicher reinikeit- te aus suessikeit d(er) weselichen li- stikeit/ wann unser wesen steett also das an uns beyden die pluo- men die frucht un(d) die frücht der pluomer ist und seind dye beyde an in selbs ein ainigs wesen &amp;amp;middot; da- rumb so ist kein andersschayde d(er) frucht unnd auch der pluomen in uns wesenlich/ wan seyd die gancz feüchtikeit d(er) hoenigsüssen reinikeit und wolriechenden sue- sikeit überflüssige in uns seynd darumb so seind die beyde dye frucht und auch die pluom ein ai- niges wesen &amp;amp;middot; Und dasselb ding sage du uns ob du das wayst wie der aller reynest und laute- rest tunst der aus der erden drin- get sich in die plue verschlechte/ und verwandlet &amp;amp;middot; und darjenne(d) wechst &amp;amp;middot; Und der sues himeltraw das eder un(d) das scheinreich per- lin das schön in keüscheit leücht verporgenlich adelt &amp;amp;middot; Daru(m)be so mügen wir wol sein die roß au- ch dte gilge(n) gar fruchtig pluome(n) und pluome(n) der frucht &amp;amp;middot; Od(er) hast du nie gehoert das die tugendtt die unnerhalte(n) ju(n)ckfraeulicheitt die allzeit rayn und schmackha- fte ist die clarest frucht und pluo- me mitenand ist hie nieden auf d(er) erden und in d(er) hoechsten reich Auch wis hie &amp;amp;middot; Als wenig ei fru- chte an frucht mag sein als we- nige mag d(er) saum der junckfraeu- lichen reinigkeit on samen sein/ wann junckfraeliche reinigkeyt die ist die frucht auch d(er) saume d(er) tugent und d(er) natur die niema(n)t widerwegen&lt;br /&gt;
 mag &amp;amp;middot; Si ist die ho- chgältest saum d(er) pringet fruch- te die hundertfeltige ist &amp;amp;middot; Sy istt die freüdenreichest pluom und d(er) allerklaerest schein so er im himel und auf erd mage gesehen wer- den &amp;amp;middot; Sy ist die allersuessest fruch- te und ein zier über all zier Sy ist der senfftes geschmache und ein riechen daz in den himel dringet &amp;amp;middot; Sy ist ein krafft unnd ein vermügen daz sich den enge- len geleichet &amp;amp;middot; Der ding aller las d(er) ych nymmer wundern seyd sy ist der teürest stain unnd der al- ler costlichost darzuo istt &amp;amp;middot; In der&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Monstra(n)cz der tugent und der Natur. Sy ist on alles verrucken gancz sy ist die hymlisch hayter, sy ist die höchst mässigkeyt/ sy ist der Syg den niemant überwindet, sie ist der geist ö de(r) fleysche herzschet, sy ist die er/ sy istt die freud, sie ist gelück, sy ist sälligkeit und würd. Darumb istt junckfräulichkeit die aller fäligeste heiligkeit, seytsie ist die pluhm mitsampt der frucht als die gilge und rosen ist die des riechens kreftige feind und des scheynes reich. Oz riechen zeühet senftiklichen mit süssen kreften an sich oz stolz und frei ainhirn wie will de das an im selber ist das seyn hochtragender mut und scharpffer zozeen gezampt und getillet wirf. O junckfräöiche reinigkeit wz mag sich dir geleychen Serd das oz wild einhyrn das mutige ist und zozns wol unnd schnall on all maß vonn deiner lautern reinikeit genot un(d) zwūgen wirt das es sich mit gaczergir in dein schoß beschleußt. Un(d) darinn navh seym luft rastet. O saphyr des teüren gelts o ayter und das so gift ist wieuil des ist zerbricht gewaltiklich. O grungeferbter schmaragd o immerwerenden reinikeit. Ein lyebhaber o unuerruckten keuscheyt o nit leiden mage der stinckenden unkeusch schwaches werck. Damit geschwaig der feigenbaum der sich der frucht der gepare gar üppiklichen gerumpt hette und ließ von seinem gloziern wider aye liebhaber der unkeusch. &lt;br /&gt;
Das&amp;amp;middot X&amp;amp;middot Kapitel&lt;br /&gt;
In Dippernatter der wutet ser in leibes lusr, und lyeff der schwachen unkeusch nach&amp;amp;middot; der kaein keuscher Elephant gar sittlichen engegen&amp;amp;middot; der fraget sy un(d) sprach sldo: Wo sy so gar mytt geschwindem sauß in dem wyl den staingeschirr so geytigklichen und so begirlichen hin und her mit grosser eyl umblyeffe/ Do ward ir hart ein kurcze stude mit wozten abgebeten in der sy sich enthalten that, und gab antwurt mit weemütigem herczen, und sprach dem Elepha(n)ten also zu&amp;amp;middot; Mein pzuder sihestu nicht wye ich mit grosser eyle und schnallem fuß nahe czu der freuden und auch zu der wunne o ye unser schöne abgöttin o ye edel und klare Venus mittigklichen austeylet ausgibett und ausgeüsset frauen mannen und de(r) knaben und allen o ye o.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 254, 76v).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 254, 76v)&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 340, 116v).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Cgm 340, 116v)&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Mgf 459, 254v).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Mgf 459, 254v)&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1490, 109v).jpg|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1490, 109v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1571, 296r).png|200px|thumb|left|Rose, Lilie und Feigenbaum (Druck 1571, 296r)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwandte Erzählstoffe==&lt;br /&gt;
===[[Dornbusch und Feigenbaum (Erzählstoff)]]===&lt;br /&gt;
Der Dornbusch rühmt sich vor dem Feigenbaum seiner frühen Blüte, der Feigenbaum aber weist auf seine Früchte hin, die besser seien als leere Blüten. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 81)&lt;br /&gt;
===[[Lorbeer, Ölbaum, Lärche, Palme und Feigenbaum (Erzählstoff)]]===&lt;br /&gt;
Lorbeer, Ölbaum, Lärche (Orangenbaum / Buchsbaum) und Palme erklären dem Feigenbaum, warum sie auch im Winter ihr Grün behalten. (Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, S. 480)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20241</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20241"/>
		<updated>2021-11-02T09:56:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* 6 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / waru(m)b ruoest du nu(n) nit Waer des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund(er) / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daru(m)be seyt er in dez guome(n) ist so wir dann die speiß ye fleissigklicher kewen so wir ye mer geschmackes des dings das wir da keüen empfahen un(d) gewynnen / auch dester mer lustes in dem koste(n)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiß fürwar das dye besichtige natur die winckel zaen mit de(n) dz kewen geschicht hat zwir allso grosse macht als die andern un(d) vodern zaen&amp;amp;middot; Daru(m)b das dz keüe(n) dest bas geschehe&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hat die natur den costende(n) syn in de(n) mu(n)de geseczt / daru(m)b das wyr dye speiß dester lenger mit lust und(er) dem guomen hielten&amp;amp;middot; Nun dewe ich mein speiß destbas&amp;amp;middot; wenn sy wirt mit eindrucken mir zuo hilf wolgeleütert&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====4====&lt;br /&gt;
Do sprach dzschwein&amp;amp;middot; wer hat dich gelert eintrucke(n)&amp;amp;middot; Der frag gab der ochß antwurt unnd sprach&amp;amp;middot; Des bison zweifel die kunst hat mich geleret eindrucken in meinen leychnam die den weysen lert eintrucken in der sel&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====5====&lt;br /&gt;
wann am weiser eindruckt alle ding die er redtt oder würckt mit sitigem bedencken / darumb so erdet er wolgedeüte wort / un(d) würckt wolgeleüterte und rain geschwu(d)gen werck &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====6====&lt;br /&gt;
Sag mir wardurch istt dem mensche(n) verlihen clarer rat und vernunft un(d) das aller klarest guot der beda(e)chtnus zuo nichten anders fürwar dann das er die heilwertiklich nücz in seinen wozten und wercken &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====7====&lt;br /&gt;
Darumbe ist das kewüen der gedechtnusse in allen menschlichen wozbe(n) rñ wercken allzeit für zusehen das die beide(n) mit Weisheit wo(h)lbehut sehen. Auch ist des ni(ch)t genüge ob ein Ding ähnelt besichtiklich und bedächtiklich wird betracht/ wenn das ist ein Notruf das es behendiklich dich un(d) oft werd eingedzuckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====8====&lt;br /&gt;
Wenn ein yeckliche speiß wirt vierfaltiklich gekocht ee und syden gelidern warhaftiklich und wolgeleute ret empfolhen unnd geaigenot wirt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====9====&lt;br /&gt;
====10====&lt;br /&gt;
====11====&lt;br /&gt;
====12====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20228</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20228"/>
		<updated>2021-11-02T09:39:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* 6 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / waru(m)b ruoest du nu(n) nit Waer des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund(er) / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1====&lt;br /&gt;
Darübe seyt er in dez guome(n) ist so wir dann die speiß ye fleissigklicher kewen so wir ye mer geschmackes des dings das wir da keüen empfahen un(d) gewynnen / auch dester mer lustes in dem koste(n)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====2====&lt;br /&gt;
====3====&lt;br /&gt;
Auch hat die natur den costende(n) syn in de(n) mu(n)de geseczt / daru(m)b das wyr dye speiß dester lenger mit lust und(er) dem guomen hielten&amp;amp;middot; Nun dewe ich mein speiß destbas&amp;amp;middot; wenn sy wirt mit eindrucken mir zuo hilf wolgeleütert&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====4====&lt;br /&gt;
====5====&lt;br /&gt;
wann am weiser eindruckt alle ding die er redtt oder würckt mit sitigem bedencken / darumb so erdet er wolgedeüte wort / un(d) würckt wolgeleüterte und rain geschwu(d)gen werck &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====6====&lt;br /&gt;
Sag mir wardurch istt dem mensche(n) verlihen clarer rat und vernunft un(d) das aller klarest gu(o)t der beda(e)chtnus zu(o) nichten anders fürwar dann das er die heilwertiklich nücz in seinen wozten und wercken &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====7====&lt;br /&gt;
Darum ist das kewüen der Gedächtnisse in allen menschlichen wozben rñ wercken allzeit für zusehen das die beiden mit Weisheit wohl behut sehen. Auch ist des nicht genüge ob ein Ding ähnelt besichtiglich und bedächtiklich wird betracht wenn das ist ein Notruf das es bedendiklich dich und oft werd eingedzuckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====8====&lt;br /&gt;
Wenn ein yeckliche speiß(e) wirt vierfaltiklich gekocht ee und syden gelidern warhaftiklich und wolgeleute ret empfolhen unnd geaigenot wirt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====9====&lt;br /&gt;
====10====&lt;br /&gt;
====11====&lt;br /&gt;
====12====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20227</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20227"/>
		<updated>2021-11-02T09:39:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* 5 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / waru(m)b ruoest du nu(n) nit Waer des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund(er) / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1====&lt;br /&gt;
Darübe seyt er in dez guome(n) ist so wir dann die speiß ye fleissigklicher kewen so wir ye mer geschmackes des dings das wir da keüen empfahen un(d) gewynnen / auch dester mer lustes in dem koste(n)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====2====&lt;br /&gt;
====3====&lt;br /&gt;
Auch hat die natur den costende(n) syn in de(n) mu(n)de geseczt / daru(m)b das wyr dye speiß dester lenger mit lust und(er) dem guomen hielten&amp;amp;middot; Nun dewe ich mein speiß destbas&amp;amp;middot; wenn sy wirt mit eindrucken mir zuo hilf wolgeleütert&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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====5====&lt;br /&gt;
wann am weiser eindruckt alle ding die er redtt oder würckt mit sitigem bedencken / darumb so erdet er wolgedeüte wort / un(d) würckt wolgeleüterte und rain geschwu(d)gen werck &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====6====&lt;br /&gt;
Sag mir wardurch istt dem mensche(n) verlihen clarer rat und vernunft un() das aller klarest gu(o)t der beda(e)chtnus zu(o) nichten anders fürwar dann das er die heilwertiklich nücz in seinen wozten und wercken &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====7====&lt;br /&gt;
Darum ist das kewüen der Gedächtnisse in allen menschlichen wozben rñ wercken allzeit für zusehen das die beiden mit Weisheit wohl behut sehen. Auch ist des nicht genüge ob ein Ding ähnelt besichtiglich und bedächtiklich wird betracht wenn das ist ein Notruf das es bedendiklich dich und oft werd eingedzuckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====8====&lt;br /&gt;
Wenn ein yeckliche speiß(e) wirt vierfaltiklich gekocht ee und syden gelidern warhaftiklich und wolgeleute ret empfolhen unnd geaigenot wirt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====9====&lt;br /&gt;
====10====&lt;br /&gt;
====11====&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20218</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20218"/>
		<updated>2021-11-02T09:32:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* 6 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / waru(m)b ruoest du nu(n) nit Waer des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund(er) / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1====&lt;br /&gt;
Darübe seyt er in dez guome(n) ist so wir dann die speiß ye fleissigklicher kewen so wir ye mer geschmackes des dings das wir da keüen empfahen un(d) gewynnen / auch dester mer lustes in dem koste(n)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====2====&lt;br /&gt;
====3====&lt;br /&gt;
Auch hat die natur den costende(n) syn in de(n) mu(n)de geseczt/ daru(m)b das wyrdye speiß dester lenger mit luft und(er) dem guomen hielten&amp;amp;middot; Nun dewe ich mein speiß destbas&amp;amp;middot; wenn sy wirt mit eindrucken mir zuo hilf wolgeleütert&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====4====&lt;br /&gt;
====5====&lt;br /&gt;
====6====&lt;br /&gt;
Sag mir wardurch istt dem mensche(n) verlihen clarer rat und vernunft un() das aller klarest gu(o)t der beda(e)chtnus zu(o) nichten anders fürwar dann das er die heilwertiklich nücz in seinen wozten und wercken &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====7====&lt;br /&gt;
====8====&lt;br /&gt;
Wenn ein yeckliche speiß wirt vierfaltiklich gekocht ee und syden gelidern warhaftiklich und wolgeleute ret empfolhen unnd geaigenot wirt &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====9====&lt;br /&gt;
====10====&lt;br /&gt;
====11====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20215</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20215"/>
		<updated>2021-11-02T09:31:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* 6 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / waru(m)b ruoest du nu(n) nit Waer des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund(er) / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Darübe seyt er in dez guome(n) ist so wir dann die speiß ye fleissigklicher kewen so wir ye mer geschmackes des dings das wir da keüen empfahen un(d) gewynnen / auch dester mer lustes in dem koste(n)&lt;br /&gt;
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Sag mir wardurch istt dem mensche(n) verlihen clarer rat und vernunft un() das aller klarest gu(o)t der beda(e)chtnus zu(o) nichten anders fürwar dann das er die heilwertiklich nücz in seinen wozten und wercken&amp;amp;middot&lt;br /&gt;
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==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20214</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20214"/>
		<updated>2021-11-02T09:30:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maike Gutzeit: /* 6 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / waru(m)b ruoest du nu(n) nit Waer des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund(er) / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1====&lt;br /&gt;
Darübe seyt er in dez guome(n) ist so wir dann die speiß ye fleissigklicher kewen so wir ye mer geschmackes des dings das wir da keüen empfahen un(d) gewynnen / auch dester mer lustes in dem koste(n)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====2====&lt;br /&gt;
====3====&lt;br /&gt;
====4====&lt;br /&gt;
====5====&lt;br /&gt;
====6====&lt;br /&gt;
Sag mir wardurch istt dem mensche(n) verlihen clarer rat und vernunft un() das aller klarest gu(o)t der beda(e)chtnus zu(o) nichten anders fürwar dann das er die heilwertiklich nücz in seinen wozten und wercken &amp;amp;middot&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====7====&lt;br /&gt;
====8====&lt;br /&gt;
====9====&lt;br /&gt;
====10====&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
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===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maike Gutzeit</name></author>
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