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	<title>Brevitas Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Strasser,_Ingrid:_Und_sungen_ein_liet_ze_pr%C3%AEse_in_einer_h%C3%B4hen_w%C3%AEse&amp;diff=13932</id>
		<title>Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse</title>
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		<updated>2021-01-28T13:24:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse. Zur Frage der höfischen Elemente in den Ehestandsmæren des Stricker. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 15 (1980), S. 77-107&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Ingrid Strasser zeigt, mit Hilfe ausgewählter Ehestandsmären des Strickers, Parallelen und höfische Motive dieser zu höfischen Epen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;verligen&#039;&#039; in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] (78-82; 89-93)&lt;br /&gt;
** Die Parallelität zum [[Erec (Hartmann von Aue)]] wird aufgezeigt: in beiden Texten vernachlässigen die männlichen Figuren ihre weltlichen Pflichten zugunsten des Minnegenusses (78-79) und es handelt sich dabei um von der (intratextuellen) Gesellschaft verhandelte Versäumnisse. (79) Aber diese Parallele hat Grenzen: „In Hartmanns &#039;Erec&#039; hingegen wird dem &#039;&#039;verligen&#039;&#039;-Motiv, wiewohl integriert in die erste Abenteuerreihe, so doch selbständige Position als Anstoß zu diesem Erzählkomplex zugewiesen.“ (81, nach Linke)&lt;br /&gt;
** Strasser vergleicht [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] mit dem Tagelied, wobei die Gewichtung der Rollen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] umgekehrt wird. (90)&lt;br /&gt;
** Strasser zeigt weitere Parallitäten zum Tristan auf. (92)&lt;br /&gt;
* [[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]] (82-84)&lt;br /&gt;
** Das Motiv der Gefangenschaft durch Einmauerung findet sich im  Lancelot-Roman „Le chevalier de la charrette“ wieder.&lt;br /&gt;
* [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] (84-89)&lt;br /&gt;
** Das Motiv des gefälschten Gottesurteils findet sich im Tristan wieder. Jedoch entspricht dieses Motiv im Märe in seiner Ausbildung weder der höfischen Texttradition noch dem realhistorischen Vorgang eines Gottesurteils.&lt;br /&gt;
* [[Der kluge Knecht (Der Stricker)]] (93-94)&lt;br /&gt;
** Das Motiv des Tagelieds, den frühen Morgen zu verfluchen, wird umgekehrt. Der Morgen und der damit verbundene Aufbruch zur Arbeit wird von der Frau herbeigesehnt.&lt;br /&gt;
** Die Ehefrau wird mit höfischen Attributen beschrieben sowie mit einer höfische Anrede durch den Ehemann angesprochen, die sich auch im [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] und in [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] findet.&lt;br /&gt;
* [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] (95-97)&lt;br /&gt;
** Die äußeren Ideale der Hohen Minne werden verzerrt und konträr dargestellt.&lt;br /&gt;
** Strasser ist der Auffassung, dass die Minne der Ehe beim Stricker unterliegt.&lt;br /&gt;
* [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (98-99)&lt;br /&gt;
** Strasser stellt die Frage, ob die überspitzte Darstellung unendlicher Liebe als „eine Pervertierung des Dienst-Lohn-Gedankens der Hohen Minne“ zu verstehen ist. (98)&lt;br /&gt;
* Grundstruktur der Eheerzählungen des Strickers (99-100) &lt;br /&gt;
** Der Ehepartner wird durch Hass/ Tätlichkeit/ Eifersucht/ Misstrauen/ Untreue/ renitentes Benehmen herausgefordert. Diese Herausforderung wird angenommen und in einer Stärke zurückgegeben, die den Herausforderer zum Unterlegenen macht. Dieser büßt seine Herausforderung mit Spott/ Schande/ Hass/ Schlägen. Die Handlungskonstellation wird hierbei komisch bis übertrieben dargestellt. &lt;br /&gt;
* Die Komik im Strickerschen Mære (100-107)&lt;br /&gt;
** Die Komik der Stricker-Schwänke nach [[Agricola, Erhard: Die Prudentia als Anliegen der Strickerschen Schwänke|E.Agricola]] mittels der Theorie des &amp;quot;komischen Konflikts&amp;quot; (Fr. G. Jünger) : Zwei Parteien ungleichen Kräfteverhältnisses geraten in einen Konflikt, in dem die schwächere Partei die Überlegene provoziert. Der Mechanismus des Konflikts wird durch die Unangemessenheit der Provokation in Gang gebracht. Der Angegriffene, dessen Überlegenheit in ethisch-moralischer Kategorien liegt, erwidert den Angriff. Die Retourkutsche führt den Angreifer ad absurdum und stellt die verletzte Ordnung wieder her. Die Provokation und Replik können auch in gegenseitiger Steigerung einhergehen. ( [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] ) (100-101)&lt;br /&gt;
** &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; und die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; nach O. Rommel: Die &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; zielt auf die Kontrasttheorie. Dazu muss der Mensch in Bezug auf eine allgemeingültige Anforderung auffälliger- und überraschenderweise versagen. Dabei muss das beobachtete Versagen die Rechtfertigung möglichen eigenen Versagens mit sich bringen. Die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; drückt höchstgesteigerte Lebensfreude aus. Darstellungsmittel sind dabei Übersteigerung und Übertreibung, seltener der absteigende Kontrast. Die Komik der Ehemären unterliegt der Unzulänglichkeitskomik. (101-102) &lt;br /&gt;
** Die Interpretation der Komik des mittelalterlichen Märes nach J. Ritter: Die Aktualisierung eines komischen Gehalts beruht nicht auf der Erfassung der stofflichen Begebenheiten, sondern auf der Einbeziehung der historischen, sozialen, kulturellen und regionalen Bedingungen. (103) &lt;br /&gt;
** Die Verteilung der höfischen Motive ist eng und beinahe ausschließlich an die &#039;&#039;persona comica&#039;&#039; gebunden. Laut Strasser intensivieren die höfischen Elemente die Komik. (104) &lt;br /&gt;
** Verortet man das Publikum in literarisch gebildeten Kreisen der Nobilität und des patrizischen Bürgertums, so können komische Kontraste (Verordnung eines bäuerlichen Mannes in ritterliche Traditionen) einen Beitrag zur Komik geleistet haben. Auch der Gebrauch von aus anderen Zusammenhängen vertrauten Thematiken könnte im parodistischen Sinne komisch gewirkt haben. (105-107)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
*[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
*[[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der kluge Knecht (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse</title>
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		<updated>2021-01-28T13:22:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse. Zur Frage der höfischen Elemente in den Ehestandsmæren des Stricker. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 15 (1980), S. 77-107&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Ingrid Strasser zeigt, mit Hilfe ausgewählter Ehestandsmären des Strickers, Parallelen und höfische Motive dieser zu höfischen Epen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;verligen&#039;&#039; in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] (78-82; 89-93)&lt;br /&gt;
** Die Parallelität zum [[Erec (Hartmann von Aue)]] wird aufgezeigt: in beiden Texten vernachlässigen die männlichen Figuren ihre weltlichen Pflichten zugunsten des Minnegenusses (78-79) und es handelt sich dabei um von der (intratextuellen) Gesellschaft verhandelte Versäumnisse. (79) Aber diese Parallele hat Grenzen: „In Hartmanns &#039;Erec&#039; hingegen wird dem verligen-Motiv, wiewohl integriert in die erste Abenteuerreihe, so doch selbständige Position als Anstoß zu diesem Erzählkomplex zugewiesen.“ (81, nach Linke)&lt;br /&gt;
** Strasser vergleicht [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] mit dem Tagelied, wobei die Gewichtung der Rollen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] umgekehrt wird (90)&lt;br /&gt;
** Strasser zeigt weitere Parallitäten zum Tristan auf (92)&lt;br /&gt;
* [[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]] (82-84)&lt;br /&gt;
** Das Motiv der Gefangenschaft durch Einmauerung findet sich im  Lancelot-Roman „Le chevalier de la charrette“ wieder.&lt;br /&gt;
* [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] (84-89)&lt;br /&gt;
** Das Motiv des gefälschten Gottesurteils findet sich im Tristan wieder. Jedoch entspricht dieses Motiv im Märe in seiner Ausbildung weder der höfischen Texttradition noch dem realhistorischen Vorgang eines Gottesurteils.&lt;br /&gt;
* [[Der kluge Knecht (Der Stricker)]] (93-94)&lt;br /&gt;
** Das Motiv des Tagelieds, den frühen Morgen zu verfluchen, wird umgekehrt. Der Morgen und der damit verbundene Aufbruch zur Arbeit wird von der Frau herbeigesehnt.&lt;br /&gt;
** Die Ehefrau wird mit höfischen Attributen beschrieben sowie mit einer höfische Anrede durch den Ehemann angesprochen, die sich auch im [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] und in [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] findet.&lt;br /&gt;
* [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] (95-97)&lt;br /&gt;
** Die äußeren Ideale der Hohen Minne werden verzerrt und konträr dargestellt.&lt;br /&gt;
** Strasser ist der Auffassung, dass die Minne der Ehe beim Stricker unterliegt.&lt;br /&gt;
* [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (98-99)&lt;br /&gt;
** Strasser stellt die Frage, ob die überspitzte Darstellung unendlicher Liebe als „eine Pervertierung des Dienst-Lohn-Gedankens der Hohen Minne“ zu verstehen ist. (98)&lt;br /&gt;
* Grundstruktur der Eheerzählungen des Strickers (99-100) &lt;br /&gt;
** Der Ehepartner wird durch Hass/ Tätlichkeit/ Eifersucht/ Misstrauen/ Untreue/ renitentes Benehmen herausgefordert. Diese Herausforderung wird angenommen und in einer Stärke zurückgegeben, die den Herausforderer zum Unterlegenen macht. Dieser büßt seine Herausforderung mit Spott/ Schande/ Hass/ Schlägen. Die Handlungskonstellation wird hierbei komisch bis übertrieben dargestellt. &lt;br /&gt;
* Die Komik im Strickerschen Mære (100-107)&lt;br /&gt;
** Die Komik der Stricker-Schwänke nach [[Agricola, Erhard: Die Prudentia als Anliegen der Strickerschen Schwänke|E.Agricola]] mittels der Theorie des &amp;quot;komischen Konflikts&amp;quot; (Fr. G. Jünger) : Zwei Parteien ungleichen Kräfteverhältnisses geraten in einen Konflikt, in dem die schwächere Partei die Überlegene provoziert. Der Mechanismus des Konflikts wird durch die Unangemessenheit der Provokation in Gang gebracht. Der Angegriffene, dessen Überlegenheit in ethisch-moralischer Kategorien liegt, erwidert den Angriff. Die Retourkutsche führt den Angreifer ad absurdum und stellt die verletzte Ordnung wieder her. Die Provokation und Replik können auch in gegenseitiger Steigerung einhergehen. ( [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] ) (100-101)&lt;br /&gt;
** &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; und die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; nach O. Rommel: Die &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; zielt auf die Kontrasttheorie. Dazu muss der Mensch in Bezug auf eine allgemeingültige Anforderung auffälliger- und überraschenderweise versagen. Dabei muss das beobachtete Versagen die Rechtfertigung möglichen eigenen Versagens mit sich bringen. Die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; drückt höchstgesteigerte Lebensfreude aus. Darstellungsmittel sind dabei Übersteigerung und Übertreibung, seltener der absteigende Kontrast. Die Komik der Ehemären unterliegt der Unzulänglichkeitskomik. (101-102) &lt;br /&gt;
** Die Interpretation der Komik des mittelalterlichen Märes nach J. Ritter: Die Aktualisierung eines komischen Gehalts beruht nicht auf der Erfassung der stofflichen Begebenheiten, sondern auf der Einbeziehung der historischen, sozialen, kulturellen und regionalen Bedingungen. (103) &lt;br /&gt;
** Die Verteilung der höfischen Motive ist eng und beinahe ausschließlich an die &#039;&#039;persona comica&#039;&#039; gebunden. Laut Strasser intensivieren die höfischen Elemente die Komik. (104) &lt;br /&gt;
** Verortet man das Publikum in literarisch gebildeten Kreisen der Nobilität und des patrizischen Bürgertums, so können komische Kontraste (Verordnung eines bäuerlichen Mannes in ritterliche Traditionen) einen Beitrag zur Komik geleistet haben. Auch der Gebrauch von aus anderen Zusammenhängen vertrauten Thematiken könnte im parodistischen Sinne komisch gewirkt haben. (105-107)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
*[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
*[[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der kluge Knecht (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_junge_Ratgeber_(Der_Stricker)&amp;diff=13928</id>
		<title>Der junge Ratgeber (Der Stricker)</title>
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		<updated>2021-01-28T11:08:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der junge Ratgeber&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = ca. 1220-1250 ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Ostfränkisch/Rheinfränkisch, Österreich? ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 33vb-35va [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341, 281rb-283ra [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341]&amp;lt;br /&amp;gt;Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 72, 288rb-290ra [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0072]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Fischer, Hanns (Hg.): Der Stricker. Verserzählungen II]], S. 12-23&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 2, S. 286-299&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Altdeutsches Decamerone]], S. 59-65&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 71, 81, 83f., 123f.; [[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 69; [[Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos]], S. 85, 94f., 97, 101-104; [[Grubmüller, Klaus: Zum Verhältnis von &#039;Stricker-Märe&#039; und Fabliau]]; [[Hagby, Maryvonne: man hat uns fur die warheit … geseit]], S. 69-76; [[Haug, Walter: Schlechte Geschichten - böse Geschichten - gute Geschichten]]; [[Mihm, Arend: Überlieferung und Verbreitung der Märendichtung im Spätmittelalter]], S. 40; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 81-89, 90, 92, 102, 114, 126, 172, 177; [[Ragotzky, Hedda: Die &#039;Klugheit der Praxis&#039; und ihr Nutzen]]; [[Schirmer, Karl-Heinz: Stil- und Motivuntersuchungen zur mittelhochdeutschen Versnovelle]], S. 116; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 48, 51, 57f., 64-66, 72&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
===Narratio===&lt;br /&gt;
Der treue Ratgeber eines Königs gibt, bevor er stirbt, seinem Herrn das anvertraute&lt;br /&gt;
Lehen zurück und bittet ihn, für seinen Sohn zu sorgen und ihn wegen&lt;br /&gt;
seiner Jugend nicht zum Ratgeber zu bestellen. Nach seinem Tode jedoch&lt;br /&gt;
betraut der König trotz dieser Warnung den Sohn mit dem schweren Amt. Es&lt;br /&gt;
folgen zwei Hungerjahre, und der junge Ratgeber verteilt sowohl den Kornvorrat&lt;br /&gt;
des Reiches als auch den königlichen Schatz, um das darbende Volk zu&lt;br /&gt;
retten. Danach verklagen ihn Neider beim König, dass er seine Vorrats- und&lt;br /&gt;
Schatzkammern geleert habe. Der junge Ratgeber wird zur Rede gestellt. Er&lt;br /&gt;
verteidigt sich: er habe seinem Herrn die Untertanen erhalten, die wertvoller&lt;br /&gt;
seien als aller tote Besitz; auch sei er bereit, alle Lehen zurückzugeben. Da lobt&lt;br /&gt;
der König die Weisheit des jungen Ratgebers; seine Neider aber fallen in Ungnade.&lt;br /&gt;
===Epimythion=== &lt;br /&gt;
Ein solcher König, der treue Diener lohnt, untreue aber&lt;br /&gt;
verachtet, könnte unserer Zeit als Vorbild dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
([[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 527)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_wunderbare_Stein_(Der_Stricker)&amp;diff=13927</id>
		<title>Der wunderbare Stein (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_wunderbare_Stein_(Der_Stricker)&amp;diff=13927"/>
		<updated>2021-01-28T11:07:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der Ratgeber; Der weise Ratgeber; Der Stein der Höflichkeit; Der wunderbare Stein&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = ca. 1220-1250 ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Ostfränkisch/Rheinfränkisch, Österreich? ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 69vb-70vr [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341, 280ra-281rb [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341]&amp;lt;br /&amp;gt;Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 72, 287ra-288rb [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0072]&amp;lt;br /&amp;gt;Cologny-Genéve, Bibliothek Bodmer: Cod. Bodmer 155, 7vb-9ra [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0155]&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 3,2, S. 324-332&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Altdeutsches Decamerone]], S. 54-58&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 76, 80f., 84, 88, 123; [[Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation]]; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 89-97, 102, 126, 172f., 218; [[Ragotzky, Hedda: Gattungserneuerung und Laienunterweisung in Texten des Strickers]], S. 117-121; [[Scholz, Manfred Günter: Wer den Stricker totschlägt oder Die Lüge von den Edelsteinen]]; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 38, 48f., 51, 59, 64f., 69, 71, 159; [[Witthöft, Christiane: Ritual und Text]], S. 267-287&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Narratio&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein alter König gewährt allen Menschen seines Reiches, was ihnen rechtmäßig zusteht. Nach seinem Tod wird sein Sohn aufgrund der Tugendhaftigkeit des Vaters sein Nachfolger. Der junge König grüßt aber niemanden, was in kurzer Zeit alle gegen ihn aufbringt, so dass ihn selbst die Bauern nicht mehr grüßen, was ihn sehr erzürnt. Er fragt einen Weisen, warum er den Leuten dermaßen verhasst ist. Der Weise erzählt ihm, dass sein Vater einen Edelstein besessen habe, den er auf seinem Kopf getragen und der seine Ehre bewirkt habe. Dieser Stein werde auch den Sohn glücklich machen, wenn er ihn auf dem Kopf trägt. Der junge König willigt ein, und der Weise lässt einen farbenkräftigen Stein in kostbarer Fassung auf seiner Krone applizieren. Wer den Stein ansehe, an dem werde die Ehre des Königs offenbar. Der junge König setzt die Krone mit dem Stein auf, reitet los und neigt den Kopf vor den Leuten, um ihnen den Stein zu zeigen. Diese freuen sich, da sie meinen, Gott habe den König gebessert und er würde sie grüßen. Die Leute bringen nun wieder ihre Klagen vor, woraufhin der Weise dem König erzählt, dass der Stein seine Kraft verlieren würde, wenn der König den Klagen nicht nachgehen würde. In Folge richtet der König gerecht, bis er stirbt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Epimythion&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch heute sollten weise Ratgeber ihren Herren raten, dass sie ihren Kopf neigen und ihren Stein zeigen sollen. Wer Gottes Segen nicht um der Armen Willen verdient, empfängt ihn nicht. Der edelste Stein ist, den Armen Recht zu schaffen. Wer treulos richtet, der bereut es: Er wird am Jüngsten Tag seine Herrschaft aufgrund der Klage der Armen verlieren. Wie er hier richtet, so wird dort über ihn gerichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Bispel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ehrismann,_Otfrid:_Tradition_und_Innovation&amp;diff=13926</id>
		<title>Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation</title>
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		<updated>2021-01-28T10:38:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation. Zu einigen Novellen des Stricker. In: Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Literatur des Spätmittelalters. Ergebnisse, Probleme und Perspektiven der Forschung. Greifswald 1986, S. 179-192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Otfrid Ehrismann beschreibt anhand fünf ausgewählter Novellen des Strickers, die unter den Verdacht der sozialen Innovation gestellt wurden, das kontextabhängige Spiel mit den Gesellschaftsschichten zur Wiederherstellung des göttlichen &#039;&#039;ordo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]] (179-180)&lt;br /&gt;
** Ehrismann erkennt in der Novelle einen gestörten &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, wobei für keine der Gruppen innerhalb des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; Partei ergriffen wird. Der Stricker fordert also nicht die Zerstörung diesen &#039;&#039;ordos&#039;&#039;, sondern die Wiederherstellung desselben. Das Unrecht könne sich nur ausbreiten, weil alle sozialen Gruppen innerhalb des vom Stricker gezeichneten Panoramas versagen. Der Versuch hier eine Forderung nach Solidarität gegen den bösen Herren herauszulesen, würde das Panorama verengen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]] (180-181)&lt;br /&gt;
** Im &#039;&#039;Turse&#039;&#039; wird das Panorama der Gesellschaftsschichten in den Novellen des Strickers um den ländlichen Adel erweitert.&lt;br /&gt;
** Auch hier wurde bereits Solidarität wider den Herren als Thema des mæres ausgemacht (W. Spiewok 1984). Allerdings bleibt die Erzählung parteilos. &lt;br /&gt;
** Auch die Moralisation widerspricht einer solchen Interpretation: sie kritisiert die Geschädigten heftiger als den Schädiger. Folglich gibt es nicht die gute Gruppe wider den bösen Herren, sondern allein die schlechte Gruppe, die dem Herren erst eine Störung des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ermöglicht und sich damit sogar schuldiger macht als der Herr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der wunderbare Stein (Der Stricker)]] (182-183)&lt;br /&gt;
** Die Geschichte handelt von der Wiederherstellung des guten Zustandes mit Hilfe von Recht als Garant für den &#039;&#039;ordo&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
** Der Aufbau der Gesellschaft wird nicht in Frage gestellt. Der Stricker behandelt hier die potentielle Schwäche der Herrschenden als Überheblichkeit und Unfähigkeit zu gerechtem Richten. Er betont auch das Recht des Volkes zum Widerstand. Das mære rechtfertigt das Rechtssystem. Der Ratgeber des Königs wird für seine Klugheit im Dienste des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; als Held der Geschichte gerühmt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]] (183-185)&lt;br /&gt;
** Das mære ist nicht als Plädoyer für die Armen und Entrechteten zu verstehen, sondern alleinig für das Recht. Durch die selbstverschuldete Auffahrt des Richters (auffälligerweise an dem Ort – der Mitte des Markplatzes –, an dem der Richter sonst Recht spricht) wird das Recht wieder hergestellt. &lt;br /&gt;
** Der Teufel ist hier nicht Herr über sich selbst, sondern unfreiwilliger Vollstrecker des Willen Gottes, indem er die Menschheit von seinesgleichen erlöst. Eine Interpretation ohne diese christliche Konnotation, bspw. unter Fokussierung &#039;kapitalistischer&#039; Motive, wird dem mære nicht gerecht - insbesondere, da dann die Moralisation über den Umgang mit dem Teufel befremdlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]] (185-187)&lt;br /&gt;
** Frühere Interpretationen (u.a. F. Pfeiffer), die innovative Erzählaspekte vermuten ließen, übersahen in diesem mære, dass die Stellung des Landesherren als oberste Rechtsinstanz stets unangefochten bleibt. &lt;br /&gt;
** Der Landesherr und seine Sendboten (die Gäuhühner) stellen bei Missachtung das Recht wieder her. In der Novelle des Strickers lässt sich daher keine Sympathie für revolutionäre Bewegungen ausmachen. Das Zerstörungswerk der Hühner erinnert an mittelalterliche Gerichtsverfahren und der apokalyptische Habitus der Hühner (Blitz, Donner und Geschrei) soll an das Bild des Jüngsten Gerichts erinnern und somit die Göttlichkeit der Rechtssphäre betonen. Von daher liegt es nahe, die Hühner weder als revolutionäre Bauern noch als reale Hühner, sondern als Allegorie von Weisheit und göttlicher Macht zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Fazit (187-189)&lt;br /&gt;
** Es lässt sich nicht ohne weiteres sagen, dass sich der Verdacht der sozialen Innovation bestätigt hätte, aber auch nicht, dass mit der traditionell geschützten Gruppe des Adels schonend umgegangen wird. &lt;br /&gt;
** Das Ziel des Erzählers ist es, an der schlechten Praxis zu zeigen, dass es positiv ist, den einstigen Zustand des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; wiederherzustellen. Es ist allerdings voreilig, die Restitution von &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ausschließlich einem konservativem Denken zuzuordnen. &lt;br /&gt;
** Das Verlangen nach Recht ist ambivalent: Tradition und Innovation stehen nebeneinander. Durch das Einbringen einer neuen Wirklichkeit in die Fiktion, in der auch Städter und Dorfbewohner positiv literaturfähig sind, verleiht der Stricker dem fiktionalen Erzählen neue Impulse. Durch seine Beharrlichkeit auf das Recht, wird er partiell innovativ, da er Herrschaftsverhältnisse bewusst macht und von allen Gruppen der Gesellschaft verlangt, den &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu respektieren. &lt;br /&gt;
** Eine Literaturgeschichte des Spätmittelalters wird das Begriffspaar Tradition und Innovation relativieren müssen: Konsequentes Festhalten an einer fingierten Tradition kann also Innovation sein und wenigstens für eine vom Dichter nicht abschätzbare Zukunft innovatives Potential bergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der wunderbare Stein (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation</title>
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		<updated>2021-01-27T22:10:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Behandelte Kleinepik */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation. Zu einigen Novellen des Stricker. In: Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Literatur des Spätmittelalters. Ergebnisse, Probleme und Perspektiven der Forschung. Greifswald 1986, S. 179-192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Otfrid Ehrismann beschreibt anhand fünf ausgewählter Novellen des Strickers, die unter den Verdacht der sozialen Innovation gestellt wurden, das kontextabhängige Spiel mit den Gesellschaftsschichten zur Wiederherstellung des göttlichen &#039;&#039;ordo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]] (179-180)&lt;br /&gt;
** Ehrismann erkennt in der Novelle einen gestörten &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, wobei für keine der Gruppen innerhalb des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; Partei ergriffen wird. Der Stricker fordert also nicht die Zerstörung diesen &#039;&#039;ordos&#039;&#039;, sondern die Wiederherstellung desselben. Das Unrecht könne sich nur ausbreiten, weil alle soziale Gruppen innerhalb des vom Stricker gezeichneten Panoramas versagen. Der Versuch hier eine Forderung nach Solidarität gegen den bösen Herren herauszulesen, würde das Panorama verengen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]] (180-181)&lt;br /&gt;
** Im &#039;&#039;Turse&#039;&#039; wird das Panorama der Gesellschaftsschichten in den Novellen des Strickers um den ländlichen Adel erweitert.&lt;br /&gt;
** Auch hier wurde bereits Solidarität wider den Herren als Thema des mæres ausgemacht (W. Spiewok 1984). Allerdings bleibt die Erzählung parteilos. &lt;br /&gt;
** Auch die Moralisation widerspricht einer solchen Interpretation: sie kritisiert die Geschädigten heftiger als den Schädiger. Folglich gibt es nicht die gute Gruppe wider den bösen Herren, sondern allein die schlechte Gruppe, die dem Herren erst eine Störung des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ermöglicht und sich damit sogar schuldiger macht als der Herr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der wunderbare Stein (Der Stricker)]] (182-183)&lt;br /&gt;
** Die Geschichte handelt von der Wiederherstellung des guten Zustandes mit Hilfe von Recht als Garant für den &#039;&#039;ordo&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
** Der Aufbau der Gesellschaft wird nicht in Frage gestellt. Der Stricker behandelt hier die potentielle Schwäche der Herrschenden als Überheblichkeit und Unfähigkeit zu gerechtem Richten. Er betont auch das Recht des Volkes zum Widerstand. Das mære rechtfertigt das Rechtssystem. Der Ratgeber des Königs wird für seine Klugheit im Dienste des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; als Held der Geschichte gerühmt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]] (183-185)&lt;br /&gt;
** Das mære ist nicht als Plädoyer für die Armen und Entrechteten zu verstehen, sondern alleinig für das Recht. Durch die selbstverschuldete Auffahrt des Richters (auffälligerweise an dem Ort – der Mitte des Markplatzes –, an dem der Richter sonst Recht spricht) wird das Recht wieder hergestellt. &lt;br /&gt;
** Der Teufel ist hier nicht Herr über sich selbst, sondern unfreiwilliger Vollstrecker des Willen Gottes, indem er die Menschheit von seinesgleichen erlöst. Eine Interpretation ohne diese christliche Konnotation, bspw. unter Fokussierung &#039;kapitalistischer&#039; Motive, wird dem mære nicht gerecht - insbesondere, da dann die Moralisation über den Umgang mit dem Teufel befremdlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]] (185-187)&lt;br /&gt;
** Frühere Interpretationen (u.a. F. Pfeiffer), die innovative Erzählaspekte vermuten ließen, übersahen in diesem mære, dass die Stellung des Landesherren als oberste Rechtsinstanz stets unangefochten bleibt. &lt;br /&gt;
** Der Landesherr und seine Sendboten (die Gäuhühner) stellen bei Missachtung das Recht wieder her. In der Novelle des Strickers lässt sich daher keine Sympathie für revolutionäre Bewegungen ausmachen. Das Zerstörungswerk der Hühner erinnert an mittelalterliche Gerichtsverfahren und der apokalyptische Habitus der Hühner (Blitz, Donner und Geschrei) soll an das Bild des Jüngsten Gerichts erinnern und somit die Göttlichkeit der Rechtssphäre betonen. Von daher liegt es nahe, die Hühner weder als revolutionäre Bauern noch als reale Hühner, sondern als Allegorie von Weisheit und göttlicher Macht zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Fazit (187-189)&lt;br /&gt;
** Es lässt sich nicht ohne weiteres sagen, dass sich der Verdacht der sozialen Innovation bestätigt hätte, aber auch nicht, dass mit der traditionell geschützten Gruppe des Adels schonend umgegangen wird. &lt;br /&gt;
** Das Ziel des Erzählers ist es, an der schlechten Praxis zu zeigen, dass es positiv ist, den einstigen Zustand des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; wiederherzustellen. Es ist allerdings voreilig, die Restitution von &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ausschließlich einem konservativem Denken zuzuordnen. &lt;br /&gt;
** Das Verlangen nach Recht ist ambivalent: Tradition und Innovation stehen nebeneinander. Durch das Einbringen einer neuen Wirklichkeit in die Fiktion, in der auch Städter und Dorfbewohner positiv literaturfähig sind, verleiht der Stricker dem fiktionalen Erzählen neue Impulse. Durch seine Beharrlichkeit auf das Recht, wird er partiell innovativ, da er Herrschaftsverhältnisse bewusst macht und von allen Gruppen der Gesellschaft verlangt, den &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu respektieren. &lt;br /&gt;
** Eine Literaturgeschichte des Spätmittelalters wird das Begriffspaar Tradition und Innovation relativieren müssen: Konsequentes Festhalten an einer fingierten Tradition kann also Innovation sein und wenigstens für eine vom Dichter nicht abschätzbare Zukunft innovatives Potential bergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der wunderbare Stein (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation</title>
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		<updated>2021-01-27T22:09:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation. Zu einigen Novellen des Stricker. In: Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Literatur des Spätmittelalters. Ergebnisse, Probleme und Perspektiven der Forschung. Greifswald 1986, S. 179-192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Otfrid Ehrismann beschreibt anhand fünf ausgewählter Novellen des Strickers, die unter den Verdacht der sozialen Innovation gestellt wurden, das kontextabhängige Spiel mit den Gesellschaftsschichten zur Wiederherstellung des göttlichen &#039;&#039;ordo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]] (179-180)&lt;br /&gt;
** Ehrismann erkennt in der Novelle einen gestörten &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, wobei für keine der Gruppen innerhalb des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; Partei ergriffen wird. Der Stricker fordert also nicht die Zerstörung diesen &#039;&#039;ordos&#039;&#039;, sondern die Wiederherstellung desselben. Das Unrecht könne sich nur ausbreiten, weil alle soziale Gruppen innerhalb des vom Stricker gezeichneten Panoramas versagen. Der Versuch hier eine Forderung nach Solidarität gegen den bösen Herren herauszulesen, würde das Panorama verengen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]] (180-181)&lt;br /&gt;
** Im &#039;&#039;Turse&#039;&#039; wird das Panorama der Gesellschaftsschichten in den Novellen des Strickers um den ländlichen Adel erweitert.&lt;br /&gt;
** Auch hier wurde bereits Solidarität wider den Herren als Thema des mæres ausgemacht (W. Spiewok 1984). Allerdings bleibt die Erzählung parteilos. &lt;br /&gt;
** Auch die Moralisation widerspricht einer solchen Interpretation: sie kritisiert die Geschädigten heftiger als den Schädiger. Folglich gibt es nicht die gute Gruppe wider den bösen Herren, sondern allein die schlechte Gruppe, die dem Herren erst eine Störung des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ermöglicht und sich damit sogar schuldiger macht als der Herr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der wunderbare Stein (Der Stricker)]] (182-183)&lt;br /&gt;
** Die Geschichte handelt von der Wiederherstellung des guten Zustandes mit Hilfe von Recht als Garant für den &#039;&#039;ordo&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
** Der Aufbau der Gesellschaft wird nicht in Frage gestellt. Der Stricker behandelt hier die potentielle Schwäche der Herrschenden als Überheblichkeit und Unfähigkeit zu gerechtem Richten. Er betont auch das Recht des Volkes zum Widerstand. Das mære rechtfertigt das Rechtssystem. Der Ratgeber des Königs wird für seine Klugheit im Dienste des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; als Held der Geschichte gerühmt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]] (183-185)&lt;br /&gt;
** Das mære ist nicht als Plädoyer für die Armen und Entrechteten zu verstehen, sondern alleinig für das Recht. Durch die selbstverschuldete Auffahrt des Richters (auffälligerweise an dem Ort – der Mitte des Markplatzes –, an dem der Richter sonst Recht spricht) wird das Recht wieder hergestellt. &lt;br /&gt;
** Der Teufel ist hier nicht Herr über sich selbst, sondern unfreiwilliger Vollstrecker des Willen Gottes, indem er die Menschheit von seinesgleichen erlöst. Eine Interpretation ohne diese christliche Konnotation, bspw. unter Fokussierung &#039;kapitalistischer&#039; Motive, wird dem mære nicht gerecht - insbesondere, da dann die Moralisation über den Umgang mit dem Teufel befremdlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]] (185-187)&lt;br /&gt;
** Frühere Interpretationen (u.a. F. Pfeiffer), die innovative Erzählaspekte vermuten ließen, übersahen in diesem mære, dass die Stellung des Landesherren als oberste Rechtsinstanz stets unangefochten bleibt. &lt;br /&gt;
** Der Landesherr und seine Sendboten (die Gäuhühner) stellen bei Missachtung das Recht wieder her. In der Novelle des Strickers lässt sich daher keine Sympathie für revolutionäre Bewegungen ausmachen. Das Zerstörungswerk der Hühner erinnert an mittelalterliche Gerichtsverfahren und der apokalyptische Habitus der Hühner (Blitz, Donner und Geschrei) soll an das Bild des Jüngsten Gerichts erinnern und somit die Göttlichkeit der Rechtssphäre betonen. Von daher liegt es nahe, die Hühner weder als revolutionäre Bauern noch als reale Hühner, sondern als Allegorie von Weisheit und göttlicher Macht zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Fazit (187-189)&lt;br /&gt;
** Es lässt sich nicht ohne weiteres sagen, dass sich der Verdacht der sozialen Innovation bestätigt hätte, aber auch nicht, dass mit der traditionell geschützten Gruppe des Adels schonend umgegangen wird. &lt;br /&gt;
** Das Ziel des Erzählers ist es, an der schlechten Praxis zu zeigen, dass es positiv ist, den einstigen Zustand des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; wiederherzustellen. Es ist allerdings voreilig, die Restitution von &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ausschließlich einem konservativem Denken zuzuordnen. &lt;br /&gt;
** Das Verlangen nach Recht ist ambivalent: Tradition und Innovation stehen nebeneinander. Durch das Einbringen einer neuen Wirklichkeit in die Fiktion, in der auch Städter und Dorfbewohner positiv literaturfähig sind, verleiht der Stricker dem fiktionalen Erzählen neue Impulse. Durch seine Beharrlichkeit auf das Recht, wird er partiell innovativ, da er Herrschaftsverhältnisse bewusst macht und von allen Gruppen der Gesellschaft verlangt, den &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu respektieren. &lt;br /&gt;
** Eine Literaturgeschichte des Spätmittelalters wird das Begriffspaar Tradition und Innovation relativieren müssen: Konsequentes Festhalten an einer fingierten Tradition kann also Innovation sein und wenigstens für eine vom Dichter nicht abschätzbare Zukunft innovatives Potential bergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Der Richter und der Teufel (Der Stricker)</title>
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		<updated>2021-01-27T15:47:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der Richter und der Teufel&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = ca. 1220-1250 ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Ostfränkisch/Rheinfränkisch, Österreich? ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 97va-98vb [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341, 336ra-337va [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341]&amp;lt;br /&amp;gt;Melk, Bibliothek des Benediktinerstiftes: Cod. 1547, 163-172 [http://manuscripta.at/diglit/AT6000-1547/0001]&amp;lt;br /&amp;gt;Wien, ÖNB: Cod. 2884, 137vb-139rb&amp;lt;br /&amp;gt;Donaueschingen, Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek: Hs. 104, 137ra-138va [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbhs/Handschriften/content/titleinfo/19642]&amp;lt;br /&amp;gt;Colony-Genéve, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 155, 31vb-33va [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0155]&amp;lt;br /&amp;gt;Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Hs. St. Georgen 86 [https://digital.blb-karlsruhe.de/urn/urn:nbn:de:bsz:31-20552]&amp;lt;br /&amp;gt;München, BSB: Cgm. 273&amp;lt;br /&amp;gt;Rom, Bibliotheca Apostolica Vaticana: Cod. Regin. Lat. 1423 [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Reg.lat.1423/0001]&amp;lt;br /&amp;gt;Innsbruck, UB: Cod. 922 [http://manuscripta.at/diglit/AT4000-922/1/thumbs]&amp;lt;br /&amp;gt;Freiburg i.Br., Stadtarchiv: Cod. B 1 (H) 199&amp;lt;br /&amp;gt;Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 1097&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 174-187&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fischer, Hanns (Hg.): Der Stricker. Verserzählungen II]], S. 31-42&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 4, S. 188-205&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von der Hagen, Friedrich Heinrich (Hg.): Gesamtabenteuer]], Band 3, S. 387-393&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 174-187&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Altdeutsches Decamerone]], S. 42-48&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von Wolzogen, Ernst (Hg.): Das gut alt teutsch Schwankbuch]], S. 75-84&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel?]]; [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 73, 125; [[Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation]]; [[Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos]], S. 86, 88, 91, 94f.; [[Grubmüller, Klaus: Zum Verhältnis von &#039;Stricker-Märe&#039; und Fabliau]]; [[Lewis, Robert Enzer: The devil as judge]], S. 114-127; [[Mihm, Arend: Überlieferung und Verbreitung der Märendichtung im Spätmittelalter]], S. 84; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 208-217, 222-224, 227, 253, 265, 268; [[Okken, Lambertus: Richter, Teufel und Hiob]], S. 97-102; [[Ragotzky, Hedda: Die &#039;Klugheit der Praxis&#039; und ihr Nutzen]], S. 60-62; [[Schirmer, Karl-Heinz: Stil- und Motivuntersuchungen zur mittelhochdeutschen Versnovelle]], S. 109ff.; [[Slenczka, Alwine: Mittelhochdeutsche Verserzählungen mit Gästen aus Himmel und Hölle]], S. 112-137; [[Steinmetz, Ralf-Henning: Fiktionalitätstypen in der mittelalterlichen Epik]]; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 48f., 51, 56f., 64f., 71f.; [[Taylor, Archer: Der Richter und der Teufel]], S. 248-251; [[Wagner, Silvan: Macht, Recht und Ökonomie in des Strickers ‚Der Richter und der Teufel‘]]&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
===Narratio===&lt;br /&gt;
Ein böser Richter trifft auf den Teufel. Dieser erklärt dem Richter, dass er in die Stadt wolle, wo er am heutigen Tag alles mitnehmen dürfe, was ihm ernsthaft vermacht werde. Der Richter verlangt mitzukommen. In der Stadt wünscht eine Frau ihr Schwein zum Teufel, woraufhin der Richter den Teufel auffordert, das Schwein mit zu nehmen. Der widerspricht aber mit dem Hinweis, dass es die Frau nicht ernst gemeint habe. Eine andere Frau wünscht ihr Rind zum Teufel, wieder eine andere ihr Kind, woraufhin sich jeweils ein analoges Gespräch zwischen Richter und Teufel ergibt. Eine Witwe kommt und klagt den Richter an, dass er ihr grundlos ihre Kuh genommen habe, und wünscht ihn zum Teufel. Der Teufel nimmt den Richter mit sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epimythion===&lt;br /&gt;
Auf diese Weise wurde der Richter siegend sieglos. Mit dem Teufel Umgang zu haben ist nicht weise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ragotzky,_Hedda:_Die_%27Klugheit_der_Praxis%27_und_ihr_Nutzen&amp;diff=13922</id>
		<title>Ragotzky, Hedda: Die &#039;Klugheit der Praxis&#039; und ihr Nutzen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ragotzky,_Hedda:_Die_%27Klugheit_der_Praxis%27_und_ihr_Nutzen&amp;diff=13922"/>
		<updated>2021-01-27T15:43:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ragotzky, Hedda: Die Klugheit der Praxis und ihr Nutzen. Zum Verhältnis von erzählter Geschichte und lehrhafter Fazitbildung in Mären des Strickers. In: Beiträge zur Erforschung der deutschen Sprache 123 (2001), S. 49-64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hedda Ragotzky bemisst, unter Fokussierung des Verhältnisses von erzählter Geschichte und Formen der Fazitbildung, die Qualität der Epimythien in den Mären des Strickers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Gattung Märe (49-50)&lt;br /&gt;
** [[Grubmüller, Klaus: Das Groteske im Märe als Element seiner Geschichte]] postulierte, dass  Motivkorrespondenzen und Handlungsparallelen in Mären des Strickers, des Kaufringers und Rosenplüts eine &amp;quot;historische Gattungspoetik&amp;quot; begründeten. &lt;br /&gt;
** Es ist fraglich, ob die Geschichten des Strickers als traditionsstiftende Repräsentanten einer Gattung Märe gelten können.&lt;br /&gt;
** Nach Grubmüller umkreisen die Mären des Stricker Ordnungs-Verstöße und darauffolgende Bestrafungen zur Restitution des &#039;&#039;ordo&#039;&#039;. Deshalb kann die Belehrung als Gattungsziel gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verhältnis von erzählter Geschichte und Epimythien (50-52)&lt;br /&gt;
** Es gibt laut Fischer fünf Mären ohne Epimythion: [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]], [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]], [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]], [[Der durstige Einsiedel (Der Stricker)]], [[Der unbelehrbare Zecher (Der Stricker)]].&lt;br /&gt;
** Daraus ergibt sich, dass Epimythien auch verzichtbar sind und die Erkenntnisleistung eines Märe nicht an das Epimythion gebunden ist. &lt;br /&gt;
** Das Verhältnis von erzählter Geschichte und Epimythien ist somit flexibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (52-55)&lt;br /&gt;
** Es zeigt sich die charakteristische narrative Struktur von Mären: Die normative Balance von Rollen wird durch Handlung einer Figur bedroht, die Anforderung an die Rolle einer Figur wird auf die Probe gestellt und das Epimythion fungiert als Urteilsspruch über Versagen.&lt;br /&gt;
** Das Epimythion ist sprachlich kohäsiv gestaltet, indem die Zeitform beibehalten, aber auf Verallgemeinerung sowie auf Sentenz und Aufforderung an die Rezipienten verzichtet wird.&lt;br /&gt;
** Stattdessen zeigt sich das Epimythion als knappes, handlungsbezogenes Fazit mit implizitem Verbindlichkeitsanspruch. Jedoch ist der Urteilsspruch vom Erzähler nicht wertfrei formuliert.&lt;br /&gt;
** Zwei Funktionen des Epimythions kann Ragotzky festmachen.&lt;br /&gt;
*** Das Epimythion dient als Schlüssel zur Erkenntnisleistung der erzählten Geschichte. &lt;br /&gt;
*** Das Epimythion erschließt einen äußeren Diskussionshorizont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]] (55-57)&lt;br /&gt;
** Dass Epimythien in abweichenden Formen vorliegen können, zeigt sich in der Überlieferung des jungen Ratgebers in der &amp;quot;Disciplina Clericalis&amp;quot; des Petrus Alphonsi und der des Strickers.&lt;br /&gt;
** Ein innerhalb der Erzählstruktur entwickelter Bewertungsmaßstab wird im Epimythion zum Maß des Urteils über das Versagen der Herren. Jedoch ist die Lehre anders als in [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] nicht linear, sondern bewegt sich hin und her, sowohl sprachlich durch den Tempuswechsel als auch erzählerisch durch das Beleuchten des Handelns gegenüber &#039;&#039;biderben&#039;&#039; und &#039;&#039;boesen&#039;&#039;. Das Epimyhtion zeigt eine Möglichkeit der Funktionalisierung des Märe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Edelmann und Pferdehändler (Der Stricker)]] (57-58)&lt;br /&gt;
** In diesem Märe wird das sehr lange Epimythion ähnlich der Bispel hinsichtlich Personen und deren Handlungen mit der zeitgenössischen Gesellschaft in Beziehung gesetzt (&amp;quot;Prozeß des &#039;&#039;gelîchens&#039;&#039;&amp;quot;). Es zeichnet sich zwar durch die ablesbare Handlungsanweisung zudem eine starke Tendenz zur Spruchdichtung ab, trotzdem wird das Epimythion letztlich durch die Mären-konforme Verurteilung von Torheit geschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Martinsnacht (Der Stricker)]] (58-59)&lt;br /&gt;
** Die charakteristische Erzählstruktur der Mären des Stricker wird eingehalten.&lt;br /&gt;
** Der lehrhafte Impuls ähnelt einer Zechrede. Diese ist durch ihre Qualität keiner moralischen Fazitbildung angemessen. Es zeichnet sich über die Warnung hinaus kein lehrhafter Charakter ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die drei Wünsche (Der Stricker)]] (59-60)&lt;br /&gt;
** Durch die Überschneidung der Gattungen zeigt sich auch an diesem Epimythion, was insbesondere in der Analyse in [[Sowinski, Bernhard: Die drei Wünsche des Stricker]] sichtbar wird.&lt;br /&gt;
** Nach einem Rückgriff auf Handlung und zeitgenössische Gegenwart wird im Epimythion stark abstrahierend die Torheit behandelt - in einem solchen Maß abstrahiert, dass diese beinahe losgelöst von der Geschichte betrachtet wird. Dabei finden sich in der Moralisation Anlagen an Aristoteles, Freidank und Heinrich von Müdeln.&lt;br /&gt;
** Dieses längste Epimythion bietet anhand der Toren-Typologie auch eine &#039;&#039;ordo&#039;&#039;-Erläuterung und erinnert an einen Traktat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]] (60-62)&lt;br /&gt;
** In diesem Märe ergibt sich eine inhaltliche Lücke zwischen Geschichte und Epimythion, da der erzählerisch passiv und rechtsbewusst beschriebene Teufel der Warnung vor dessen Verführungskünsten widerspricht.&lt;br /&gt;
** Ein Anspruch christlicher Lehrtradition allein kann diese Diskrepanz nicht erklären. Vielmehr macht Ragotzky die Ironie in der Geschichte für die Diskrepanz verantwortlich.&lt;br /&gt;
** Das Epimythion bezieht sich somit weniger auf den Teufel als auf die Handlungsweisen des Richters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Frühe literarische Orientierungsleistung durch Widersprüche? (62-64)&lt;br /&gt;
** In (Schwank)Mären gibt es typusgerechte Abwandlungen der Epimythien, da sie über Unterschiedliches belehren sollen. Da sie zudem von außen zur Geschichte hinzukommen, entsteht ein Spannungsverhältnis. Dieses Spannungsverhältnis wird vom Erzähler genutzt, um dazu anzuregen, über das Wie des richtigen Handelns nachzudenken.&lt;br /&gt;
** Im Epimythion werden zwar Handlungsaspekte selektiv aufgegriffen, aber der aufgerufene diskursive Kontext wird gebündelt und gelenkt.&lt;br /&gt;
** Als frühe Gattungsvertreter erweisen sich die Mären des Strickers hinsichtlich der Abwandlungen von Moralisierungspraxis innovativ. Allerdings ist eine Annahme gattungspoetologischer Normen durch den Stricker mit Vorsicht zu behandeln.&lt;br /&gt;
** Sie sind zudem nicht rein didaktisch hinsichtlich der Einhaltung/Verletzung des &#039;&#039;ordo&#039;&#039;s auslegbar. &amp;quot;Konstitutiv für diese Geschichten ist vielmehr die Frage nach dem &amp;quot;Wie&amp;quot; des Handelns, nach einer Handlungsfähigkeit unter Bedingungen, angesichts derer das einfache Befolgen von &#039;&#039;ordo&#039;&#039;-Regeln gerade in die Sackgasse führt, die es nicht erlauben, &#039;&#039;wîsheit&#039;&#039; problemlos umzusetzen.&amp;quot; (63)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Edelmann und Pferdehändler (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die Martinsnacht (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die drei Wünsche (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Strasser,_Ingrid:_Und_sungen_ein_liet_ze_pr%C3%AEse_in_einer_h%C3%B4hen_w%C3%AEse&amp;diff=13921</id>
		<title>Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Strasser,_Ingrid:_Und_sungen_ein_liet_ze_pr%C3%AEse_in_einer_h%C3%B4hen_w%C3%AEse&amp;diff=13921"/>
		<updated>2021-01-27T14:43:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse. Zur Frage der höfischen Elemente in den Ehestandsmæren des Stricker. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 15 (1980), S. 77-107&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Ingrid Strasser zeigt, mit Hilfe ausgewählter Ehestandsmären des Strickers, Parallelen und höfische Motive dieser zu höfischen Epen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;verligen&#039;&#039; in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] (78-82; 89-93)&lt;br /&gt;
** Die Parallelität zum [[Erec (Hartmann von Aue)]] wird aufgezeigt: in beiden Texten vernachlässigen die männlichen Figuren ihre weltlichen Pflichten zugunsten des Minnegenusses (78-79) und es handelt sich dabei um von der (intratextuellen) Gesellschaft verhandelte Versäumnisse. (79) Aber diese Parallele hat Grenzen: „In Hartmanns &#039;Erec&#039; hingegen wird dem verligen-Motiv, wiewohl integriert in die erste Abenteuerreihe, so doch selbständige Position als Anstoß zu diesem Erzählkomplex zugewiesen.“ (81, nach Linke)&lt;br /&gt;
** Vergleich mit dem Tagelied, wobei die Gewichtung der Rollen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] umgekehrt wird (90)&lt;br /&gt;
** Vergleich zu Tristan (92)&lt;br /&gt;
* [[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]] (82-84)&lt;br /&gt;
** Das Motiv der Gefangenschaft durch Einmauerung findet sich im  Lancelot-Roman „Le chevalier de la charrette“ wieder.&lt;br /&gt;
* [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] (84-89)&lt;br /&gt;
** Das Motiv des gefälschten Gottesurteils findet sich im Tristan wieder.&lt;br /&gt;
** Jedoch entspricht das Motiv im Märe in seiner Ausbildung weder der höfischen Texttradition noch dem realhistorischen Vorgang eines Gottesurteils.&lt;br /&gt;
* [[Der kluge Knecht (Der Stricker)]] (93-94)&lt;br /&gt;
** Das Motiv des Tagelieds, den frühen Morgen zu verfluchen, wird umgekehrt. Der Morgen und der damit verbundene Aufbruch zur Arbeit wird von der Frau herbeigesehnt.&lt;br /&gt;
** Die Ehefrau wird mit höfischen Attributen beschrieben sowie mit einer höfische Anrede durch den Ehemann angesprochen, die sich auch im [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] und in [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] findet.&lt;br /&gt;
* [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] (95-97)&lt;br /&gt;
** Die äußeren Ideale der Hohen Minne werden verzerrt und konträr dargestellt.&lt;br /&gt;
** Strasser ist der Auffassung, dass die Minne der Ehe beim Stricker unterliegt.&lt;br /&gt;
* [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (98-99)&lt;br /&gt;
** Strasser stellt die Frage, ob die überspitzte Darstellung unendlicher Liebe als „eine Pervertierung des Dienst-Lohn-Gedankens der Hohen Minne“ zu verstehen ist. (98)&lt;br /&gt;
* Grundstruktur der Eheerzählungen des Strickers (99-100) &lt;br /&gt;
** Der Ehepartner wird durch Hass/ Tätlichkeit/ Eifersucht/ Misstrauen/ Untreue/ renitentes Benehmen herausgefordert. Diese Herausforderung wird angenommen und in einer Stärke zurückgegeben, die den Herausforderer zum Unterlegenen macht. Dieser büßt seine Herausforderung mit Spott/ Schande/ Hass/ Schlägen. Die Handlungskonstellation wird hierbei komisch bis übertrieben dargestellt. &lt;br /&gt;
* Die Komik im Strickerschen Mære (100-107)&lt;br /&gt;
** Die Komik der Stricker-Schwänke nach [[Agricola, Erhard: Die Prudentia als Anliegen der Strickerschen Schwänke|E.Agricola]] mittels der Theorie des &amp;quot;komischen Konflikts&amp;quot; (Fr. G. Jünger) : Zwei Parteien ungleichen Kräfteverhältnisses geraten in einen Konflikt, in dem die schwächere Partei die Überlegene provoziert. Der Mechanismus des Konflikts wird durch die Unangemessenheit der Provokation in Gang gebracht. Der Angegriffene, dessen Überlegenheit in ethisch-moralischer Kategorien liegt, erwidert den Angriff. Die Retourkutsche führt den Angreifer ad absurdum und stellt die verletzte Ordnung wieder her. Die Provokation und Replik können auch in gegenseitiger Steigerung einhergehen. ( [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] ) (100-101)&lt;br /&gt;
** &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; und die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; nach O. Rommel: Die &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; zielt auf die Kontrasttheorie. Dazu muss der Mensch in Bezug auf eine allgemeingültige Anforderung auffälliger- und überraschenderweise versagen. Dabei muss das beobachtete Versagen die Rechtfertigung möglichen eigenen Versagens mit sich bringen. Die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; drückt höchstgesteigerte Lebensfreude aus. Darstellungsmittel sind dabei Übersteigerung und Übertreibung, seltener der absteigende Kontrast. Die Komik der Ehemären unterliegt der Unzulänglichkeitskomik. (101-102) &lt;br /&gt;
** Die Interpretation der Komik des mittelalterlichen Märes nach J. Ritter: Die Aktualisierung eines komischen Gehalts beruht nicht auf der Erfassung der stofflichen Begebenheiten, sondern auf der Einbeziehung der historischen, sozialen, kulturellen und regionalen Bedingungen. (103) &lt;br /&gt;
** Die Verteilung der höfischen Motive ist eng und beinahe ausschließlich an die &#039;&#039;persona comica&#039;&#039; gebunden. Laut Strasser intensivieren die höfischen Elemente die Komik. (104) &lt;br /&gt;
** Verortet man das Publikum in literarisch gebildeten Kreisen der Nobilität und des patrizischen Bürgertums, so können komische Kontraste (Verordnung eines bäuerlichen Mannes in ritterliche Traditionen) einen Beitrag zur Komik geleistet haben. Auch der Gebrauch von aus anderen Zusammenhängen vertrauten Thematiken könnte im parodistischen Sinne komisch gewirkt haben. (105-107)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
*[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
*[[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der kluge Knecht (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Strasser,_Ingrid:_Und_sungen_ein_liet_ze_pr%C3%AEse_in_einer_h%C3%B4hen_w%C3%AEse&amp;diff=13920</id>
		<title>Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Strasser,_Ingrid:_Und_sungen_ein_liet_ze_pr%C3%AEse_in_einer_h%C3%B4hen_w%C3%AEse&amp;diff=13920"/>
		<updated>2021-01-27T14:43:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse. Zur Frage der höfischen Elemente in den Ehestandsmæren des Stricker. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 15 (1980), S. 77-107&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Ingrid Strasser zeigt, mit Hilfe ausgewählter Ehestandsmären des Strickers, Parallelen und höfische Motive zu höfischen Epen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;verligen&#039;&#039; in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] (78-82; 89-93)&lt;br /&gt;
** Die Parallelität zum [[Erec (Hartmann von Aue)]] wird aufgezeigt: in beiden Texten vernachlässigen die männlichen Figuren ihre weltlichen Pflichten zugunsten des Minnegenusses (78-79) und es handelt sich dabei um von der (intratextuellen) Gesellschaft verhandelte Versäumnisse. (79) Aber diese Parallele hat Grenzen: „In Hartmanns &#039;Erec&#039; hingegen wird dem verligen-Motiv, wiewohl integriert in die erste Abenteuerreihe, so doch selbständige Position als Anstoß zu diesem Erzählkomplex zugewiesen.“ (81, nach Linke)&lt;br /&gt;
** Vergleich mit dem Tagelied, wobei die Gewichtung der Rollen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] umgekehrt wird (90)&lt;br /&gt;
** Vergleich zu Tristan (92)&lt;br /&gt;
* [[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]] (82-84)&lt;br /&gt;
** Das Motiv der Gefangenschaft durch Einmauerung findet sich im  Lancelot-Roman „Le chevalier de la charrette“ wieder.&lt;br /&gt;
* [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] (84-89)&lt;br /&gt;
** Das Motiv des gefälschten Gottesurteils findet sich im Tristan wieder.&lt;br /&gt;
** Jedoch entspricht das Motiv im Märe in seiner Ausbildung weder der höfischen Texttradition noch dem realhistorischen Vorgang eines Gottesurteils.&lt;br /&gt;
* [[Der kluge Knecht (Der Stricker)]] (93-94)&lt;br /&gt;
** Das Motiv des Tagelieds, den frühen Morgen zu verfluchen, wird umgekehrt. Der Morgen und der damit verbundene Aufbruch zur Arbeit wird von der Frau herbeigesehnt.&lt;br /&gt;
** Die Ehefrau wird mit höfischen Attributen beschrieben sowie mit einer höfische Anrede durch den Ehemann angesprochen, die sich auch im [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] und in [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] findet.&lt;br /&gt;
* [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] (95-97)&lt;br /&gt;
** Die äußeren Ideale der Hohen Minne werden verzerrt und konträr dargestellt.&lt;br /&gt;
** Strasser ist der Auffassung, dass die Minne der Ehe beim Stricker unterliegt.&lt;br /&gt;
* [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (98-99)&lt;br /&gt;
** Strasser stellt die Frage, ob die überspitzte Darstellung unendlicher Liebe als „eine Pervertierung des Dienst-Lohn-Gedankens der Hohen Minne“ zu verstehen ist. (98)&lt;br /&gt;
* Grundstruktur der Eheerzählungen des Strickers (99-100) &lt;br /&gt;
** Der Ehepartner wird durch Hass/ Tätlichkeit/ Eifersucht/ Misstrauen/ Untreue/ renitentes Benehmen herausgefordert. Diese Herausforderung wird angenommen und in einer Stärke zurückgegeben, die den Herausforderer zum Unterlegenen macht. Dieser büßt seine Herausforderung mit Spott/ Schande/ Hass/ Schlägen. Die Handlungskonstellation wird hierbei komisch bis übertrieben dargestellt. &lt;br /&gt;
* Die Komik im Strickerschen Mære (100-107)&lt;br /&gt;
** Die Komik der Stricker-Schwänke nach [[Agricola, Erhard: Die Prudentia als Anliegen der Strickerschen Schwänke|E.Agricola]] mittels der Theorie des &amp;quot;komischen Konflikts&amp;quot; (Fr. G. Jünger) : Zwei Parteien ungleichen Kräfteverhältnisses geraten in einen Konflikt, in dem die schwächere Partei die Überlegene provoziert. Der Mechanismus des Konflikts wird durch die Unangemessenheit der Provokation in Gang gebracht. Der Angegriffene, dessen Überlegenheit in ethisch-moralischer Kategorien liegt, erwidert den Angriff. Die Retourkutsche führt den Angreifer ad absurdum und stellt die verletzte Ordnung wieder her. Die Provokation und Replik können auch in gegenseitiger Steigerung einhergehen. ( [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] ) (100-101)&lt;br /&gt;
** &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; und die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; nach O. Rommel: Die &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; zielt auf die Kontrasttheorie. Dazu muss der Mensch in Bezug auf eine allgemeingültige Anforderung auffälliger- und überraschenderweise versagen. Dabei muss das beobachtete Versagen die Rechtfertigung möglichen eigenen Versagens mit sich bringen. Die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; drückt höchstgesteigerte Lebensfreude aus. Darstellungsmittel sind dabei Übersteigerung und Übertreibung, seltener der absteigende Kontrast. Die Komik der Ehemären unterliegt der Unzulänglichkeitskomik. (101-102) &lt;br /&gt;
** Die Interpretation der Komik des mittelalterlichen Märes nach J. Ritter: Die Aktualisierung eines komischen Gehalts beruht nicht auf der Erfassung der stofflichen Begebenheiten, sondern auf der Einbeziehung der historischen, sozialen, kulturellen und regionalen Bedingungen. (103) &lt;br /&gt;
** Die Verteilung der höfischen Motive ist eng und beinahe ausschließlich an die &#039;&#039;persona comica&#039;&#039; gebunden. Laut Strasser intensivieren die höfischen Elemente die Komik. (104) &lt;br /&gt;
** Verortet man das Publikum in literarisch gebildeten Kreisen der Nobilität und des patrizischen Bürgertums, so können komische Kontraste (Verordnung eines bäuerlichen Mannes in ritterliche Traditionen) einen Beitrag zur Komik geleistet haben. Auch der Gebrauch von aus anderen Zusammenhängen vertrauten Thematiken könnte im parodistischen Sinne komisch gewirkt haben. (105-107)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
*[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
*[[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der kluge Knecht (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ehrismann,_Otfrid:_Tradition_und_Innovation&amp;diff=13908</id>
		<title>Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation</title>
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		<updated>2021-01-21T11:29:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation. Zu einigen Novellen des Stricker. In: Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Literatur des Spätmittelalters. Ergebnisse, Probleme und Perspektiven der Forschung. Greifswald 1986, S. 179-192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Otfrid Ehrismann beschreibt anhand fünf ausgewählter Novellen des Strickers, die unter den Verdacht der sozialen Innovation gestellt wurden, das kontextabhängige Spiel mit den Gesellschaftsschichten zur Wiederherstellung des göttlichen &#039;&#039;ordo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]] (179-180)&lt;br /&gt;
** Ehrismann erkennt in der Novelle einen gestörten &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, wobei keine Partei für eine der Gruppen innerhalb des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ergriffen wird. Der Stricker fordert also nicht die Zerstörung diesen &#039;&#039;ordos&#039;&#039;, sondern die Wiederherstellung desselben. Das Unrecht könne sich nur ausbreiten, weil alle soziale Gruppen innerhalb des vom Stricker gezeichneten Panoramas versagen. Der Versuch hier eine Forderung nach Solidarität gegen den bösen Herren herauszulesen, würde das Panorama verengen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]] (180-181)&lt;br /&gt;
** Im Turse wird das Panorama der Gesellschaftsschichten in den Novellen des Strickers um den ländlichen Adel erweitert.&lt;br /&gt;
** Auch hier wurde bereits die Solidarität wider den Herren zum Thema des mæres gemacht (W. Spiewok 1984). Allerdings bleibt die Erzählung parteilos. Auch die Moralisation widerspricht dieser Interpretation: sie kritisiert die Geschädigten heftiger als den Schädiger. Folglich gibt es nicht die gute Gruppe wider den bösen Herren, sondern allein die schlechte Gruppe, die dem Herren erst eine Störung des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ermöglicht und sich damit sogar schuldiger macht als der Herr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]] (182-183)&lt;br /&gt;
** Die Geschichte handelt von der Wiederherstellung des guten alten Zustandes mit Hilfe von Recht als Garant für den &#039;&#039;ordo&#039;&#039;. Der Aufbau der Gesellschaft wird nicht in Frage gestellt. Der Stricker behandelt hier die potentielle Schwäche der Herrschenden als Überheblichkeit und Unfähigkeit zu gerechtem Richten und er besteht auch auf das Recht des Volkes zum Widerstand. Das mære rechtfertigt das Rechtssystem. Der Ratgeber des Königs wird für seine Klugheit im Dienste des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; als Held der Geschichte gerühmt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]] (183-185)&lt;br /&gt;
** Das mære ist nicht als Plädoyer für die Armen und Entrechteten zu verstehen, sondern alleinig für das Recht. Durch die selbstverschuldete Auffahrt des Richters (auffälligerweise an dem Ort – der Mitte des Markplatzes –, an dem der Richter sonst Recht spricht) wird das Recht wieder hergestellt. Der Teufel ist hier nicht Herr über sich selbst, sondern unfreiwilliger Vollstrecker des Willen Gottes, indem er die Menschheit von seinesgleichen erlöst. Eine Interpretation ohne diese christliche Konnotation, bspw. unter Fokussierung &#039;kapitalistischer&#039; Motive, wird dem mære nicht gerecht - insbesondere, da dann die Moralisation über den Umgang mit dem Teufel befremdlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]] (185-187)&lt;br /&gt;
** Frühere Interpretationen (u.a. F. Pfeiffer), die innovative Erzählaspekte vermuten ließen, übersahen in diesem mære, dass die Stellung des Landesherren als oberste Rechtsinstanz stets unangefochten bleibt. Der Landesherr und seine Sendboten (die Gäuhühner) stellen bei Missachtung das Recht wieder her. In der Novelle des Strickers lässt sich daher keine Sympathie für revolutionäre Bewegungen ausmachen. Das Zerstörungswerk der Hühner erinnert an mittelalterliche Gerichtsverfahren und der apokalyptische Habitus der Hühner (Blitz, Donner und Geschrei) soll an das Bild des Jüngsten Gerichts erinnern und somit die Göttlichkeit der Rechtssphäre betonen. Es liegt daher nahe, die Hühner weder als revolutionäre Bauern noch als reale Hühner, sondern als Allegorie von Weisheit und göttlicher Macht zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Fazit (187-189)&lt;br /&gt;
**Es lässt sich also nicht ohne weiteres sagen, dass sich der Verdacht der sozialen Innovation bestätigt hätte, aber auch nicht, dass mit der traditionell geschützten Gruppe des Adels schonend umgegangen wird. Das Ziel des Erzählers ist es, an der schlechten Praxis zu zeigen, dass es positiv ist, den einstigen Zustand des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; wiederherzustellen. Es ist allerdings voreilig, die Restitution von &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ausschließlich einem konservativem Denken unterzuordnen. Das Verlangen nach Recht ist ambivalent: Tradition und Innovation in einem. Durch das Einbringen einer neuen Wirklichkeit in die Fiktion, in der auch Städter und Dorfbewohner positiv literaturfähig sind, verleiht der Stricker dem fiktionalen Erzählen neue Impulse. Durch seine Beharrlichkeit auf das Recht, wird er partiell innovativ, da er Herrschaftsverhältnisse bewusst macht und von allen Gruppen der Gesellschaft verlangt, den &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu respektieren. Eine Literaturgeschichte des Spätmittelalters wird das Begriffspaar Tradition und Innovation relativieren müssen: Konsequentes Festhalten an einer fingierten Tradition kann also Innovation sein und wenigstens für eine vom Dichter nicht abschätzbare Zukunft innovatives Potential bergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation</title>
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		<updated>2021-01-21T09:39:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation. Zu einigen Novellen des Stricker. In: Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Literatur des Spätmittelalters. Ergebnisse, Probleme und Perspektiven der Forschung. Greifswald 1986, S. 179-192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Otfrid Ehrismann beschreibt anhand fünf ausgewählter Novellen des Strickers, die unter den Verdacht der sozialen Innovation gestellt wurden, das kontextabhängige Spiel mit den Gesellschaftsschichten zur Wiederherstellung des göttlichen &#039;&#039;ordo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]] (179-180)&lt;br /&gt;
** Ehrismann erkennt in der Novelle einen gestörten &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, wobei keine Partei für eine der Gruppen innerhalb des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ergriffen wird. Der Stricker fordert also nicht die Zerstörung diesen &#039;&#039;ordos&#039;&#039;, sondern die Wiederherstellung desselben. Das Unrecht könne sich nur ausbreiten, weil alle soziale Gruppen innerhalb des vom Stricker gezeichneten Panoramas versagen. Der Versuch hier eine Forderung nach Solidarität gegen den bösen Herren herauszulesen, würde das Panorama verengen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]] (180-181)&lt;br /&gt;
** Im Turse wird das Panorama der Gesellschaftsschichten in den Novellen des Strickers um den ländlichen Adel erweitert.&lt;br /&gt;
** Auch hier wurde bereits die Solidarität wider den Herren zum Thema des mæres gemacht (W. Spiewok 1984). Allerdings bleibt die Erzählung parteilos. Auch die Moralisation widerspricht dieser Interpretation: sie kritisiert die Geschädigten heftiger als den Schädiger. Folglich gibt es nicht die gute Gruppe wider den bösen Herren, sondern allein die schlechte Gruppe, die dem Herren erst eine Störung des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ermöglicht und sich damit sogar schuldiger macht als der Herr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]] (182-183)&lt;br /&gt;
** Die Geschichte handelt von der Wiederherstellung des guten alten Zustandes mit Hilfe von Recht als Garant für den &#039;&#039;ordo&#039;&#039;. Der Aufbau der Gesellschaft wird nicht in Frage gestellt. Der Stricker behandelt hier die potentielle Schwäche der Herrschenden als Überheblichkeit und Unfähigkeit zu gerechtem Richten und er besteht auch auf das Recht des Volkes zum Widerstand. Das mære rechtfertigt das Rechtssystem. Der Ratgeber des Königs wird für seine Klugheit im Dienste des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; als Held der Geschichte gerühmt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]](183-185)&lt;br /&gt;
** Das mære ist nicht als Plädoyer für die Armen und Entrechteten zu verstehen, sondern alleinig für das Recht. Durch die selbstverschuldete Auffahrt des Richters (auffälligerweise an dem Ort – der Mitte des Markplatzes –, an dem der Richter sonst Recht spricht) wird das Recht wieder hergestellt. Der Teufel ist hier nicht Herr über sich selbst, sondern unfreiwilliger Vollstrecker des Willen Gottes, indem er die Menschheit von seinesgleichen erlöst. Eine Interpretation ohne diese christliche Konnotation, bspw. unter Fokussierung &#039;kapitalistischer&#039; Motive, wird dem mære nicht gerecht - insbesondere, da dann die Moralisation über den Umgang mit dem Teufel befremdlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]](185-187)&lt;br /&gt;
** Frühere Interpretationen (u.a. F. Pfeiffer), die innovative Erzählaspekte vermuten ließen, übersahen in diesem mære, dass die Stellung des Landesherren als oberste Rechtsinstanz stets unangefochten bleibt. Der Landesherr und seine Sendboten (die Gäuhühner) stellen bei Missachtung das Recht wieder her. In der Novelle des Strickers lässt sich daher keine Sympathie für revolutionäre Bewegungen ausmachen. Das Zerstörungswerk der Hühner erinnert an mittelalterliche Gerichtsverfahren und der apokalyptische Habitus der Hühner (Blitz, Donner und Geschrei) soll an das Bild des Jüngsten Gerichts erinnern und somit die Göttlichkeit der Rechtssphäre betonen. Es liegt daher nahe, die Hühner weder als revolutionäre Bauern noch als reale Hühner, sondern als Allegorie von Weisheit und göttlicher Macht zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Fazit (187-189)&lt;br /&gt;
**Es lässt sich also nicht ohne weiteres sagen, dass sich der Verdacht der sozialen Innovation bestätigt hätte, aber auch nicht, dass mit der traditionell geschützten Gruppe des Adels schonend umgegangen wird. Das Ziel des Erzählers ist es, an der schlechten Praxis zu zeigen, dass es positiv ist, den einstigen Zustand des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; wiederherzustellen. Es ist allerdings voreilig, die Restitution von &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ausschließlich einem konservativem Denken unterzuordnen. Das Verlangen nach Recht ist ambivalent: Tradition und Innovation in einem. Durch das Einbringen einer neuen Wirklichkeit in die Fiktion, in der auch Städter und Dorfbewohner positiv literaturfähig sind, verleiht der Stricker dem fiktionalen Erzählen neue Impulse. Durch seine Beharrlichkeit auf das Recht, wird er partiell innovativ, da er Herrschaftsverhältnisse bewusst macht und von allen Gruppen der Gesellschaft verlangt, den &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu respektieren. Eine Literaturgeschichte des Spätmittelalters wird das Begriffspaar Tradition und Innovation relativieren müssen: Konsequentes Festhalten an einer fingierten Tradition kann also Innovation sein und wenigstens für eine vom Dichter nicht abschätzbare Zukunft innovatives Potential bergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation</title>
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		<updated>2021-01-21T09:38:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation. Zu einigen Novellen des Stricker. In: Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Literatur des Spätmittelalters. Ergebnisse, Probleme und Perspektiven der Forschung. Greifswald 1986, S. 179-192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Otfrid Ehrismann beschreibt anhand fünf ausgewählter Novellen des Strickers, die unter den Verdacht der sozialen Innovation gestellt wurden, das kontextabhängige Spiel mit den Gesellschaftsschichten zur Wiederherstellung des göttlichen &#039;&#039;ordo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]] (179-180)&lt;br /&gt;
** Ehrismann erkennt in der Novelle einen gestörten &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, wobei keine Partei für eine der Gruppen innerhalb des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ergriffen wird. Der Stricker fordert also nicht die Zerstörung diesen &#039;&#039;ordos&#039;&#039;, sondern die Wiederherstellung desselben. Das Unrecht könne sich nur ausbreiten, weil alle soziale Gruppen innerhalb des vom Stricker gezeichneten Panoramas versagen. Der Versuch hier eine Forderung nach Solidarität gegen den bösen Herren herauszulesen, würde das Panorama verengen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]] (180-181)&lt;br /&gt;
** Im [[Der Turse (Stricker)]] wird das Panorama der Gesellschaftsschichten in den Novellen des Strickers um den ländlichen Adel erweitert.&lt;br /&gt;
** Auch hier wurde bereits die Solidarität wider den Herren zum Thema des mæres gemacht (W. Spiewok 1984). Allerdings bleibt die Erzählung parteilos. Auch die Moralisation widerspricht dieser Interpretation: sie kritisiert die Geschädigten heftiger als den Schädiger. Folglich gibt es nicht die gute Gruppe wider den bösen Herren, sondern allein die schlechte Gruppe, die dem Herren erst eine Störung des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ermöglicht und sich damit sogar schuldiger macht als der Herr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]] (182-183)&lt;br /&gt;
** Die Geschichte handelt von der Wiederherstellung des guten alten Zustandes mit Hilfe von Recht als Garant für den &#039;&#039;ordo&#039;&#039;. Der Aufbau der Gesellschaft wird nicht in Frage gestellt. Der Stricker behandelt hier die potentielle Schwäche der Herrschenden als Überheblichkeit und Unfähigkeit zu gerechtem Richten und er besteht auch auf das Recht des Volkes zum Widerstand. Das mære rechtfertigt das Rechtssystem. Der Ratgeber des Königs wird für seine Klugheit im Dienste des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; als Held der Geschichte gerühmt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]](183-185)&lt;br /&gt;
** Das mære ist nicht als Plädoyer für die Armen und Entrechteten zu verstehen, sondern alleinig für das Recht. Durch die selbstverschuldete Auffahrt des Richters (auffälligerweise an dem Ort – der Mitte des Markplatzes –, an dem der Richter sonst Recht spricht) wird das Recht wieder hergestellt. Der Teufel ist hier nicht Herr über sich selbst, sondern unfreiwilliger Vollstrecker des Willen Gottes, indem er die Menschheit von seinesgleichen erlöst. Eine Interpretation ohne diese christliche Konnotation, bspw. unter Fokussierung &#039;kapitalistischer&#039; Motive, wird dem mære nicht gerecht - insbesondere, da dann die Moralisation über den Umgang mit dem Teufel befremdlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]](185-187)&lt;br /&gt;
** Frühere Interpretationen (u.a. F. Pfeiffer), die innovative Erzählaspekte vermuten ließen, übersahen in diesem mære, dass die Stellung des Landesherren als oberste Rechtsinstanz stets unangefochten bleibt. Der Landesherr und seine Sendboten (die Gäuhühner) stellen bei Missachtung das Recht wieder her. In der Novelle des Strickers lässt sich daher keine Sympathie für revolutionäre Bewegungen ausmachen. Das Zerstörungswerk der Hühner erinnert an mittelalterliche Gerichtsverfahren und der apokalyptische Habitus der Hühner (Blitz, Donner und Geschrei) soll an das Bild des Jüngsten Gerichts erinnern und somit die Göttlichkeit der Rechtssphäre betonen. Es liegt daher nahe, die Hühner weder als revolutionäre Bauern noch als reale Hühner, sondern als Allegorie von Weisheit und göttlicher Macht zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Fazit (187-189)&lt;br /&gt;
**Es lässt sich also nicht ohne weiteres sagen, dass sich der Verdacht der sozialen Innovation bestätigt hätte, aber auch nicht, dass mit der traditionell geschützten Gruppe des Adels schonend umgegangen wird. Das Ziel des Erzählers ist es, an der schlechten Praxis zu zeigen, dass es positiv ist, den einstigen Zustand des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; wiederherzustellen. Es ist allerdings voreilig, die Restitution von &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ausschließlich einem konservativem Denken unterzuordnen. Das Verlangen nach Recht ist ambivalent: Tradition und Innovation in einem. Durch das Einbringen einer neuen Wirklichkeit in die Fiktion, in der auch Städter und Dorfbewohner positiv literaturfähig sind, verleiht der Stricker dem fiktionalen Erzählen neue Impulse. Durch seine Beharrlichkeit auf das Recht, wird er partiell innovativ, da er Herrschaftsverhältnisse bewusst macht und von allen Gruppen der Gesellschaft verlangt, den &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu respektieren. Eine Literaturgeschichte des Spätmittelalters wird das Begriffspaar Tradition und Innovation relativieren müssen: Konsequentes Festhalten an einer fingierten Tradition kann also Innovation sein und wenigstens für eine vom Dichter nicht abschätzbare Zukunft innovatives Potential bergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation</title>
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		<updated>2021-01-20T20:59:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation. Zu einigen Novellen des Stricker. In: Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Literatur des Spätmittelalters. Ergebnisse, Probleme und Perspektiven der Forschung. Greifswald 1986, S. 179-192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Otfrid Ehrismann beschreibt anhand fünf ausgewählter Novellen des Strickers, die unter den Verdacht der sozialen Innovation gestellt wurden, das kontextabhängige Spiel mit den Gesellschaftsschichten zur Wiederherstellung des göttlichen &#039;&#039;ordo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]] (179-180)&lt;br /&gt;
** Hier berichtet das Werk von einem gestörten &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, ohne Partei für eine der Gruppen innerhalb des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu ergreifen. Der Stricker fordert also nicht die Zerstörung dieses &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, sondern die Wiederhertslleung desselben. Das Unrecht könne sich nur ausbreiten, weil alle soziale Gruppen innerhalb des vom Stricker gezeichneten Panoramas versagen. Der Versuch hier eine Forderung nach Solidarität gegen den bösen Herren herauszulesen, würde das Panorama verengen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]] (180-181)&lt;br /&gt;
** Auch hier liegt es nahe, die Solidarität wider den Herren zum Thema des mæres zu machen. Allerdings ergreift auch hier die Erzählung weder für die eine noch für die andere Gruppe Partei. Auch die Moralisation widerspricht dieser Interpretation: sie kritisiert die Geschädigten heftiger als den Schädiger. Folglich gibt es nicht die gute Gruppe wider den bösen Herren, sondern allein die schlechte Gruppe, die dem Herren erst eine Störung des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; möglich macht und sich damit ebenso schuldig macht wie der Herr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]] (182-183)&lt;br /&gt;
** Die Geschichte handelt vom Recht und auch hier wird der Aufbau der Gesellschaft nicht in Frage gestellt. Der Stricker behandelt hier die potentielle Schwäche der Herrschenden als Überheblichkeit und Unfähigkeit zu gerechtem Richten und er besteht auch auf das Recht des Volkes zum Widerstand. Das mære verteidigt das Rechtssystem und der Held der Geschichte ist der im Dienste des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; agierende Ratgeber des Königs. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]](183-185)&lt;br /&gt;
** Das mære ist nicht als Plädoyer für die Armen und Entrechteten zu verstehen, sondern alleinig für das Recht. Durch die selbstverschuldete Auffahrt des Richters (auffälligerweise an dem Ort – der Mitte des Markplatzes –, an dem der Richter sonst Recht spricht) wird das Recht wieder hergestellt. Der Teufel ist hier nicht Herr über sich selbst, sondern unfreiwilliger Vollstrecker des Willen Gottes, indem er die Menschheit von seinesgleichen erlöst. Eine Interpretation ohne diese christliche Konnotation, bspw. unter Fokussierung &#039;kapitalistischer&#039; Motive, wird dem mære nicht gerecht - insbesondere, da dann die Moralisation über den Umgang mit dem Teufel befremdlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]](185-187)&lt;br /&gt;
** Frühere Interpretationen, die innovative Erzählaspekte vermuten ließen, übersahen in diesem mære, dass die Stellung des Landesherren als oberste Rechtsinstanz stets unangefochten bleibt. Der Landesherr und seine Sendboten (die Gäuhühner) stellen bei Missachtung das Recht wieder her. In der Novelle des Strickers lässt sich daher keine Sympathie für revolutionäre Bewegungen ausmachen. Das Zerstörungswerk der Hühner erinnert an mittelalterliche Gerichtsverfahren und der apokalyptische Habitus der Hühner (Blitz, Donner und Geschrei) soll an das Bild des Jüngsten Gerichts erinnern und somit die Göttlichkeit der Rechtssphäre betonen. Es liegt daher nahe, die Hühner weder als revolutionäre Bauern noch als reale Hühner, sondern als Allegorie von Weisheit und göttlicher Macht zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Es lässt sich also nicht ohne weiteres sagen, dass sich der Verdacht der sozialen Innovation bestätigt hätte, aber auch nicht, dass mit der traditionell geschützten Gruppe des Adels schonend umgegangen wird. Das Ziel des Erzählers ist es, an der schlechte Praxis zu zeigen, dass es positiv ist, den einstigen Zustandes des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; wieder herzustellen. Es ist allerdings voreilig, die Restitution von &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ausschließlich einem konservativem Denken unterzuordnen. Das Verlangen nach Recht ist ambivalent: Tradition und Innovation in einem. Durch das Einbringen einer neuen Wirklichkeit in die Fiktion, in der auch Städter und Dorfbewohner positiv literaturfähig sind, verleiht der Stricker dem fiktionalen Erzählen neue Impulse. Durch seine Beharrlichkeit auf das Recht, wird er partiell innovativ, da er Herrschaftsverhältnisse bewusst macht und von allen Gruppen der Gesellschaft verlangt, den &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu respektieren. Eine Literaturgeschichte des Späten Mittelalters wird das Begriffspaar Tradition und Innovation relativieren müssen: Konsequentes Festhalten an einer fingierten Tradition kann also Innovation sein und wenigstens für eine vom Dichter nicht abschätzbare Zukunft innovatives Potential bergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation</title>
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		<updated>2021-01-20T20:59:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation. Zu einigen Novellen des Stricker. In: Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Literatur des Spätmittelalters. Ergebnisse, Probleme und Perspektiven der Forschung. Greifswald 1986, S. 179-192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Otfrid Ehrismann beschreibt anhand fünf ausgewählter Novellen des Strickers, die unter dem Verdacht der sozialen Innovation gestellt wurden, das kontextabhängige Spiel mit den Gesellschaftsschichten zur Wiederherstellung des göttlichen &#039;&#039;ordo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
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== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]] (179-180)&lt;br /&gt;
** Hier berichtet das Werk von einem gestörten &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, ohne Partei für eine der Gruppen innerhalb des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu ergreifen. Der Stricker fordert also nicht die Zerstörung dieses &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, sondern die Wiederhertslleung desselben. Das Unrecht könne sich nur ausbreiten, weil alle soziale Gruppen innerhalb des vom Stricker gezeichneten Panoramas versagen. Der Versuch hier eine Forderung nach Solidarität gegen den bösen Herren herauszulesen, würde das Panorama verengen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]] (180-181)&lt;br /&gt;
** Auch hier liegt es nahe, die Solidarität wider den Herren zum Thema des mæres zu machen. Allerdings ergreift auch hier die Erzählung weder für die eine noch für die andere Gruppe Partei. Auch die Moralisation widerspricht dieser Interpretation: sie kritisiert die Geschädigten heftiger als den Schädiger. Folglich gibt es nicht die gute Gruppe wider den bösen Herren, sondern allein die schlechte Gruppe, die dem Herren erst eine Störung des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; möglich macht und sich damit ebenso schuldig macht wie der Herr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]] (182-183)&lt;br /&gt;
** Die Geschichte handelt vom Recht und auch hier wird der Aufbau der Gesellschaft nicht in Frage gestellt. Der Stricker behandelt hier die potentielle Schwäche der Herrschenden als Überheblichkeit und Unfähigkeit zu gerechtem Richten und er besteht auch auf das Recht des Volkes zum Widerstand. Das mære verteidigt das Rechtssystem und der Held der Geschichte ist der im Dienste des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; agierende Ratgeber des Königs. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]](183-185)&lt;br /&gt;
** Das mære ist nicht als Plädoyer für die Armen und Entrechteten zu verstehen, sondern alleinig für das Recht. Durch die selbstverschuldete Auffahrt des Richters (auffälligerweise an dem Ort – der Mitte des Markplatzes –, an dem der Richter sonst Recht spricht) wird das Recht wieder hergestellt. Der Teufel ist hier nicht Herr über sich selbst, sondern unfreiwilliger Vollstrecker des Willen Gottes, indem er die Menschheit von seinesgleichen erlöst. Eine Interpretation ohne diese christliche Konnotation, bspw. unter Fokussierung &#039;kapitalistischer&#039; Motive, wird dem mære nicht gerecht - insbesondere, da dann die Moralisation über den Umgang mit dem Teufel befremdlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]](185-187)&lt;br /&gt;
** Frühere Interpretationen, die innovative Erzählaspekte vermuten ließen, übersahen in diesem mære, dass die Stellung des Landesherren als oberste Rechtsinstanz stets unangefochten bleibt. Der Landesherr und seine Sendboten (die Gäuhühner) stellen bei Missachtung das Recht wieder her. In der Novelle des Strickers lässt sich daher keine Sympathie für revolutionäre Bewegungen ausmachen. Das Zerstörungswerk der Hühner erinnert an mittelalterliche Gerichtsverfahren und der apokalyptische Habitus der Hühner (Blitz, Donner und Geschrei) soll an das Bild des Jüngsten Gerichts erinnern und somit die Göttlichkeit der Rechtssphäre betonen. Es liegt daher nahe, die Hühner weder als revolutionäre Bauern noch als reale Hühner, sondern als Allegorie von Weisheit und göttlicher Macht zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Es lässt sich also nicht ohne weiteres sagen, dass sich der Verdacht der sozialen Innovation bestätigt hätte, aber auch nicht, dass mit der traditionell geschützten Gruppe des Adels schonend umgegangen wird. Das Ziel des Erzählers ist es, an der schlechte Praxis zu zeigen, dass es positiv ist, den einstigen Zustandes des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; wieder herzustellen. Es ist allerdings voreilig, die Restitution von &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ausschließlich einem konservativem Denken unterzuordnen. Das Verlangen nach Recht ist ambivalent: Tradition und Innovation in einem. Durch das Einbringen einer neuen Wirklichkeit in die Fiktion, in der auch Städter und Dorfbewohner positiv literaturfähig sind, verleiht der Stricker dem fiktionalen Erzählen neue Impulse. Durch seine Beharrlichkeit auf das Recht, wird er partiell innovativ, da er Herrschaftsverhältnisse bewusst macht und von allen Gruppen der Gesellschaft verlangt, den &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu respektieren. Eine Literaturgeschichte des Späten Mittelalters wird das Begriffspaar Tradition und Innovation relativieren müssen: Konsequentes Festhalten an einer fingierten Tradition kann also Innovation sein und wenigstens für eine vom Dichter nicht abschätzbare Zukunft innovatives Potential bergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation</title>
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		<updated>2021-01-20T20:58:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation. Zu einigen Novellen des Stricker. In: Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Literatur des Spätmittelalters. Ergebnisse, Probleme und Perspektiven der Forschung. Greifswald 1986, S. 179-192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Otfrid Ehrismann beschreibt anhand fünf ausgewählter Novellen des Strickers, die unter dem Verdacht der sozialen Innovation gestellt wurden, das kontextabhängige Spiel mit den Gesellschaftsschichten zur Wiederherstellung des göttlichen ordo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]] (179-180)&lt;br /&gt;
** Hier berichtet das Werk von einem gestörten &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, ohne Partei für eine der Gruppen innerhalb des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu ergreifen. Der Stricker fordert also nicht die Zerstörung dieses &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, sondern die Wiederhertslleung desselben. Das Unrecht könne sich nur ausbreiten, weil alle soziale Gruppen innerhalb des vom Stricker gezeichneten Panoramas versagen. Der Versuch hier eine Forderung nach Solidarität gegen den bösen Herren herauszulesen, würde das Panorama verengen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]] (180-181)&lt;br /&gt;
** Auch hier liegt es nahe, die Solidarität wider den Herren zum Thema des mæres zu machen. Allerdings ergreift auch hier die Erzählung weder für die eine noch für die andere Gruppe Partei. Auch die Moralisation widerspricht dieser Interpretation: sie kritisiert die Geschädigten heftiger als den Schädiger. Folglich gibt es nicht die gute Gruppe wider den bösen Herren, sondern allein die schlechte Gruppe, die dem Herren erst eine Störung des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; möglich macht und sich damit ebenso schuldig macht wie der Herr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]] (182-183)&lt;br /&gt;
** Die Geschichte handelt vom Recht und auch hier wird der Aufbau der Gesellschaft nicht in Frage gestellt. Der Stricker behandelt hier die potentielle Schwäche der Herrschenden als Überheblichkeit und Unfähigkeit zu gerechtem Richten und er besteht auch auf das Recht des Volkes zum Widerstand. Das mære verteidigt das Rechtssystem und der Held der Geschichte ist der im Dienste des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; agierende Ratgeber des Königs. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]](183-185)&lt;br /&gt;
** Das mære ist nicht als Plädoyer für die Armen und Entrechteten zu verstehen, sondern alleinig für das Recht. Durch die selbstverschuldete Auffahrt des Richters (auffälligerweise an dem Ort – der Mitte des Markplatzes –, an dem der Richter sonst Recht spricht) wird das Recht wieder hergestellt. Der Teufel ist hier nicht Herr über sich selbst, sondern unfreiwilliger Vollstrecker des Willen Gottes, indem er die Menschheit von seinesgleichen erlöst. Eine Interpretation ohne diese christliche Konnotation, bspw. unter Fokussierung &#039;kapitalistischer&#039; Motive, wird dem mære nicht gerecht - insbesondere, da dann die Moralisation über den Umgang mit dem Teufel befremdlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]](185-187)&lt;br /&gt;
** Frühere Interpretationen, die innovative Erzählaspekte vermuten ließen, übersahen in diesem mære, dass die Stellung des Landesherren als oberste Rechtsinstanz stets unangefochten bleibt. Der Landesherr und seine Sendboten (die Gäuhühner) stellen bei Missachtung das Recht wieder her. In der Novelle des Strickers lässt sich daher keine Sympathie für revolutionäre Bewegungen ausmachen. Das Zerstörungswerk der Hühner erinnert an mittelalterliche Gerichtsverfahren und der apokalyptische Habitus der Hühner (Blitz, Donner und Geschrei) soll an das Bild des Jüngsten Gerichts erinnern und somit die Göttlichkeit der Rechtssphäre betonen. Es liegt daher nahe, die Hühner weder als revolutionäre Bauern noch als reale Hühner, sondern als Allegorie von Weisheit und göttlicher Macht zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Es lässt sich also nicht ohne weiteres sagen, dass sich der Verdacht der sozialen Innovation bestätigt hätte, aber auch nicht, dass mit der traditionell geschützten Gruppe des Adels schonend umgegangen wird. Das Ziel des Erzählers ist es, an der schlechte Praxis zu zeigen, dass es positiv ist, den einstigen Zustandes des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; wieder herzustellen. Es ist allerdings voreilig, die Restitution von &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ausschließlich einem konservativem Denken unterzuordnen. Das Verlangen nach Recht ist ambivalent: Tradition und Innovation in einem. Durch das Einbringen einer neuen Wirklichkeit in die Fiktion, in der auch Städter und Dorfbewohner positiv literaturfähig sind, verleiht der Stricker dem fiktionalen Erzählen neue Impulse. Durch seine Beharrlichkeit auf das Recht, wird er partiell innovativ, da er Herrschaftsverhältnisse bewusst macht und von allen Gruppen der Gesellschaft verlangt, den &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu respektieren. Eine Literaturgeschichte des Späten Mittelalters wird das Begriffspaar Tradition und Innovation relativieren müssen: Konsequentes Festhalten an einer fingierten Tradition kann also Innovation sein und wenigstens für eine vom Dichter nicht abschätzbare Zukunft innovatives Potential bergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation</title>
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		<updated>2021-01-20T20:34:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrismann, Otfrid: Tradition und Innovation. Zu einigen Novellen des Stricker. In: Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Literatur des Spätmittelalters. Ergebnisse, Probleme und Perspektiven der Forschung. Greifswald 1986, S. 179-192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Otfrid Ehrismann greift zu dem Thema &amp;quot;Tradition und Innovation&amp;quot; fünf Stücke des Strickers heraus, welche in der Forschung als innovative zeitgenössische Dichtung betrachtet wurden, um dieser Annahme teilweise zu widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]] (179-180)&lt;br /&gt;
** Hier berichtet das Werk von einem gestörten &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, ohne Partei für eine der Gruppen innerhalb des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu ergreifen. Der Stricker fordert also nicht die Zerstörung dieses &#039;&#039;ordo&#039;&#039;, sondern die Wiederhertslleung desselben. Das Unrecht könne sich nur ausbreiten, weil alle soziale Gruppen innerhalb des vom Stricker gezeichneten Panoramas versagen. Der Versuch hier eine Forderung nach Solidarität gegen den bösen Herren herauszulesen, würde das Panorama verengen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]] (180-181)&lt;br /&gt;
** Auch hier liegt es nahe, die Solidarität wider den Herren zum Thema des mæres zu machen. Allerdings ergreift auch hier die Erzählung weder für die eine noch für die andere Gruppe Partei. Auch die Moralisation widerspricht dieser Interpretation: sie kritisiert die Geschädigten heftiger als den Schädiger. Folglich gibt es nicht die gute Gruppe wider den bösen Herren, sondern allein die schlechte Gruppe, die dem Herren erst eine Störung des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; möglich macht und sich damit ebenso schuldig macht wie der Herr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]] (182-183)&lt;br /&gt;
** Die Geschichte handelt vom Recht und auch hier wird der Aufbau der Gesellschaft nicht in Frage gestellt. Der Stricker behandelt hier die potentielle Schwäche der Herrschenden als Überheblichkeit und Unfähigkeit zu gerechtem Richten und er besteht auch auf das Recht des Volkes zum Widerstand. Das mære verteidigt das Rechtssystem und der Held der Geschichte ist der im Dienste des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; agierende Ratgeber des Königs. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]](183-185)&lt;br /&gt;
** Das mære ist nicht als Plädoyer für die Armen und Entrechteten zu verstehen, sondern alleinig für das Recht. Durch die selbstverschuldete Auffahrt des Richters (auffälligerweise an dem Ort – der Mitte des Markplatzes –, an dem der Richter sonst Recht spricht) wird das Recht wieder hergestellt. Der Teufel ist hier nicht Herr über sich selbst, sondern unfreiwilliger Vollstrecker des Willen Gottes, indem er die Menschheit von seinesgleichen erlöst. Eine Interpretation ohne diese christliche Konnotation, bspw. unter Fokussierung &#039;kapitalistischer&#039; Motive, wird dem mære nicht gerecht - insbesondere, da dann die Moralisation über den Umgang mit dem Teufel befremdlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]](185-187)&lt;br /&gt;
** Frühere Interpretationen, die innovative Erzählaspekte vermuten ließen, übersahen in diesem mære, dass die Stellung des Landesherren als oberste Rechtsinstanz stets unangefochten bleibt. Der Landesherr und seine Sendboten (die Gäuhühner) stellen bei Missachtung das Recht wieder her. In der Novelle des Strickers lässt sich daher keine Sympathie für revolutionäre Bewegungen ausmachen. Das Zerstörungswerk der Hühner erinnert an mittelalterliche Gerichtsverfahren und der apokalyptische Habitus der Hühner (Blitz, Donner und Geschrei) soll an das Bild des Jüngsten Gerichts erinnern und somit die Göttlichkeit der Rechtssphäre betonen. Es liegt daher nahe, die Hühner weder als revolutionäre Bauern noch als reale Hühner, sondern als Allegorie von Weisheit und göttlicher Macht zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Es lässt sich also nicht ohne weiteres sagen, dass sich der Verdacht der sozialen Innovation bestätigt hätte, aber auch nicht, dass mit der traditionell geschützten Gruppe des Adels schonend umgegangen wird. Das Ziel des Erzählers ist es, an der schlechte Praxis zu zeigen, dass es positiv ist, den einstigen Zustandes des &#039;&#039;ordo&#039;&#039; wieder herzustellen. Es ist allerdings voreilig, die Restitution von &#039;&#039;ordo&#039;&#039; ausschließlich einem konservativem Denken unterzuordnen. Das Verlangen nach Recht ist ambivalent: Tradition und Innovation in einem. Durch das Einbringen einer neuen Wirklichkeit in die Fiktion, in der auch Städter und Dorfbewohner positiv literaturfähig sind, verleiht der Stricker dem fiktionalen Erzählen neue Impulse. Durch seine Beharrlichkeit auf das Recht, wird er partiell innovativ, da er Herrschaftsverhältnisse bewusst macht und von allen Gruppen der Gesellschaft verlangt, den &#039;&#039;ordo&#039;&#039; zu respektieren. Eine Literaturgeschichte des Späten Mittelalters wird das Begriffspaar Tradition und Innovation relativieren müssen: Konsequentes Festhalten an einer fingierten Tradition kann also Innovation sein und wenigstens für eine vom Dichter nicht abschätzbare Zukunft innovatives Potential bergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
*[[Die reiche Stadt (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Turse (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der junge Ratgeber (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
*[[Die Gäuhühner (Der Stricker)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ehescheidungsgespr%C3%A4ch_(Der_Stricker)&amp;diff=13674</id>
		<title>Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ehescheidungsgespr%C3%A4ch_(Der_Stricker)&amp;diff=13674"/>
		<updated>2021-01-14T03:09:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Die Wette; Ehescheidungsgespräch; Scheidung und Sühne&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = ca. 1220-1250 ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Ostfränkisch/Rheinfränkisch, Österreich? ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369&amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 152rb-153ra [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341, 264ra-265ra [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341]&amp;lt;br /&amp;gt;Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 72, 271ra-272ra [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0072]&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 142-151&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fischer, Hanns (Hg.): Der Stricker. Verserzählungen I]], S. 22-27&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 5, S. 257-263&amp;lt;br /&amp;gt;[[Rosenhagen, Gustav (Hg.): Mären von dem Stricker]], S. 40-45&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von der Hagen, Friedrich Heinrich (Hg.): Gesamtabenteuer]], Band 2, S. 209-213&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 142-151; &amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Beine, Birgit: Der Wolf in der Kutte]], S. 182, 288, 309; [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 63, 128, 138; [[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 35, 56, 66, 97, 133, 135, 143; [[Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos]], S. 81, 83f., 104, 314; [[Grubmüller, Klaus: Zum Verhältnis von &#039;Stricker-Märe&#039; und Fabliau]]; [[Haug, Walter: Schlechte Geschichten - böse Geschichten - gute Geschichten]]; [[Holznagel, Franz-Joseph: Gezähmte Fiktionalität]], S. 50; [[Nowakowski, Nina: Alternativen der Vergeltung]]; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 19, 24, 57, 140, 152-160, 161f., 167, 169f., 186, 191; [[Schirmer, Karl-Heinz: Stil- und Motivuntersuchungen zur mittelhochdeutschen Versnovelle]], S. 15, 235, 242; [[Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse]]; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 45, 50f. 55, 60, 69f. 71-73; [[Wagner, Silvan: Narrator and narrative space in Middle High German epic poetry (Parzival, Ehescheidungsgespräch, Prosalancelot)]], S. 127-130&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Ein Mann verkündet seiner Frau, dass er es bei ihr nicht mehr aushalte und sich&lt;br /&gt;
über ein Jahr von ihr trennen wolle. Doch während er spricht, scheint ihm dieser&lt;br /&gt;
Zeitpunkt gar zu fern, und er meint, es müsse schon in vierzig, nein, in dreißig,&lt;br /&gt;
besser in zwanzig Wochen geschehen. Auch diese Frist scheint ihm noch zu&lt;br /&gt;
lang, und er verkürzt sie weiter, bis er schließlich auf einer sofortigen Scheidung&lt;br /&gt;
besteht. Alle Reichtümer der Welt wolle er darum geben, sofort von ihrer&lt;br /&gt;
lästigen Gegenwart befreit zu sein. Die Frau erklärt sich mit der augenblicklichen&lt;br /&gt;
Scheidung einverstanden, schiebt jedoch dann den Termin bis zum nächsten&lt;br /&gt;
Tag hinaus, bis über eine Woche, zwei Wochen, drei, vier, fünf. . zwanzig;&lt;br /&gt;
schließlich versichert sie ihm, er müsse bis zu ihrem Tode bei ihr bleiben, er&lt;br /&gt;
solle nur ja kein Wort dawider sprechen. Da bittet der Mann um Verzeihung,&lt;br /&gt;
seine törichten Worte seien eine Folge reichlichen Weingenusses, sie sei ja doch&lt;br /&gt;
die Krone aller Frauen. Die Frau verzeiht ihm, und beide söhnen sich im Bette aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
([[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 523)&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Schwank]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Die_eingemauerte_Frau_(Der_Stricker)&amp;diff=13673</id>
		<title>Die eingemauerte Frau (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Die_eingemauerte_Frau_(Der_Stricker)&amp;diff=13673"/>
		<updated>2021-01-14T03:08:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Die eingemauerte Frau; Von einem übelen wîbe&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = ca. 1220-1250 ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Ostfränkisch/Rheinfränkisch, Österreich? ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 85vb-88ra [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;München, UB: 2° Cod. ms. 731, 69rb-72rb [https://epub.ub.uni-muenchen.de/10638/]&amp;lt;br /&amp;gt;Wien, ÖNB. Cod. 2885, 122va-126ra [http://archiv.onb.ac.at:1801/view/action/nmets.do?DOCCHOICE=2759142.xml&amp;amp;dvs=1541659152778~357&amp;amp;locale=de_DE&amp;amp;search_terms=&amp;amp;adjacency=&amp;amp;VIEWER_URL=/view/action/nmets.do?&amp;amp;DELIVERY_RULE_ID=1&amp;amp;divType=]&amp;lt;br /&amp;gt;Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum: Hs. FB 32001, 60ra-62ra&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 120-143&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fischer, Hanns (Hg.): Der Stricker. Verserzählungen I]], S. 50-65&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 4, S. 91-107&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 120-143&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Altdeutsches Decamerone]], S. 641-649&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Beine, Birgit: Der Wolf in der Kutte]], S. 98, 188, 201, 204, 206, 268, 276, 294; [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 82, 123, 128, 138; [[Coxon, Sebastian: der werlde spot]]; [[Eming, Jutta: Subversion through Affirmation in the Stricker’s Eingemauerte Frau]]; [[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 66, 97, 114, 117; [[Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos]], S. 26, 82-84, 88, 104, 107; [[Grubmüller, Klaus: Zum Verhältnis von &#039;Stricker-Märe&#039; und Fabliau]]; [[Haug, Walter: Schlechte Geschichten - böse Geschichten - gute Geschichten]]; [[Hofmeister, Wernfried: Rebellion und Integration in Strickers ‚Eingemauerter Frau’]]; [[Mihm, Arend: Überlieferung und Verbreitung der Märendichtung im Spätmittelalter]], S. 28; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 160, 203, 238; [[Reichlin, Susanne: Ökonomien des Begehrens, Ökonomien des Erzählens]], S. 141; [[Schirmer, Karl-Heinz: Stil- und Motivuntersuchungen zur mittelhochdeutschen Versnovelle]], S. 235, 317; [[Schneider, Martin: Kampf, Streit und Konkurrenz]], S. 128f., 138-140, 258; [[Steinmetz, Ralf-Henning: Fiktionalitätstypen in der mittelalterlichen Epik]]; [[Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse]]; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 48, 54f., 62, 66f., 73, 337; [[Wagner, Silvan: Ehestands-Mären und Gewalt]], S. 120-126, 129-130; [[Wagner, Silvan: Gottesbilder in höfischen Mären des Hochmittelalters]], S. 341-369; [[Wagner, Silvan: Grenzbetrachtungen]]; [[Wagner, Silvan: Sterben als Eintritt in höfisches Heil]], 321-328; [[Wailes, Stephen: Immurement and religious experience in the Stricker’s ‚Eingemauerte Frau’]]&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
===Narratio===&lt;br /&gt;
Ein Ritter heiratet eine Frau, gegen deren Widerspenstigkeit sich alle Mittel&lt;br /&gt;
als unwirksam erweisen, so dass er sich schließlich gezwungen sieht, sie in ein&lt;br /&gt;
Gemach einmauern zu lassen. Weder die Beobachtung des unbeschwerten Lebens&lt;br /&gt;
außerhalb ihres Gefängnisses noch die Bitten ihrer Freunde können zunächst&lt;br /&gt;
ihren Eigensinn brechen, doch schließlich geht sie in sich, bereut ihre&lt;br /&gt;
Sünden und beichtet dem Pfarrer, der den Ehemann von der Sinneswandlung&lt;br /&gt;
der Frau überzeugt. Im Beisein vieler geladener Gäste wird die Frau aus ihrer&lt;br /&gt;
Haft befreit und ein großes Fest gefeiert. Zum Abschluss hält die Bekehrte eine&lt;br /&gt;
Rede und erbietet sich, alle widerspenstigen Frauen zu bessern. Ihre Geschichte&lt;br /&gt;
wird im ganzen Land bekannt, und alle widerspenstigen Frauen nehmen sie sich&lt;br /&gt;
so sehr zu Herzen, dass sie von Stund an ihren Männern gehorchen.&lt;br /&gt;
===Epimythion===&lt;br /&gt;
Ein solches Beispiel wäre an vielen Orten von Nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
([[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 524)&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_kluge_Knecht_(Der_Stricker)&amp;diff=13672</id>
		<title>Der kluge Knecht (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_kluge_Knecht_(Der_Stricker)&amp;diff=13672"/>
		<updated>2021-01-14T03:08:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der geäffte Pfaffe; Der kluge Knecht&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = Ca. 1220-1250 ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020)&amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Österreich? ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020)&amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 45vb-47vb [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341, 318va-320vb, 360rb-362rb [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341]&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 96-114&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fischer, Hanns (Hg.): Der Stricker. Verserzählungen I]], S. 92-109&amp;lt;br /&amp;gt;[[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 10-29&amp;lt;br /&amp;gt;[[Mettke, Heinz (Hg.): Fabeln und Mären von dem Stricker]], S. 88-109&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 3,1, S. 100-125&amp;lt;br /&amp;gt;[[Rosenhagen, Gustav (Hg.): Mären von dem Stricker]], S. 76-83&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von der Hagen, Friedrich Heinrich (Hg.): Gesamtabenteuer]], Band 3, S. 149-158&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 96-114&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fischer, Hanns (Hg.): Die schönsten Schwankerzählungen des deutschen Mittelalters]], S. 221-227&amp;lt;br /&amp;gt;[[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 10-29&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Altdeutsches Decamerone]], S. 69-75&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Das Liebespaar auf der Linde]], S. 158-165&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Novellen des Mittelalters]], Band 1, S. 89-94&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von Wolzogen, Ernst (Hg.): Das gut alt teutsch Schwankbuch]], S. 105-109&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Beine, Birgit: Der Wolf in der Kutte]], S. 123, 127, 138, 148, 174, 180, 200, 224, 294, 301; [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 73, 75f., 80f., 121, 139; [[Däumer, Matthias: Was man neu erfinden kann, darüber muss man schweigen]]; [[Dimpel, Friedrich Michael/Hammer, Martin: Prägnanz und Polyvalenz]]; [[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 7, 67, 90, 96, 108, 122, 124, 216, 262; [[Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos]], S. 25f., 81, 83, 85, 89, 95, 97-101, 127, 198; [[Grubmüller, Klaus: Zum Verhältnis von &#039;Stricker-Märe&#039; und Fabliau]]; [[Haug, Walter: Schlechte Geschichten - böse Geschichten - gute Geschichten]]; [[Mihm, Arend: Überlieferung und Verbreitung der Märendichtung im Spätmittelalter]], S. 86; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 1-14, 18, 25, 26-33, 39, 40, 43, 48, 50f., 59, 81, 160, 185, 206-239; [[Nowakowski, Nina: Übersetzungen als Interpretationen mittelhochdeutscher Literatur]]; [[Reichlin, Susanne: Ökonomien des Begehrens, Ökonomien des Erzählens]], S. 153, 181; [[Schilling, Michael: Poetik der Kommunikativität in den kleineren Reimpaartexten des Strickers]]; [[Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse]]; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 47-49, 55, 61, 65f., 70ff., 173f., 227f., 330&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
===Narratio===&lt;br /&gt;
Eine Bauersfrau ist mit dem Pfarrer im Einverständnis und bemüht sich, ihren&lt;br /&gt;
Mann viel außer Hauses zu halten. Der Knecht, der von ihrem Verhältnis weiß,&lt;br /&gt;
beschließt eines Morgens, seinen Herrn durch Augenschein von der Treulosigkeit&lt;br /&gt;
seiner Gattin zu überzeugen. Zunächst verzögert er die Ausfahrt, indem er&lt;br /&gt;
entgegen der Gewohnheit zuvor noch Essen verlangt. Unterwegs gibt er vor,&lt;br /&gt;
Handschuhe und Hut vergessen zu haben, kehrt um und versteckt sich im Hause,&lt;br /&gt;
bis der Bauer mit der ersten Fuhre zurückkommt. Dabei wird er Zeuge der&lt;br /&gt;
Vorbereitungen zum Stelldichein und kann insbesondere beobachten, wohin&lt;br /&gt;
Speisen, Getränke und der Pfaffe versteckt werden, als der Bauer früher als&lt;br /&gt;
erwartet heimkehrt und an die Türe klopft. Die Frau öffnet ihrem Gatten&lt;br /&gt;
die verriegelte Türe, der Knecht gesellt sich dazu und entschuldigt sich, dass&lt;br /&gt;
er bis jetzt aufgehalten worden sei. Als die Frau die beiden gleich wieder in den&lt;br /&gt;
Wald schicken will, verlangt der Knecht erneut etwas zu essen. Unwillig erfüllt&lt;br /&gt;
sie seinen Wunsch, und während des Essens erzählt er nun eine abenteuerliche&lt;br /&gt;
Geschichte von einer Wolfsjagd, wobei er den Bauern nach und nach die&lt;br /&gt;
versteckten Speisen und Getränke und schließlich auch den Pfarrer finden&lt;br /&gt;
lässt. Die beiden Ehebrecher werden bestraft, der kluge Knecht aber gelangt bei&lt;br /&gt;
seinem Herrn zu hohem Ansehen.&lt;br /&gt;
===Epimythion===&lt;br /&gt;
Lob der praktischen Lebensklugheit,&lt;br /&gt;
die der Knecht bewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
([[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 526)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Schwank]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_Gevatterin_Rat_(Der_Stricker)&amp;diff=13671</id>
		<title>Der Gevatterin Rat (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_Gevatterin_Rat_(Der_Stricker)&amp;diff=13671"/>
		<updated>2021-01-14T03:07:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Das Bloch; Der Gevatterin Rat; Ehestand, Tod und Hochzeit&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = ca. 1220-1250 ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Ostfränkisch/Rheinfränkisch, Österreich? ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 117va-121ra [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341, 258va-262va [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341]&amp;lt;br /&amp;gt;Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 72, 265va-269va [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0072]&amp;lt;br /&amp;gt;München, UB: 2° Cod. ms. 731, 98va-103vb [https://epub.ub.uni-muenchen.de/10638/]&amp;lt;br /&amp;gt;Wien, ÖNB. Cod. 2885, 114ra-120ra [http://archiv.onb.ac.at:1801/view/action/nmets.do?DOCCHOICE=2759142.xml&amp;amp;dvs=1541659152778~357&amp;amp;locale=de_DE&amp;amp;search_terms=&amp;amp;adjacency=&amp;amp;VIEWER_URL=/view/action/nmets.do?&amp;amp;DELIVERY_RULE_ID=1&amp;amp;divType=]&amp;lt;br /&amp;gt;Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum: Hs. FB 32001, 55va-58vb&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Fischer, Hanns (Hg.): Der Stricker. Verserzählungen I]], S. 66-91&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 5, S. 54-82&amp;lt;br /&amp;gt;[[Rosenhagen, Gustav (Hg.): Mären von dem Stricker]], S. 22-40&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von der Hagen, Friedrich Heinrich (Hg.): Gesamtabenteuer]], Band 2, S. 175-192&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Altdeutsches Decamerone]], S. 417-431&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Beine, Birgit: Der Wolf in der Kutte]], S. 76, 83, 182, 200, 293, 309; [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 63, 73, 75f., 80f., 124, 128, 138; [[Coxon, Sebastian: der werlde spot]]; [[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 66, 97, 133; [[Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos]], S. 81, 83-85, 88, 94f., 107; [[Grubmüller, Klaus: Zum Verhältnis von &#039;Stricker-Märe&#039; und Fabliau]]; [[Haug, Walter: Schlechte Geschichten - böse Geschichten - gute Geschichten]]; [[Margetts, John: ich han den mut und den sit/ den mich min herze leret]]; [[Mihm, Arend: Überlieferung und Verbreitung der Märendichtung im Spätmittelalter]], S. 68; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 6, 24, 73-81, 97, 126, 160, 162, 168; [[Schirmer, Karl-Heinz: Stil- und Motivuntersuchungen zur mittelhochdeutschen Versnovelle]], S. 15, 214; [[Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse]]; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 48, 51, 57f., 64-66, 71, 177, 284ff., 337&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
===Narratio===&lt;br /&gt;
Ein Bauer ist seiner Frau so überdrüssig, dass er ihr das Leben zur Hölle macht.&lt;br /&gt;
In ihrer Not sucht die Frau Rat und Hilfe bei einer Gevatterin, und diese verspricht,&lt;br /&gt;
ihr die Liebe ihres Mannes wieder zuzuwenden, wenn sie alle ihre&lt;br /&gt;
Anordnungen befolge. Als erstes begibt sich die listige Gevatterin zu dem&lt;br /&gt;
Bauern aufs Feld und berichtet ihm, dass seine Frau im Sterben liege. Der Bauer&lt;br /&gt;
ist hocherfreut und bittet die Gevatterin, seine Frau nur möglichst rasch unter&lt;br /&gt;
die Erde zu bringen; vorher wolle er gar nicht nach Hause kommen. Die Gevatterin&lt;br /&gt;
lässt nun an Stelle der Bäuerin einen entsprechend hergerichteten Baumstamm&lt;br /&gt;
begraben und nimmt diese selbst heimlich in ihr Haus. Der Bauer aber&lt;br /&gt;
muss ihr versprechen, in Fragen einer neuen Eheschließung ihren Rat einzuholen.&lt;br /&gt;
Nach fünf Wochen bereits ist er des Alleinseins überdrüssig und wendet&lt;br /&gt;
sich an die Gevatterin, die ihm verspricht, ihn binnen kurzem mit einer vortrefflichen&lt;br /&gt;
Frau bekannt zu machen. Inzwischen pflegt sie die Bäuerin aufs beste&lt;br /&gt;
und kleidet sie ganz neu und kostbar ein. So kommt es, dass der Freier sie nicht&lt;br /&gt;
wiedererkennt und sich so heftig in sie verliebt, dass er auf eine baldige Heirat&lt;br /&gt;
drängt. Als seine Ungeduld aufs höchste gestiegen ist und er vor lauter Liebe&lt;br /&gt;
schon seine Arbeit vernachlässigt, da gibt sich seine Frau ihm endlich zu erkennen.&lt;br /&gt;
Obwohl sie sich um Geheimhaltung bemühen, ist die Geschichte bald im&lt;br /&gt;
ganzen Land bekannt, und der Bauer braucht zeitlebens für den Spott nicht zu&lt;br /&gt;
sorgen. In der Ehe der beiden aber ist wieder Frieden eingekehrt.&lt;br /&gt;
===Epimythion===&lt;br /&gt;
Man soll es nicht versuchen, aber man fände gewiss auch heute Männer, die&lt;br /&gt;
man ebenso hinters Licht führen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
([[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 525)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Schwank]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_begrabene_Ehemann_(Der_Stricker)&amp;diff=13670</id>
		<title>Der begrabene Ehemann (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_begrabene_Ehemann_(Der_Stricker)&amp;diff=13670"/>
		<updated>2021-01-14T03:06:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der begrabene Ehemann&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = Ca. 1220-1250 ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Österreich? ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 25ra-26va [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341, 266va-268ra [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341]&amp;lt;br /&amp;gt;Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 72, 273va-275ra [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0072]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Fischer, Hanns (Hg.): Der Stricker. Verserzählungen I]], S. 28-36&amp;lt;br /&amp;gt;[[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 30-43&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 2, S. 207-217&amp;lt;br /&amp;gt;[[Rosenhagen, Gustav (Hg.): Mären von dem Stricker]], S. 8-16&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von der Hagen, Friedrich Heinrich (Hg.): Gesamtabenteuer]], Band 2, S. 361-368&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ernst, Paul (Hg.): Altdeutsche Mären und Schwänke]], S. 151-158&amp;lt;br /&amp;gt;[[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 30-43&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Altdeutsches Decamerone]], S. 608-613&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Das Liebespaar auf der Linde]], S. 212-217&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Deutsche Novellen des Mittelalters]], Band 1, S. 101-104&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Beine, Birgit: Der Wolf in der Kutte]], S. 91, 94, 103, 123, 133, 135, 178, 180, 201, 283, 294f.; [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 50, 61, 75, 79, 125, 128, 138f.; [[Däumer, Matthias: Was man neu erfinden kann, darüber muss man schweigen]]; [[Dimpel, Friedrich Michael: Keine Kausalität]]; [[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 66, 117, 143; [[Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos]], S. 19, 34, 81, 83, 85f., 88f., 91, 95-97, 109, 117, 154, 215, 257; [[Grubmüller, Klaus: Zum Verhältnis von &#039;Stricker-Märe&#039; und Fabliau]]; [[Haug, Walter: Schlechte Geschichten - böse Geschichten - gute Geschichten]]; [[Margetts, John: ich han den mut und den sit/ den mich min herze leret]]; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 160, 206, 244-255, 264, 268; [[Reichlin, Susanne: Ökonomien des Begehrens, Ökonomien des Erzählens]], S. 18, 161; [[Schirmer, Karl-Heinz: Stil- und Motivuntersuchungen zur mittelhochdeutschen Versnovelle]], S. 71, 232, 235; [[Steinmetz, Ralf-Henning: Fiktionalitätstypen in der mittelalterlichen Epik]]; [[Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse]]; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 39, 46f., 55f., 61, 65, 67, 71, 73, 82, 88, 175, 215f, 219, 320; [[Tschachtli, Sarina: Sexuelle Ethik und narrative Kontrolle]]; [[Wagner, Silvan: Grenzbetrachtungen]]&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}} &lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Zwei Eheleute überbieten sich im Gespräch in Liebesbeteuerungen, bis die Frau&lt;br /&gt;
ihren Mann beim Wort nimmt und als höchsten Beweis seiner Liebe verlangt,&lt;br /&gt;
dass er ihr in allem Glauben schenke. Der Gatte schwört, ihrer Rede stets zu&lt;br /&gt;
glauben, aber als sie ihn einmal um die Mittagszeit zum Abendbrot ruft und&lt;br /&gt;
zum Schlafengehen mahnt, widerspricht er und erntet dafür den Vorwurf des&lt;br /&gt;
Eidbruches. Er bittet um Verzeihung, gelobt Besserung und nimmt wirklich&lt;br /&gt;
zwölf Tage später ein kaltes Bad, von dem ihm seine Frau versichert, es sei&lt;br /&gt;
heiß. Als er etwas später den Pfarrer aus der Scheune schleichen sieht, äußert&lt;br /&gt;
er abermals Unglauben. Doch die Frau droht, sie werde ihm zürnen und&lt;br /&gt;
sich von ihm trennen; da zieht er seine Vorwürfe wieder zurück. Schließlich&lt;br /&gt;
kann sie ihm, der ihr wegen ihres Verhältnisses mit dem Pfarrer im&lt;br /&gt;
Wege zu stehen beginnt, sogar einreden, er liege im Sterben. Er lässt alle&lt;br /&gt;
Zeremonien widerspruchslos über sich ergehen und protestiert erst, als das Grab,&lt;br /&gt;
in dem er liegt, zugeschaufelt wird. Der buhlerische Pfaffe gibt jedoch die Hilfeschreie für die Stimme des Teufels aus, und so muss der Ärmste zugrunde gehen, weil er sich seiner Frau blindlings unterordnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
([[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S.522-523)&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Schwank]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Das_hei%C3%9Fe_Eisen_(Der_Stricker)&amp;diff=13669</id>
		<title>Das heiße Eisen (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Das_hei%C3%9Fe_Eisen_(Der_Stricker)&amp;diff=13669"/>
		<updated>2021-01-14T03:06:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Das heiße Eisen&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = Ca. 1220-1250 ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Österreich? ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 26va-27vb [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;Trento: Ohne Signatur [Fragment]&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341, 268ra-269rb [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341]&amp;lt;br /&amp;gt;Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 72, 275ra-276rb [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0072]&amp;lt;br /&amp;gt;Pommersfelden, Gräflich Schönbornsche Bibliothek: Cod. 54, 13r-15v&amp;lt;br /&amp;gt;Römhild, Stadt- und Stiftskirche: Ohne Signatur, 1ra-2rb [Fragment]&amp;lt;br /&amp;gt;Wien, ÖNB. Cod. 2885, 34vb-36rb [http://archiv.onb.ac.at:1801/view/action/nmets.do?DOCCHOICE=2759142.xml&amp;amp;dvs=1541659152778~357&amp;amp;locale=de_DE&amp;amp;search_terms=&amp;amp;adjacency=&amp;amp;VIEWER_URL=/view/action/nmets.do?&amp;amp;DELIVERY_RULE_ID=1&amp;amp;divType=]&amp;lt;br /&amp;gt;Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum: Hs. FB 32001, 23va-24va&amp;lt;br /&amp;gt;Dresden, Landesbibliothek: Mscr. M 68, 5vb-6vb [http://digital.slub-dresden.de/ppn276879066]&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Fischer, Hanns (Hg.): Der Stricker. Verserzählungen I]], S. 37-50&amp;lt;br /&amp;gt;[[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 44-55&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 2, S. 218-230&amp;lt;br /&amp;gt;[[Rosenhagen, Gustav (Hg.): Mären von dem Stricker]], S. 16-22&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von der Hagen, Friedrich Heinrich (Hg.): Gesamtabenteuer]], Band 2, S. 373-378&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ernst, Paul (Hg.): Altdeutsche Mären und Schwänke]], S. 57-62&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fischer, Hanns (Hg.): Die schönsten Schwankerzählungen des deutschen Mittelalters]], S. 60-64&amp;lt;br /&amp;gt;[[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 44-55&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Altdeutsches Decamerone]], S. 650-654&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          =  [[Beine, Birgit: Der Wolf in der Kutte]], S. 294; [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 76, 79, 121, 139; [[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 24, 56, 66, 90, 143, 269, 278; [[Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos]], S. 81, 83, 85f., 89f., 95, 107; [[Grubmüller, Klaus: Zum Verhältnis von &#039;Stricker-Märe&#039; und Fabliau]]; [[Haug, Walter: Schlechte Geschichten - böse Geschichten - gute Geschichten]]; [[Heiser, Ines: Wunder und wie man sie erklärt]], S. 171-173; [[Holznagel, Franz-Joseph: Gezähmte Fiktionalität]], S. 50; [[Mihm, Arend: Überlieferung und Verbreitung der Märendichtung im Spätmittelalter]], S. 68, 94; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 18, 160; [[Rippl, Coralie: Erzählen als Argumentationsspiel]], S. 185f.; [[Schilling, Michael: Poetik der Kommunikativität in den kleineren Reimpaartexten des Strickers]]; [[Schirmer, Karl-Heinz: Stil- und Motivuntersuchungen zur mittelhochdeutschen Versnovelle]], S. 321; [[Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse]]; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 46, 50, 54f., 62, 67, 70-73&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Eine Frau fordert von ihrem Mann einen gottesgerichtlichen Beweis seiner&lt;br /&gt;
Treue: er soll das heiße Eisen tragen. Er willigt ein, lässt aber bei der Probe&lt;br /&gt;
einen Holzspan, den er zuvor im Ärmel versteckt hatte, unbemerkt in seine&lt;br /&gt;
Hand gleiten und trägt darauf das glühende Eisen unversehrt mehr als sechs&lt;br /&gt;
Schritte. Nun jedoch fordert er von ihr den gleichen Beweis, dem sie sich mit&lt;br /&gt;
wortreichen Beteuerungen zu entziehen versucht. Als er bei seiner Forderung&lt;br /&gt;
beharrt, bittet sie ihn, ihr in Ansehung der allgemein bekannten weiblichen&lt;br /&gt;
Schwäche zunächst einen Liebhaber, dann zwei weitere und schließlich nochmals&lt;br /&gt;
drei Buhler „nachzulassen&amp;quot;, für die sie ihm beiseite gebrachtes Geld anbietet.&lt;br /&gt;
Der Mann erlässt ihr diese Fehltritte, dann aber muss sie das Eisen aufheben.&lt;br /&gt;
Sie verbrennt sich jämmerlich ihre Hand und muss den Zorn ihres Mannes&lt;br /&gt;
erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
([[Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung]], S. 524)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Schwank]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Strasser,_Ingrid:_Und_sungen_ein_liet_ze_pr%C3%AEse_in_einer_h%C3%B4hen_w%C3%AEse&amp;diff=13668</id>
		<title>Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Strasser,_Ingrid:_Und_sungen_ein_liet_ze_pr%C3%AEse_in_einer_h%C3%B4hen_w%C3%AEse&amp;diff=13668"/>
		<updated>2021-01-14T03:00:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse. Zur Frage der höfischen Elemente in den Ehestandsmaeren des Stricker. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 15 (1980), S. 77-107&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufsatz will an einigen Ehestandsmaeren des Stricker aufzeigen, inwiefern sich in diesen höfische Motive und Parallelen zu höfischen Epen finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
*verligen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] (78-82; 89-93)&lt;br /&gt;
**Parallelität zum Erec wird aufgezeigt: in beiden Texten vernachlässigen die männlichen Figuren ihre weltlichen Pflichten zugunsten des Minnegenusses (78-79) und es handelt sich dabei um von der (intratextuellen) Gesellschaft verhandelte Versäumnisse. (79) Aber diese Parallele hat Grenzen: „In Hartmanns &#039;Erec&#039; hingegen wird dem verligen-Motiv, wiewohl integriert in die erste Abenteuerreihe, so doch selbständige Position als Anstoß zu diesem Erzählkomplex zugewiesen.“ (81, nach Linke)&lt;br /&gt;
**Vergleich mit dem Tagelied, wobei die Gewichtung der Rollen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] umgekehrt wird (90)&lt;br /&gt;
**Vergleich zu Tristan (92)&lt;br /&gt;
*[[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]] (82-84)&lt;br /&gt;
**Motiv der Gefangenschaft durch Einmauerung findet sich im  Lancelot-Roman „Le chevalier de la charrette“ wieder&lt;br /&gt;
*[[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] (84-89)&lt;br /&gt;
**Motiv des gefälschten Gottesurteils findet sich in Tristan wieder&lt;br /&gt;
**Jedoch entspricht das Motiv im Märe in seiner Ausbildung weder der höfischen Texttradition noch dem realhistorischen Vorgang.&lt;br /&gt;
*[[Der kluge Knecht (Der Stricker)]] (93-94)&lt;br /&gt;
**Das Motiv des Tagelieds, den frühen Morgen zu verfluchen, wird umgekehrt. Der Morgen und der damit verbundene Aufbruch zur Arbeit wird von der Frau herbeigesehnt&lt;br /&gt;
**Beschreibung der Ehefrau mit höfischen Attributen sowie höfische Anrede durch den Ehemann, die sich auch im [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] und in [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] findet&lt;br /&gt;
*[[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] (95-97)&lt;br /&gt;
**Die äußeren Ideale der Hohen Minne werden verzerrt und konträr dargestellt&lt;br /&gt;
**Strasser ist der Auffassung, dass die Minne der Ehe beim Stricker unterliegt&lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (98-99)&lt;br /&gt;
**Strasser stellt die Frage, ob die überspitzte Darstellung unendlicher Liebe als „eine Pervertierung des Dienst-Lohn-Gedankens der Hohen Minne“ zu verstehen ist (98)&lt;br /&gt;
*Grundstruktur der Eheerzählungen des Strickers (99-100) &lt;br /&gt;
**Herausforderung des Ehepartners durch Hass/ Tätlichkeit/ Eifersucht/ Misstrauen/ Untreue/ renitentes Benehmen.  Die Herausforderung wird angenommen und in einer Stärke zurückgegeben, die den Herausforderer zum Unterlegenen macht. Dieser büßt seine Herausforderung mit Spott/ Schande/ Hass/ Schlägen. Die Handlungskonstellation wird hierbei komisch bis übertrieben dargestellt &lt;br /&gt;
* Die Komik im Strickerschen Mære (100-107)&lt;br /&gt;
** Die Komik der Stricker-Schwänke nach E.Agricola mittels der Theorie des &amp;quot;komischen Konflikts&amp;quot; (Fr. G. Jünger) : Zwei Parteien ungleichen Kräfteverhältnisses geraten in einen Konflikt, in dem die schwächere Partei die Überlegene provoziert. Der Mechanismus des Konflikts wird durch die Unangemessenheit der Provokation in Gang gebracht. Der Angegriffene, dessen Überlegenheit in ethisch-moralischer Kategorien liegt, erwidert den Angriff. Die Retourkutsche führt den Angreifer ad absurdum und stellt die verletzte Ordnung wieder her. Die Provokation und Replik können auch in gegenseitiger Steigerung einhergehen. ( [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] ) (100-101)&lt;br /&gt;
** &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; und die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels nach O.Rommel: Die &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; zielt auf die Kontrasttheorie. Dazu muss der Mensch in Bezug auf eine allgemeingültige Anforderung auffälliger- und überraschender Weise versagen. Dabei muss das beobachtete Versagen die Rechtfertigung möglichen eigenen Versagens mit sich bringen. Die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; drückt höchstgesteigerte Lebensfreude aus. Das Darstellungsmittel ist dabei die Übersteigerung und Übertreibung, seltener der absteigende Kontrast. Die Komik der Ehemæren unterliegt der Unzulänglichkeitskomik. (101-102) &lt;br /&gt;
** Die Interpretation der Komik des mittelalterlichen Mæres nach nach J.Ritter: Die Aktualisierung eines komischen Gehalts beruht nicht auf der Erfassung der stofflichen Begebenheiten, sondern auf der Einbeziehung der historischen, sozialen, kulturellen und regionalen Bedingungen. (103) &lt;br /&gt;
** Die Verteilung der höfischen Motive ist eng und beinahe ausschließlich an die &#039;&#039;persona comica&#039;&#039; gebunden. Laut Strasser intensivieren die höfischen Elemente die Komik. (104) &lt;br /&gt;
** Verordnet man das Publikum in literarisch gebildeten Kreisen der Nobilität und des patrizischen Bürgertums, so können komische Kontraste (Verordnung eines bäuerlichen Mannes in ritterliche Traditionen) einen Beitrag zur Komik geleistet haben. Auch der Gebrauch von aus anderen Zusammenhängen vertrauten Thematiken könnte im parodistischen Sinne komisch gewirkt haben. (105-107)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]], [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]], [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]], [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]], [[Der kluge Knecht (Der Stricker)]], [[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]], [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Strasser,_Ingrid:_Und_sungen_ein_liet_ze_pr%C3%AEse_in_einer_h%C3%B4hen_w%C3%AEse&amp;diff=13667</id>
		<title>Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse</title>
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		<updated>2021-01-14T02:58:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse. Zur Frage der höfischen Elemente in den Ehestandsmaeren des Stricker. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 15 (1980), S. 77-107&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufsatz will an einigen Ehestandsmaeren des Stricker aufzeigen, inwiefern sich in diesen höfische Motive und Parallelen zu höfischen Epen finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
*verligen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] (78-82; 89-93)&lt;br /&gt;
**Parallelität zum Erec wird aufgezeigt: in beiden Texten vernachlässigen die männlichen Figuren ihre weltlichen Pflichten zugunsten des Minnegenusses (78-79) und es handelt sich dabei um von der (intratextuellen) Gesellschaft verhandelte Versäumnisse. (79) Aber diese Parallele hat Grenzen: „In Hartmanns &#039;Erec&#039; hingegen wird dem verligen-Motiv, wiewohl integriert in die erste Abenteuerreihe, so doch selbständige Position als Anstoß zu diesem Erzählkomplex zugewiesen.“ (81, nach Linke)&lt;br /&gt;
**Vergleich mit dem Tagelied, wobei die Gewichtung der Rollen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] umgekehrt wird (90)&lt;br /&gt;
**Vergleich zu Tristan (92)&lt;br /&gt;
*[[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]] (82-84)&lt;br /&gt;
**Motiv der Gefangenschaft durch Einmauerung findet sich im  Lancelot-Roman „Le chevalier de la charrette“ wieder&lt;br /&gt;
*[[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] (84-89)&lt;br /&gt;
**Motiv des gefälschten Gottesurteils findet sich in Tristan wieder&lt;br /&gt;
**Jedoch entspricht das Motiv im Märe in seiner Ausbildung weder der höfischen Texttradition noch dem realhistorischen Vorgang.&lt;br /&gt;
*[[Der kluge Knecht (Der Stricker)]] (93-94)&lt;br /&gt;
**Das Motiv des Tagelieds, den frühen Morgen zu verfluchen, wird umgekehrt. Der Morgen und der damit verbundene Aufbruch zur Arbeit wird von der Frau herbeigesehnt&lt;br /&gt;
**Beschreibung der Ehefrau mit höfischen Attributen sowie höfische Anrede durch den Ehemann, die sich auch im [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] und in [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] findet&lt;br /&gt;
*[[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] (95-97)&lt;br /&gt;
**Die äußeren Ideale der Hohen Minne werden verzerrt und konträr dargestellt&lt;br /&gt;
**Strasser ist der Auffassung, dass die Minne der Ehe beim Stricker unterliegt&lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (98-99)&lt;br /&gt;
**Strasser stellt die Frage, ob die überspitzte Darstellung unendlicher Liebe als „eine Pervertierung des Dienst-Lohn-Gedankens der Hohen Minne“ zu verstehen ist (98)&lt;br /&gt;
*Grundstruktur der Eheerzählungen des Strickers nach H. Fischer (99-100) &lt;br /&gt;
**Herausforderung des Ehepartners durch Hass/ Tätlichkeit/ Eifersucht/ Misstrauen/ Untreue/ renitentes Benehmen.  Die Herausforderung wird angenommen und in einer Stärke zurückgegeben, die den Herausforderer zum Unterlegenen macht. Dieser büßt seine Herausforderung mit Spott/ Schande/ Hass/ Schlägen. Die Handlungskonstellation wird hierbei komisch bis übertrieben dargestellt &lt;br /&gt;
* Die Komik im Strickerschen Mære (100-107)&lt;br /&gt;
** Die Komik der Stricker-Schwänke nach E.Agricola mittels der Theorie des &amp;quot;komischen Konflikts&amp;quot; (Fr. G. Jünger) : Zwei Parteien ungleichen Kräfteverhältnisses geraten in einen Konflikt, in dem die schwächere Partei die Überlegene provoziert. Der Mechanismus des Konflikts wird durch die Unangemessenheit der Provokation in Gang gebracht. Der Angegriffene, dessen Überlegenheit in ethisch-moralischer Kategorien liegt, erwidert den Angriff. Die Retourkutsche führt den Angreifer ad absurdum und stellt die verletzte Ordnung wieder her. Die Provokation und Replik können auch in gegenseitiger Steigerung einhergehen. ( [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] ) (100-101)&lt;br /&gt;
** &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; und die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels nach O.Rommel: Die &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; zielt auf die Kontrasttheorie. Dazu muss der Mensch in Bezug auf eine allgemeingültige Anforderung auffälliger- und überraschender Weise versagen. Dabei muss das beobachtete Versagen die Rechtfertigung möglichen eigenen Versagens mit sich bringen. Die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; drückt höchstgesteigerte Lebensfreude aus. Das Darstellungsmittel ist dabei die Übersteigerung und Übertreibung, seltener der absteigende Kontrast. Die Komik der Ehemæren unterliegt der Unzulänglichkeitskomik. (101-102) &lt;br /&gt;
** Die Interpretation der Komik des mittelalterlichen Mæres nach nach J.Ritter: Die Aktualisierung eines komischen Gehalts beruht nicht auf der Erfassung der stofflichen Begebenheiten, sondern auf der Einbeziehung der historischen, sozialen, kulturellen und regionalen Bedingungen. (103) &lt;br /&gt;
** Die Verteilung der höfischen Motive ist eng und beinahe ausschließlich an die &#039;&#039;persona comica&#039;&#039; gebunden. Laut Strasser intensivieren die höfischen Elemente die Komik. (104) &lt;br /&gt;
** Verordnet man das Publikum in literarisch gebildeten Kreisen der Nobilität und des patrizischen Bürgertums, so können komische Kontraste (Verordnung eines bäuerlichen Mannes in ritterliche Traditionen) einen Beitrag zur Komik geleistet haben. Auch der Gebrauch von aus anderen Zusammenhängen vertrauten Thematiken könnte im parodistischen Sinne komisch gewirkt haben. (105-107)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]], [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]], [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]], [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]], [[Der kluge Knecht (Der Stricker)]], [[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]], [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse</title>
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		<updated>2021-01-14T02:56:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse. Zur Frage der höfischen Elemente in den Ehestandsmaeren des Stricker. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 15 (1980), S. 77-107&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufsatz will an einigen Ehestandsmaeren des Stricker aufzeigen, inwiefern sich in diesen höfische Motive und Parallelen zu höfischen Epen finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
*verligen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] (78-82; 89-93)&lt;br /&gt;
**Parallelität zum Erec wird aufgezeigt: in beiden Texten vernachlässigen die männlichen Figuren ihre weltlichen Pflichten zugunsten des Minnegenusses (78-79) und es handelt sich dabei um von der (intratextuellen) Gesellschaft verhandelte Versäumnisse. (79) Aber diese Parallele hat Grenzen: „In Hartmanns &#039;Erec&#039; hingegen wird dem verligen-Motiv, wiewohl integriert in die erste Abenteuerreihe, so doch selbständige Position als Anstoß zu diesem Erzählkomplex zugewiesen.“ (81, nach Linke)&lt;br /&gt;
**Vergleich mit dem Tagelied, wobei die Gewichtung der Rollen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] umgekehrt wird (90)&lt;br /&gt;
**Vergleich zu Tristan (92)&lt;br /&gt;
*[[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]] (82-84)&lt;br /&gt;
**Motiv der Gefangenschaft durch Einmauerung findet sich im  Lancelot-Roman „Le chevalier de la charrette“ wieder&lt;br /&gt;
*[[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] (84-89)&lt;br /&gt;
**Motiv des gefälschten Gottesurteils findet sich in Tristan wieder&lt;br /&gt;
**Jedoch entspricht das Motiv im Märe in seiner Ausbildung weder der höfischen Texttradition noch dem realhistorischen Vorgang.&lt;br /&gt;
*[[Der kluge Knecht (Der Stricker)]] (93-94)&lt;br /&gt;
**Das Motiv des Tagelieds, den frühen Morgen zu verfluchen, wird umgekehrt. Der Morgen und der damit verbundene Aufbruch zur Arbeit wird von der Frau herbeigesehnt&lt;br /&gt;
**Beschreibung der Ehefrau mit höfischen Attributen sowie höfische Anrede durch den Ehemann, die sich auch im [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] und in [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] findet&lt;br /&gt;
*[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] (94)&lt;br /&gt;
*[[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] (95-97)&lt;br /&gt;
**Die äußeren Ideale der Hohen Minne werden verzerrt und konträr dargestellt&lt;br /&gt;
**Strasser ist der Auffassung, dass die Minne der Ehe beim Stricker unterliegt&lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (98-99)&lt;br /&gt;
**Strasser stellt die Frage, ob die überspitzte Darstellung unendlicher Liebe als „eine Pervertierung des Dienst-Lohn-Gedankens der Hohen Minne“ zu verstehen ist (98)&lt;br /&gt;
*Grundstruktur der Eheerzählungen des Strickers nach H. Fischer (99-100) &lt;br /&gt;
**Herausforderung des Ehepartners durch Hass/ Tätlichkeit/ Eifersucht/ Misstrauen/ Untreue/ renitentes Benehmen.  Die Herausforderung wird angenommen und in einer Stärke zurückgegeben, die den Herausforderer zum Unterlegenen macht. Dieser büßt seine Herausforderung mit Spott/ Schande/ Hass/ Schlägen. Die Handlungskonstellation wird hierbei komisch bis übertrieben dargestellt &lt;br /&gt;
* Die Komik im Strickerschen Mære (100-107)&lt;br /&gt;
** Die Komik der Stricker-Schwänke nach E.Agricola mittels der Theorie des &amp;quot;komischen Konflikts&amp;quot; (Fr. G. Jünger) : Zwei Parteien ungleichen Kräfteverhältnisses geraten in einen Konflikt, in dem die schwächere Partei die Überlegene provoziert. Der Mechanismus des Konflikts wird durch die Unangemessenheit der Provokation in Gang gebracht. Der Angegriffene, dessen Überlegenheit in ethisch-moralischer Kategorien liegt, erwidert den Angriff. Die Retourkutsche führt den Angreifer ad absurdum und stellt die verletzte Ordnung wieder her. Die Provokation und Replik können auch in gegenseitiger Steigerung einhergehen. ( [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] ) (100-101)&lt;br /&gt;
** &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; und die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels nach O.Rommel: Die &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; zielt auf die Kontrasttheorie. Dazu muss der Mensch in Bezug auf eine allgemeingültige Anforderung auffälliger- und überraschender Weise versagen. Dabei muss das beobachtete Versagen die Rechtfertigung möglichen eigenen Versagens mit sich bringen. Die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; drückt höchstgesteigerte Lebensfreude aus. Das Darstellungsmittel ist dabei die Übersteigerung und Übertreibung, seltener der absteigende Kontrast. Die Komik der Ehemæren unterliegt der Unzulänglichkeitskomik. (101-102) &lt;br /&gt;
** Die Interpretation der Komik des mittelalterlichen Mæres nach nach J.Ritter: Die Aktualisierung eines komischen Gehalts beruht nicht auf der Erfassung der stofflichen Begebenheiten, sondern auf der Einbeziehung der historischen, sozialen, kulturellen und regionalen Bedingungen. (103) &lt;br /&gt;
** Die Verteilung der höfischen Motive ist eng und beinahe ausschließlich an die &#039;&#039;persona comica&#039;&#039; gebunden. Laut Strasser intensivieren die höfischen Elemente die Komik. (104) &lt;br /&gt;
** Verordnet man das Publikum in literarisch gebildeten Kreisen der Nobilität und des patrizischen Bürgertums, so können komische Kontraste (Verordnung eines bäuerlichen Mannes in ritterliche Traditionen) einen Beitrag zur Komik geleistet haben. Auch der Gebrauch von aus anderen Zusammenhängen vertrauten Thematiken könnte im parodistischen Sinne komisch gewirkt haben. (105-107)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]], [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]], [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]], [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]], [[Der kluge Knecht (Der Stricker)]], [[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]], [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse</title>
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		<updated>2021-01-14T02:54:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
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&lt;br /&gt;
Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse. Zur Frage der höfischen Elemente in den Ehestandsmaeren des Stricker. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 15 (1980), S. 77-107&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufsatz will an einigen Ehestandsmaeren des Stricker aufzeigen, inwiefern sich in diesen höfische Motive und Parallelen zu höfischen Epen finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
*verligen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] (78-82; 89-93)&lt;br /&gt;
**Parallelität zum Erec wird aufgezeigt: in beiden Texten vernachlässigen die männlichen Figuren ihre weltlichen Pflichten zugunsten des Minnegenusses (78-79) und es handelt sich dabei um von der (intratextuellen) Gesellschaft verhandelte Versäumnisse. (79) Aber diese Parallele hat Grenzen: „In Hartmanns &#039;Erec&#039; hingegen wird dem verligen-Motiv, wiewohl integriert in die erste Abenteuerreihe, so doch selbständige Position als Anstoß zu diesem Erzählkomplex zugewiesen.“ (81, nach Linke)&lt;br /&gt;
**Vergleich mit dem Tagelied, wobei die Gewichtung der Rollen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] umgekehrt wird (90)&lt;br /&gt;
**Vergleich zu Tristan (92)&lt;br /&gt;
*[[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]] (82-84)&lt;br /&gt;
**Motiv der Gefangenschaft durch Einmauerung findet sich im  Lancelot-Roman „Le chevalier de la charrette“ wieder&lt;br /&gt;
*[[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] (84-89)&lt;br /&gt;
**Motiv des gefälschten Gottesurteils findet sich in Tristan wieder&lt;br /&gt;
**Jedoch entspricht das Motiv im Märe in seiner Ausbildung weder der höfischen Texttradition noch dem realhistorischen Vorgang.&lt;br /&gt;
*[[Der kluge Knecht (Der Stricker)]] (93-94)&lt;br /&gt;
**Das Motiv des Tagelieds, den frühen Morgen zu verfluchen, wird umgekehrt. Der Morgen und der damit verbundene Aufbruch zur Arbeit wird von der Frau herbeigesehnt&lt;br /&gt;
**Beschreibung der Ehefrau mit höfischen Attributen sowie höfische Anrede durch den Ehemann, die sich auch im [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] und in [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] findet&lt;br /&gt;
*[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] (94)&lt;br /&gt;
*[[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] (95-97)&lt;br /&gt;
**Die äußeren Ideale der Hohen Minne werden verzerrt und konträr dargestellt&lt;br /&gt;
**Strasser ist der Auffassung, dass die Minne der Ehe beim Stricker unterliegt&lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (98-99)&lt;br /&gt;
**Strasser stellt die Frage, ob die überspitzte Darstellung unendlicher Liebe als „eine Pervertierung des Dienst-Lohn-Gedankens der Hohen Minne“ zu verstehen ist (98)&lt;br /&gt;
*Grundstruktur der Eheerzählungen des Strickers nach H. Fischer (99-100) &lt;br /&gt;
**Herausforderung des Ehepartners durch Hass/ Tätlichkeit/ Eifersucht/ Misstrauen/ Untreue/ renitentes Benehmen.  Die Herausforderung wird angenommen und in einer Stärke zurückgegeben, die den Herausforderer zum Unterlegenen macht. Dieser büßt seine Herausforderung mit Spott/ Schande/ Hass/ Schlägen. Die Handlungskonstellation wird hierbei komisch bis übertrieben dargestellt &lt;br /&gt;
* Die Komik im Strickerschen Mære (100-107)&lt;br /&gt;
** Die Komik der Stricker-Schwänke nach E.Agricola mittels der Theorie des &amp;quot;komischen Konflikts&amp;quot; (Fr. G. Jünger) : Zwei Parteien ungleichen Kräfteverhältnisses geraten in einen Konflikt, in dem die schwächere Partei die Überlegene provoziert. Der Mechanismus des Konflikts wird durch die Unangemessenheit der Provokation in Gang gebracht. Der Angegriffene, dessen Überlegenheit in ethisch-moralischer Kategorien liegt, erwidert den Angriff. Die Retourkutsche führt den Angreifer ad absurdum und stellt die verletzte Ordnung wieder her. Die Provokation und Replik können auch in gegenseitiger Steigerung einhergehen. ( [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] ) (100-101)&lt;br /&gt;
** &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; und die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels nach O.Rommel: Die &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; zielt auf die Kontrasttheorie. Dazu muss der Mensch in Bezug auf eine allgemeingültige Anforderung auffälliger- und überraschender Weise versagen. Dabei muss das beobachtete Versagen die Rechtfertigung möglichen eigenen Versagens mit sich bringen. Die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; drückt höchstgesteigerte Lebensfreude aus. Das Darstellungsmittel ist dabei die Übersteigerung und Übertreibung, seltener der absteigende Kontrast. Die Komik der Ehemæren unterliegt der Unzulänglichkeitskomik. (101-102) &lt;br /&gt;
** Die Interpretation der Komik des mittelalterlichen Mæres nach nach J.Ritter: Die Aktualisierung eines komischen Gehalts beruht nicht auf der Erfassung der stofflichen Begebenheiten, sondern auf der Einbeziehung der historischen, sozialen, kulturellen und regionalen Bedingungen. (103) &lt;br /&gt;
** Die Verteilung der höfischen Motive ist eng und beinahe ausschließlich an die &#039;&#039;persona comica&#039;&#039; gebunden. Laut Strasser intensivieren die höfischen Elemente also die Komik. (104) &lt;br /&gt;
** Verordnet man das Publikum in literarisch gebildeten Kreisen der Nobilität und des patrizischen Bürgertums, so können komische Kontraste (Verordnung eines bäuerlichen Mannes in ritterliche Traditionen) einen Beitrag zur Komik geleistet haben. Auch der Gebrauch von aus anderen Zusammenhängen vertrauten Thematiken könnte im parodistischen Sinne komisch gewirkt haben. (105-107)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]], [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]], [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]], [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]], [[Der kluge Knecht (Der Stricker)]], [[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]], [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Strasser,_Ingrid:_Und_sungen_ein_liet_ze_pr%C3%AEse_in_einer_h%C3%B4hen_w%C3%AEse&amp;diff=13664</id>
		<title>Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse</title>
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		<updated>2021-01-14T02:53:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse. Zur Frage der höfischen Elemente in den Ehestandsmaeren des Stricker. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 15 (1980), S. 77-107&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufsatz will an einigen Ehestandsmaeren des Stricker aufzeigen, inwiefern sich in diesen höfische Motive und Parallelen zu höfischen Epen finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
*verligen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] (78-82; 89-93)&lt;br /&gt;
**Parallelität zum Erec wird aufgezeigt: in beiden Texten vernachlässigen die männlichen Figuren ihre weltlichen Pflichten zugunsten des Minnegenusses (78-79) und es handelt sich dabei um von der (intratextuellen) Gesellschaft verhandelte Versäumnisse. (79) Aber diese Parallele hat Grenzen: „In Hartmanns &#039;Erec&#039; hingegen wird dem verligen-Motiv, wiewohl integriert in die erste Abenteuerreihe, so doch selbständige Position als Anstoß zu diesem Erzählkomplex zugewiesen.“ (81, nach Linke)&lt;br /&gt;
**Vergleich mit dem Tagelied, wobei die Gewichtung der Rollen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] umgekehrt wird (90)&lt;br /&gt;
**Vergleich zu Tristan (92)&lt;br /&gt;
*[[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]](82-84)&lt;br /&gt;
**Motiv der Gefangenschaft durch Einmauerung findet sich im  Lancelot-Roman „Le chevalier de la charrette“ wieder&lt;br /&gt;
*[[Das heiße Eisen (Der Stricker)]](84-89)&lt;br /&gt;
**Motiv des gefälschten Gottesurteils findet sich in Tristan wieder&lt;br /&gt;
**Jedoch entspricht das Motiv im Märe in seiner Ausbildung weder der höfischen Texttradition noch dem realhistorischen Vorgang.&lt;br /&gt;
*[[Der kluge Knecht (Der Stricker)]] (93-94)&lt;br /&gt;
**Das Motiv des Tagelieds, den frühen Morgen zu verfluchen, wird umgekehrt. Der Morgen und der damit verbundene Aufbruch zur Arbeit wird von der Frau herbeigesehnt&lt;br /&gt;
**Beschreibung der Ehefrau mit höfischen Attributen sowie höfische Anrede durch den Ehemann, die sich auch im [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] und in [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] findet&lt;br /&gt;
*[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] (94)&lt;br /&gt;
*[[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] (95-97)&lt;br /&gt;
**Die äußeren Ideale der Hohen Minne werden verzerrt und konträr dargestellt&lt;br /&gt;
**Strasser ist der Auffassung, dass die Minne der Ehe beim Stricker unterliegt&lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (98-99)&lt;br /&gt;
**Strasser stellt die Frage, ob die überspitzte Darstellung unendlicher Liebe als „eine Pervertierung des Dienst-Lohn-Gedankens der Hohen Minne“ zu verstehen ist (98)&lt;br /&gt;
*Grundstruktur der Eheerzählungen des Strickers nach H. Fischer (99-100) &lt;br /&gt;
**Herausforderung des Ehepartners durch Hass/ Tätlichkeit/ Eifersucht/ Misstrauen/ Untreue/ renitentes Benehmen.  Die Herausforderung wird angenommen und in einer Stärke zurückgegeben, die den Herausforderer zum Unterlegenen macht. Dieser büßt seine Herausforderung mit Spott/ Schande/ Hass/ Schlägen. Die Handlungskonstellation wird hierbei komisch bis übertrieben dargestellt &lt;br /&gt;
* Die Komik im Strickerschen Mære (100-107)&lt;br /&gt;
** Die Komik der Stricker-Schwänke nach E.Agricola mittels der Theorie des &amp;quot;komischen Konflikts&amp;quot; (Fr. G. Jünger) : Zwei Parteien ungleichen Kräfteverhältnisses geraten in einen Konflikt, in dem die schwächere Partei die Überlegene provoziert. Der Mechanismus des Konflikts wird durch die Unangemessenheit der Provokation in Gang gebracht. Der Angegriffene, dessen Überlegenheit in ethisch-moralischer Kategorien liegt, erwidert den Angriff. Die Retourkutsche führt den Angreifer ad absurdum und stellt die verletzte Ordnung wieder her. Die Provokation und Replik können auch in gegenseitiger Steigerung einhergehen. ( [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] ) (100-101)&lt;br /&gt;
** &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; und die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels nach O.Rommel: Die &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; zielt auf die Kontrasttheorie. Dazu muss der Mensch in Bezug auf eine allgemeingültige Anforderung auffälliger- und überraschender Weise versagen. Dabei muss das beobachtete Versagen die Rechtfertigung möglichen eigenen Versagens mit sich bringen. Die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; drückt höchstgesteigerte Lebensfreude aus. Das Darstellungsmittel ist dabei die Übersteigerung und Übertreibung, seltener der absteigende Kontrast. Die Komik der Ehemæren unterliegt der Unzulänglichkeitskomik. (101-102) &lt;br /&gt;
** Die Interpretation der Komik des mittelalterlichen Mæres nach nach J.Ritter: Die Aktualisierung eines komischen Gehalts beruht nicht auf der Erfassung der stofflichen Begebenheiten, sondern auf der Einbeziehung der historischen, sozialen, kulturellen und regionalen Bedingungen. (103) &lt;br /&gt;
** Die Verteilung der höfischen Motive ist eng und beinahe ausschließlich an die &#039;&#039;persona comica&#039;&#039; gebunden. Laut Strasser intensivieren die höfischen Elemente also die Komik. (104) &lt;br /&gt;
** Verordnet man das Publikum in literarisch gebildeten Kreisen der Nobilität und des patrizischen Bürgertums, so können komische Kontraste (Verordnung eines bäuerlichen Mannes in ritterliche Traditionen) einen Beitrag zur Komik geleistet haben. Auch der Gebrauch von aus anderen Zusammenhängen vertrauten Thematiken könnte im parodistischen Sinne komisch gewirkt haben. (105-107)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]], [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]], [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]], [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]], [[Der kluge Knecht (Der Stricker)]], [[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]], [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse</title>
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		<updated>2021-01-14T02:02:19Z</updated>

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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse. Zur Frage der höfischen Elemente in den Ehestandsmaeren des Stricker. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 15 (1980), S. 77-107&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufsatz will an einigen Ehestandsmaeren des Stricker aufzeigen, inwiefern sich in diesen höfische Motive und Parallelen zu höfischen Epen finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
*verligen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] (78-82; 89-93)&lt;br /&gt;
**Parallelität zum Erec wird aufgezeigt: in beiden Texten vernachlässigen die männlichen Figuren ihre weltlichen Pflichten zugunsten des Minnegenusses (78-79) und es handelt sich dabei um von der (intratextuellen) Gesellschaft verhandelte Versäumnisse. (79) Aber diese Parallele hat Grenzen: „In Hartmanns &#039;Erec&#039; hingegen wird dem verligen-Motiv, wiewohl integriert in die erste Abenteuerreihe, so doch selbständige Position als Anstoß zu diesem Erzählkomplex zugewiesen.“ (81, nach Linke)&lt;br /&gt;
**Vergleich mit dem Tagelied, wobei die Gewichtung der Rollen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] umgekehrt wird (90)&lt;br /&gt;
**Vergleich zu Tristan (92)&lt;br /&gt;
*[[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]](82-84)&lt;br /&gt;
**Motiv der Gefangenschaft durch Einmauerung findet sich im  Lancelot-Roman „Le chevalier de la charrette“ wieder&lt;br /&gt;
*[[Das heiße Eisen (Der Stricker)]](84-89)&lt;br /&gt;
**Motiv des gefälschten Gottesurteils findet sich in Tristan wieder&lt;br /&gt;
**Jedoch entspricht das Motiv im Märe in seiner Ausbildung weder der höfischen Texttradition noch dem realhistorischen Vorgang.&lt;br /&gt;
*[[Der kluge Knecht (Der Stricker)]] (93-94)&lt;br /&gt;
**Das Motiv des Tagelieds, den frühen Morgen zu verfluchen, wird umgekehrt. Der Morgen und der damit verbundene Aufbruch zur Arbeit wird von der Frau herbeigesehnt&lt;br /&gt;
**Beschreibung der Ehefrau mit höfischen Attributen sowie höfische Anrede durch den Ehemann, die sich auch im [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] und in [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] findet&lt;br /&gt;
*[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] (94)&lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (98-99)&lt;br /&gt;
**Strasser stellt die Frage, ob die überspitzte Darstellung unendlicher Liebe als „eine Pervertierung des Dienst-Lohn-Gedankens der Hohen Minne“ zu verstehen ist (98)&lt;br /&gt;
*Grundstruktur der Eheerzählungen des Strickers (99-100) &lt;br /&gt;
**Herausforderung des Ehepartners durch Hass/ Tätlichkeit/ Eifersucht/ Misstrauen/ Untreue/ renitentes Benehmen.  Die Herausforderung wird angenommen und in einer Stärke zurückgegeben, die den Herausforderer zum Unterlegenen macht. Dieser büßt seine Herausforderung mit Spott/ Schande/ Hass/ Schlägen.&lt;br /&gt;
* Die Komik im Strickerschen Mære (100-107)&lt;br /&gt;
** Die Komik der Stricker-Schwänke nach E.Agricola mittels der Theorie des &amp;quot;komischen Konfilkts&amp;quot; (Fr. G. Jünger) : Zwei Parteien ungleichen Kräfteveräötnisses geraten in einen Konflikt, in dem die schwächere Partei die Überlegene provoziert. Der Mechanismus des Konflikts wird durch die Unangemessenheit der Provokation in Gang gebracht. Der Angegriffene, dessen Überlegenheit in ethisch-moralischer Kategorien liegt, erwidert den Angriff. Die Retourkutsche führt den Angreifer ad absurdum und stellt die verletze Ordnung wieder her. Die Provokation und Replik können auch in gegenseitiger Steigerung einhergehen. ( [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] ) (100-101)&lt;br /&gt;
** &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; und die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels nach O.Rommel: Die &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; zielt auf die Kontrasttheorie. Dazu muss der Mensch in Bezug auf eine allgemeingültige Anforderung auffälliger- und überraschender Weise versagen. Dabei muss das beobachtete Versagen die Rechtfertigung möglichen eigenen Versagens mit sich bringen. Die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; drückt höchstgesteigerte Lebensfreude aus. Das Darstellungsmittel ist dabei die Übersteigerung und Übertreibung, seltener der absteigende Kontrast. Die Komik der Ehemæren unterliegt der Unzulänglichkeitskomik. (101-102) &lt;br /&gt;
** Die Interpretation der Komik des mittelalterlichen Mæres nach nach J.Ritter: Die Aktualisierung eines komischen Gehalts beruht nicht auf der Erfassung der stofflichen Begebenheiten, sondern auf der Einbeziehung der historischen, sozialen, kulturellen und regionalen Bedingungen. (103) &lt;br /&gt;
** Die Verteilung der höfischen Motive ist eng und beinahe ausschließlich an die &#039;&#039;persona comica&#039;&#039; gebunden. Die höfischen Elemente intensivieren also die Komik. (104) &lt;br /&gt;
** Verordnet man das Publikum in literarisch gebildeten Kreisen der Nobilität und des patrizischen Bürgertums, so können komische Kontraste (Verordnung eines bäuerlichen Mannes in ritterliche Traditionen) einen Beitrag zur Komik geleistet haben. Auch der Gebrauch von aus anderen Zusammenhängen vertrauten Thematiken könnte im parodistischen Sinne komisch gewirkt haben. (105-107)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]], [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]], [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]], [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]], [[Der kluge Knecht (Der Stricker)]], [[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]], [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse</title>
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		<updated>2021-01-14T01:45:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strasser, Ingrid: Und sungen ein liet ze prîse in einer hôhen wîse. Zur Frage der höfischen Elemente in den Ehestandsmaeren des Stricker. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 15 (1980), S. 77-107&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufsatz will an einigen Ehestandsmaeren des Stricker aufzeigen, inwiefern sich in diesen höfische Motive und Parallelen zu höfischen Epen finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
*verligen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] (78-82; 89-93)&lt;br /&gt;
**Parallelität zum Erec wird aufgezeigt: in beiden Texten vernachlässigen die männlichen Figuren ihre weltlichen Pflichten zugunsten des Minnegenusses (78-79) und es handelt sich dabei um von der (intratextuellen) Gesellschaft verhandelte Versäumnisse. (79) Aber diese Parallele hat Grenzen: „In Hartmanns &#039;Erec&#039; hingegen wird dem verligen-Motiv, wiewohl integriert in die erste Abenteuerreihe, so doch selbständige Position als Anstoß zu diesem Erzählkomplex zugewiesen.“ (81, nach Linke)&lt;br /&gt;
**Vergleich mit dem Tagelied, wobei die Gewichtung der Rollen in [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]] umgekehrt wird (90)&lt;br /&gt;
**Vergleich zu Tristan (92)&lt;br /&gt;
*[[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]](82-84)&lt;br /&gt;
**Motiv der Gefangenschaft durch Einmauerung findet sich im  Lancelot-Roman „Le chevalier de la charrette“ wieder&lt;br /&gt;
*[[Das heiße Eisen (Der Stricker)]](84-89)&lt;br /&gt;
**Motiv des gefälschten Gottesurteils findet sich in Tristan wieder&lt;br /&gt;
**Jedoch entspricht das Motiv im Märe in seiner Ausbildung weder der höfischen Texttradition noch dem realhistorischen Vorgang.&lt;br /&gt;
*[[Der kluge Knecht (Der Stricker)]] (93-94)&lt;br /&gt;
**Beschreibung der Ehefrau mit höfischen Attributen sowie höfische Anrede durch den Ehemann, die sich auch im „Ehescheidungsgespräch“ und im „Erzwungenen Gelübde“ findet&lt;br /&gt;
*[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]] (94)&lt;br /&gt;
*[[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]] (98-99)&lt;br /&gt;
**Strasser stellt die Frage, ob die überspitzte Darstellung unendlicher Liebe als „eine Pervertierung des Dienst-Lohn-Gedankens der Hohen Minne“ zu verstehen ist (98)&lt;br /&gt;
*Grundstruktur der Eheerzählungen des Strickers (99-100) &lt;br /&gt;
**Herausforderung des Ehepartners durch Hass/ Tätlichkeit/ Eifersucht/ Misstrauen/ Untreue/ renitentes Benehmen.  Die Herausforderung wird angenommen und in einer Stärke zurückgegeben, die den Herausforderer zum Unterlegenen macht. Dieser büßt seine Herausforderung mit Spott/ Schande/ Hass/ Schlägen.&lt;br /&gt;
* Die Komik im Strickerschen Mære (100-107)&lt;br /&gt;
** Die Komik der Stricker-Schwänke nach E.Agricola mittels der Theorie des &amp;quot;komischen Konfilkts&amp;quot; (Fr. G. Jünger) : Zwei Parteien ungleichen Kräfteveräötnisses geraten in einen Konflikt, in dem die schwächere Partei die Überlegene provoziert. Der Mechanismus des Konflikts wird durch die Unangemessenheit der Provokation in Gang gebracht. Der Angegriffene, dessen Überlegenheit in ethisch-moralischer Kategorien liegt, erwidert den Angriff. Die Retourkutsche führt den Angreifer ad absurdum und stellt die verletze Ordnung wieder her. Die Provokation und Replik können auch in gegenseitiger Steigerung einhergehen. ( [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]] ) (100-101)&lt;br /&gt;
** &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; und die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels nach O.Rommel: Die &amp;quot;Unzulänglichkeitskomik&amp;quot; zielt auf die Kontrasttheorie. Dazu muss der Mensch in Bezug auf eine allgemeingültige Anforderung auffälliger- und überraschender Weise versagen. Dabei muss das beobachtete Versagen die Rechtfertigung möglichen eigenen Versagens mit sich bringen. Die Komik des &amp;quot;heiter-überlegenen Spiels&amp;quot; drückt höchstgesteigerte Lebensfreude aus. Das Darstellungsmittel ist dabei die Übersteigerung und Übertreibung, seltener der absteigende Kontrast. Die Komik der Ehemæren unterliegt der Unzulänglichkeitskomik. (101-102) &lt;br /&gt;
** Die Interpretation der Komik des mittelalterlichen Mæres nach nach J.Ritter: Die Aktualisierung eines komischen Gehalts beruht nicht auf der Erfassung der stofflichen Begebenheiten, sondern auf der Einbeziehung der historischen, sozialen, kulturellen und regionalen Bedingungen. (103) &lt;br /&gt;
** Die Verteilung der höfischen Motive ist eng und beinahe ausschließlich an die &#039;&#039;persona comica&#039;&#039; gebunden. Die höfischen Elemente intensivieren also die Komik. (104) &lt;br /&gt;
** Verordnet man das Publikum in literarisch gebildeten Kreisen der Nobilität und des patrizischen Bürgertums, so können komische Kontraste (Verordnung eines bäuerlichen Mannes in ritterliche Traditionen) einen Beitrag zur Komik geleistet haben. Auch der Gebrauch von aus anderen Zusammenhängen vertrauten Thematiken könnte im parodistischen Sinne komisch gewirkt haben. (105-107)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
[[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]], [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]], [[Der begrabene Ehemann (Der Stricker)]], [[Der Gevatterin Rat (Der Stricker)]], [[Der kluge Knecht (Der Stricker)]], [[Die eingemauerte Frau (Der Stricker)]], [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_Richter_und_der_Teufel_(Der_Stricker)&amp;diff=13481</id>
		<title>Der Richter und der Teufel (Der Stricker)</title>
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		<updated>2020-12-17T14:34:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der Richter und der Teufel&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = ca. 1220-1250 ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Ostfränkisch/Rheinfränkisch, Österreich? ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 97va-98vb [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341, 336ra-337va [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341]&amp;lt;br /&amp;gt;Melk, Bibliothek des Benediktinerstiftes: Cod. 1547, 163-172 [http://manuscripta.at/diglit/AT6000-1547/0001]&amp;lt;br /&amp;gt;Wien, ÖNB: Cod. 2884, 137vb-139rb&amp;lt;br /&amp;gt;Donaueschingen, Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek: Hs. 104, 137ra-138va [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbhs/Handschriften/content/titleinfo/19642]&amp;lt;br /&amp;gt;Colony-Genéve, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 155, 31vb-33va [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0155]&amp;lt;br /&amp;gt;Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Hs. St. Georgen 86 [https://digital.blb-karlsruhe.de/urn/urn:nbn:de:bsz:31-20552]&amp;lt;br /&amp;gt;München, BSB: Cgm. 273&amp;lt;br /&amp;gt;Rom, Bibliotheca Apostolica Vaticana: Cod. Regin. Lat. 1423 [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Reg.lat.1423/0001]&amp;lt;br /&amp;gt;Innsbruck, UB: Cod. 922 [http://manuscripta.at/diglit/AT4000-922/1/thumbs]&amp;lt;br /&amp;gt;Freiburg i.Br., Stadtarchiv: Cod. B 1 (H) 199&amp;lt;br /&amp;gt;Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 1097&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 174-187&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fischer, Hanns (Hg.): Der Stricker. Verserzählungen II]], S. 31-42&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 4, S. 188-205&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von der Hagen, Friedrich Heinrich (Hg.): Gesamtabenteuer]], Band 3, S. 387-393&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 174-187&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Altdeutsches Decamerone]], S. 42-48&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von Wolzogen, Ernst (Hg.): Das gut alt teutsch Schwankbuch]], S. 75-84&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel?]]; [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 73, 125; [[Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos]], S. 86, 88, 91, 94f.; [[Grubmüller, Klaus: Zum Verhältnis von &#039;Stricker-Märe&#039; und Fabliau]]; [[Lewis, Robert Enzer: The devil as judge]], S. 114-127; [[Mihm, Arend: Überlieferung und Verbreitung der Märendichtung im Spätmittelalter]], S. 84; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 208-217, 222-224, 227, 253, 265, 268; [[Okken, Lambertus: Richter, Teufel und Hiob]], S. 97-102; [[Slenczka, Alwine: Mittelhochdeutsche Verserzählungen mit Gästen aus Himmel und Hölle]], S. 112-137; [[Steinmetz, Ralf-Henning: Fiktionalitätstypen in der mittelalterlichen Epik]]; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 48f., 51, 56f., 64f., 71f.; [[Taylor, Archer: Der Richter und der Teufel]], S. 248-251; [[Wagner, Silvan: Macht, Recht und Ökonomie in des Strickers ‚Der Richter und der Teufel‘]]&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
===Narratio===&lt;br /&gt;
Ein böser Richter trifft auf den Teufel. Dieser erklärt dem Richter, dass er in die Stadt wolle, wo er am heutigen Tag alles mitnehmen dürfe, was ihm ernsthaft vermacht werde. Der Richter verlangt mitzukommen. In der Stadt wünscht eine Frau ihr Schwein zum Teufel, woraufhin der Richter den Teufel auffordert, das Schwein mit zu nehmen. Der widerspricht aber mit dem Hinweis, dass es die Frau nicht ernst gemeint habe. Eine andere Frau wünscht ihr Rind zum Teufel, wieder eine andere ihr Kind, woraufhin sich jeweils ein analoges Gespräch zwischen Richter und Teufel ergibt. Eine Witwe kommt und klagt den Richter an, dass er ihr grundlos ihre Kuh genommen habe, und wünscht ihn zum Teufel. Der Teufel nimmt den Richter mit sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epimythion===&lt;br /&gt;
Auf diese Weise wurde der Richter siegend sieglos. Mit dem Teufel Umgang zu haben ist nicht weise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Okken,_Lambertus:_Richter,_Teufel_und_Hiob&amp;diff=13480</id>
		<title>Okken, Lambertus: Richter, Teufel und Hiob</title>
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		<updated>2020-12-17T14:32:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Zitation */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Okken, Lambertus: Richter, Teufel und Hiob. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik (Bd. 17). Amsterdam 1982, S. 97-102&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Okken,_Lambertus:_Richter,_Teufel_und_Hiob&amp;diff=13479</id>
		<title>Okken, Lambertus: Richter, Teufel und Hiob</title>
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		<updated>2020-12-17T14:32:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: Die Seite wurde neu angelegt: „== Zitation ==  Okken, Lambertus: Richter, Teufel und Hiob. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik (Bd. 17). Amsterdam 1982, S. 97-102   == Beschre…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Okken, Lambertus: Richter, Teufel und Hiob. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik (Bd. 17). Amsterdam 1982, S. 97-102&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Taylor,_Archer:_Der_Richter_und_der_Teufel&amp;diff=13478</id>
		<title>Taylor, Archer: Der Richter und der Teufel</title>
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		<updated>2020-12-17T14:21:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Behandelte Kleinepik */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Archer: Der Richter und der Teufel. In: Studies Hermann Collitz. Baltimore-Maryland 1930, S. 248-251&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_Richter_und_der_Teufel_(Der_Stricker)&amp;diff=13477</id>
		<title>Der Richter und der Teufel (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_Richter_und_der_Teufel_(Der_Stricker)&amp;diff=13477"/>
		<updated>2020-12-17T14:21:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der Richter und der Teufel&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = ca. 1220-1250 ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Ostfränkisch/Rheinfränkisch, Österreich? ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 97va-98vb [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341, 336ra-337va [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341]&amp;lt;br /&amp;gt;Melk, Bibliothek des Benediktinerstiftes: Cod. 1547, 163-172 [http://manuscripta.at/diglit/AT6000-1547/0001]&amp;lt;br /&amp;gt;Wien, ÖNB: Cod. 2884, 137vb-139rb&amp;lt;br /&amp;gt;Donaueschingen, Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek: Hs. 104, 137ra-138va [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbhs/Handschriften/content/titleinfo/19642]&amp;lt;br /&amp;gt;Colony-Genéve, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 155, 31vb-33va [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0155]&amp;lt;br /&amp;gt;Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Hs. St. Georgen 86 [https://digital.blb-karlsruhe.de/urn/urn:nbn:de:bsz:31-20552]&amp;lt;br /&amp;gt;München, BSB: Cgm. 273&amp;lt;br /&amp;gt;Rom, Bibliotheca Apostolica Vaticana: Cod. Regin. Lat. 1423 [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Reg.lat.1423/0001]&amp;lt;br /&amp;gt;Innsbruck, UB: Cod. 922 [http://manuscripta.at/diglit/AT4000-922/1/thumbs]&amp;lt;br /&amp;gt;Freiburg i.Br., Stadtarchiv: Cod. B 1 (H) 199&amp;lt;br /&amp;gt;Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 1097&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 174-187&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fischer, Hanns (Hg.): Der Stricker. Verserzählungen II]], S. 31-42&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 4, S. 188-205&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von der Hagen, Friedrich Heinrich (Hg.): Gesamtabenteuer]], Band 3, S. 387-393&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 174-187&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Altdeutsches Decamerone]], S. 42-48&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von Wolzogen, Ernst (Hg.): Das gut alt teutsch Schwankbuch]], S. 75-84&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel?]]; [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 73, 125; [[Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos]], S. 86, 88, 91, 94f.; [[Grubmüller, Klaus: Zum Verhältnis von &#039;Stricker-Märe&#039; und Fabliau]]; [[Lewis, Robert Enzer: The devil as judge]], S. 114-127; [[Mihm, Arend: Überlieferung und Verbreitung der Märendichtung im Spätmittelalter]], S. 84; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 208-217, 222-224, 227, 253, 265, 268; [[Slenczka, Alwine: Mittelhochdeutsche Verserzählungen mit Gästen aus Himmel und Hölle]], S. 112-137; [[Steinmetz, Ralf-Henning: Fiktionalitätstypen in der mittelalterlichen Epik]]; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 48f., 51, 56f., 64f., 71f.; [[Taylor, Archer: Der Richter und der Teufel]], S. 248-251; [[Wagner, Silvan: Macht, Recht und Ökonomie in des Strickers ‚Der Richter und der Teufel‘]]&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
===Narratio===&lt;br /&gt;
Ein böser Richter trifft auf den Teufel. Dieser erklärt dem Richter, dass er in die Stadt wolle, wo er am heutigen Tag alles mitnehmen dürfe, was ihm ernsthaft vermacht werde. Der Richter verlangt mitzukommen. In der Stadt wünscht eine Frau ihr Schwein zum Teufel, woraufhin der Richter den Teufel auffordert, das Schwein mit zu nehmen. Der widerspricht aber mit dem Hinweis, dass es die Frau nicht ernst gemeint habe. Eine andere Frau wünscht ihr Rind zum Teufel, wieder eine andere ihr Kind, woraufhin sich jeweils ein analoges Gespräch zwischen Richter und Teufel ergibt. Eine Witwe kommt und klagt den Richter an, dass er ihr grundlos ihre Kuh genommen habe, und wünscht ihn zum Teufel. Der Teufel nimmt den Richter mit sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epimythion===&lt;br /&gt;
Auf diese Weise wurde der Richter siegend sieglos. Mit dem Teufel Umgang zu haben ist nicht weise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Taylor,_Archer:_Der_Richter_und_der_Teufel&amp;diff=13476</id>
		<title>Taylor, Archer: Der Richter und der Teufel</title>
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		<updated>2020-12-17T14:18:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: Die Seite wurde neu angelegt: „== Zitation ==  Taylor, Archer: Der Richter und der Teufel. In: Studies Hermann Collitz. Baltimore-Maryland 1930, S. 248-251  == Beschreibung ==  == Behandelte…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Archer: Der Richter und der Teufel. In: Studies Hermann Collitz. Baltimore-Maryland 1930, S. 248-251&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Lewis,_Robert_Enzer:_The_devil_as_judge&amp;diff=13475</id>
		<title>Lewis, Robert Enzer: The devil as judge</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lewis, Robert Enzer: The devil as judge: the Stricker&#039;s short narrative &amp;quot;Der Richter und der Teufel&amp;quot;. In: Haymes, Edward R./Van D&#039;Elden, Stephanie Cain (Hg.): The Dark Figure in Medieval Germany and Germanic Literature. Göppingen 1986, S. 114-127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_Richter_und_der_Teufel_(Der_Stricker)&amp;diff=13472</id>
		<title>Der Richter und der Teufel (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Der_Richter_und_der_Teufel_(Der_Stricker)&amp;diff=13472"/>
		<updated>2020-12-17T12:19:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der Richter und der Teufel&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = ca. 1220-1250 ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Ostfränkisch/Rheinfränkisch, Österreich? ([[Malm, Mike: Der Stricker]], S. 369)&amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien ÖNB: Cod. 2705, 97va-98vb [https://manuscripta.at/hs_detail.php?ID=11811]&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341, 336ra-337va [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341]&amp;lt;br /&amp;gt;Melk, Bibliothek des Benediktinerstiftes: Cod. 1547, 163-172 [http://manuscripta.at/diglit/AT6000-1547/0001]&amp;lt;br /&amp;gt;Wien, ÖNB: Cod. 2884, 137vb-139rb&amp;lt;br /&amp;gt;Donaueschingen, Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek: Hs. 104, 137ra-138va [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbhs/Handschriften/content/titleinfo/19642]&amp;lt;br /&amp;gt;Colony-Genéve, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 155, 31vb-33va [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0155]&amp;lt;br /&amp;gt;Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Hs. St. Georgen 86 [https://digital.blb-karlsruhe.de/urn/urn:nbn:de:bsz:31-20552]&amp;lt;br /&amp;gt;München, BSB: Cgm. 273&amp;lt;br /&amp;gt;Rom, Bibliotheca Apostolica Vaticana: Cod. Regin. Lat. 1423 [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Reg.lat.1423/0001]&amp;lt;br /&amp;gt;Innsbruck, UB: Cod. 922 [http://manuscripta.at/diglit/AT4000-922/1/thumbs]&amp;lt;br /&amp;gt;Freiburg i.Br., Stadtarchiv: Cod. B 1 (H) 199&amp;lt;br /&amp;gt;Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 1097&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 174-187&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fischer, Hanns (Hg.): Der Stricker. Verserzählungen II]], S. 31-42&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 4, S. 188-205&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von der Hagen, Friedrich Heinrich (Hg.): Gesamtabenteuer]], Band 3, S. 387-393&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 174-187&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiewok, Wolfgang (Hg.): Altdeutsches Decamerone]], S. 42-48&amp;lt;br /&amp;gt;[[Von Wolzogen, Ernst (Hg.): Das gut alt teutsch Schwankbuch]], S. 75-84&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel?]]; [[Böhm, Sabine: Der Stricker]], S. 73, 125; [[Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos]], S. 86, 88, 91, 94f.; [[Grubmüller, Klaus: Zum Verhältnis von &#039;Stricker-Märe&#039; und Fabliau]]; [[Mihm, Arend: Überlieferung und Verbreitung der Märendichtung im Spätmittelalter]], S. 84; [[Nowakowski, Nina: Sprechen und Erzählen beim Stricker]], S. 208-217, 222-224, 227, 253, 265, 268; [[Slenczka, Alwine: Mittelhochdeutsche Verserzählungen mit Gästen aus Himmel und Hölle]], S. 112-137; [[Steinmetz, Ralf-Henning: Fiktionalitätstypen in der mittelalterlichen Epik]]; [[Strasser, Ingrid: Vornovellistisches Erzählen]], S. 48f., 51, 56f., 64f., 71f.; [[Wagner, Silvan: Macht, Recht und Ökonomie in des Strickers ‚Der Richter und der Teufel‘]]&amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
===Narratio===&lt;br /&gt;
Ein böser Richter trifft auf den Teufel. Dieser erklärt dem Richter, dass er in die Stadt wolle, wo er am heutigen Tag alles mitnehmen dürfe, was ihm ernsthaft vermacht werde. Der Richter verlangt mitzukommen. In der Stadt wünscht eine Frau ihr Schwein zum Teufel, woraufhin der Richter den Teufel auffordert, das Schwein mit zu nehmen. Der widerspricht aber mit dem Hinweis, dass es die Frau nicht ernst gemeint habe. Eine andere Frau wünscht ihr Rind zum Teufel, wieder eine andere ihr Kind, woraufhin sich jeweils ein analoges Gespräch zwischen Richter und Teufel ergibt. Eine Witwe kommt und klagt den Richter an, dass er ihr grundlos ihre Kuh genommen habe, und wünscht ihn zum Teufel. Der Teufel nimmt den Richter mit sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epimythion===&lt;br /&gt;
Auf diese Weise wurde der Richter siegend sieglos. Mit dem Teufel Umgang zu haben ist nicht weise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel?</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel? Eine Relektüre von Strickers &#039;Richter und Teufel&#039;. In: Bockmann, Jörn/Gold, Julia (Hg.): Turpiloquium. Kommunikation mit Teufeln und Dämonen in Mittelalter und Früher Neuzeit. Würzburg 2016, S. 21-44&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel? Eine Relektüre von Strickers &#039;Richter und Teufel&#039;. In: Bockmann, Jörn/Gold, Julia (Hg.): Turpiloquium: Kommunikation mit Teufeln und Dämonen in Mittelalter und Früher Neuzeit. Würzburg 2016, S. 21-44&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel? Eine Relektüre von Strickers &#039;Richter und Teufel&#039;. In: Bockmann, Jörn &amp;amp; Gold, Julia [Hg.]: Turpiloquium: Kommunikation mit Teufeln und Dämonen in Mittelalter und Früher Neuzeit. Würzburg 2016, S. 21-44&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forschung Märe/Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel? Eine Relektüre von Strickers &#039;Richter und Teufel&#039;. In: Bockmann, Jörn &amp;amp; Gold, Julia [Hg.]: Turpiloquium: Kommunikation mit Teufeln und Dämonen in Mittelalter und Früher Neuzeit. Würzburg 2016, S. 21-44&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beschreibung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Behandelte Kleinepik ===&lt;br /&gt;
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*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel?</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel? Eine Relektüre von Strickers &#039;Richter und Teufel&#039;. In: Bockmann, Jörn &amp;amp; Gold, Julia [Hg.]: Turpiloquium: Kommunikation mit Teufeln und Dämonen in Mittelalter und Früher Neuzeit. Würzburg 2016, S. 21-44&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beschreibung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Behandelte Kleinepik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Märe/ Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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		<title>Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel?</title>
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		<updated>2020-12-17T12:04:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: Die Seite wurde neu angelegt: „== Zitation ==   Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel? Eine Relektüre von Strickers &amp;#039;Richter und Teufel&amp;#039;. In: Bockmann, Jör…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bockmann, Jörn: Turpiloquium Oder Wie handeln und sprechen die Teufel? Eine Relektüre von Strickers &#039;Richter und Teufel&#039;. In: Bockmann, Jörn &amp;amp; Gold, Julia [Hg.]: Turpiloquium: Kommunikation mit Teufeln und Dämonen in Mittelalter und Früher Neuzeit. Würzburg 2016, S. 21-44&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beschreibung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Behandelte Kleinepik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Der Richter und der Teufel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forschung Märe/ Versnovelle]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Hase_und_L%C3%B6we_(Der_Stricker)&amp;diff=8674</id>
		<title>Hase und Löwe (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Hase_und_L%C3%B6we_(Der_Stricker)&amp;diff=8674"/>
		<updated>2019-09-17T13:12:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der Hase und der Löwe; Hase und Löwe&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = Ca. 1220-1250 ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Österreich? ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien, ÖNB: Cod. 2705 (online: [http://archiv.onb.ac.at:1801/view/action/nmets.do?DOCCHOICE=2242777.xml&amp;amp;dvs=1542210433041~572&amp;amp;locale=de&amp;amp;search_terms=&amp;amp;adjacency=&amp;amp;VIEWER_URL=/view/action/nmets.do?&amp;amp;DELIVERY_RULE_ID=1&amp;amp;divType=])&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341 (online: [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341])&amp;lt;br /&amp;gt;Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 72 (online: [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0072])&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 66-67&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 3,1, S. 15&amp;lt;br /&amp;gt;[[Schwab, Ute (Hg.): Der Stricker. Tierbispel]], S. 89&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 66-67&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 213; [[Hagby, Maryvonne: “Physiologus”-Eigenschaften in der mittelhochdeutschen Kurzepik]], S. 136 &amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die Überlieferung wurde nach [[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]] übernommen; Seitenangaben und ggf. Neufunde fehlen noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Annahme&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Ein Hase der dem närrischen Unterfangen nachgeht, einem Löwen im Kampf standhalten zu wollen, kann nur mit Hilfe des Teufels gegen ein solch übermächtiges Wesen bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schlussfolgerung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Wer gegen die Ehre strebt, der muss auch gegen Gott sein. Wenn seine Seele doch noch gerettet werden soll, steht ihr ein Kummer bevor, wie dem Hasen im Kampf gegen einen Löwen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Bispel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Hase_und_L%C3%B6we_(Der_Stricker)&amp;diff=8673</id>
		<title>Hase und Löwe (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Hase_und_L%C3%B6we_(Der_Stricker)&amp;diff=8673"/>
		<updated>2019-09-17T13:11:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der Hase und der Löwe; Hase und Löwe&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = Ca. 1220-1250 ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Österreich? ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien, ÖNB: Cod. 2705 (online: [http://archiv.onb.ac.at:1801/view/action/nmets.do?DOCCHOICE=2242777.xml&amp;amp;dvs=1542210433041~572&amp;amp;locale=de&amp;amp;search_terms=&amp;amp;adjacency=&amp;amp;VIEWER_URL=/view/action/nmets.do?&amp;amp;DELIVERY_RULE_ID=1&amp;amp;divType=])&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341 (online: [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341])&amp;lt;br /&amp;gt;Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 72 (online: [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0072])&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 66-67&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 3,1, S. 15&amp;lt;br /&amp;gt;[[Schwab, Ute (Hg.): Der Stricker. Tierbispel]], S. 89&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 66-67&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Hagby, Maryvonne: “Physiologus”-Eigenschaften in der mittelhochdeutschen Kurzepik]], S. 136; [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 213 &amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die Überlieferung wurde nach [[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]] übernommen; Seitenangaben und ggf. Neufunde fehlen noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Annahme&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Ein Hase der dem närrischen Unterfangen nachgeht, einem Löwen im Kampf standhalten zu wollen, kann nur mit Hilfe des Teufels gegen ein solch übermächtiges Wesen bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schlussfolgerung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Wer gegen die Ehre strebt, der muss auch gegen Gott sein. Wenn seine Seele doch noch gerettet werden soll, steht ihr ein Kummer bevor, wie dem Hasen im Kampf gegen einen Löwen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Bispel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Hase_und_L%C3%B6we_(Der_Stricker)&amp;diff=8639</id>
		<title>Hase und Löwe (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Hase_und_L%C3%B6we_(Der_Stricker)&amp;diff=8639"/>
		<updated>2019-09-12T12:45:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der Hase und der Löwe; Hase und Löwe&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = Ca. 1220-1250 ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Österreich? ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien, ÖNB: Cod. 2705 (online: [http://archiv.onb.ac.at:1801/view/action/nmets.do?DOCCHOICE=2242777.xml&amp;amp;dvs=1542210433041~572&amp;amp;locale=de&amp;amp;search_terms=&amp;amp;adjacency=&amp;amp;VIEWER_URL=/view/action/nmets.do?&amp;amp;DELIVERY_RULE_ID=1&amp;amp;divType=])&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341 (online: [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341])&amp;lt;br /&amp;gt;Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 72 (online: [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0072])&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 66-67&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 3,1, S. 15&amp;lt;br /&amp;gt;[[Schwab, Ute (Hg.): Der Stricker. Tierbispel]], S. 89&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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| forschung          = [[Hagby, Maryvonne: “Physiologus”-Eigenschaften in der mittelhochdeutschen Kurzepik]], S. 136 &amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die Überlieferung wurde nach [[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]] übernommen; Seitenangaben und ggf. Neufunde fehlen noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Annahme&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Ein Hase der dem närrischen Unterfangen nachgeht, einem Löwen im Kampf standhalten zu wollen, kann nur mit Hilfe des Teufels gegen ein solch übermächtiges Wesen bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schlussfolgerung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Wer gegen die Ehre strebt, der muss auch gegen Gott sein. Wenn seine Seele doch noch gerettet werden soll, steht ihr ein Kummer bevor, wie dem Hasen im Kampf gegen einen Löwen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Bispel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Holznagel,_Franz-Joseph:_Gez%C3%A4hmte_Fiktionalit%C3%A4t&amp;diff=8432</id>
		<title>Holznagel, Franz-Joseph: Gezähmte Fiktionalität</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Holznagel,_Franz-Joseph:_Gez%C3%A4hmte_Fiktionalit%C3%A4t&amp;diff=8432"/>
		<updated>2019-07-24T22:19:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zitation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holznagel, Franz-Joseph: Gezähmte Fiktionalität. Zur Poetik des Reimpaarbispels. In: González, Emilio/Mittel, Victor (Hg.): Die Kleinepik des Strickers. Texte, Gattungstraditionen und Interpretationsprobleme. Berlin 2006, S. 47-78&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammenfassung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufsatz über [[Bispel|Tierbispel]] des Strickers, in dem die Gattungsfrage neu diskutiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*In der Forschung steht die Gattung Bîspel in Frage (trotz der prominenten Stellung des Strickers), was an ihrer definitorischen Unschärfe liegt. (47)&lt;br /&gt;
*Mit dem Ziel eines repräsentativen Textcorpus&#039; sollen Gattungsmerkmale bestimmt werden, die didaktische Dimension aufgezeigt werden und weitere Binnendifferenzierungen der Bîspel vorgenommen werden. (48)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was ist ein Reimpaarbîspel? Die Bestimmung der Außengrenzen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gattungstypische Merkmale: (49-52)&lt;br /&gt;
**Stichische Form (im Unterschied zu Prosaerzählungen)&lt;br /&gt;
**Kleinerer bis mittlerer Umfang (ca. 8-500 Verse) (im Unterschied zu Großepik)&lt;br /&gt;
**Konstitutive Verbindung von Erzählteil und Auslegungsteil (im Unterschied zu Gleichnisreden; zu [[Märe/Versnovelle|Mären]])&lt;br /&gt;
**Analogisierung von Grund- und Vergleichssphäre und Generalisierung des Kasus&#039; (im Unterschied zu [[Märe/Versnovelle|Mären]])&lt;br /&gt;
**Relative Selbständigkeit (im Unterschied zu Großepik mit bîspelartig organisierten Binneneinheiten)&lt;br /&gt;
**Auslegung durch einen heterodiegetischen Erzähler&lt;br /&gt;
*Die (bislang problematische) Abgrenzung von Bîspel und [[Märe/Versnovelle|Märe]] kann über den Aspekt der Generalisierung durch einen Auslegungsteil vollzogen werden:&lt;br /&gt;
**Ein Märe kann generalisieren, indem der spezifische Fall der Erzählung eine allgemeine Gültigkeit beansprucht. (50)&lt;br /&gt;
**Ein Bîspel zwingt den Rezipienten darüber hinaus zur Übertragung von Phänomenen der Grundsphäre (Erzählteil) auf Phänomene der Vergleichssphäre (Auslegungsteil). (51)&lt;br /&gt;
**Wenn ein intradiegetischer Erzähler die Geschichte auslegt, liegt in der Regel ein [[Märe/Versnovelle|Märe]] vor. (52)&lt;br /&gt;
*Das so definierte Bîspel entsteht &amp;quot;nach anfänglichem Zögern&amp;quot; um 1230 mit den Stücken des Strickers (eine erste Sammlung von Bîspeln liegt mit dem Cod. Vindob. 2705 von 1260-1280 vor). Die Tradition bricht im 15. Jahrhundert ab. (54)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Reimpaarbîspel als didaktische Darstellungsform: Einige einführende Bemerkungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Reimpaarbîspel besitzen einen ästhetischen Mehrwert, da die Makrostruktur den Rezipienten dazu auffordert, semantische Merkmale von der Grundsphäre auf die Vergleichssphäre zu übertragen. (54f.)&lt;br /&gt;
*Der semantische Transfer weist Ähnlichkeiten mit den Semiosen auf, die beim Verstehen von Metaphern vorausgesetzt werden, da die Uneigentlichkeit der Redeweise ein komplexes Wechselspiel zwischen Term und Kontext bewirkt. (55)&lt;br /&gt;
**Die semantische Umcodierung von Grundsphäre auf Vergleichssphäre ist niemals eindeutig, da jeder Rezipient neue und individuelle Kohärenzen aufbaut. (56)&lt;br /&gt;
**Die semantische Umcodierung ist aber auch nicht beliebig, da die semantische Kohärenzbildung durch die textinterne, semantische Umgebung gesteuert wird. (56)&lt;br /&gt;
*Die Imaginationskraft des Rezipienten wird im Reimpaarbîspel genutzt, um eine Gesamtaussage des Textes zu ermöglichen. (57)&lt;br /&gt;
*Im Paarreimbîspel dient die Narration der Belehrung. (57)&lt;br /&gt;
*Das Belehren wird durch die Imaginatioskraft des Rezipienten, der das fiktive Geschehen analogisiert und generalisiert, realisiert. (57)&lt;br /&gt;
*Für die Umcodierung müssen Reimpaarbîspel folgende Merkmale besitzen: (57f.)&lt;br /&gt;
**Durch relative Kürze, übersichtliche Ordnung und auffällige Vorgänge im Erzählteil wird Memorierbarkeit erleichtert.&lt;br /&gt;
**Durch den Verlauf vom Bekannten zum weniger Bekannten wird an das Vorwissen des Rezipienten angeknüpft.&lt;br /&gt;
**Der Gedankengang steigt in die Werteordnung auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Möglichkeiten der Binnendifferenzierung ===&lt;br /&gt;
1. Thematische Schwerpunkte (58-61)&lt;br /&gt;
*Die Einteilung in eher weltliche und eher geistliche Stücke sollte möglich sein, auch wenn die Forschung dies gelegentlich problematisiert (58)&lt;br /&gt;
*Weltliche Bîspeln behandeln folgende Themengebiete: (60)&lt;br /&gt;
**Minne und Ehe/Geschlechterverhältnisse,&lt;br /&gt;
**allgemeine Tugendlehre (u.a. Klugheit und Dummheit; Warnung vor Betrug/Mahnung zur Aufrichtigkeit; êre)&lt;br /&gt;
**Sozialkritik und Zeitkritik (Arm und Reich; Umgang mit den Mächtigen; Aufforderung zur Solidarität; milte und Geiz; gast und wirt; Kritik an sozialen Aufstiegsbestrebungen inferiorer Schichten; Herrscherlehre; gesellschaftliche Laster)&lt;br /&gt;
*Geistliche Bîspeln behandeln folgende Themengebiete: (61)&lt;br /&gt;
**generelle Kritik an sündhaftem Verhalten/Warnung vor einem gottabgewandten Weltleben&lt;br /&gt;
**Kritik an einzelnen Sünden (insbesondere an der Fixierung auf weltliche Güter, an Geiz und Trunksucht)&lt;br /&gt;
**Aufforderung zu tätiger Reue, Beichte, Buße&lt;br /&gt;
**Einstellung der Menschen zu Gott und zu Christus&lt;br /&gt;
**Anfeindungen des Teufels&lt;br /&gt;
**Verhältnis zu Ordensleuten und Klerikern, rechte und falsche Einstellung zur geistlichen Lehre&lt;br /&gt;
**Kritik an geistlichen und weltlichen Institutionen, die in der Wahrnehmung ihrer religiösen Verpflichtungen nachlässig sind&lt;br /&gt;
2. Personal (59-61)&lt;br /&gt;
*Die Handlungsträger setzen sich aus den Gruppen Menschen, anthropomorphisierte Tiere, Pflanzen oder Gegenstände sowie eine Kombination aus letzteren zusammen&lt;br /&gt;
**Der Einsatz vom nicht-menschlichem Personal kann als Referenz auf antike Fabel-Vorbilder dienen&lt;br /&gt;
3. Unterschiede in der Komplexität (61-66)&lt;br /&gt;
*Die Differenzierungen der Komplexität geschehen durch Amplifikation des Personals, Erzählerkommentare oder Vervielfachung der kommunikativen Ebenen (61)&lt;br /&gt;
*Bei Reimpaarbîspeln wird meist nur der Auslegungsteil modifiziert, und zwar durch: (62)&lt;br /&gt;
**die Explikation der Analogie&lt;br /&gt;
**die Analogie als Ausgangspunkt oder Strukturierungshilfe für eine umfangreichere Argumentation&lt;br /&gt;
**die Erzeugung von Auslegungen höherer Ordnung&lt;br /&gt;
**die Kombination aus Promythion und Epimyhion&lt;br /&gt;
3.1 Explikation der Analogie &lt;br /&gt;
*Die entwickelten Gedanken aus dem ersten Teil des Textes werden in der Analogie mit dem neu entwickelten aus dem zweiten Teil in Beziehung gestellt. (S. 62)&lt;br /&gt;
*Im Gegensatz zu einfacheren Reimpaarbîspel, die sich nur auf die Parallelisierung der Grund- und Vergleichssphäre beziehen, unterstützen und steuern komplexere Texte die Interpretation durch Signale im zweiten Teil, indem sie auf den ersten Teil zurückverweisen. Es gibt zwei Typen dieser Rückverweise, einerseits die Vergleichsformel, andererseits die Responsion. &lt;br /&gt;
*Bei der Vergleichsformel wird entweder aufgezeigt, dass das Phänomen A dem Phänomen B entspricht (S. 63), oder eine Referenz zur gesamten Narration hergestellt.&lt;br /&gt;
*Die Responsion ist eine indirekte Form des Rückbezugs, hierbei soll der Leser/Hörer sich an einen auffälligen Ausdruck im zweiten Teil erinnern, den er aus dem ersten Teil wiedererkennt.&lt;br /&gt;
*Reimpaarbîspel können auf Grundlage des Explikationsgrades einer Skala zu geordnet werden. &lt;br /&gt;
**Bei hochgradig konventionalisierten Geschichten ist die Übertragung in die Vergleichssphäre eher simple. Ohne die Analogisierung steht dem Rezipienten ein großer Deutungsspielraum offen. &lt;br /&gt;
**Bei komplexeren Texten, die einen hohen Anteil an Vergleichsformen und Responsionen nutzen, wird der semantische Transfer deutlich verengt, um die intendierte Auslegung zu steuern. (S. 65)&lt;br /&gt;
*Die Skala hilft bei der graduellen Abstufung der Rezipienten - Lenkung und der oft getroffenen Unterscheidung zwischen punktueller (parabolischer) und detailidentifizierender (allegorisierender) Auslegung. (S. 66)&lt;br /&gt;
3.2 Die Analogie als Ausgangspunkt oder Strukturierungshilfe für eine umfangreichere Argumentation &lt;br /&gt;
*Die geleistet Analogisierung wird oft nur als Ausgangspunkt für eine weiterführende Darlegung genutzt. Dies ist eine weitere Möglichkeit die Komplexität von Reimpaarbîspel zu steigern. (S. 67)&lt;br /&gt;
3.3 Die Erzeugung von Auslegungen höherer Ordnung&lt;br /&gt;
*Als eine Auslegung höherer Ordnung wird bei Holznagel die Auslegung der Auslegung der Narration bezeichnet.&lt;br /&gt;
*Diese Technik wird anhand „Die Gäuhühner“ erklärt und aufgezeigt. (S. 68)&lt;br /&gt;
*Aufteilung in drei rhetorische Strategien:&lt;br /&gt;
**1. Stilisierung der Macht des Herzogs und Generalisierung der Beispielgeschichte als unbesiegbare Naturgewalt durch die Analogie&lt;br /&gt;
**2. Konkretisierung der Auslegung durch einen historischen Bericht&lt;br /&gt;
**3. Explikation der Konkretisierung mittels einer Vorgangsgeschichte (S. 69)&lt;br /&gt;
3.4 Die Kombination aus Promyhtion und Epimythion&lt;br /&gt;
*Eine weitere Möglichkeit die Komplexität der Argumentation zu steigern, ist das voranstellen eines Promythions vor die narratio. Hierbei soll das Promythion die nachgestellte Auslegung nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen.&lt;br /&gt;
*Die allgemeine Thematik des Stücks wird aufgegriffen und es wird ein Verständnisrahmen formuliert, der die Interpretation der Erzählung lenkt. (S. 70)&lt;br /&gt;
*Das Ziel hierbei ist es nicht Polyperspektivität oder Mehrdeutigkeit zu schaffen, sondern die Eigeninitiative des Rezipienten zu zügeln. (S. 71)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandelte Kleinepik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der arme und der reiche König (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Der Rabe mit den Pfauenfedern (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Der unbelehrbare Zecher (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Das erzwungene Gelübde (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Ehescheidungsgespräch (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Das heiße Eisen (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Fliege und Kahlkopf (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Falkner und Terzel]]&lt;br /&gt;
* [[Der Gast und die Wirtin (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Die Frauenehre (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Der Sünder und der Einsiedel (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Die Buße des Sünders (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Der ernsthafte König (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Der Axtstiel]]&lt;br /&gt;
* [[Der Renner (Hugo von Trimberg)]]&lt;br /&gt;
* [[Fuchs und Wolf]]&lt;br /&gt;
* [[Der Hahn und die Perle (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Die Äffin und ihre Kinder (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Der Hund und das Wasser]]&lt;br /&gt;
* [[Der Kater als Freier (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Der Waldschrat (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Fliege und Kahlkopf (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Die Tochter und der Hund (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Die Äffin und die Nuss (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Der Gast und die Wirtin (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Habicht und Krähe]]&lt;br /&gt;
* [[Des Königs alte Kleider (Der Stricker)]]&lt;br /&gt;
* [[Fuchs und Füchsin]]&lt;br /&gt;
* [[Kranich und Pfau]]&lt;br /&gt;
* [[Das Einhorn]]&lt;br /&gt;
* [[Die Jagd des Löwen]]&lt;br /&gt;
* [[Wolf und Lamm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung Bispel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Hase_und_L%C3%B6we_(Der_Stricker)&amp;diff=8374</id>
		<title>Hase und Löwe (Der Stricker)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Hase_und_L%C3%B6we_(Der_Stricker)&amp;diff=8374"/>
		<updated>2019-07-18T11:09:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Matthias Tvaruzek: /* Bearbeitung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Einzeltext&lt;br /&gt;
| namen              = Der Hase und der Löwe; Hase und Löwe&amp;lt;!--Möglichst alle Bezeichnungen des Textes, die in der Forschung gebräuchlich waren bzw. sind, in alphabetischer Reihenfolge, abgertrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| autorin            = Der Stricker&amp;lt;!--Autor oder Autorin bzw. &amp;quot;Anon.&amp;quot;; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname &amp;quot;?&amp;quot; und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| entstehungszeit    = Ca. 1220-1250 ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| entstehungsort     = Österreich? ([[Grubmüller, Klaus (Hg.): Novellistik des Mittelalters]], S. 1020) &amp;lt;!--Entstehungsort oder -raum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Verortung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)--&amp;gt; &lt;br /&gt;
| auftraggeberin     = &amp;lt;!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| überlieferung      = Wien, ÖNB: Cod. 2705 (online: [http://archiv.onb.ac.at:1801/view/action/nmets.do?DOCCHOICE=2242777.xml&amp;amp;dvs=1542210433041~572&amp;amp;locale=de&amp;amp;search_terms=&amp;amp;adjacency=&amp;amp;VIEWER_URL=/view/action/nmets.do?&amp;amp;DELIVERY_RULE_ID=1&amp;amp;divType=])&amp;lt;br /&amp;gt;Heidelberg, UB: Cpg 341 (online: [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341])&amp;lt;br /&amp;gt;Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 72 (online: [https://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/fmb/cb-0072])&amp;lt;!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ausgaben           = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 66-67&amp;lt;br /&amp;gt;[[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]], Band 3,1, S. 15&amp;lt;br /&amp;gt;[[Schwab, Ute (Hg.): Der Stricker. Tierbispel]], S. 89&amp;lt;!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| übersetzungen      = [[Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden]], S. 66-67&amp;lt;!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit &amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;; notfalls Doppelungen mit Ausgaben--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Hagby, Maryvonne: “Physiologus”-Eigenschaften in der mittelhochdeutschen Kurzepik]], S. 136 &amp;lt;!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit &amp;quot;;&amp;quot;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die Überlieferung wurde nach [[Moelleken, Wolfgang Wilfried (Hg.): Die Kleindichtung des Strickers]] übernommen; Seitenangaben und ggf. Neufunde fehlen noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Annahme&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Ein Hase der dem närrischen Unterfangen nachgeht, einem Löwen im Kampf standhalten zu wollen, kann nur mit Hilfe des Teufels gegen ein solch übermächtiges Wesen bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schlussfolgerung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Wer gegen die Ehre strebtJemand, der muss auch gegen Gott sein. Wenn seine Seele doch noch gerettet werden soll, steht ihr ein Kummer bevor, wie dem Hasen im Kampf gegen einen Löwen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Bispel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Matthias Tvaruzek</name></author>
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