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	<title>Brevitas Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-12T17:14:30Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Wolf_II_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=22185</id>
		<title>Ochse und Wolf II (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Wolf_II_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=22185"/>
		<updated>2022-12-05T09:29:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Anmerkungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Wolf II&lt;br /&gt;
| regest             = Der Wolf fragt den Ochsen, warum er sich angesichts seiner Stärke nach schwerer Arbeit mit dürftigem Futter begnüge; der Ochse klärt ihn über die Folgen der Raublust auf. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 532)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. III, 16&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. III, 15&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. III, 16, Bl. 65v-66r&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 73, Bl. 247r-249v&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 532; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 111f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. III, 16 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Transkription =&lt;br /&gt;
Das lxxxvi ∙ blat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wider die die raubes fleissig seind daz sy sich mügend in hohem ru(o)m erzaigen ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ∙ xvi ∙ Capitel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem joch d(er) schwa(e)re(n) arbeit die d(er) leüten nuczber wz ma(e)et ein Ochs auf einer gar scho(e)n geplu(e)mpten wisen das graß mitt sampt den plu(o)men ab mit der segen seiner wolgeschliffen zu(n)ge(n) ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Do das ein ungestu(e)mer Wolff der allezeyt nichs anders dann raubes pflage auß einer staude(n) on sach / der lief zu(o) im und sprache mit freyem schall∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was istt das / was thu(o)st du an dir sellber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seyt du ein als vermügendes tier under allen geheymen thyeren bist das sich dir mit rechtter kraft ir keines mag geleychen /&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch pist du wol mit scharpffe(n) horen gewaffnot ∙ des wiltu nit geniessen ∙ Wenn du tregst nicht allein ein schwa(e)res joch ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
un(d) leydest auß der massen vil dem me(n)schen czu(o) willen ∙ Aber über das /&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich noch vil po(e)ser scha(e)cz so du schwa(e)rlich gemenet pist vn(d) mit herten zügen den pflu(o)g und auch den wagen den langen tag gemaistret und gereckt haßtt /&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des magst du nit geniessen Od(er) du mu(o)ßt i(n) armer haut nach deyner schwa(e)rn arbeit einer schwachen speiß, dann gewarten ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sag dir hie in gu(o)ten treüen und het die milt natur zu(o) meine(n) za(e)nen der griffige an jm sellber ist ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und auch zu(o) meiner scharpffen kunst so(e)lich vermügend krefte mitgeteilt so wißt ich de(n) auff erde(n) nit wie hohe er wa(e)r d(en) ch wolt gepunden sein so schwa(e)rs joch in seym die(n)st zetrage(n) ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie ∙ wol ich mit ru(o) on schwa(e)r arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das xvi Capitel Des ∙iii∙ buchs&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mich mit des vesten esels flaisch nach meinem lust wol speiß ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
yedoch so ru(e)ret ichß nit an ich mu(e)ste ein pessers habe(n) wa(e)r ich der kraft und auch der zier als wir diklich als du geadlet unnd gepreyset ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
do sprach der ochs gar sinniklich mit beschaiden worte(n) O wolf un(d) hetestu ein gerechte wage in deiner hand unnd wa(e)gest mit geleicher wage v(er)nünftiger beschaidenheit das edel gu(o)te daz unschuld genennet ist die frucht der süssen senftmu(e)tigkeyt Gemach d(er) stillen gerechtigkeyt ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
un(d) die zier des frids die niema(n)t widerwegen kan ∙ und wa(e)geßt dann da wider die grossen schulde des raubes so sa(e)hestu erka(n)ntlich wie ja(e)merige das hye auff erden an im selber ist ∙ und in der leüte oren ist der veintlich als d(er) wu(e)trich wu(e)tet und raublichen als ein rauber lebt ∙ und sa(e)heßt auch das der ja(e)merigen jugend das das aller po(e)ßt so sy es erde(n)cken kan nicht anders wa(e)r dan(n) scheüczliche mail des schelmige(n) raubes / wann so man übel lebtt daru(m)b das man geleben mu(o)g so wirt on allen zweifel daz edlest leben der waren tugent scha(e)mlichen damit verlorn und geto(e)tt und das leben das de(m) schwache(n) rauber den(n)ocht erd beleibt  ∙ wen(n) er darinn lebt so wirt dasselben leben noch schalckhaftiger denn der tode mit ja(e)merige(m) laster ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
un(d) also wirt des raubers leben von im selber gericht un(d) verdampt ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darumb so sag du faiger wolf wes lebstu deines mu(e)ffigga(n)gs wes ru(e)mestu dich hie gen myr deiner lasterbern boßheit ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mercke hie von mir mit fleiß das alle tier die des raubs lebe(n) die go(e)tliche  Ee vermainsambt∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und spricht sy seyen unrein unnd vermailiget ∙ Und verpeüt auch dz sy dem ho(e)chsten ewigen got auf seinen alter nymmer geopffertt werden ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch verpeüt sy strencklich allen menschen das sy Ir keins zu(o) speiß nemen un(d) sy mit nichten nüczen das man darbei erkennen müge / das sy als schwach schno(e)de tier von der Ee v(er)dampt seind / davon hat sy me(n)schlich natur von adels wegen dz an ir ist alzeit genü(er)t un(d) gescheühet ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Un(d) zwaiu(n)g sta(e)ts krieges wid(er) sy gehalte(n) ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daru(m)b hat auch die maistrin die aller ding mit maisterschaft kan würcke(n) / die selbe(n) tier mit gift / galle(n) / fraisamkeit / auch mit d(er) wu(e)st v(er)da(m)liche(n) außgezaigt ∙ Wan(n) eins yede(m) rauber mu(o)t des schedlichs raub es pfligt d(er) ist vol unreinkeit ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sei(n) sel wirt nymer krieges on ∙ sein wil ist biter als galle(n) des frides veind ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daru(m)b mein joch ist eyn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lxxxvii ∙ blat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
senfte purd der tugendt seyt es dem armen als dem reichen nucz lust und freüd bringet ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber deines freien mu(o)tes ungewiter ist dir ein lasterberer dienst na(e)mlichen zu(o) schaden / und keine(m) man(n) zefro(m)me(n) ∙Also wil ich vil armer ochs die weil ich leb auf erd mit gro(e)sserm lust vil lieber / amadt/ heu und stro mit arbeit der gerechtikeit mein schlechte noturfte essen / de(n) La(e)mber / Kicz /Ko(e)lber / Ku(e) und schwein mit fra(e)uelein raub in lasters mail verschlinden und verschlicken ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Do der wolf die red hort da lief auch er mit schna(e)llem sprung von dannen ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Joch. Zuggeschirr (Schultertrage). „Das Joch und die damit verbundene Deichsel, …, formen … „das Zeichen des Kreuzes. Doch die gängigste Bedeutung des Symbols basiert auf seiner Funktion: Das Joch, an dem die Tiere festgemacht sind, ist ein Sinnbild der Unterwerfung und des Gehorsams gegen ihren Herrn“ (G.-H. Baudry, 136). „Häufig ein Symbol der Unterdrückung, Belastung und Demütigung… In Indien ist das Yoga dagegen das Joch, das die Disziplin verkörpert, die zur Erlösung führt“ (U. Müller-Kaspar, 140). Hier wird Christus Kreuz als das Joch dargestellt. Arbeit war allgemein im Mittelalter als Tugendmittel bekannt und diente zur Selbstheilung. Für Christen ist die Arbeit eine selbstverständliche Pflicht des irdischen Lebens (vgl. Günthart, 31). Jedoch erwartet man nach dem Tod die Befreiung von aller Arbeit (vgl. ebd., 31). Gegenüber dem Raub ist die Arbeit selbstverständlich positiv bewertet. Diebstahl bzw. Raub zählt nach Kor 6,9 f. zu den Todsünden (vgl. H. Sachs und and., 324).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Ochse (althochdeutsch ohso) ist ein kastriertes männliches Rind. „Im Gegensatz zum wilden Stier gutmütiges und beliebtes Lasttier. Er galt als Symbol der Friedfertigkeit und Stärke“ (U. Müller-Kaspar, 205). Im lateinischen Text von C. Plinius d. Ä. ist die Rede von dem Rind: „Wir haben nämlich dieses Tier zum Helfen bei der Arbeit und beim Ackerbau (Plinius d. Ä., 183) “. Der Ochse wird gemeinhin als arbeitsam und sanft beschrieben (vgl. Günthart, 30). Unter den Eigenschaften des Ochsens wird besonders seine Ausdauer und Stärke gerühmt. Der Ochse findet sich auf dem Krippenbild. Jedoch gibt es keine Information über ihn in der Weihnachtsgeschichte (vgl. Lipfert K., 38). „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennt&#039;s nicht, und mein Volk vernimmt&#039;s nicht“ (Jes 1,3). „Bereits im 3. Jh. werden die Tiere als Vertreter des Juden- und Heidentums gedeutet, wobei … der Ochs das wahre Gesetzt kennt“ (H. Sachs und and., 141). Den Ochsen sieht das Volk der Juden als Symbol (vgl. G.-H. Baudry, 108). Der Ochse ist das Tiersymbol für Lukas, einen der vier Evangelisten (vgl. K. Lipfert, 100). Sein Element ist die Erde (vgl. W. Bauer, 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die Zunge ist das Attribut der Heiligen (vgl. H. Sachs und and., 377). „… wurde bei den Ägyptern als schöpferisches und göttliches Körperteil angesehen. Auch im Christentum ist die Zunge mit dem göttlichen, kreativen Atem gleichgesetzt“ (U. Müller-Kaspar, 318). Das Sprachverhalten von Menschen, die es negativ gegen jemanden verwenden, kann als Waffe (Jes 54, 17) bzw. Messer (Ps 9,2) sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. „Der Wolf, das wichtigste und größte Landraubtier der Alten Welt, gilt als roh und gefräßig, gefährlich und schädlich. Im Vordergrund steht das Bild des Räubers, seltener auch des Diebes. Dem Wolf wird eine füchsische Gerissenheit zugesprochen, die ihn auch stärkeren Tieren überlegen macht. Er wird überwiegend als Feind, Böse oder als Teufel gedeutet. Er ist Bild des unbarmherzigen Räubers und neidischen Verfolgers, Falschheit und Bosheit“ (Günthart, 30).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bibel sagt indirekt, dass Raubtiere wie der Wolf unrein sind. Als Tatzengänger vgl. 3 Mo. 11 „Und alles, was auf Tatzen geht unter den Tieren, die auf vier Füßen gehen, soll euch unrein sein“ fällt der Wolf in diese Kategorie. Nach Augustinus ist der Wolf das Gesicht des Teufels (vgl. H. Sachs und and., 187). „… repräsentiert er die Gefahren der feindlichen Welt, ... Der Wolf ist das Symbol der satanischen Kräfte, die die Herde der Gläubigen, …, bedrohen“ (G.-H. Baudry, 109-110). „Der Wolf ist in vielen Mythen das gefährlichste Tier und galt als der größte tierische Feind des Menschen. In den germanischen Sagen ist der Wolf die Macht der Finsternis“ (U. Müller-Kaspar, 307).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hörner. „Als Kampfgerät der Rinder, sind Hörner ein Symbol männlicher Kraft und Macht… gelten Tiere mit Hörnern auch als Fruchtbarkeitssymbole (U. Müller-Kaspar, 132)“. Hier besteht eine Nichtübereinstimmung. Ein Ochse ist nicht zeugungsfähig, jedoch wurden seine Hörner im Gespräch mit dem Wolf betont. Wahrscheinlich wird dadurch gezeigt, dass der Wolf über Hörner des Oches mit Absicht sagt, um seine Unfruchtbarkeit zu verlachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. „&#039;&#039;schwachen speiß&#039;&#039;“, damit ist vermutlich das Fasten-Essen gemeint. Erlaubt war in der Fastenzeit generell der Verzehr ausschließlich pflanzlicher Produkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Esel. „… in der Bibel wird der Esel positiv gewertet als Besitz und Reittier der Reichen und Herrschenden“ (E. Kirschbaum, 682). „Nach dem Physiologus zunächst Symbol der Eifersucht; außerdem Symbol des Teufels; Der Esel kennzeichnet die Laster Dummheit (Stupiditas) und Trägheit (Acedia) “ (H. Sachs und and., 121). „Gegensätzlicher könnten Symbolgehalte bei einem Tier kaum sein. Einerseits wird der Esel in Fabel und Volksmund als stures und dummes Wesen mit wenig Ansehen und hemmungsloser Geilheit beschrieben, andererseits spielt er im Christentum eine sehr positive Rolle. So ist er dem Jesuskind im Stall von Bethlehem nahe und Jesus zieht am Palmsonntag auf einer Eselin in Jerusalem ein. In diesen Rollen ist er als Inbegriff der Demut und Sanftheit zu sehen“ (U. Müller-Kaspar, 81).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Waage&#039;&#039;.&#039;&#039; „Symbol des Ausgleiches… Die Waage ist Zeichen der Prüfung, der Wägung der Seele durch den höchsten Richter, die die Menschen nach dem Tode im Jenseits zu bestehen haben. Attribut der Tugend Gerechtigkeit (Justitia)“ (H. Sachs und and., 365).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Tugend. Den drei theologischen Tugenden – Liebe, Hoffnung, Glaube und den vier Kardinaltugenden, die den Aufbau des „Spiegel der wyßheit“ bestimmen: Klugheit, Gerechtigkeit, Standhaftigkeit und Mäßigkeit (vgl. Günthart, 51) stehen sieben Todsünden gegenüber (vgl. U. Müller-Kaspar, 288).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Laster. Invidia (Neid, Haß), Libido (Begierde), Avaritia (Gier, Geiz), Infidelitas (Unglaube), Timor (Furcht), Superbia (Hochmut, Stolz), Iniustitia (Ungerechtigkeit), Insolentia (Überheblichkeit), Intolerantia (Unduldsamkeit), Ira (Zorn), Inconstsantia (Unbeständigkeit), Insipientia (Unverstand), Desperatio (Verzweiflung), Luxuria (Unkeuschheit) (vgl. H. Sachs und and., 344-345). Jedes Laster hat seine Tier-Symbolik wie z.B. Intolerantia: der Rabe, der Adler oder als Reittiere wie Schwein, Wolf und Fuchs; oder Inconstantia: Strauß, Affe, Krebs, Esel (vgl. ebd., 346).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Ee. Altes und Neues Testament werden auch als Alte und Neue Ehe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Unrein. Im 3. Buch Mose werden von Gott gegebene Regelungen und Lebensordnungen festgehalten. Hier wird wiedergegeben, welche Tiere als rein und unrein gelten, welche man essen darf und welche nicht. Alle Tiere, die wiederkäuen und gespaltene Klauen haben, gelten als rein (vgl. 3. Mo 11, 7). Der Mensch wird durch den Verzehr von unreinem Fleisch, ebenfalls durch Berühren von Aas und Kontakt mit von Aas Berührtem (z. B. Wasser, Kleider, Gefäße) selbst unrein (vgl. ebd., 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Galle. Das mittelalterliche und frühneuzeitliche Denken wird maßgeblich durch die Vierzahl bestimmt (vgl. Böhme, 164). Sie kann als Mega-Allegorie der Vierfachheit verstanden werden: Alles ist über dieses „Viererschema“ verbunden und die Elemente werden miteinander in Beziehung gesetzt. In der sog. Viersäftelehre gibt es vier Temperamente, die sich durch einen Überschuss bestimmter Körpersäfte auszeichnen: (1. Choleriker: zornig, aufbrausend, Überschuss an gelber/heller Galle; 2. Phlegmatiker: langsam, träge, Überschuss an Schleim; 3. Melancholiker: traurig, schwermütig, betrübt, ernst, Inbegriff des geistig Tätigen, aber auch des Wahnsinnigen, Überschuss an schwarzer/dunkler Galle; 4. Sanguiniker: der immer fröhliche, Optimist, Überschuss an Blut) (vgl. ebd., 165). Nach der Diätetik kann auf den natürlichen Säftehaushalt und damit auch auf das Temperament durch die Umstellung der Lebensweise Einfluss genommen werden. Wer gut lebt, ist „wohl temperiert“, lebt im Gleichgewicht mit sich und Gott. Biblische Vorschriften zur Lebensweise gilt es dementsprechend einzuhalten. Wahnsinn kann vor diesem Hintergrund z.B. als Sündenstrafe Gottes für schlechten Lebenswandel begriffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Vierschema von Herrlinger steht die dunkle bzw. schwarze Galle für Herbst, Nachmittag, Erde, trocken-kalt; gelbe Galle – Sommer, Mittag, Feuer, warm-trocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen, in denen die Galle regiert, sind Choleriker. Ihr Element ist Feuer. Luft-Temperament – Sanguiniker - ist leicht beweglich. Der ruhige Phlegmatiker gehört zu dem Wasser-Temperament. Das melancholische Temperament ist gleich der Erde, tief, fest und langsam (vgl. W. Bauer, 328).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Lamm. „Vielfach stellt es Christus dar“ (K. Lipfert, 36). „In Anlehnung an zahlreiche Textstellen in der Offenbarung, auch Joh. 1, 29, häufiges Symbol Christi“ (H. Sachs und and., 233). „In der Tat wird das an Ostern geopferte männliche Lamm zum wichtigsten Christussymbol“ (G.-H. Baudry, 103). „Seit 15 Jh. wird mitunter ein Lamm als Speise auf dem Tisch gezeigt. Es erinnert an das Passahmahl, bei dem ein Osterlamm verspeist wurde“ (H. Sachs und and., 14). „… steht für das Unbefleckte, das Reine und die Güte“ (U. Müller-Kaspar, 166).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Kalb. „Die Bibel kennt das Kalb als Opfertier… Es kann wie das Lamm als Christussymbol interpretiert werden“ (E. Kirschbaum, 478-479).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Kuh. „… das Muttersymbol schlechthin“ (U. Müller-Kaspar, 163).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. Schwein. „In der christlichen Kultur galt das Schwein als unrein“ (U. Müller-Kaspar, 253). „Als Attribut kommt das Schwein bei den Heiligen – Antonius der Große und Wendelin sowie bei den Personifikationen der Erde (-&amp;gt; vier Elemente)“ (H. Sachs und and., 309).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Siehe Kommentar 12 „unrein“. Menschen nehmen es nicht zum Essen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. Feld. „Das Feld ist ein Ort der Fruchtbarkeit, aber auch der Arbeit. In der christlichen Kunst wird das Feld auch oft als Symbol für die Christenheit verwendet, die den geistigen Samen Jesu Christi aufgenommen hat und nun die Basis für Wachsen und Gedeihen ist“ (U. Müller-Kaspar, 87).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. Baum. Nach 1 Mo 2, 9 ist der Baum das Symbol des Paradieses. „Der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, … durch Sündenfall zum Baum des Todes. Ein Baum kann auch als zusammenfassendes Darstellungsmotiv auftreten, als … Laster- und Tugendbaum“ (H. Sachs und and., 54). &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Wolf_II_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=22184</id>
		<title>Ochse und Wolf II (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Wolf_II_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=22184"/>
		<updated>2022-12-05T09:17:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Wolf II&lt;br /&gt;
| regest             = Der Wolf fragt den Ochsen, warum er sich angesichts seiner Stärke nach schwerer Arbeit mit dürftigem Futter begnüge; der Ochse klärt ihn über die Folgen der Raublust auf. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 532)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. III, 16&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. III, 15&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. III, 16, Bl. 65v-66r&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 73, Bl. 247r-249v&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 532; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 111f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. III, 16 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Transkription =&lt;br /&gt;
Das lxxxvi ∙ blat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wider die die raubes fleissig seind daz sy sich mügend in hohem ru(o)m erzaigen ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ∙ xvi ∙ Capitel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem joch d(er) schwa(e)re(n) arbeit die d(er) leüten nuczber wz ma(e)et ein Ochs auf einer gar scho(e)n geplu(e)mpten wisen das graß mitt sampt den plu(o)men ab mit der segen seiner wolgeschliffen zu(n)ge(n) ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Do das ein ungestu(e)mer Wolff der allezeyt nichs anders dann raubes pflage auß einer staude(n) on sach / der lief zu(o) im und sprache mit freyem schall∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was istt das / was thu(o)st du an dir sellber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seyt du ein als vermügendes tier under allen geheymen thyeren bist das sich dir mit rechtter kraft ir keines mag geleychen /&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch pist du wol mit scharpffe(n) horen gewaffnot ∙ des wiltu nit geniessen ∙ Wenn du tregst nicht allein ein schwa(e)res joch ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
un(d) leydest auß der massen vil dem me(n)schen czu(o) willen ∙ Aber über das /&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich noch vil po(e)ser scha(e)cz so du schwa(e)rlich gemenet pist vn(d) mit herten zügen den pflu(o)g und auch den wagen den langen tag gemaistret und gereckt haßtt /&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des magst du nit geniessen Od(er) du mu(o)ßt i(n) armer haut nach deyner schwa(e)rn arbeit einer schwachen speiß, dann gewarten ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sag dir hie in gu(o)ten treüen und het die milt natur zu(o) meine(n) za(e)nen der griffige an jm sellber ist ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und auch zu(o) meiner scharpffen kunst so(e)lich vermügend krefte mitgeteilt so wißt ich de(n) auff erde(n) nit wie hohe er wa(e)r d(en) ch wolt gepunden sein so schwa(e)rs joch in seym die(n)st zetrage(n) ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie ∙ wol ich mit ru(o) on schwa(e)r arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das xvi Capitel Des ∙iii∙ buchs&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mich mit des vesten esels flaisch nach meinem lust wol speiß ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
yedoch so ru(e)ret ichß nit an ich mu(e)ste ein pessers habe(n) wa(e)r ich der kraft und auch der zier als wir diklich als du geadlet unnd gepreyset ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
do sprach der ochs gar sinniklich mit beschaiden worte(n) O wolf un(d) hetestu ein gerechte wage in deiner hand unnd wa(e)gest mit geleicher wage v(er)nünftiger beschaidenheit das edel gu(o)te daz unschuld genennet ist die frucht der süssen senftmu(e)tigkeyt Gemach d(er) stillen gerechtigkeyt ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
un(d) die zier des frids die niema(n)t widerwegen kan ∙ und wa(e)geßt dann da wider die grossen schulde des raubes so sa(e)hestu erka(n)ntlich wie ja(e)merige das hye auff erden an im selber ist ∙ und in der leüte oren ist der veintlich als d(er) wu(e)trich wu(e)tet und raublichen als ein rauber lebt ∙ und sa(e)heßt auch das der ja(e)merigen jugend das das aller po(e)ßt so sy es erde(n)cken kan nicht anders wa(e)r dan(n) scheüczliche mail des schelmige(n) raubes / wann so man übel lebtt daru(m)b das man geleben mu(o)g so wirt on allen zweifel daz edlest leben der waren tugent scha(e)mlichen damit verlorn und geto(e)tt und das leben das de(m) schwache(n) rauber den(n)ocht erd beleibt  ∙ wen(n) er darinn lebt so wirt dasselben leben noch schalckhaftiger denn der tode mit ja(e)merige(m) laster ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
un(d) also wirt des raubers leben von im selber gericht un(d) verdampt ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darumb so sag du faiger wolf wes lebstu deines mu(e)ffigga(n)gs wes ru(e)mestu dich hie gen myr deiner lasterbern boßheit ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mercke hie von mir mit fleiß das alle tier die des raubs lebe(n) die go(e)tliche  Ee vermainsambt∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und spricht sy seyen unrein unnd vermailiget ∙ Und verpeüt auch dz sy dem ho(e)chsten ewigen got auf seinen alter nymmer geopffertt werden ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch verpeüt sy strencklich allen menschen das sy Ir keins zu(o) speiß nemen un(d) sy mit nichten nüczen das man darbei erkennen müge / das sy als schwach schno(e)de tier von der Ee v(er)dampt seind / davon hat sy me(n)schlich natur von adels wegen dz an ir ist alzeit genü(er)t un(d) gescheühet ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Un(d) zwaiu(n)g sta(e)ts krieges wid(er) sy gehalte(n) ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daru(m)b hat auch die maistrin die aller ding mit maisterschaft kan würcke(n) / die selbe(n) tier mit gift / galle(n) / fraisamkeit / auch mit d(er) wu(e)st v(er)da(m)liche(n) außgezaigt ∙ Wan(n) eins yede(m) rauber mu(o)t des schedlichs raub es pfligt d(er) ist vol unreinkeit ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sei(n) sel wirt nymer krieges on ∙ sein wil ist biter als galle(n) des frides veind ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daru(m)b mein joch ist eyn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lxxxvii ∙ blat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
senfte purd der tugendt seyt es dem armen als dem reichen nucz lust und freüd bringet ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber deines freien mu(o)tes ungewiter ist dir ein lasterberer dienst na(e)mlichen zu(o) schaden / und keine(m) man(n) zefro(m)me(n) ∙Also wil ich vil armer ochs die weil ich leb auf erd mit gro(e)sserm lust vil lieber / amadt/ heu und stro mit arbeit der gerechtikeit mein schlechte noturfte essen / de(n) La(e)mber / Kicz /Ko(e)lber / Ku(e) und schwein mit fra(e)uelein raub in lasters mail verschlinden und verschlicken ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Do der wolf die red hort da lief auch er mit schna(e)llem sprung von dannen ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Wolf_I_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=22183</id>
		<title>Ochse und Wolf I (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Wolf_I_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=22183"/>
		<updated>2022-12-05T09:14:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: falsch eingetragen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Wolf I&lt;br /&gt;
| regest             = Der Wolf verhöhnt den Fleiß des Ochsen; der Ochse entgegnet mit einer Belehrung über die Verwerflichkeit des Müßiggangs. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 531)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 14&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. I, 14&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 14, Bl. 12r-13r&amp;lt;br /&amp;gt;Hans Sachs, Nr. 4751-5296 (in [[Goetze, Edmund/Drescher, Carl (Hg.): Sämtliche Fabeln und Schwänke von Hans Sachs]], Band VI, Nr. 968, S. 195f.; Band II, Nr. 225, S. 86-89&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 14, Bl. 56v-58v&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Bodemann, Ulrike: Die Cyrillusfabeln und ihre deutsche Übersetzung durch Ulrich von Pottenstein]], S. 251; [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 531; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 30f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Wolf_I_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=22041</id>
		<title>Ochse und Wolf I (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Wolf_I_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=22041"/>
		<updated>2022-10-15T15:19:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Wolf I&lt;br /&gt;
| regest             = Der Wolf verhöhnt den Fleiß des Ochsen; der Ochse entgegnet mit einer Belehrung über die Verwerflichkeit des Müßiggangs. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 531)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 14&amp;lt;br /&amp;gt;[[Buch von der Weisheit]], Nr. I, 14&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 14, Bl. 12r-13r&amp;lt;br /&amp;gt;Hans Sachs, Nr. 4751-5296 (in [[Goetze, Edmund/Drescher, Carl (Hg.): Sämtliche Fabeln und Schwänke von Hans Sachs]], Band VI, Nr. 968, S. 195f.; Band II, Nr. 225, S. 86-89&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], Nr. 14, Bl. 56v-58v&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Bodemann, Ulrike: Die Cyrillusfabeln und ihre deutsche Übersetzung durch Ulrich von Pottenstein]], S. 251; [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 531; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 30f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Transkription&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem joch d(er) schwa(e)re(n) arbeit die d(er) leüten nuczber wz ma(e)et ein Ochs auf einer gar scho(e)n geplu(o)mpten wisen das graß mitt sampt den plu(o)men ab mit der segen seiner wolgeschliffen zu(n)ge(n) ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Do das ein ungestu(e)mer Wolff der allezeyt nichs anders dann raubes pflage auß einer staude(n) on sach / der lief zu(o) jm und sprache mit freyem schall∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was istt das / was thu(e)st du an dir sellber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seyt du ein als vermügendes tier under allen geheymen thyeren bist das sich dir mit rechtter kraft jr keines mag geleychen /&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch pist du wol mit scharpffe(n) horen gewaffnot ∙ des wiltu nit geniessen ∙ Wenn du tregst nicht allein ein schwa(e)res joch ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Un(d) leydest auß der massen vil dem me(n)schen czu(o) willen ∙ Aber über das /&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das jch noch vil po(e)ser scha(e)cz so du schwa(e)rlich gemenet pist vn(d) mit herten zügen den pflu(o)g und auch den wagen den langen tag gemaistret und gereckt haßtt /&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des magst du nit geniessen Od(er) du mu(o)ßt i armer haut nach deyner schwa(e)rn arbeit einer schwachen speiß, dann gewarten ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sag dir hie in gu(o)ten treüen und het die milt natur zu(o) meine(n) za(e)nen der griffige an jm sellber ist ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch zu(o) meiner scharpffen kunst so(e)lich vermügend krefte mitgeteilt so wißt jch d(er) auff erde(n) nit wie hohe er wa(e)r d(em) jch wolt gepunden sein so schwa(e)rs joch in seym die(n)st zetrage(n) ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie ∙ wol jch mit ru(o) on schwa(e)r arbeit mich mit des vesten esels flaisch nach meinem lust wol speiß ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yedoch so ru(e)ret jchß nit an ich mu(e)ste ein pessers habe(n) wa(e)r ich der kraft und auch der zier als wir diklich als du geadlet unnd gepreyset ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
do sprach der ochs gar sinniklich mit beschaiden worte(n) O wolf un(d) hetestu ein gerechte wage in deiner hand unnd wa(e)gest mit geleicher wage v(er)nünftiger beschaidenheit das edel gu(o)te daz unschuld genennet ist die frucht der süssen senftmu(o)tigkeyt Gemach d(er) stillen gerechtigkeyt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
un(d) die zier des frids die niema(n)t widerwegen kann ∙ und wa(e)geßt dann da wider die grossen schulde des raubes so sa(e)hestu erka(e)ntlich wie ja(e)merige das hye auff erden an jm selber ist ∙ und in der leüte oren ist der veintlich als d(er) wu(e)trich wu(e)tet und raublichen als ein rauber lebt  ∙  und sa(e)heßt auch das der ja(e)merigen jugend das das aller po(e)ßt so sy es erde(n)cken kann nicht anders wa(e)r dan(n) scheüczliche mail des schelmige(n) raubes / wann so man übel lebtt daru(m)b das man geleben mu(o)g so wirt on allen zweifel daz edlest leben der waren tugent scha(e)mlichen damit verlorn und geto(e)tt und das leben das de(r) schwache(n) rauber den(n)ocht erd beleibt  ∙ wen(n) er darjnn lebt so wirt dasselben leben noch schalckhaftiger denn der tode mit ja(e)merige(n) laster ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
un(d) also wirt des raubers leben von jm selber gericht un(d) verdampt ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darumb so sag du faiger wolf wes lebstu deines mu(e)ffigga(e)gs wes ru(e)mstu dich hie gen myr deiner lasterbern boßheit ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mercke hie von mir mit fleiß das alle tier die des raubs lebe(n) die go(e)tliche  Ee vermainsambt∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und spricht sy seyen unrein unnd vermailiget ∙ Und verpeu(e)t auch dz sy dem ho(e)chsten ewigen got auf seinen alter nymmer geopffertt werden ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch verpeu(o)t sy strencklich allen menschen das sy Jr keins zu(o) speiß nemen un(d) sy mit nichten nüczen das man darbej erkennen müge / das sy als schwach schno(e)de tier von der Ee v(er)dampt feind / davon hat sy me(n)schlich natur von adels wegen dz an jr ist alzeit genü(g)dt un(d) gescheühet ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Un(d) zwaiu(n)g sta(e)ts krieges wi(r)d sy gehalte(n) ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daru(m)b hat auch die maistrin die aller ding mit maisterschaft kan würcke(n) / die selbe(n) tier mit gift / galle(n) / fraisamkeit / auch mit d(er) wu(e)st v(er)da(e)liche(n)  außgezaigt ∙ Wan(n) eins yede(n/r) rauber mu(o)t des schedlichs raub es pfligt d(er) ist vol unreinkeit  ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sei sel wirt nymer krieges on ∙ sein wil ist biter als galle(n) des frides veind  ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daru(m)b mein joch ist eyn senfte purd der tugendt seyt es dem armen als dem reichen nucz lust und freüd bringet  ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber deines freien mu(o)tes ungewiter ist dir ein lasterberer dienst na(e)mlichen zu(o) schaden / und keine(n) man(n) zefro(m)me(n) ∙Also wil jch vil armer ochs die weil jch leb auf erd mit gro(e)sserm luft vil lieber / amadt/ heu und stro mit arbeit der gerechtikeit mein schlechte noturfte essen / de(n) La(e)mber / Kicz /Ko(e)lber / Ku(e) und Schwein mit fra(e)uelein raub in lasters mail verschlinden und verschlicken  ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Do der wolf die red hort da lief auch er mit schna(e)llem sprung von dannen ∙&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kommentare&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuggeschirr (Schultertrage). „Das Joch und die damit verbundene Deichsel, …, formen … „das Zeichen des Kreuzes“. Doch die gängigste Bedeutung des Symbols basiert auf seiner Funktion: Das Joch, an dem die Tiere festgemacht sind, ist ein Sinnbild der Unterwerfung und des Gehorsams gegen ihren Herrn (G.-H. Baudry, 136)“. „Häufig ein Symbol der Unterdrückung, Belastung und Demütigung… In Indien ist das Yoga dagegen das Joch, das die Disziplin verkörpert, die zur Erlösung führt (U. Müller-Kaspar, 140)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwere Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeit war allgemein im Mittelalter als Tugendmittel bekannt und diente zur Selbstheilung. Für Christen ist die Arbeit eine selbstverständliche Pflicht des irdischen Lebens (vgl. Günthart, 31). Jedoch erwartet man nach dem Tod die Befreiung von aller Arbeit (vgl. ebd., 31).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber dem Raub ist die Arbeit selbstverständlich positiv bewertet. Diebstahl bzw. Raub zählt nach Kor. 6,9 f. zu den Todsünden (vgl. H. Sachs und and., 324).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ochse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ochse (althochdeutsch ohso) ist ein kastriertes männliches Rind. „Im Gegensatz zum wilden Stier gutmütiges und beliebtes Lasttier. Er galt als Symbol der Friedfertigkeit und Stärke (U. Müller-Kaspar, 205)“. Im lateinischen Text von C. Plinii Secundi ist die Rede von dem Rind „Wir haben nämlich dieses Tier zum Helfen bei der Arbeit und beim Ackerbau“ (Plinii Secundi C., 183). Der Ochse wird gemeinhin als arbeitsam und sanft beschrieben (vgl. Günthart, 30). Unter den Eigenschaften des Ochsens wird besonders seine Ausdauer und Stärke gerühmt. Der Ochse findet sich auf dem Krippenbild. Jedoch gibt es keine Information über ihn in der Weihnachtsgeschichte (vgl. Lipfert K., 38). „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennt&#039;s nicht, und mein Volk vernimmt&#039;s nicht (Jesaja 1,3).“ „Bereits im 3. Jh. werden die Tiere als Vertreter des Juden- und Heidentums gedeutet, wobei … der Ochs das wahre Gesetzt kennt (H. Sachs und and., 141)“. Den Ochsen sieht das Volk der Juden als Symbol (vgl. G.-H. Baudry, 108). Der Ochse ist das Tiersymbol für Lukas, einen der vier Evangelisten (vgl. K. Lipfert, 100). Sein Element ist die Erde (vgl. W. Bauer, 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gras&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gräser sind allgemein ein Symbol der Allgegenwärtigkeit. Zudem steht es für neues Wachstum, natürlichen Schutz und den Sieg über die Faulheit. Grünes Gras deutet auf Wohlstand hin (vgl. U. Müller-Kaspar, 113).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„wolgeschliffen zu(n)ge(n)“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunge ist das Attribut der Heiligen (vgl. H. Sachs und and., 377). „… wurde bei den Ägyptern als schöpferisches und göttliches Körperteil angesehen. Auch im Christentum ist die Zunge mit dem göttlichen, kreativen Atem gleichgesetzt (U. Müller-Kaspar, 318)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Wolf, das wichtigste und größte Landraubtier der Alten Welt, gilt als roh und gefräßig, gefährlich und schädlich. Im Vordergrund steht das Bild des Räubers, seltener auch des Diebes. Dem Wolf wird eine füchsische Gerissenheit zugesprochen, die ihn auch stärkeren Tieren überlegen macht. Er wird überwiegend als Feind, Böse oder als Teufel gedeutet. Er ist Bild des unbarmherzigen Räubers und neidischen Verfolgers, Falschheit und Bosheit (Günthart, 30)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bibel sagt nicht direkt, dass Raubtiere, wie der Wolf, unrein sind. Jedoch als Tatzengänger vgl. 3 Mo. 11 „&#039;&#039;Und alles, was auf Tatzen geht unter den Tieren, die auf vier Füßen gehen, soll euch unrein sein“&#039;&#039; fällt er indirekt in diese Kategorie. Nach Augustinus ist der Wolf das Gesicht des Teufels (vgl. H. Sachs und and., 187).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„… repräsentiert er die Gefahren der feindlichen Welt, ... Der Wolf ist das Symbol der satanischen Kräfte, die die Herde der Gläubigen, …, bedrohen (G.-H. Baudry, 109-110)“. „Der Wolf ist in vielen Mythen das gefährlichste Tier und galt als der größte tierische Feind des Menschen. In den germanischen Sagen ist der Wolf die Macht der Finsternis (U. Müller-Kaspar, 307)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„&#039;&#039;vermügendes tier under allen geheymen thyeren&#039;&#039;“. Für die Phrase „&#039;&#039;Vermögendes Tier&#039;&#039;“ wurde keine Information gefunden. Die Vermutung ist, dass das Tier reich an etwas ist. Das gleiche gilt für die Phrase „&#039;&#039;geheymen thyeren&#039;&#039;“. „Geheim“ entsprechend dem frühhochdeutschen Wörterbuch bedeutet „vertraulich“ (siehe &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://fwb-online.de&amp;lt;/nowiki&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„&#039;&#039;horen&#039;&#039;“ wurde im Originaltext mit „z“ statt „r“ geschrieben. Es wurde bemerkt, dass immer, wenn nach dem „o“ der Buchstabe „z“ kommt, dieser als „r“ gelesen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hörner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Als Kampfgerät der Rinder, sind Hörner ein Symbol männlicher Kraft und Macht… gelten Tiere mit Hörnern auch als Fruchtbarkeitssymbole (U. Müller-Kaspar, 132)“. Hier besteht eine Nichtübereinstimmung. Ein Ochse ist nicht zeugungsfähig, jedoch wurden seine Hörner im Gespräch mit dem Wolf betont. Wahrscheinlich wird dadurch gezeigt, dass der Wolf über Ochs Hörne mit Absicht sagt, um seine Unfruchtbarkeit zu verlachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„&#039;&#039;schwachen speiß&#039;&#039;“ ist vermutlich das Fasten-Essen. Erlaubt war in der Fastenzeit generell der Verzehr ausschließlich pflanzlicher Produkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei „&#039;&#039;so(e)lich&#039;&#039;“, hier mit dem hinzufügten „e“, bleiben Zweifel. Von der Bedeutung her passt hier der Buchstabe nicht, weil es entweder eine Klise „soll ich“ oder „solche“ ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Esel, „&#039;&#039;vesten esels flaisch&#039;&#039;“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
           „… in der Bibel wird der Esel positiv gewertet als Besitz und Reittier der Reichen und Herrschenden (E. Kirschbaum, 682)“. „Nach dem Physiologus zunächst Symbol der Eifersucht; außerdem Symbol des Teufels; Der Esel kennzeichnet die Laster Dummheit (Stupiditas) und Trägheit (Acedia) (H. Sachs und and., 121)“. „Gegensätzlicher könnten Symbolgehalte bei einem Tier kaum sein. Einerseits wird der Esel in Fabel und Volksmund als stures und dummes Wesen mit wenig Ansehen und hemmungsloser Geilheit beschrieben, andererseits spielt er im Christentum eine sehr positive Rolle. So ist er dem Jesuskind im Stall von Bethlehem nahe und Jesus zieht am Palmsonntag auf einer Eselin in Jerusalem ein. In diesen Rollen ist er als Inbegriff der Demut und Sanftheit zu sehen (U. Müller-Kaspar, 81)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waage, &#039;&#039;„ein gerechte wage in deiner hand“.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Symbol des Ausgleiches… Die W. ist Zeichen der Prüfung, der Wägung der Seele durch den höchsten Richter, die die Menschen nach dem Tode im Jenseits zu bestehen haben. Attribut der Tugend Gerechtigkeit (Justitia) (H. Sachs und and., 365)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den drei theologischen Tugenden – Liebe, Hoffnung, Glaube und den vier Kardinaltugenden, die den Aufbau des „Spiegel der wyßheit“ bestimmen: Klugheit, Gerechtigkeit, Standhaftigkeit und Mäßigkeit (vgl. Günthart, 51) stehen sieben Todsünden gegenüber (vgl. U. Müller-Kaspar, 288).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Invidia (Neid, Haß), Libido (Begierde), Avaritia (Gier, Geiz), Infidelitas (Unglaube), Timor (Furcht), Superbia (Hochmut, Stolz), Iniustitia (Ungerechtigkeit), Insolentia (Überheblichkeit), Intolerantia (Unduldsamkeit), Ira (Zorn), Inconstsantia (Unbeständigkeit), Insipientia (Unverstand), Desperatio (Verzweiflung), Luxuria (Unkeuschheit) (H. Sachs und and., 344-345). Jedes Laster hat seine Tier-Symbolik wie z.B. Intolerantia: der Rabe, der Adler oder als Reittiere wie Schwein, &#039;&#039;Wolf&#039;&#039; und Fuchs; oder Inconstsantia: Strauß, Affe, Krebs, &#039;&#039;Esel&#039;&#039; (vgl. ebd., 346).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altes und Neues Testament werden auch als Alte und Neue Ehe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unrein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 3. Buch Mose werden von Gott gegebene Regelungen und Lebensordnungen festgehalten. Hier wird wiedergegeben, welche Tiere als rein und unrein gelten, welche man essen darf und welche nicht. Alle Tiere, die wiederkäuen und gespaltene Klauen haben, gelten als rein (vgl. 3. Mo 11, 7). Der Mensch wird durch den Verzehr von unreinem Fleisch, ebenfalls durch Berühren von Aas und Kontakt mit von Aas Berührtem (z. B. Wasser, Kleider, Gefäße) selbst unrein (vgl. 3. Mo 11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;genü(g)dt&#039;&#039;. Hier wurde ‚g‘ zu „&#039;&#039;genüdt&#039;&#039;“ hinzufügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Galle, „&#039;&#039;tier mit gift / galle(n)…&#039;&#039;“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mittelalterliche und frühneuzeitliche Denken wird maßgeblich durch die Vierzahl bestimmt (vgl. Böhme, 164). Sie kann als Mega-Allegorie der Vierfachheit verstanden werden: Alles ist über dieses „Viererschema“ verbunden und die Elemente werden miteinander in Beziehung gesetzt. In der sog. Viersäftelehre gibt es vier Temperamente, die sich durch einen Überschuss bestimmter Körpersäfte auszeichnen: (1. Choleriker: zornig, aufbrausend, Überschuss an gelber/heller &#039;&#039;Galle&#039;&#039;; 2. Phlegmatiker: langsam, träge, Überschuss an Schleim; 3. Melancholiker: traurig, schwermütig, betrübt, ernst, Inbegriff des geistig Tätigen, aber auch des Wahnsinnigen, Überschuss an schwarzer/dunkler &#039;&#039;Galle&#039;&#039;; 4. Sanguiniker: der immer fröhliche, Optimist, Überschuss an Blut) (vgl. ebd., 165). Nach der Diätetik kann auf den natürlichen Säftehaushalt und damit auch auf das Temperament durch die Umstellung der Lebensweise Einfluss genommen werden. Wer gut lebt, ist „wohl temperiert“, lebt im Gleichgewicht mit sich und Gott. Biblische Vorschriften zur Lebensweise gilt es dementsprechend einzuhalten. Wahnsinn kann vor diesem Hintergrund z.B. als Sündenstrafe Gottes für schlechten Lebenswandel begriffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Vierschema von Herrlinger steht die dunkle bzw. schwarze Galle für Herbst, Nachmittag, Erde, trocken-kalt; gelbe Galle – Sommer, Mittag, Feuer, warm-trocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen, in denen die Galle regiert, sind Choleriker. Ihr Element ist Feuer. Luft-Temperament – Sanguiniker - ist leicht beweglich. Der ruhige Phlegmatiker gehört zu dem Wasser-Temperament. Das melancholische Temperament ist gleich der Erde, tief, fest und langsam (vgl. W. Bauer, 328).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luft – Symbol für Osten, Frühling, Morgen, Sonnenaufgang (vgl. W. Bauer, 226).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
          &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heu, Stroh&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dürre Gras symbolisiert „Weltlust“ und „Vergänglichkeit“ (vgl. K. Lipfert, 60).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lamm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Vielfach stellt es Christus dar (K. Lipfert, 36).“ „In Anlehnung an zahlreiche Textstellen in der Offenbarung, auch Joh. 1, 29, häufiges Symbol Christi (H. Sachs und and., 233)“. „In der Tat wird das an Ostern geopferte männliche Lamm zum wichtigsten Christussymbol (G.-H. Baudry, 103)“. „Seit 15 Jh. wird mitunter ein Lamm als Speise auf dem Tisch gezeigt. Es erinnert an das Passahmahl, bei dem ein Osterlamm verspeist wurde (H. Sachs und and., 14)“. „… steht für das Unbefleckte, das Reine und die Güte (U. Müller-Kaspar, 166)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kalb&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Bibel kennt das Kalb als Opfertier… Es kann wie das Lamm als Christussymbol interpretiert werden (E. Kirschbaum, 478-479)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kuh&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„… das Muttersymbol schlechthin. (U. Müller-Kaspar, 163)“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der christlichen Kultur galt das Schwein als unrein (U. Müller-Kaspar, 253)“. „Als Attribut kommt das Schwein bei den Heiligen – Antonius der Große und Wendelin sowie bei den Personifikationen der Erde (-&amp;gt; vier Elemente) (H. Sachs und and., 309)“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
           Siehe Kommentar 42 „unrein“, Menschen nehmen es nicht zum Essen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verknüpft zum Bild der Fabel werden noch weitere Kommentare hinzufügt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feld&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Feld ist ein Ort der Fruchtbarkeit, aber auch der Arbeit. In der christlichen Kunst wird das Feld auch oft als Symbol für die Christenheit verwendet, die den geistigen Samen Jesu Christi aufgenommen hat und nun die Basis für Wachsen und Gedeihen ist (U. Müller-Kaspar, 87)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 1 Mos. 2, 9 ist der Baum das Symbol des Paradieses. „Der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, … durch Sündenfall zum Baum des Todes. Ein Baum kann auch als zusammenfassendes Darstellungsmotiv auftreten, als … Laster- und Tugendbaum (H. Sachs und and., 54)“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
Baudry, G.-H. (2009): Handbuch der frühchristlichen Ikonographie. 1. bis 7. Jahrhundert. Herder Verlag: Milano.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bauer, W., Dümotz, I., Golowin, S. (1994): Lexikon der Symbole (15 Aufl.). MECO Verlag: Dreieich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Böhme, G., Böhme, H. (1996): Feuer, Wasser, Erde, Luft. Eine Kulturgeschichte der Elemente. C. H. Beck`sche Verlagsbuchhandlung: München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kirschbaum, E. (1994): Lexikon der christlichen Ikonographie. Allgemeine Ikonographie F-K. Zweiter Band. Herder Verlag: Breisgau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lipfert, K. (1964): Symbol-Fibel. Eine Hilfe zum Betrachten und Deuten mittelalterlicher Bildwerke (4. Aufl.). Johannes Stauda-Verlag: Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lutherbibel (2017): 3. Buch Mose, Kapitel 11, Vers 7.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lutherbibel (2017): 1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 9.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lutherbibel (2017):&#039;&#039;&#039; Jesaja, &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kapitel&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; 1, &#039;&#039;&#039;Vers&#039;&#039;&#039; 3&#039;&#039;&#039;.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Müller-Kaspar, U. (2005): Die Welt der Symbole. Ein Lexikon von A bis Z. Tosa Verlagsgesellschaft: Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plinii Secundi, C., übersetzt von Roderich König (2007): Naturalis historiae, Liber VIII, Sammlung Tusculum (2. Aufl.). Patmos Verlag Artemis und Winkler: Düsseldorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Romy, G. (1996.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit. 2 Bände. Wilhelm Fink Verlag: München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sachs, H., Badstübner, E., Neumann, H. (1980): Christliche Ikonographie in Stichworten (2 Aufl.). Koehler &amp;amp; Amelang: Leipzig.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20268</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20268"/>
		<updated>2021-11-03T15:57:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / waru(m)b ruoest du nu(n) nit Waer des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund(er) / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Daru(m)be seyt er in dez guome(n) ist so wir dann die speiß ye fleissigklicher kewen so wir ye mer geschmackes des dings das wir da keüen empfahen un(d) gewynnen / auch dester mer lustes in dem koste(n)&lt;br /&gt;
Wiß fürwar das dye besichtige natur die winckel zaen mit de(n) dz kewen geschicht hat zwir allso grosse macht als die andern un(d) vodern zaen&amp;amp;middot; Daru(m)b das dz keüe(n) dest bas geschehe&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Auch hat die natur den costende(n) syn in de(n) mu(n)de geseczt / daru(m)b das wyr dye speiß dester lenger mit lust und(er) dem guomen hielten&amp;amp;middot; Nun dewe ich mein speiß destbas&amp;amp;middot; wenn sy wirt mit eindrucken mir zuo hilf wolgeleütert&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Do sprach dz schwei(n)&amp;amp;middot; wer hat dich gelert eintrucke(n)&amp;amp;middot; Der frag gab der ochß antwurt unnd sprach&amp;amp;middot; Des bis on zweifel die kunst hat mich geleret eindrucken in meinen leychnam die den weysen lert eintrucken in der sel&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
wann ain weiser eindruckt alle ding die er redtt oder würckt mit sitigem bedencken / darumb so erdet er wolgedeüte wort / un(d) würckt wolgeleüterte und rain geschwu(n)gen werck &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Sag mir wardurch istt dem mensche(n) verlihen clarer rat und vernunft un(d) das aller klarest guot der bedaechtnuß zuo nichten anders fürwar dann das er die heilwertiklich nücz in seinen worten und wercken&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Darumbe ist das kewüen der gedechtnuße in allen menschlichen worte(n) un(d) wercken allzeit für zuo seczen daz die beyde mit weißheit wol behuet seyen&amp;amp;middot; Auch ist des nit genuoge ob ain ding aynest besichtigklich und bedaechtiklich wirt betracht / wenn des ist ein noturft das es behendiklich dick un(d) oft werd eingedruckt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
wenn ein yeckliche speiß wirt vierfaltiklich gekocht ee und sy den gelidern warhaftiklich und wolgeleüteret empfolhen unnd geaigenot wirt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Nu(n) das du des gelert werdest so wyß das ayn yeckliche speiß mit der wir tier gespeißtt werden bedarf zuo noete(n) dz sy mit hicziger deüwung vierfeltiklychen geleütert sey ee und sy den lebentigen geysten gegebe(n) wirt unnd gaucz&amp;lt;ref&amp;gt;ganz?&amp;lt;/ref&amp;gt; mit inen veraynet Wann des ersten kommet dye speß in den magen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
und in dem wirt sy am erste(n) gedeüwet / darinn teylt sich das lauter von dez unlautern / und das daz unlautter ist wirt den natürlichen stuele(n) empfolhen mit dem nympte es seinen außgang / darnach wirtt das lauter das in dem mage(n) beleibt der lungen empfolhen Un(d) wirt darinnen verdeüet Unnd wird da zuo pluot&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
da wirt aber dz lauter von dem unlautern geteilet / und das unlauter wirt mit dem haren außgelassen&amp;amp;middot; Darnache wirt das lauter das in d(er) lungen beliben ist von den adern an sich gezogen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
und wirt darinne(n) zuo dem driten mal gedeüet / Do wirt aber das lauter vo(n) dem unlautern geteilt&amp;amp;middot; und das unlauter wirt verlassen mitt dem schwaiß und mit dez spaichel&amp;amp;middot; darnach zuo dem vierden mal wirtt daz lauter das do überbelibe(n) ist in alle gelider geteylt / und wirdet darinnen gedeüet&amp;amp;middot; Do wirtt auch daz lautter von dem unlautern geteylt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dasselbig das vil nahend sam als das lautter ist das wirt behalte(n) in den vaßsen das ist der nyeren natürlicher saum / und dasselbig dz wirt mit dem wercke der natur verlassen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das aller leüterst dz daselbs ist überbeliben und sich in wesenlichs wesen und stand der gelyder verkeret und auch verwandlet hat / dz wirt zuo dez jüngsten den geysten des lebens zuo gefueget mit de(m) leben un(d) dz selbig ist des lebe(n)s wesenlichs wesen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Also merck dz kei(n) unlautrikeit ko(m)pt zuo der sel der tier es sej dan(n) ein jeckliche speiß ee zuo vier malen gereiniget un(d) geleütert&amp;amp;middot; Sei der aber du mit eintruckst daru(m)be so nymbstu ungeleüterte speiß i(n) d(er) du für rose(n) un(d) gilge(n) wuolest&amp;amp;middot; un(d) naschest / daru(m)b pistu mit goetliche(m) urteil der alte(n) ee ein unrein tier geurteilt un(d) v(er)dampt&amp;amp;middot; Do daz schwei(n) dz hort zohe es mit scha(n)den von der pan&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20262</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20262"/>
		<updated>2021-11-03T15:45:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / waru(m)b ruoest du nu(n) nit Waer des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund(er) / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Daru(m)be seyt er in dez guome(n) ist so wir dann die speiß ye fleissigklicher kewen so wir ye mer geschmackes des dings das wir da keüen empfahen un(d) gewynnen / auch dester mer lustes in dem koste(n)&lt;br /&gt;
Wiß fürwar das dye besichtige natur die winckel zaen mit de(n) dz kewen geschicht hat zwir allso grosse macht als die andern un(d) vodern zaen&amp;amp;middot; Daru(m)b das dz keüe(n) dest bas geschehe&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Auch hat die natur den costende(n) syn in de(n) mu(n)de geseczt / daru(m)b das wyr dye speiß dester lenger mit lust und(er) dem guomen hielten&amp;amp;middot; Nun dewe ich mein speiß destbas&amp;amp;middot; wenn sy wirt mit eindrucken mir zuo hilf wolgeleütert&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Do sprach dz schwei(n)&amp;amp;middot; wer hat dich gelert eintrucke(n)&amp;amp;middot; Der frag gab der ochß antwurt unnd sprach&amp;amp;middot; Des bis on zweifel die kunst hat mich geleret eindrucken in meinen leychnam die den weysen lert eintrucken in der sel&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
wann ain weiser eindruckt alle ding die er redtt oder würckt mit sitigem bedencken / darumb so erdet er wolgedeüte wort / un(d) würckt wolgeleüterte und rain geschwu(n)gen werck &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Sag mir wardurch istt dem mensche(n) verlihen clarer rat und vernunft un(d) das aller klarest guot der bedaechtnuß zuo nichten anders fürwar dann das er die heilwertiklich nücz in seinen worten und wercken&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Darumbe ist das kewüen der gedechtnuße in allen menschlichen worte(n) un(d) wercken allzeit für zuo seczen daz die beyde mit weißheit wol behuet seyen&amp;amp;middot; Auch ist des nit genuoge ob ain ding aynest besichtigklich und bedaechtiklich wirt betracht / wenn des ist ein noturft das es behendiklich dick un(d) oft werd eingedruckt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
wenn ein yeckliche speiß wirt vierfaltiklich gekocht ee und sy den gelidern warhaftiklich und wolgeleüteret empfolhen unnd geaigenot wirt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Nu(n) das du des gelert werdest so wyß das ayn yeckliche speiß mit der wir tier gespeißtt werden bedarf zuo noete(n) dz sy mit hicziger deüwung vierfeltiklychen geleütert sey ee und sy den lebentigen geysten gegebe(n) wirt unnd gaucz&amp;lt;ref&amp;gt;ganz?&amp;lt;/ref&amp;gt; mit inen veraynet Wann des ersten kommet dye speß in den magen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
und in dem wirt sy am erste(n) gedeüwet / darinn teylt sich das lauter von dez unlautern / und das daz unlautter ist wirt den natürlichen stuele(n) empfolhen mit dem nympte es seinen außgang / darnach wirtt das lauter das in dem mage(n) beleibt der lungen empfolhen Un(d) wirt darinnen verdeüet Unnd wird da zuo pluot&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
da wirt aber dz lauter von dem unlautern geteilet / und das unlauter wirt mit dem haren außgelassen&amp;amp;middot; Darnache wirt das lauter das in d(er) lungen beliben ist von den adern an sich gezogen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
und wirt darinne(n) zuo dem driten mal gedeüet / Do wirt aber das lauter vo(n) dem unlautern geteilt&amp;amp;middot; und das unlauter wirt verlassen mitt dem schwaiß und mit dez spaichel&amp;amp;middot; darnach zuo dem vierden mal wirtt daz lauter das do überbelibe(n) ist in alle gelider geteylt / und wirdet darinnen gedeüet&amp;amp;middot; Do wirtt auch daz lautter von dem unlautern geteylt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dasselbig das vil nahend sam als das lautter ist das wirt behalte(n) in den vaßsen das ist der nyeren natürlicher saum / und dasselbig dz wirt mit dem wercke der natur verlassen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20261</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2021-11-03T15:45:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / waru(m)b ruoest du nu(n) nit Waer des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund(er) / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Daru(m)be seyt er in dez guome(n) ist so wir dann die speiß ye fleissigklicher kewen so wir ye mer geschmackes des dings das wir da keüen empfahen un(d) gewynnen / auch dester mer lustes in dem koste(n)&lt;br /&gt;
Wiß fürwar das dye besichtige natur die winckel zaen mit de(n) dz kewen geschicht hat zwir allso grosse macht als die andern un(d) vodern zaen&amp;amp;middot; Daru(m)b das dz keüe(n) dest bas geschehe&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Auch hat die natur den costende(n) syn in de(n) mu(n)de geseczt / daru(m)b das wyr dye speiß dester lenger mit lust und(er) dem guomen hielten&amp;amp;middot; Nun dewe ich mein speiß destbas&amp;amp;middot; wenn sy wirt mit eindrucken mir zuo hilf wolgeleütert&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Do sprach dz schwei(n)&amp;amp;middot; wer hat dich gelert eintrucke(n)&amp;amp;middot; Der frag gab der ochß antwurt unnd sprach&amp;amp;middot; Des bis on zweifel die kunst hat mich geleret eindrucken in meinen leychnam die den weysen lert eintrucken in der sel&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
wann ain weiser eindruckt alle ding die er redtt oder würckt mit sitigem bedencken / darumb so erdet er wolgedeüte wort / un(d) würckt wolgeleüterte und rain geschwu(n)gen werck &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Sag mir wardurch istt dem mensche(n) verlihen clarer rat und vernunft un(d) das aller klarest guot der bedaechtnuß zuo nichten anders fürwar dann das er die heilwertiklich nücz in seinen worten und wercken&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Darumbe ist das kewüen der gedechtnuße in allen menschlichen worte(n) un(d) wercken allzeit für zuo seczen daz die beyde mit weißheit wol behuet seyen&amp;amp;middot; Auch ist des nit genuoge ob ain ding aynest besichtigklich und bedaechtiklich wirt betracht / wenn des ist ein noturft das es behendiklich dick un(d) oft werd eingedruckt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
wenn ein yeckliche speiß wirt vierfaltiklich gekocht ee und sy den gelidern warhaftiklich und wolgeleüteret empfolhen unnd geaigenot wirt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Nu(n) das du des gelert werdest so wyß das ayn yeckliche speiß mit der wir tier gespeißtt werden bedarf zuo noete(n) dz sy mit hicziger deüwung vierfeltiklychen geleütert sey ee und sy den lebentigen geysten gegebe(n) wirt unnd gaucz&amp;lt;ref&amp;gt;ganz?&amp;lt;/ref&amp;gt; mit inen veraynet Wann des ersten kommet dye speß in den magen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
und in dem wirt sy am erste(n) gedeüwet / darinn teylt sich das lauter von dez unlautern / und das daz unlautter ist wirt den natürlichen stuele(n) empfolhen mit dem nympte es seinen außgang / darnach wirtt das lauter das in dem mage(n) beleibt der lungen empfolhen Un(d) wirt darinnen verdeüet Unnd wird da zuo pluot&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
da wirt aber dz lauter von dem unlautern geteilet / und das unlauter wirt mit dem haren außgelassen&amp;amp;middot; Darnache wirt das lauter das in d(er) lungen beliben ist von den adern an sich gezogen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
und wirt darinne(n) zuo dem driten mal gedeüet / Do wirt aber das lauter vo(n) dem unlautern geteilt&amp;amp;middot; und das unlauter wirt verlassen mitt dem schwaiß und mit dez spaichel&amp;amp;middot; darnach zuo dem vierden mal wirtt daz lauter das do überbelibe(n) ist in alle gelider geteylt / und wirdet darinnen gedeüet&amp;amp;middot; Do wirtt auch daz lautter von dem unlautern geteylt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dasselbig das vil nahend sam als das lautter ist das wirt behalte(n) in den vaßsen das ist der nyeren natürlicher saum / und dasselbig dz wirt mit dem wercke der natur verlassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20260</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20260"/>
		<updated>2021-11-03T15:36:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / waru(m)b ruoest du nu(n) nit Waer des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund(er) / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Daru(m)be seyt er in dez guome(n) ist so wir dann die speiß ye fleissigklicher kewen so wir ye mer geschmackes des dings das wir da keüen empfahen un(d) gewynnen / auch dester mer lustes in dem koste(n)&lt;br /&gt;
Wiß fürwar das dye besichtige natur die winckel zaen mit de(n) dz kewen geschicht hat zwir allso grosse macht als die andern un(d) vodern zaen&amp;amp;middot; Daru(m)b das dz keüe(n) dest bas geschehe&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Auch hat die natur den costende(n) syn in de(n) mu(n)de geseczt / daru(m)b das wyr dye speiß dester lenger mit lust und(er) dem guomen hielten&amp;amp;middot; Nun dewe ich mein speiß destbas&amp;amp;middot; wenn sy wirt mit eindrucken mir zuo hilf wolgeleütert&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Do sprach dz schwei(n)&amp;amp;middot; wer hat dich gelert eintrucke(n)&amp;amp;middot; Der frag gab der ochß antwurt unnd sprach&amp;amp;middot; Des bis on zweifel die kunst hat mich geleret eindrucken in meinen leychnam die den weysen lert eintrucken in der sel&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
wann ain weiser eindruckt alle ding die er redtt oder würckt mit sitigem bedencken / darumb so erdet er wolgedeüte wort / un(d) würckt wolgeleüterte und rain geschwu(n)gen werck &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Sag mir wardurch istt dem mensche(n) verlihen clarer rat und vernunft un(d) das aller klarest guot der bedaechtnuß zuo nichten anders fürwar dann das er die heilwertiklich nücz in seinen worten und wercken&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Darumbe ist das kewüen der gedechtnuße in allen menschlichen worte(n) un(d) wercken allzeit für zuo seczen daz die beyde mit weißheit wol behuet seyen&amp;amp;middot; Auch ist des nit genuoge ob ain ding aynest besichtigklich und bedaechtiklich wirt betracht / wenn des ist ein noturft das es behendiklich dick un(d) oft werd eingedruckt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
wenn ein yeckliche speiß wirt vierfaltiklich gekocht ee und sy den gelidern warhaftiklich und wolgeleüteret empfolhen unnd geaigenot wirt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
Nu(n) das du des gelert werdest so wyß das ayn yeckliche speiß mit der wir tier gespeißtt werden bedarf zuo noete(n) dz sy mit hicziger deüwung vierfeltiklychen geleütert sey ee und sy den lebentigen geysten gegebe(n) wirt unnd gaucz&amp;lt;ref&amp;gt;ganz?&amp;lt;/ref&amp;gt; mit inen veraynet Wann des ersten kommet dye speß in den magen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
und in dem wirt sy am erste(n) gedeüwet / darinn teylt sich das lauter von dez unlautern / und das daz unlautter ist wirt den natürlichen stuele(n) empfolhen mit dem nympte es seinen außgang / darnach wirtt das lauter das in dem mage(n) beleibt der lungen empfolhen Un(d) wirt darinnen verdeüet Unnd wird da zuo pluot&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
da wirt aber dz lauter von dem unlautern geteilet / und das unlauter wirt mit dem haren außgelassen&amp;amp;middot; Darnache wirt das lauter das in d(er) lungen beliben ist von den adern an sich gezogen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
und wirt darinne(n) zuo dem driten mal gedeüet / Do wirt aber das lauter vo(n) dem unlautern geteilt&amp;amp;middot; und das unlauter wirt verlassen mitt dem schwaiß und mit dez spaichel&amp;amp;middot; darnach zuo dem vierden mal wirtt daz lauter das do überbelibe(n) ist in alle gelider geteylt / und wirdet darinnen gedeüet&amp;amp;middot; Do wirtt auch daz lautter von dem unlautern geteylt&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
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Und dasselbig das vil nahend sam als das lautter ist das wirt behalte(n) in den vaßsen das ist der nyeren natürlich er saum / und dasselbig dz wirt mit dem wercke der natur verlassen&lt;br /&gt;
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==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20209</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2021-10-29T12:07:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das Schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / waru(m)b ruoest du nun nit&amp;amp;middot; War des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20208</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2021-10-29T12:07:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das Schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / Warum ruoest du nun nit&amp;amp;middot; War des nit genueg das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20207</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2021-10-29T12:06:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das Schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / Warum ruest du nun nit&amp;amp;middot; War des nit genug das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20206</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2021-10-29T12:03:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der ochß sprach&amp;amp;middot; Ich eindrucke&amp;amp;middot; Do sprach das Schwein&amp;amp;middot; Du unweiser ein kleine stund vor der zeyt hastu ein schwaeres joch vo(n) dyr geleget / Warum ruest du nun nit&amp;amp;middot; War das nit genug das du das aynest gekewt hetest&amp;amp;middot; Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindrucktest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20198</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2021-10-29T11:42:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du thuost&amp;amp;middot; Der Ochß sprach: Ich eindrucke. Do sprach das Schwein: Du Unweiser ein(e) kleine Stund(e) vor der Zeit, hastdu ein schweres Joch von dir geleget. Warum ruest du nun nit. War das nit genug, das du das aynest gekeut hetest. Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindruckaest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20196</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2021-10-29T11:36:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siczender und ruowender eyntrucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du tust. Der Ochs(e) sprach: Ich eindrucke. Do sprach das Schwein: Du Unweiser ein(e) kleine Stund(e) vor der Zeit, hastdu ein schweres Joch von dir geleget. Warum ruest du nun nit. War das nit genug, das du das aynest gekeut hetest. Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindruckaest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20194</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20194"/>
		<updated>2021-10-29T11:28:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er sizender und ruowender eyn trucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du tust. Der Ochs(e) sprach: Ich eindrucke. Do sprach das Schwein: Du Unweiser ein(e) kleine Stund(e) vor der Zeit, hastdu ein schweres Joch von dir geleget. Warum ruest du nun nit. War das nit genug, das du das aynest gekeut hetest. Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindruckaest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20193</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2021-10-29T11:26:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er siezender und ruowender eyn trucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du tust. Der Ochs(e) sprach: Ich eindrucke. Do sprach das Schwein: Du Unweiser ein(e) kleine Stund(e) vor der Zeit, hastdu ein schweres Joch von dir geleget. Warum ruest du nun nit. War das nit genug, das du das aynest gekeut hetest. Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindruckaest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
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Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20192</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20192"/>
		<updated>2021-10-29T11:21:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 45-47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel Bedenck alle ding mit wolgedewtem eintrucken ee und du sy thuost&amp;amp;middot;&amp;lt;br /&amp;gt;Das &amp;amp;middot;XI&amp;amp;middot; Capitel&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;ach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n) speyß empfalhe ei(n) Ochß die selbe(n) speise dem guomen hyn wider sy baß zekeüen&amp;amp;middot; Unnd da er stezender und ruowender eyn trucket das sahe ein schwein es lief zuo im un(d) sprach&amp;amp;middot; Du gehürneter was ist das du tust. Der Ochs(e) sprach: Ich eindrucke. Do sprach das Schwein: Du Unweiser ein(e) kleine Stund(e) vor der Zeit, hastdu ein schweres Joch von dir geleget. Warum ruest du nun nit. War das nit genug, das du das aynest gekeut hetest. Das verantwurt der ochs unnd sprach also&amp;amp;middot; Des nymm dir nit wund / mein pruoder / wenn waer daz du eindruckaest fürwar so verstuendest du auch mei(n) eindrucke(n) ich bit dich in freüntschaft sag mir wo und an wellicher stat der tiere ist der synn der speiß geseczt / Ist er nit in dem guomen&amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1571, 45v)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.brevitas.org/mediawiki_1_43/index.php?title=Ochse_und_Schwein_(Erz%C3%A4hlstoff)&amp;diff=20183</id>
		<title>Ochse und Schwein (Erzählstoff)</title>
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		<updated>2021-10-29T11:04:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Svetlana Fedorova: /* Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein), Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Erzählstoff&lt;br /&gt;
| namen              = Ochse und Schwein&lt;br /&gt;
| regest             = Der Ochse erklärt dem fragenden Schwein, warum er wiederkäut. ([[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530)&lt;br /&gt;
| fassungen          = [[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der wyßheit (Sebastian Münster)]], Nr. I, 11, Bl. 9v-10v&amp;lt;br /&amp;gt;[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]], 11&lt;br /&gt;
| forschung          = [[Dicke, Gerd/Grubmüller, Klaus: Die Fabeln des Mittelalters und der Frühen Neuzeit]], S. 530f.; [[Günthart, Romy (Hg.): Sebastian Münster, Spiegel der wyßheit]], Band 2, S. 26f.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Lateinische Version (Cyrillus, Nr. I, 11), 1. Hälfte 14. Jhd. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Tradition baut auf einer lateinischen Quelle auf (Cyrillus, Nr. I, 11 ([https://archive.org/details/diebeidenltesten00grss Grässe, Johann Georg Theodor (Hg.): Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters.] Tübingen 1880, S. 16-18)). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-width: 1px 1px 5px 1px&amp;quot;|Cyrillus: Speculum Sapientiae&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Esser, Birgit/Blanke, Hans-Jürgen (Hg.): Speculum Sapientiae]], S. 44-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Diligentiori ruminatione omnia digeras, priusquam agas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Post aliquantulam sumpti digestionem edulii ipsum bos retribuens faucibus cum recubans ruminaret, porcus hoc adspiciens ad eum venit et dixit: &amp;quot;Quid est quod agis, cornute?&amp;quot; Cui ille: &amp;quot;Rumino.&amp;quot; Tunc porcus: &amp;quot;Parum ante tam onerosum iugum deposuisti, ut quid modo non quiescis? Nonne semel satis est masticasse? Ad haec bos ita fertur dixisse: &amp;quot;Nimirum, frater, si ruminares, nullatenus ita sentires. Ubi quaeso situs est alimenti sensus? Nonne in faucibus? Et propter hoc quanto diligentius edulium masticamus, tanto amplius totius rei saporem percipimus et iudicialem gustum vehementius delectamus; revera molares dentes in duplo provida ob hoc natura composuit, ut masticatio maior adsit, et gustativus sensus providenter locatus est in ore, ut delectatione cibum diutius teneamus sub fauce. Quin et ruminans melius digero et alimentum in fine per amplius depuratum assumo.&amp;quot; Tunc porcus his auditis adiunxit: &amp;quot;Quis ruminare te docuit?&amp;quot; Et ille: &amp;quot;Nimirum ars illa me hoc agere erudivit in corpore, quae sapientem edocuit ruminare in mente. Cuncta namque subtili medicamine ruminat prudens quae aut dicit aut facit, propterea quidem digesta loquitur et purgata similiter operatur. Ad quid enim communicatum est homini clarum rationis consilium, et tarn carissimum concessum est illi meditationis bonum? Nonne ut his salubriter in agendis utatur? Unde praemeditationis masticatio semper praeponenda est in cunctis humanis actibus, si sapientia gubernantur, ut universa digestiora et puriora consequantur. Nec semel satis est rem agendam videre, sed necesse est eam subtiliter pluries ruminare. Sicut quattuor digestionibus cibus praecoquitur, ut deinde membris purior atque veracior tribuatur, omnis cibus, autequam animae uniatur, quattuor purgetur digestionibus. Primo vadit ad stomachum et ibi digeritur et sequestratur purum ab impuro et quod impurum est, emittitur per secessum. Deinde purum derelictum ad hepar mittitur, et ibi digeritur et fit sanguis et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per urinam. Deinde derelictum purum a venis attrahitur et ibi tertio digeritur et sequestratur purum ab impuro et impurum emittitur per sudorem et sputum. Deinde purum derelictum per membra spargitur et in membris quarto digeritur et sequestratur purum ab impuro et illud impurum, quod quasi purum est, servatur in vasis spermaticis et in generatione emittitur. Purissimum autem derelictum conversum in membrorum substantiam finaliter animae copulatur factum vivum et substantia vitae. Unde nulla cibalis impuritas accedit ad animam, nisi cum quater mundificatus sit omnis cibus. Tu quidem ergo, carissime, quia non ruminas, impurius suscipis alimentum, et ob hoc divina lege iudicaris immundus.&amp;quot; Quibus auditis erubescens porcus recessit.&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;|&lt;br /&gt;
Bevor du handelst, sollst du alles durch sorgfältiges Nachdenken abwägen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwein sah, wie ein Ochse nach kurzem Kauen der aufgenommenen Nahrung diese wieder seinem Maul zuführte und im Liegen wiederkäute; es ging näher zu ihm und sagte: &amp;quot;Was treibst du, Hornochse?&amp;quot; Jener sagte zu ihm: &amp;quot;Ich bin mit Wiederkäuen beschäftigt.&amp;quot; Darauf meinte das Schwein: &amp;quot;Eben erst hast du das so beschwerliche Joch abgelegt, warum ruhst du jetzt nicht aus? Genügt es nicht, einmal gekaut zu haben?&amp;quot; Darauf soll der Ochse folgendes gesagt haben: &amp;quot;Aber nein, mein Bruder, wenn du ein Wiederkäuer wärest, würdest du keineswegs so denken. Ich frage dich, wo ist denn das Sinnesorgan für die Nahrung angesiedelt? Doch im Maul! Je sorgfältiger wir kauen, um so mehr nehmen wir folglich den Geschmack der ganzen Sache auf und um so eindringlicher erfreut sich der urteilende Geschmacksinn; die wirklich weitsichtige Natur hat deshalb die Backenzähne doppelt angelegt, damit ein kräftiges Kauen möglich ist, und der Geschmackssinn ist absichtlich im Mund angelegt, damit wir mit Freude die Speise länger darin festhalten. Ich verdaue sogar besser, wenn ich wiederkäue und nehme schließlich eine besser gereinigte Nahrung auf.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, fügte es hinzu: &amp;quot;Wer hat dich das Wiederkäuen gelehrt?&amp;quot; Er gab zur Antwort: &amp;quot;Selbstverständlich hat jene Kunst mich dazu erzogen, dies in meinem Körper zu tun, die den Weisen lehrte, im Geist wiederzukäuen. Denn alles, was der Kluge sagt oder tut, kaut er mit einem feinen Wirkstoff nochmals durch. Deshalb spricht er nach reiflicher Überlegung und handelt in ähnlicher Weise lauter. Wozu ist nämlich dem Menschen das klare Planen des Verstandes gegeben und wozu ist ihm das so teure Gut des Nachdenkens gewährt worden? Doch dazu, daß er es heilsam bei seinem Tun und Handeln benutzt. Deshalb muß bei allen menschlichen Handlungen immer das &#039;Kauen&#039; der Vorüberlegung vorangestellt werden, wenn sie von der Weisheit gelenkt werden, damit alles durchdachter und reiner nachfolgt. Und es genügt nicht, eine Sache, die man zu tun hat, nur einmal zu bedenken, sondern man muß sie mehrmals gründlich überdenken. So wird eine Speise durch vier Verdauungsvorgänge vorverdaut, daß sie dann den Gliedern reiner und echter zugeführt wird, und jede Speise soll durch einen vierfachen Verdauungsvorgang gereinigt werden, bevor sie in die Lebenskraft eingeht. Zuerst kommt sie in den Magen und wird dort zerkleinert, das Reine wird vom Unreinen getrennt und das Unreine wird abgeführt. Dann wird der gereinigte Rest zur Leber transportiert und dort zerkleinert, so daß Blut entsteht, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch den Urin ausgeschieden wird. Der gereinigte Rest wird von den Blutadern aufgenommen und dort zum dritten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und das Unreine durch Schweiß und Speichel ausgeschieden. Dann aber  verteilt sich der gereinigte Rest in den Gliedern und wird dort zum vierten Mal zerkleinert, das Reine vom Unreinen getrennt und jenes Unreine, das schon beinahe rein ist, in den Spermagefäßen aufbewahrt und bei der Zeugung ausgeschieden. Der völlig gereinigte Rest, der sich in die Substanz der Organe verwandelt hat, wird als kraftvolle Lebenssubstanz endlich in die Lebenskraft eingebunden. So gelangt kein unreines Essen in die Lebenskraft, da jede Speise viermal gereinigt wurde. Weil du aber, mein lieber Freund, kein Wiederkäuer bist, nimmst du unreine Nahrung zu dir und deswegen giltst du nach göttlichem Gesetz als unrein.&amp;quot; Als das Schwein dieses gehört hatte, zog es sich beschämt zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsche Versionen==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]], Nr. I, 11 (um 1408/16, nach Druck Augsburg, 1490)===&lt;br /&gt;
Das XI Capitel &lt;br /&gt;
Bedenck alle ding mit &lt;br /&gt;
wolgedewtem eintruck&lt;br /&gt;
en ee und du sy thuost (Sinnpause)&lt;br /&gt;
Das XI Capitel&lt;br /&gt;
Nach etwe vil dewung &lt;br /&gt;
der empfange(n)&lt;br /&gt;
 speyß empfalhe ein(n)&lt;br /&gt;
  Ochß die selbe(n) speise&lt;br /&gt;
   dem guomen hyn&lt;br /&gt;
    wider sy baß zekeüen (Sinnpause) Unnd da&lt;br /&gt;
     er stezender und ruowender eyn&lt;br /&gt;
      trucket das sahe ein schwein es&lt;br /&gt;
       lief zuo im un(d) sprach &amp;amp;middot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Miniaturen und gedruckte Bilder==&lt;br /&gt;
===[[Buch der natürlichen Weisheit (Ulrich von Pottenstein)]]===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 254, 9v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Cgm 9602, 10v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Mgf 459, 23v)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS 653, 174r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS 653, 174r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r).png|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (MS Egerton 1121, 16r)&lt;br /&gt;
Datei:Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v).jpg|200px|thumb|left|Ochse und Schwein (Druck 1490, 12v)&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
===[[Spiegel der natürlichen weyßhait (Daniel Holzmann)]]===&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Quelle Fabel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Svetlana Fedorova</name></author>
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