Fünf Punkte von der Frauenehre (B327)

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Fünf Punkte von der Frauenehre (B327)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung Ende 14. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Den Haag, Königliche Bibliothek: Cod. 128 E 2, 30vb-31va
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Malm, Mike: Fünf Punkte von der Frauenehre; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 500f.

Inhalt

A Prolog (1–14)

Der Sprecher beginnt mit einem Bescheidenheitstopos: Seine Kunst reiche nicht aus, allen guten Frauen zu sagen, wie sie ihre Ehre bewahren sollen. Doch fünf zentrale Punkte könne er ihnen ans Herz legen. Jeder dieser Punkte folgt demselben Muster: erst eine allgemeine Lehre, dann eine direkte Ermahnung an die Frauen, teils im Wechsel zwischen Ihrzen und Duzen, jeweils mit der Apostrophe „Och wijflich wijf“.

B Fünf Tugenden der Frau (15–87)

  1. Sich hüten: Wer sich auf die Liebe eines Mannes einlässt, muss ihre Ehre schützen.
  2. Beständigkeit: Beständigkeit sei das schönste „Kleid“ der Frauen. Auch wenn Männer wankelmütig seien, sollten Frauen standhaft bleiben.
  3. Freundlicher Blick / Contenance: Eine Frau, die Haltung bewahrt, wird gelobt; viele verlören ungewollt ihre Ehre, wenn sie dies nicht können.
  4. Schamhaftigkeit: Eine schamlose Frau gleiche einem lahmen Pferd; wahre Keuschheit hingegen werde überall gepriesen.
  5. Demut: Hochmut mache eine Frau zum Schandfleck; Hoffart sei schlimmer als Bosheit. Demut stärke die weibliche Ehre.

C Schluss (88–120)

Der Sprecher nennt die Frauen „Hüterinnen aller Tugenden“. Sie könnten jedes Leid vertreiben. Als Vorbild führt er – ohne den Namen zu nennen – Maria an, die diese fünf Tugenden vollkommen verwirklicht und damit Evas Fehltritt überwunden habe. Frauen sollen sich daran trösten und die fünf Punkte befolgen, die wertvoller seien als jedes irdische Gut. Am Ende werden die fünf Tugenden nochmals zusammengefasst.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 501)