Der getäuschte Minner (B105): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
Der Sprecher erklärt der Geliebten, ihr Betrug überrasche ihn nicht, da selbst große Männer wie Adam, Samson, David und Salomo getäuscht worden seien. Er sei daher wachsam und wisse wohl, Schwarz von Weiß zu unterscheiden. Man habe ihm berichtet, sie wolle ihn verspotten und dass er ihr in Wahrheit gar nicht gefalle. Er vergleicht sich mit einem Diener, den man nur um seines Herrn willen duldet, und beklagt, sie habe ihn nur aus fremdem Antrieb als Liebhaber angenommen. Diese Heuchelei habe sein Herz tief verletzt. Der Verlust aller Hoffnung lasse ihn sein nahes Ende fürchten; die Minne scheine zuzulassen, dass er in „Waben des Jammers“ versinke. Er ist überzeugt, der Frau besser zu dienen als der Nebenbuhler, der ihre Ehre gefährde. Dennoch wolle er abwarten, ob sie ihm nach all dem Leid nicht doch noch gnädig werde – möglich sei das nur, wenn sie den Rivalen aufgebe. Abschließend mahnt er sie, die Zurückweisung zu überdenken, und bittet sie, angesichts seines Schmerzes davon abzusehen.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 151)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
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[[Kategorie:Quelle Liebesbrief]]
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Aktuelle Version vom 3. Januar 2026, 23:50 Uhr

Der getäuschte Minner (B105); Karlsruher Liebesbrief X

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1433
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Karlsruhe, Landesbibliothek: Cod. Donaueschingen 104, 9va-9vb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 151; Zapf, Volker: Konstanzer Liebesbriefe

Die Minnerede ist Bestandteil der Briefsammlung Konstanzer Liebesbriefe (Briefsammlung).

Inhalt

Der Sprecher erklärt der Geliebten, ihr Betrug überrasche ihn nicht, da selbst große Männer wie Adam, Samson, David und Salomo getäuscht worden seien. Er sei daher wachsam und wisse wohl, Schwarz von Weiß zu unterscheiden. Man habe ihm berichtet, sie wolle ihn verspotten und dass er ihr in Wahrheit gar nicht gefalle. Er vergleicht sich mit einem Diener, den man nur um seines Herrn willen duldet, und beklagt, sie habe ihn nur aus fremdem Antrieb als Liebhaber angenommen. Diese Heuchelei habe sein Herz tief verletzt. Der Verlust aller Hoffnung lasse ihn sein nahes Ende fürchten; die Minne scheine zuzulassen, dass er in „Waben des Jammers“ versinke. Er ist überzeugt, der Frau besser zu dienen als der Nebenbuhler, der ihre Ehre gefährde. Dennoch wolle er abwarten, ob sie ihm nach all dem Leid nicht doch noch gnädig werde – möglich sei das nur, wenn sie den Rivalen aufgebe. Abschließend mahnt er sie, die Zurückweisung zu überdenken, und bittet sie, angesichts seines Schmerzes davon abzusehen.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 151)