Berliner Liebesbrief I (B148): Unterschied zwischen den Versionen
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Der Brief ist Bestandteil des Sammlung [[Berliner Liebesbriefe (Briefsammlung)]]. | |||
==Inhalt== | |||
===A (V. 1–8)=== | |||
Der erste Baustein wird von kurzen Prosapassagen gerahmt. Der Sprecher verabschiedet sich von der Geliebten, vergleicht seinen Rückzug mit einem Krebs, der rückwärts in ein anderes Loch kriecht, und erklärt, eine neue Frau gefunden zu haben, die ihm „hinten lieber“ sei als die alte „vorne“. Nun könne er lachen, während sie weine; ihre Liebe sei ohnehin nur vom Geld motiviert gewesen. | |||
===B (V. 10–13)=== | |||
Er beklagt, dass Treue und Beständigkeit von ihm gewichen, Falschheit und Lüge dagegen zu ihm geweht seien. | |||
===C (V. 14–22)=== | |||
In einem kunstvollen Gute‑Nacht‑Gruß wünscht er der Geliebten ein von Lilien, Balsam, Zypressen, Nelken und Rosen gebildetes Schlafgemach. | |||
===D (V. 23–34)=== | |||
Eine anaphorische Grußreihe („gruß dich got[t]“) bittet darum, Gott möge die Geliebte unzählige Male – so häufig wie Sterne leuchten und Blumen zwischen Ostern und Jakobstag blühen – und mit verschiedenen Liebesgaben (Seide, Gerste, seidener Faden) grüßen. Daran knüpft der Sprecher Treuebeteuerung, Bitte um Antwort und den Wunsch, mit ihr in ein finster gaden zu gelangen. | |||
===E (V. 35f.)=== | |||
Der Text endet mit einem Segenswunsch, gesteigert durch ein Adynaton („bis ein Hase hundert Pfund gilt“). | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 187) | |||
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Aktuelle Version vom 6. Januar 2026, 22:08 Uhr
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Berliner Liebesbrief I (B148); Mein fruntlichenn gruß wist dw | |
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| AutorIn | |
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| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 495, 51v-52r |
| Ausgaben | Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 73f. |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 187; Schulz-Grobert, Jürgen: Deutsche Liebesbriefe in spätmittelalterlichen Handschriften |
Der Brief ist Bestandteil des Sammlung Berliner Liebesbriefe (Briefsammlung).
Inhalt
A (V. 1–8)
Der erste Baustein wird von kurzen Prosapassagen gerahmt. Der Sprecher verabschiedet sich von der Geliebten, vergleicht seinen Rückzug mit einem Krebs, der rückwärts in ein anderes Loch kriecht, und erklärt, eine neue Frau gefunden zu haben, die ihm „hinten lieber“ sei als die alte „vorne“. Nun könne er lachen, während sie weine; ihre Liebe sei ohnehin nur vom Geld motiviert gewesen.
B (V. 10–13)
Er beklagt, dass Treue und Beständigkeit von ihm gewichen, Falschheit und Lüge dagegen zu ihm geweht seien.
C (V. 14–22)
In einem kunstvollen Gute‑Nacht‑Gruß wünscht er der Geliebten ein von Lilien, Balsam, Zypressen, Nelken und Rosen gebildetes Schlafgemach.
D (V. 23–34)
Eine anaphorische Grußreihe („gruß dich got[t]“) bittet darum, Gott möge die Geliebte unzählige Male – so häufig wie Sterne leuchten und Blumen zwischen Ostern und Jakobstag blühen – und mit verschiedenen Liebesgaben (Seide, Gerste, seidener Faden) grüßen. Daran knüpft der Sprecher Treuebeteuerung, Bitte um Antwort und den Wunsch, mit ihr in ein finster gaden zu gelangen.
E (V. 35f.)
Der Text endet mit einem Segenswunsch, gesteigert durch ein Adynaton („bis ein Hase hundert Pfund gilt“).
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 187)