Mattseer Liebesbrief IV (B158): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
===A (1–51)===
Die Sprecherin, eindeutig als Frau erkennbar, richtet sich direkt an den Geliebten und bekräftigt in einer Reihe traditioneller Liebestopoi ihre völlige Hingabe: Sie könne ihn in Gedanken und Handlungen nie vergessen; all ihr Trost komme von ihm; seine Liebe habe sie überwältigt und mache sie ruhelos. Ihr Herz gehöre beständig ihm, ihr Denken strebe allein zu ihm. Sie wolle ihm treu dienen und sein Herz mit dem ihren vereinen. Er sei Ursprung und Ziel ihrer Freude; seine Liebe und Schönheit hätten sie besiegt; sie ziehe ihn allen anderen vor und verzehre sich in seinem Dienst. Sie würde ihm gern ihre Liebesqual gestehen; ihr größter Schmerz sei seine Abwesenheit. Freude finde sie nur in seinem Anblick, der sie zugleich erschrecke; seine Liebe klinge in ihr nach und färbe ihr Gesicht. Wenn sie ihn sehe, verschlage ihr die Freude die Sprache.
===B (52–64)===
Anschließend zitiert sie die „innere Rede“ ihres Herzens: Es ruft den Geliebten wiederholt herbei und überhäuft ihn mit metaphorischen Ehrennamen – auserwählter Hort, irdisches Himmelreich, paradiesgleich, Quelle der Freude, edles Veilchen, Heimstatt der Liebe, Rosenrot, Lilienweiß. Der Text bricht vor dem letzten Reim abrupt ab.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 198)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Liebesbrief]]
[[Kategorie:Quelle Liebesbrief]]

Aktuelle Version vom 11. Januar 2026, 19:22 Uhr

Mattseer Liebesbrief IV (B158)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung spätes 15. / frühes 16. Jahrhundert
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Mattsee, Bibliothek des Kollegiatenstiftes: Cod. 24, 76v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 198

Der Brief ist Bestandteil der Sammlung Mattseer Liebesbriefe (Briefsammlung).

Inhalt

A (1–51)

Die Sprecherin, eindeutig als Frau erkennbar, richtet sich direkt an den Geliebten und bekräftigt in einer Reihe traditioneller Liebestopoi ihre völlige Hingabe: Sie könne ihn in Gedanken und Handlungen nie vergessen; all ihr Trost komme von ihm; seine Liebe habe sie überwältigt und mache sie ruhelos. Ihr Herz gehöre beständig ihm, ihr Denken strebe allein zu ihm. Sie wolle ihm treu dienen und sein Herz mit dem ihren vereinen. Er sei Ursprung und Ziel ihrer Freude; seine Liebe und Schönheit hätten sie besiegt; sie ziehe ihn allen anderen vor und verzehre sich in seinem Dienst. Sie würde ihm gern ihre Liebesqual gestehen; ihr größter Schmerz sei seine Abwesenheit. Freude finde sie nur in seinem Anblick, der sie zugleich erschrecke; seine Liebe klinge in ihr nach und färbe ihr Gesicht. Wenn sie ihn sehe, verschlage ihr die Freude die Sprache.

B (52–64)

Anschließend zitiert sie die „innere Rede“ ihres Herzens: Es ruft den Geliebten wiederholt herbei und überhäuft ihn mit metaphorischen Ehrennamen – auserwählter Hort, irdisches Himmelreich, paradiesgleich, Quelle der Freude, edles Veilchen, Heimstatt der Liebe, Rosenrot, Lilienweiß. Der Text bricht vor dem letzten Reim abrupt ab.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 198)