Liebesbrief (Römischer Liebesbrief VI) (B174): Unterschied zwischen den Versionen

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Diese [[Minnerede]] ist Bestandteil der [[Briefsammlung]] [[Römische Liebesbriefe (Briefsammlung)]].
==Inhalt==
Der Sprecher bittet die Geliebte, seinen Brief gnädig aufzunehmen, und erklärt, wie sehr es ihn freuen würde, wenn sie seinen Liebesschmerz erwäge. Darauf folgen Segenswünsche, in denen er sie Gott, den Engeln, dem Heiligen Geist und Maria anvertraut. Nach Gruß und Bitte um Erhörung schildert er, wie ihn ihr erster Anblick sprachlos machte und in ihm die Hoffnung auf Gegenliebe weckte. Er preist ihre Tugend, versichert seine ausschließliche Treue und bittet um Erwiderung seines Dienstes sowie um eine vertraulich behandelte Antwort. Ein einziges freundliches Wort von ihr sei ihm mehr wert als alle Güter der Welt. Die Unsagbarkeit seiner Liebe beschreibt er mit einem Adynaton: Selbst unendliche Tinte, unendliches Papier und ein Leben von 100.000 Jahren reichten nicht aus, sie auszuschreiben. Sein langes Schweigen erklärt er mit Scheu vor ihrer Tugend und Schönheit. Der Brief sei unmittelbar aus seiner aufrichtigen Liebe hervorgegangen, ohne fremde Vorlage. Er bekräftigt dies mit einem Schwur und schließt mit einem ungewöhnlichen Segenswunsch: Gott möge sie so lange leben lassen, wie sie selbst es wünsche, und ihr zuvor das Heil ermöglichen. Abschließend betont er erneut seine Beständigkeit und bittet um eine freundliche Antwort.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 214f.)


[[Kategorie:Quelle Liebesbrief]]
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[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]

Aktuelle Version vom 12. Januar 2026, 23:04 Uhr

Liebesbrief (Römischer Liebesbrief VI) (B174); Ich klaines brieffelin bin gesant

AutorIn Liebesbriefsteller aus Schwaben
Entstehungszeit 15. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Rom, Bibliothek Vaticana: Cod. Pal. lat. 1793, 81v-82v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Altenhöfer, Florian: Liebesbriefsteller aus Schwaben; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 214f.; Schulz-Grobert, Jürgen: Deutsche Liebesbriefe in spätmittelalterlichen Handschriften

Diese Minnerede ist Bestandteil der Briefsammlung Römische Liebesbriefe (Briefsammlung).

Inhalt

Der Sprecher bittet die Geliebte, seinen Brief gnädig aufzunehmen, und erklärt, wie sehr es ihn freuen würde, wenn sie seinen Liebesschmerz erwäge. Darauf folgen Segenswünsche, in denen er sie Gott, den Engeln, dem Heiligen Geist und Maria anvertraut. Nach Gruß und Bitte um Erhörung schildert er, wie ihn ihr erster Anblick sprachlos machte und in ihm die Hoffnung auf Gegenliebe weckte. Er preist ihre Tugend, versichert seine ausschließliche Treue und bittet um Erwiderung seines Dienstes sowie um eine vertraulich behandelte Antwort. Ein einziges freundliches Wort von ihr sei ihm mehr wert als alle Güter der Welt. Die Unsagbarkeit seiner Liebe beschreibt er mit einem Adynaton: Selbst unendliche Tinte, unendliches Papier und ein Leben von 100.000 Jahren reichten nicht aus, sie auszuschreiben. Sein langes Schweigen erklärt er mit Scheu vor ihrer Tugend und Schönheit. Der Brief sei unmittelbar aus seiner aufrichtigen Liebe hervorgegangen, ohne fremde Vorlage. Er bekräftigt dies mit einem Schwur und schließt mit einem ungewöhnlichen Segenswunsch: Gott möge sie so lange leben lassen, wie sie selbst es wünsche, und ihr zuvor das Heil ermöglichen. Abschließend betont er erneut seine Beständigkeit und bittet um eine freundliche Antwort.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 214f.)