Züricher Liebesbrief I (B187): Unterschied zwischen den Versionen
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Dieser Brief ist Bestandteil der Briefsammlung [[Züricher Liebesbriefe (Briefsammlung)]]. | |||
==Inhalt== | |||
===A Botenrede des Briefes (1–21)=== | |||
Der Brief stellt sich selbst als Bote vor und bittet die Dame um Aufmerksamkeit. Er überbringe die Nachricht seines Herrn: dessen ausschließliche und treue Liebe, aber auch dessen Leid. Zugleich betont er, er könne die Herzenswünsche seines Herrn nur unvollkommen wiedergeben (Bescheidenheitstopos). Eine anschließende Sentenz — mit unsicherer Sprecherzuordnung — warnt, dass ein schlechter Bote die eigenen Chancen zunichtemacht. | |||
===B Rede des Sprechers (22–80)=== | |||
Der Sprecher übernimmt nun selbst das Wort. Er verweist auf seinen langjährigen Dienst und erneuert seine Bereitschaft, ihr zu dienen (Kaisertopos). Seine Liebe könne er nicht länger verbergen; Schweigen wäre so wirkungslos wie eine stillstehende Mühle. Er gesteht der Dame, dass sie vollständig über ihn verfüge, und beschreibt seine Leidenschaft als lodernd und verzehrend. Trotz der Schwierigkeit, die Gunst einer Dame zu gewinnen, hoffe er auf Erlösung von seinem Kummer. Er sei überzeugt, dass sie ihn aus christlicher Barmherzigkeit lieben müsse, wenn er ihr sein Leid nur richtig darlegen könne. Nach einem Ausruf des Schmerzes bittet er um Gnade und Nachsicht, bekräftigt die Wahrhaftigkeit seiner Liebe und fleht um Linderung seines Leids sowie um Annahme seines Dienstes — verstärkt durch eine eindringliche Reimfolge am Schluss. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 231f.) | |||
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Aktuelle Version vom 1. Februar 2026, 19:21 Uhr
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Züricher Liebesbrief I (B187) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Erstes Viertel 14. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Zürich, Zentralbibliothek: Cod. RP 3, 1r-2r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 231f.; Stridde, Christine: Züricher Liebesbriefe |
Dieser Brief ist Bestandteil der Briefsammlung Züricher Liebesbriefe (Briefsammlung).
Inhalt
A Botenrede des Briefes (1–21)
Der Brief stellt sich selbst als Bote vor und bittet die Dame um Aufmerksamkeit. Er überbringe die Nachricht seines Herrn: dessen ausschließliche und treue Liebe, aber auch dessen Leid. Zugleich betont er, er könne die Herzenswünsche seines Herrn nur unvollkommen wiedergeben (Bescheidenheitstopos). Eine anschließende Sentenz — mit unsicherer Sprecherzuordnung — warnt, dass ein schlechter Bote die eigenen Chancen zunichtemacht.
B Rede des Sprechers (22–80)
Der Sprecher übernimmt nun selbst das Wort. Er verweist auf seinen langjährigen Dienst und erneuert seine Bereitschaft, ihr zu dienen (Kaisertopos). Seine Liebe könne er nicht länger verbergen; Schweigen wäre so wirkungslos wie eine stillstehende Mühle. Er gesteht der Dame, dass sie vollständig über ihn verfüge, und beschreibt seine Leidenschaft als lodernd und verzehrend. Trotz der Schwierigkeit, die Gunst einer Dame zu gewinnen, hoffe er auf Erlösung von seinem Kummer. Er sei überzeugt, dass sie ihn aus christlicher Barmherzigkeit lieben müsse, wenn er ihr sein Leid nur richtig darlegen könne. Nach einem Ausruf des Schmerzes bittet er um Gnade und Nachsicht, bekräftigt die Wahrhaftigkeit seiner Liebe und fleht um Linderung seines Leids sowie um Annahme seines Dienstes — verstärkt durch eine eindringliche Reimfolge am Schluss.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 231f.)