Der schwere Traum (B219): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
===A Exposition (1–19)===
Der Sprecher schildert seine schlaflose Nacht voller Liebeskummer, in der selbst das beste Bett keine Ruhe bringt. Er verlässt das Haus, wandert im Dunkeln einen unbekannten Weg entlang und gelangt zu einer schwach beleuchteten Kemenate.
===B Traum und Erwachen der Dame (20–78)===
In der Kemenate kniet eine junge Frau betend vor einem verhängten Bett. Sie bemerkt den Sprecher und fordert ihn zu leisem Eintreten auf. Aus dem Bett hört er eine Dame, die im Schlaf heftig die Untreue ihres Geliebten beklagt und sich unruhig hin- und herwirft. Auf seine Bitte hin wagt die Dienerin nicht, ihre Herrin zu wecken, aus Angst, sie könnte noch stärker aufgebracht werden. Die Dame richtet sich plötzlich schreiend auf, die Dienerin hält sie fest, während ihr ganzer Körper bebt. Erst nach einer Weile kann sie sprechen und berichtet, sie habe geträumt, ihren Geliebten verloren zu haben – ein Gedanke, der sie verzweifeln lasse. Bereits vier Nächte habe sie denselben Traum gehabt und wolle ihn nun schildern.
===C Traumbericht der Dame (79–115)===
Im Traum erscheint ihr Geliebter, sie umarmt und küsst ihn und beteuert ihre langjährige Treue. Doch er gesteht, eine andere Frau zu lieben, die ihm das Herz genommen habe. Seit drei Jahren sei er ihr nicht mehr treu und der anderen zugewandt, die ihn erfreue und schöner sei. Sie solle dies hinnehmen, da es nicht zu ändern sei.
===D Gespräch zwischen Dame und Dienerin (116–155)===
Die Dame ist von den Worten des Geliebten zutiefst getroffen. Die Dienerin versucht lachend, den Traum zu relativieren und Träume als trügerisch darzustellen. Die Dame gesteht jedoch, seit einem Jahr einen Verdacht zu hegen: Er erfülle keine Bitten mehr, ziehe sich zurück und berufe sich auf angeblichen Zeitmangel. Sie beklagt ihren Schmerz, will das Schicksal aber annehmen und vertraut darauf, dass die Geringschätzung treuer Liebe auf den Mann zurückfallen werde. Frauen sollten sich vor solchen Männern hüten.
===E Schluss (156–158)===
Der Sprecher verlässt die Szene und legt sich wieder schlafen.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 295f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
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Aktuelle Version vom 3. Februar 2026, 22:58 Uhr

Der schwere Traum (B219)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung ab 1470/71
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 29r-31v
Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 2370, 57r-59r
Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 157r-159v
Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 358, 140v-144r
Prag, Knihovna Národniho muzea: Cod. X A 12, 21r-23v
Stuttgart, Landesbibliothek: Poet. et phil. 4a 69, 257v-260v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Der schwere Traum; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 294-296

Inhalt

A Exposition (1–19)

Der Sprecher schildert seine schlaflose Nacht voller Liebeskummer, in der selbst das beste Bett keine Ruhe bringt. Er verlässt das Haus, wandert im Dunkeln einen unbekannten Weg entlang und gelangt zu einer schwach beleuchteten Kemenate.

B Traum und Erwachen der Dame (20–78)

In der Kemenate kniet eine junge Frau betend vor einem verhängten Bett. Sie bemerkt den Sprecher und fordert ihn zu leisem Eintreten auf. Aus dem Bett hört er eine Dame, die im Schlaf heftig die Untreue ihres Geliebten beklagt und sich unruhig hin- und herwirft. Auf seine Bitte hin wagt die Dienerin nicht, ihre Herrin zu wecken, aus Angst, sie könnte noch stärker aufgebracht werden. Die Dame richtet sich plötzlich schreiend auf, die Dienerin hält sie fest, während ihr ganzer Körper bebt. Erst nach einer Weile kann sie sprechen und berichtet, sie habe geträumt, ihren Geliebten verloren zu haben – ein Gedanke, der sie verzweifeln lasse. Bereits vier Nächte habe sie denselben Traum gehabt und wolle ihn nun schildern.

C Traumbericht der Dame (79–115)

Im Traum erscheint ihr Geliebter, sie umarmt und küsst ihn und beteuert ihre langjährige Treue. Doch er gesteht, eine andere Frau zu lieben, die ihm das Herz genommen habe. Seit drei Jahren sei er ihr nicht mehr treu und der anderen zugewandt, die ihn erfreue und schöner sei. Sie solle dies hinnehmen, da es nicht zu ändern sei.

D Gespräch zwischen Dame und Dienerin (116–155)

Die Dame ist von den Worten des Geliebten zutiefst getroffen. Die Dienerin versucht lachend, den Traum zu relativieren und Träume als trügerisch darzustellen. Die Dame gesteht jedoch, seit einem Jahr einen Verdacht zu hegen: Er erfülle keine Bitten mehr, ziehe sich zurück und berufe sich auf angeblichen Zeitmangel. Sie beklagt ihren Schmerz, will das Schicksal aber annehmen und vertraut darauf, dass die Geringschätzung treuer Liebe auf den Mann zurückfallen werde. Frauen sollten sich vor solchen Männern hüten.

E Schluss (156–158)

Der Sprecher verlässt die Szene und legt sich wieder schlafen.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 295f.)