Der unentwegte Liebhaber (B236): Unterschied zwischen den Versionen

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| autorin            = Anon.<!--Autor oder Autorin bzw. "Anon."; falls in der Forschung ein/e AutorIn vermutet wird, dann nach AutorInnenname "?" und in () Verweis auf Forschungsquelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)-->
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| entstehungszeit    = <!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)-->  
| entstehungszeit    = 1. Hälfte 15. Jhd.<!--Entstehungszeit oder -zeitraum des Textes, mit anschließendem Verweis auf Quelle der Datierung in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik)-->  
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| auftraggeberin    = <!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit ";"-->
| auftraggeberin    = <!--Auftraggeber oder Auftraggeberin, ggf. mit anschließendem Verweis auf Quelle in [[Kurzzitationen]] (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), abgetrennt mit ";"-->
| überlieferung      = Karlsruhe, Badische Landesbibliothek: Donaueschingen 104, 172vb-175vb [https://digital.blb-karlsruhe.de/urn/urn:nbn:de:bsz:31-1289]<br />München, BSB: Cgm 379, 39v-45r [http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0006/bsb00061176/images/]<br />München, BSB: Cgm 270, 79v-85r [http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00052961/images/]<br />Prag, Nationalmuseum: Cod. X A 12, 32v-37v<br />Heidelberg, UB: Cpg 313, 272r-280v [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg313]<br />Salzburg, Stiftsbibliothek St. Peter: Cod. b IV 3, 47v-51v<br />Leipzig, UB: Ms. Apel 8, 170v-176v [http://digital.bibliothek.uni-halle.de/hd/urn/urn:nbn:de:gbv:3:3-42819]<br />Dessau-Roßlau, Anhaltische Landesbücherei Dessau: Hs. Georg. 150.8°, 84v-94r [http://www.bibliothek.dessau-rosslau.de/digitalisate/Georg/georg_150.pdf]<br />Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 488 [https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht?PPN=PPN662366077&PHYSID=PHYS_0001&DMDID=]<!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit "<br />"-->
| überlieferung      = Karlsruhe, Badische Landesbibliothek: Donaueschingen 104, 172vb-175vb [https://digital.blb-karlsruhe.de/urn/urn:nbn:de:bsz:31-1289]<br />München, BSB: Cgm 379, 39v-45r [http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0006/bsb00061176/images/]<br />München, BSB: Cgm 270, 79v-85r [http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00052961/images/]<br />Prag, Nationalmuseum: Cod. X A 12, 32v-37v<br />Heidelberg, UB: Cpg 313, 272r-280v [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg313]<br />Salzburg, Stiftsbibliothek St. Peter: Cod. b IV 3, 47v-51v<br />Leipzig, UB: Ms. Apel 8, 170v-176v [http://digital.bibliothek.uni-halle.de/hd/urn/urn:nbn:de:gbv:3:3-42819]<br />Dessau-Roßlau, Anhaltische Landesbücherei Dessau: Hs. Georg. 150.8°, 84v-94r [http://www.bibliothek.dessau-rosslau.de/digitalisate/Georg/georg_150.pdf]<br />Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 488, 43r-48v [https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht?PPN=PPN662366077&PHYSID=PHYS_0001&DMDID=]<!--Möglichst gesamte Überlieferung in Handschriften und Drucken. Muster: Ort, Bibliothek: Signatur, abgetrennt mit "<br />"-->
| ausgaben          = [[Ridder/Ziegeler: Versnovellistik]]<!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit "<br />"-->
| ausgaben          = [[Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts]], Band 4, S. 176-222<!--Möglichst alle Ausgaben des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit "<br />"-->
| übersetzungen      = [[Ridder/Ziegeler: Versnovellistik]]<!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit "<br />"; notfalls Doppelungen mit Ausgaben-->
| übersetzungen      = [[Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts]], Band 5, S. 469-473<!--Möglichst alle Übersetzungen des Textes in [[Kurzzitationen]](s. Bibliographie Editionen Kleinepik), abgetrennt mit "<br />"; notfalls Doppelungen mit Ausgaben-->
| forschung          = <!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit ";"-->
| forschung          = [[Stridde, Christine: Der unentwegte Liebhaber]]; [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 345-347; [[Ziegeler, Hans-Joachim: Erzählen im Spätmittelalter]], S. 36 A. 18, 72 A. 38, 73 A. 42, 499<!--Forschungstexte zum Einzeltext (s. Bibliographie Forschung Kleinepik), ggf. mit Seitenangaben, abgetrennt mit ";"-->


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==Inhalt==
===A Exposition===
Der Sprecher beklagt sein gegenwärtiges Liebesunglück und die fortschreitende Verschlechterung seines Zustands. Früher habe er gehofft, der Geliebten bald seine Liebe gestehen zu können und überlegt, wie er dies anstellen solle. Dann sei etwas geschehen, das all seine Wünsche erfüllt habe, wovon er nun berichten wolle.
===B Erstes Werbungsgespräch===
Er begegnet der Geliebten zufällig in einem Baumgarten und grüßt sie höfisch. Sie erwidert den Gruß, stellt sich jedoch unwissend und wünscht ihm und seiner vermeintlichen Geliebten alles Gute. Es folgt ein längerer Dialog, in dem sie seine Liebesbeteuerungen absichtlich wörtlich und damit falsch versteht: Seine bildlichen Ausdrücke deutet sie buchstäblich, verspottet ihn und steigert sich bis zur Drohung mit dem Galgen. Der Sprecher wird mutlos und wendet sich ab, fasst dann aber neuen Mut und kehrt zu ihr zurück.
===C Zweites Werbungsgespräch===
Die Missverständnisse setzen sich fort. Auf seine Klage über brennendes Herz rät sie zu kaltem Wasser. Danach folgt eine lange Schimpftirade voller sprichwörtlicher Wendungen, in der sie ihn verspottet, seine Treue anzweifelt und ihm unlautere Absichten unterstellt. Schließlich fordert sie ihn auf zu schweigen, wenn er ihre Huld behalten wolle. Er weist ihre Unterstellungen zurück und beteuert seine Aufrichtigkeit.
===D Dienstannahme===
Nun erklärt die Dame, ihre Unfreundlichkeit sei eine Liebesprobe gewesen, um seine Beständigkeit zu prüfen. Er solle stets auf ihre Ehre achten und ihr die harten Worte nicht verübeln. Sie verspricht ihm ehrenhafte Gewährung, bittet jedoch um Bedenkzeit bis zum Johannistag, um das Weitere zu planen. Der Sprecher hofft auf Erhörung und erkennt, dass man an einer Ablehnung nicht verzagen dürfe: Beharrlichkeit führe zum Ziel, und auch große Werke entstünden nicht an einem Tag.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 346f.)
[[Kategorie:Quelle Märe/Versnovelle]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]

Aktuelle Version vom 4. Februar 2026, 23:07 Uhr

Der unentwegte Liebhaber (B236); Der geprüfte Minner; Die Spröde; The incorrigible suitor

AutorIn Anon.
Entstehungszeit 1. Hälfte 15. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Karlsruhe, Badische Landesbibliothek: Donaueschingen 104, 172vb-175vb [1]
München, BSB: Cgm 379, 39v-45r [2]
München, BSB: Cgm 270, 79v-85r [3]
Prag, Nationalmuseum: Cod. X A 12, 32v-37v
Heidelberg, UB: Cpg 313, 272r-280v [4]
Salzburg, Stiftsbibliothek St. Peter: Cod. b IV 3, 47v-51v
Leipzig, UB: Ms. Apel 8, 170v-176v [5]
Dessau-Roßlau, Anhaltische Landesbücherei Dessau: Hs. Georg. 150.8°, 84v-94r [6]
Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 488, 43r-48v [7]
Ausgaben Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts, Band 4, S. 176-222
Übersetzungen Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts, Band 5, S. 469-473
Forschung Stridde, Christine: Der unentwegte Liebhaber; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 345-347; Ziegeler, Hans-Joachim: Erzählen im Spätmittelalter, S. 36 A. 18, 72 A. 38, 73 A. 42, 499

Inhalt

A Exposition

Der Sprecher beklagt sein gegenwärtiges Liebesunglück und die fortschreitende Verschlechterung seines Zustands. Früher habe er gehofft, der Geliebten bald seine Liebe gestehen zu können und überlegt, wie er dies anstellen solle. Dann sei etwas geschehen, das all seine Wünsche erfüllt habe, wovon er nun berichten wolle.

B Erstes Werbungsgespräch

Er begegnet der Geliebten zufällig in einem Baumgarten und grüßt sie höfisch. Sie erwidert den Gruß, stellt sich jedoch unwissend und wünscht ihm und seiner vermeintlichen Geliebten alles Gute. Es folgt ein längerer Dialog, in dem sie seine Liebesbeteuerungen absichtlich wörtlich und damit falsch versteht: Seine bildlichen Ausdrücke deutet sie buchstäblich, verspottet ihn und steigert sich bis zur Drohung mit dem Galgen. Der Sprecher wird mutlos und wendet sich ab, fasst dann aber neuen Mut und kehrt zu ihr zurück.

C Zweites Werbungsgespräch

Die Missverständnisse setzen sich fort. Auf seine Klage über brennendes Herz rät sie zu kaltem Wasser. Danach folgt eine lange Schimpftirade voller sprichwörtlicher Wendungen, in der sie ihn verspottet, seine Treue anzweifelt und ihm unlautere Absichten unterstellt. Schließlich fordert sie ihn auf zu schweigen, wenn er ihre Huld behalten wolle. Er weist ihre Unterstellungen zurück und beteuert seine Aufrichtigkeit.

D Dienstannahme

Nun erklärt die Dame, ihre Unfreundlichkeit sei eine Liebesprobe gewesen, um seine Beständigkeit zu prüfen. Er solle stets auf ihre Ehre achten und ihr die harten Worte nicht verübeln. Sie verspricht ihm ehrenhafte Gewährung, bittet jedoch um Bedenkzeit bis zum Johannistag, um das Weitere zu planen. Der Sprecher hofft auf Erhörung und erkennt, dass man an einer Ablehnung nicht verzagen dürfe: Beharrlichkeit führe zum Ziel, und auch große Werke entstünden nicht an einem Tag.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 346f.)