Liebesgespräch I (B239): Unterschied zwischen den Versionen
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===A Prolog=== | |||
Der Sprecher behauptet, weit gereist zu sein und viele wundersame Liebeserfahrungen gemacht zu haben, die vom ersten Blickkontakt bis zu nächtlichen Abenteuern reichen. Er kündigt eine außergewöhnliche Geschichte an, die er erzählen will, sofern das Publikum nicht zurückschreckt. Durch göttliche Gnade sei er an den Ort gelangt, zu dem sein Herz ihn immer gezogen habe, und habe die Frau gesehen, der er stets untertan gewesen sei. Er fordert sein Herz zum Lob auf und will von der Begegnung berichten. | |||
===B Brief der Venus=== | |||
Beim Anblick der Geliebten gerät er in heftige Erregung. Sofort liest er ihr einen Werbebrief vor, den Venus für ihn verfasst hat. Der Brief folgt der klassischen Briefrhetorik mit Gruß, Liebesbeteuerung und Bitte um Antwort. Unmittelbar danach fordert die Dame ihn auf, selbst zu sprechen. | |||
===C Streitgespräch=== | |||
Es folgt ein stichisches Streitgespräch, in dem der Sprecher immer wieder seine Liebe beteuert und erklärt, er werde zugrunde gehen, wenn sie ihn nicht erhört. Die Dame glaubt ihm nicht, zweifelt seine Worte an und versteht seine bildlichen Aussagen absichtlich wörtlich. Sie weist seine Versicherungen zurück, bietet ihm Brot gegen seine Not an, deutet sein „Mann‑sein‑Wollen“ als Lehnsdienst und rät ihm, das Band seiner angeblichen Fessel einfach selbst zu lösen. Als er meint, nur der Tod könne ihren Streit beenden, erklärt sie, sie würde seine Jahrzeit halten. Schließlich rät sie ihm, ins Kloster zu gehen; er fürchtet dort um Seele und Leben. Frauen wolle er meiden – außer ihr. Als er erneut beteuert, ohne sie nicht leben zu können, entgegnet sie, dass ihm dann nichts helfen könne. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 351f.) | |||
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Aktuelle Version vom 4. Februar 2026, 23:15 Uhr
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Liebesgespräch I (B239) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Um 1400 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 922, 27ra-28ra, 123vb-124vb Den Haag, Koninklijke Bibliotheek 's-Gravenhage: Cod. 128 E 2, 26vb-8ra |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Altenhöfer, Florian: Liebesgespräch I; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 350-352 |
Inhalt
A Prolog
Der Sprecher behauptet, weit gereist zu sein und viele wundersame Liebeserfahrungen gemacht zu haben, die vom ersten Blickkontakt bis zu nächtlichen Abenteuern reichen. Er kündigt eine außergewöhnliche Geschichte an, die er erzählen will, sofern das Publikum nicht zurückschreckt. Durch göttliche Gnade sei er an den Ort gelangt, zu dem sein Herz ihn immer gezogen habe, und habe die Frau gesehen, der er stets untertan gewesen sei. Er fordert sein Herz zum Lob auf und will von der Begegnung berichten.
B Brief der Venus
Beim Anblick der Geliebten gerät er in heftige Erregung. Sofort liest er ihr einen Werbebrief vor, den Venus für ihn verfasst hat. Der Brief folgt der klassischen Briefrhetorik mit Gruß, Liebesbeteuerung und Bitte um Antwort. Unmittelbar danach fordert die Dame ihn auf, selbst zu sprechen.
C Streitgespräch
Es folgt ein stichisches Streitgespräch, in dem der Sprecher immer wieder seine Liebe beteuert und erklärt, er werde zugrunde gehen, wenn sie ihn nicht erhört. Die Dame glaubt ihm nicht, zweifelt seine Worte an und versteht seine bildlichen Aussagen absichtlich wörtlich. Sie weist seine Versicherungen zurück, bietet ihm Brot gegen seine Not an, deutet sein „Mann‑sein‑Wollen“ als Lehnsdienst und rät ihm, das Band seiner angeblichen Fessel einfach selbst zu lösen. Als er meint, nur der Tod könne ihren Streit beenden, erklärt sie, sie würde seine Jahrzeit halten. Schließlich rät sie ihm, ins Kloster zu gehen; er fürchtet dort um Seele und Leben. Frauen wolle er meiden – außer ihr. Als er erneut beteuert, ohne sie nicht leben zu können, entgegnet sie, dass ihm dann nichts helfen könne.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 351f.)