Minneerlebnis (B256): Unterschied zwischen den Versionen
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===A Anblick der schlafenden Geliebten=== | |||
Der Sprecher erzählt, er sei eines Tages durch einen heimlich gefundenen „Schatz“ reich geworden: den Anblick der schlafenden Geliebten. Eine knappe Schönheitsbeschreibung umfasst Augen, Mund, Wangen, Brüste, Körper und Hände. Ihr Anblick weckt in ihm das Verlangen, sie zu berühren. Als er ihre Hand fasst, erwacht sie. | |||
===B Gespräch=== | |||
Auf ihre Frage, was er bei ihr mache, versichert er seine guten Absichten und schildert ausführlich die Freude, die ihr Anblick in ihm ausgelöst hat. Er betont die Ausschließlichkeit seiner Liebe und seine Bereitschaft, sich in Rede und Verhalten nach ihrem Willen zu richten. Zugleich versichert er ausdrücklich, ihre Ehre und körperliche Integrität zu achten. | |||
===C Minneerfüllung und Abschied=== | |||
Er umarmt sie, und sie erlaubt ihm, ihren Hals zu küssen. Davon überwältigt sinkt sie nieder. Erschrocken bittet er um Verzeihung, verspricht Zurückhaltung und beteuert, dass so etwas nicht wieder vorkommen werde. Sie erklärt, auch ihr sei so etwas noch nie passiert, und bittet ihn, künftig nichts dergleichen zu erwarten. Er fällt in Beklemmung, da er ohne sie nie wieder froh sein könne, und geht traurig fort. | |||
===D Minneklage=== | |||
Der Sprecher klagt, noch immer von Kummer erfüllt zu sein, und denkt Tag und Nacht darüber nach, wie er erneut durch körperliche Nähe zur Geliebten zu Freude gelangen könne. Er will auf diese Erfüllung hoffen, solange er lebt. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 388f.) | |||
[[Kategorie:Quelle Minnerede]] | [[Kategorie:Quelle Minnerede]] | ||
Aktuelle Version vom 5. Februar 2026, 21:30 Uhr
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Minneerlebnis (B256) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab 1454 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 270, 43v-45r München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 379, 14r-16r Salzburg, Stiftsbibliothek St. Peter: b IV 3, 16v-19r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Minneerlebnis; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 388f. |
Inhalt
A Anblick der schlafenden Geliebten
Der Sprecher erzählt, er sei eines Tages durch einen heimlich gefundenen „Schatz“ reich geworden: den Anblick der schlafenden Geliebten. Eine knappe Schönheitsbeschreibung umfasst Augen, Mund, Wangen, Brüste, Körper und Hände. Ihr Anblick weckt in ihm das Verlangen, sie zu berühren. Als er ihre Hand fasst, erwacht sie.
B Gespräch
Auf ihre Frage, was er bei ihr mache, versichert er seine guten Absichten und schildert ausführlich die Freude, die ihr Anblick in ihm ausgelöst hat. Er betont die Ausschließlichkeit seiner Liebe und seine Bereitschaft, sich in Rede und Verhalten nach ihrem Willen zu richten. Zugleich versichert er ausdrücklich, ihre Ehre und körperliche Integrität zu achten.
C Minneerfüllung und Abschied
Er umarmt sie, und sie erlaubt ihm, ihren Hals zu küssen. Davon überwältigt sinkt sie nieder. Erschrocken bittet er um Verzeihung, verspricht Zurückhaltung und beteuert, dass so etwas nicht wieder vorkommen werde. Sie erklärt, auch ihr sei so etwas noch nie passiert, und bittet ihn, künftig nichts dergleichen zu erwarten. Er fällt in Beklemmung, da er ohne sie nie wieder froh sein könne, und geht traurig fort.
D Minneklage
Der Sprecher klagt, noch immer von Kummer erfüllt zu sein, und denkt Tag und Nacht darüber nach, wie er erneut durch körperliche Nähe zur Geliebten zu Freude gelangen könne. Er will auf diese Erfüllung hoffen, solange er lebt.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 388f.)