Liebesbrief (B185): Unterschied zwischen den Versionen
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===A Liebesbekenntnis und Frauenlob (1–48)=== | |||
Der Brief soll der Geliebten Dienst und Treue zusichern und ihr, die im Herzen des Sprechers wohnt, seine Liebe offenbaren. Es folgt eine anaphorische Grußreihe (Got gruße dich) und eine erneute Versicherung seiner Hingabe. Der Sprecher wünscht sich ihre ständige Nähe als Ende seines Kummers. Anschließend preist er ihre innere und äußere Vollkommenheit: zunächst in einer weiteren Anapher (Du bist…), dann in einem Körperlob von Kopf bis Fuß (Stirn, Haare, Augen, Mund, Hals, Nacken, Körper, Hände, Gang, Kleidung). Ihre Tugendhaftigkeit erfreut ihn und bestärkt seinen Wunsch, ihr zu dienen. Den Abschnitt beschließt ein Segenswunsch in Form eines Adynatons. | |||
===B Aufforderung zum Farbentragen (49–68)=== | |||
Nach Gruß und Segenswunsch (erneut mit Adynaton) erteilt der Sprecher eine allegorische Farbenlehre: Die Geliebte solle Schwarz, Braun und Rot tragen; Braun stehe für Schweigsamkeit und damit für das Gebot, ihre Liebe geheim zu halten. Der Abschnitt endet mit einer bewusst anonymisierenden Signatur. | |||
===C Schluss (69–82)=== | |||
Der Sprecher grüßt die Geliebte erneut und bietet ihr symbolisch sein Herz dar. Auf ein Lob der Schweigsamkeit mit direkter Aufforderung (Swig, swig) folgt die Schlussformel: Er wolle nicht länger schreiben, sondern sie sehen; sei dies unmöglich, solle ihr Herz sein Grab sein. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 227f.) | |||
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Aktuelle Version vom 1. Februar 2026, 16:15 Uhr
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Liebesbrief (B185); Liebesbrief IV | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | 1434 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Zeitz, Stiftsbibliothek: 2° DHB Ms. chart. 12 |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Altenhöfer, Florian: Liebesbrief IV; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 227f. |
Inhalt
A Liebesbekenntnis und Frauenlob (1–48)
Der Brief soll der Geliebten Dienst und Treue zusichern und ihr, die im Herzen des Sprechers wohnt, seine Liebe offenbaren. Es folgt eine anaphorische Grußreihe (Got gruße dich) und eine erneute Versicherung seiner Hingabe. Der Sprecher wünscht sich ihre ständige Nähe als Ende seines Kummers. Anschließend preist er ihre innere und äußere Vollkommenheit: zunächst in einer weiteren Anapher (Du bist…), dann in einem Körperlob von Kopf bis Fuß (Stirn, Haare, Augen, Mund, Hals, Nacken, Körper, Hände, Gang, Kleidung). Ihre Tugendhaftigkeit erfreut ihn und bestärkt seinen Wunsch, ihr zu dienen. Den Abschnitt beschließt ein Segenswunsch in Form eines Adynatons.
B Aufforderung zum Farbentragen (49–68)
Nach Gruß und Segenswunsch (erneut mit Adynaton) erteilt der Sprecher eine allegorische Farbenlehre: Die Geliebte solle Schwarz, Braun und Rot tragen; Braun stehe für Schweigsamkeit und damit für das Gebot, ihre Liebe geheim zu halten. Der Abschnitt endet mit einer bewusst anonymisierenden Signatur.
C Schluss (69–82)
Der Sprecher grüßt die Geliebte erneut und bietet ihr symbolisch sein Herz dar. Auf ein Lob der Schweigsamkeit mit direkter Aufforderung (Swig, swig) folgt die Schlussformel: Er wolle nicht länger schreiben, sondern sie sehen; sei dies unmöglich, solle ihr Herz sein Grab sein.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 227f.)