Liebesbrief (Wiener Liebesbrief II) (B182)
|
Liebesbrief (Wiener Liebesbrief II) (B182) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | 1470-1480 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2993, 105r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 224; Schulz-Grobert, Jürgen: Deutsche Liebesbriefe in spätmittelalterlichen Handschriften, S. 222 |
Der Brief ist Teil der Sammlung Wiener Liebesbriefe (Briefsammlung).
Inhalt
A Zweifel an der Liebe (1–21)
Der Sprecher bittet die Geliebte, seine Klage anzuhören und sein Leid durch ihr Mitgefühl zu lindern. Er sehnt sich nach einem einzigen freundlichen Blick, fürchtet jedoch, ihre Liebe könne erloschen sein. Zwar wäre er bereit, für sie bis zum Tod einzustehen, doch quält ihn der Gedanke, dass Männer in ihrer Nähe ihr inzwischen lieber sein könnten als er, der fern von ihr lebt.
B Liebesbekenntnis (22–32)
Ein eingeschobenes, metrisch gestörtes Bekenntnis beschreibt seine Liebesgebundenheit: Ihre Augen fesselten ihn, ihr roter Mund habe sein Herz verwundet. Nur ihre Gegenliebe könne ihn befreien.
C Bitte um Gegenliebe mit Exempel (33–55)
Er wiederholt seine Sorge, ihre Zuneigung sei erkaltet, und erzählt das Beispiel vom Müller, der sein erloschenes Feuer mit Schlägen neu entfacht. So solle auch sie seine Liebe wiederbeleben: Das Bild seines Herzens könne wie ein Beil auf ihres treffen und einen Funken entzünden. Er versichert unerschütterliche Treue und bittet im Gegenzug um ein einziges freundliches Wort, das alle Fesseln lösen könne.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 224)