Glückliche Werbung (B231)

Aus Brevitas Wiki
Version vom 4. Februar 2026, 22:45 Uhr von Silvan Wagner (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Glückliche Werbung (B231)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung London, British Library: Add. 24946, 145r-148r
Ausgaben Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 351-357
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Glückliche Werbung; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 324f.

Inhalt

A Anklage der Sehnsucht

Der Sprecher richtet sich an die Sehnsucht und beklagt, dass sie ihm jede frühere Freude genommen habe, sodass er sie am liebsten ins Meer werfen oder aus dem Land verbannen würde.

B Botenauftrag an das Glück

Nun spricht er das personifizierte Glück an, klagt über die durch die Sehnsucht vereitelte Liebe und fürchtet, daran zugrunde zu gehen. Er bittet das Glück, als Bote zur Dame zu gehen und sie zu grüßen. Nach einem kurzen Erzähleinschub erklärt das Glück seine Bereitschaft, den Auftrag auszuführen und der Dame den Kummer des Mannes mitzuteilen.

C Werbung des Glücks

Das Glück berichtet als Ich-Erzähler von der Werbung vor der Dame; der Übergang vom Auftrag zu diesem Bericht scheint lückenhaft. Es schildert die ausführliche Anrede der Dame, die Sehnsucht und Treue des Mannes, seine Bitte um Erhörung und um Aufgaben im Minnedienst. Die Dame reagiert vorsichtig und will die Wahrheit der Worte prüfen. Das Glück bekräftigt die Verlässlichkeit des Mannes und bittet um eine Antwort. Die Dame erklärt sich bereit, den Mann in ihr Herz aufzunehmen und ihm Trost und Ausgleich für sein Leid zu versprechen, sofern alles ehrenhaft geschieht. Das Glück bürgt für die Ehrenhaftigkeit des Mannes, und die Dame entlässt es mit Grüßen und einer Liebesversicherung.

D Botschaft

Das Glück kehrt zum Mann zurück, spricht ihn in der dritten Person an und nennt ihn hell. Der Mann fragt ungeduldig nach der Botschaft. Das Glück verkündet das nahende Ende seines Leidens, verpflichtet ihn jedoch auf einen Dienst, der die Ehre der Dame wahrt. Da die Nacht anbricht, verabschiedet es sich. Der Mann dankt überschwänglich und gelobt ewigen Dienst für Dame und Glück. Er schließt mit einer Segensbitte für das Glück und fügt etwas unvermittelt die Bitte an, Gott möge auch die Blumen Augentrost und Vergissmeinnicht bewahren.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 324f.)