Der unentwegte Liebhaber (B236)

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Der unentwegte Liebhaber (B236); Der geprüfte Minner; Die Spröde; The incorrigible suitor

AutorIn Anon.
Entstehungszeit 1. Hälfte 15. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Karlsruhe, Badische Landesbibliothek: Donaueschingen 104, 172vb-175vb [1]
München, BSB: Cgm 379, 39v-45r [2]
München, BSB: Cgm 270, 79v-85r [3]
Prag, Nationalmuseum: Cod. X A 12, 32v-37v
Heidelberg, UB: Cpg 313, 272r-280v [4]
Salzburg, Stiftsbibliothek St. Peter: Cod. b IV 3, 47v-51v
Leipzig, UB: Ms. Apel 8, 170v-176v [5]
Dessau-Roßlau, Anhaltische Landesbücherei Dessau: Hs. Georg. 150.8°, 84v-94r [6]
Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Ms. germ. fol. 488, 43r-48v [7]
Ausgaben Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts, Band 4, S. 176-222
Übersetzungen Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts, Band 5, S. 469-473
Forschung Stridde, Christine: Der unentwegte Liebhaber; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 345-347; Ziegeler, Hans-Joachim: Erzählen im Spätmittelalter, S. 36 A. 18, 72 A. 38, 73 A. 42, 499

Inhalt

A Exposition

Der Sprecher beklagt sein gegenwärtiges Liebesunglück und die fortschreitende Verschlechterung seines Zustands. Früher habe er gehofft, der Geliebten bald seine Liebe gestehen zu können und überlegt, wie er dies anstellen solle. Dann sei etwas geschehen, das all seine Wünsche erfüllt habe, wovon er nun berichten wolle.

B Erstes Werbungsgespräch

Er begegnet der Geliebten zufällig in einem Baumgarten und grüßt sie höfisch. Sie erwidert den Gruß, stellt sich jedoch unwissend und wünscht ihm und seiner vermeintlichen Geliebten alles Gute. Es folgt ein längerer Dialog, in dem sie seine Liebesbeteuerungen absichtlich wörtlich und damit falsch versteht: Seine bildlichen Ausdrücke deutet sie buchstäblich, verspottet ihn und steigert sich bis zur Drohung mit dem Galgen. Der Sprecher wird mutlos und wendet sich ab, fasst dann aber neuen Mut und kehrt zu ihr zurück.

C Zweites Werbungsgespräch

Die Missverständnisse setzen sich fort. Auf seine Klage über brennendes Herz rät sie zu kaltem Wasser. Danach folgt eine lange Schimpftirade voller sprichwörtlicher Wendungen, in der sie ihn verspottet, seine Treue anzweifelt und ihm unlautere Absichten unterstellt. Schließlich fordert sie ihn auf zu schweigen, wenn er ihre Huld behalten wolle. Er weist ihre Unterstellungen zurück und beteuert seine Aufrichtigkeit.

D Dienstannahme

Nun erklärt die Dame, ihre Unfreundlichkeit sei eine Liebesprobe gewesen, um seine Beständigkeit zu prüfen. Er solle stets auf ihre Ehre achten und ihr die harten Worte nicht verübeln. Sie verspricht ihm ehrenhafte Gewährung, bittet jedoch um Bedenkzeit bis zum Johannistag, um das Weitere zu planen. Der Sprecher hofft auf Erhörung und erkennt, dass man an einer Ablehnung nicht verzagen dürfe: Beharrlichkeit führe zum Ziel, und auch große Werke entstünden nicht an einem Tag.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 346f.)