Der Traum (Hans Schneider) (B253)

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Der Traum (B253); Spruch von einem Traum

AutorIn Hans Schneider
Entstehungszeit
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum: Hs. Merkel 2° 966, 116v-117r
Ausgaben Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 367-370; Kanz, Claudia: Also Hans Schneider gesprochen hat, S. 321f.
Übersetzungen
Forschung Kanz, Claudia: Also Hans Schneider gesprochen hat, S. 42, 43, 49, 51, 81, 86, 249-256; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 383f.

Inhalt

A Vorrede

Der Sprecher richtet seine ganze Aufmerksamkeit auf die Frauen, die die Welt regieren und Kaiser, Könige und auch ihn selbst erfreuen.

B Traum

Im Gedanken an seine vollkommene Geliebte schläft er nachts ein. Im Traum öffnet sich die Tür, die Geliebte tritt ein und begrüßt ihn, was ihn mit großer Freude erfüllt. Es folgt eine kurze Schönheitsbeschreibung: goldenes, geflochtenes Haar, ein rundes, spiegelglänzendes Gesicht. Ein freundlicher Gruß befreit ihn von aller Trauer, und eine Umarmung führt zur vollständigen Erfüllung seiner Wünsche — Umarmen, Küssen, Liebkosungen. Dies sei ihm lieber als Mai, Jagd oder Beizjagd. Mitten im Liebesspiel erwacht er.

C Reflexion

Erschrocken stellt er fest, dass er allein im Bett liegt. Er bittet Gott, ihn vor Wahnsinn und ewiger Trauer zu bewahren, die ihm ohne Erfüllung durch die Geliebte drohen. Er tröstet sich mit dem Gedanken, dass schon die mächtigsten und weisesten Männer um der Frauen willen gelitten haben — Salomon, Absalon, Samson, Adam, Virgil. Er hofft, dass die Geliebte ihm noch in diesem Sommer Lohn für seinen Dienst gewähren möge. Autorsignatur.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 384)