Der schlaflose Minner (B33)
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Der schlaflose Minner (B33) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab 1425 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 313, 247r-250v Karlsruhe, Landesbibliothek: Hs. Donaueschingen 104, 193vb-194vb |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 57f.; Klingner, Jacob: Der schlaflose Minner |
Inhalt
A Einleitung (1–38):
Der Sprecher klagt, dass ihn nachts die Vorstellung, die Geliebte wecke ihn, aus dem Schlaf reißt; seine vergeblichen Herzensgrüße klingen für ihn wie Schläge auf einen Amboss. Vor Liebeskummer wälzt er sich unruhig im Bett und beklagt das Ende seines Traums. Der anschließende Traumbericht geht bruchlos daraus hervor, bleibt jedoch zersplittert und von Klagen durchzogen, ohne einen zusammenhängenden Traum zu ergeben.
B Traum und Klage (39–176):
Der Sprecher beschreibt seinen Traum: Er sitzt bei seiner Geliebten im Klee an einem von Wasser umschlossenen Locus amoenus (Vogelgesang, Blumen, Quelle). Die Geliebte erfreut ihn durch höfisches Verhalten und Scherze (61f.: Mit hofenlichen sachen | Kont si vil schimpfez machen). Einschub einer Klage (70–73), erwacht zu sein: Vergleich des gequält sich windenden Sprechers mit einer sich um Bäume wickelnden Hopfenpflanze. – Ab V. 74 benutzt der Sprecher auffallend oft die Formel »ich (ge)denck« oder »(ge)denck ich« (74, 76, 84, 97, 101, 115, 123, 125, 135, 138, 157), im Sinne von Vorstellung, Imagination. Er preist seine Geliebte als wunderschön und tugendreich, sie sei allem Silber und Gold, Edelsteinen und Kräutern (oder Wurzeln) vorzuziehen. Er wolle ihr eigen sein. Es folgt eine ausführliche Schönheitsbeschreibung im Wesentlichen nach dem A capite ad calcem-Schema (97–137), genannt werden: Kopf, Kleider, Augenbrauen, Kinn, Haare, Wange, Mund (mit Verweis auf die im Traum gehörten süßen Worte), Zähne, Grübchen, Hals, Arme, Brüste, Hände, Finger, Hüfte (133: da der gürtel ligen sol), Beine und Füße. Der Sprecher denkt daran, wie unvergleichlich die Geliebte aus dem Kreis der Damen hervorsticht. Bei ihrem Anblick spürt er Freude und Leid gleichzeitig. Sein Herz klopft und drischt, als sei es völlig entfesselt. Er fürchtet, nie mehr einzuschlafen, und so auch nicht mehr in den Genuss der Erfüllung im Traum zu kommen (Reflexion auf das Träumen: Es schade ihrer Ehre nicht: ehrenhafte Minneerfüllung). Er wünscht sich eine freundliche Umarmung und eine Trostzusage, die seinen Kummer vertreiben könnten.
C Schluss (177–192):
Da er nicht mehr einschlafen kann, wünscht sich der Sprecher den Tag herbei. Er hofft, die Geliebte nun in Wirklichkeit zu treffen und dann im immerwährenden Wunschleben mit ihr das Ende allen Trauerns und der Anfeindung valscher klaffer (186) zu erreichen,
(Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 57f.)