Dank und Gruß an die Geliebte (B102)

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Dank und Gruß an die Geliebte (B102); Karlsruher Liebesbrief VII

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1433
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Karlsruhe, Landesbibliothek: Cod. Donaueschingen 104, 7va-8rb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 147f.; Zapf, Volker: Konstanzer Liebesbriefe

Die Minnerede ist Bestandteil der Briefsammlung Konstanzer Liebesbriefe (Briefsammlung).

Inhalt

A Dank an Amor (1–5)

Der Sprecher dankt Amor dafür, dass die Dame ihm einen Gruß gesandt und ihn fruend genannt hat.

B Anrede der Dame (6–36)

Er bittet um Erlaubnis, sie über alle Frauen zu loben, denn wahre Freundschaft könne man nicht zu zweit teilen. Ihren Gruß möchte er mit einem Gegengruß erwidern; die Minne selbst möge sie von ihm grüßen. Am liebsten würde er sie wie Gabriel die Himmelskönigin grüßen, doch fehle es ihm an Ausdruckskraft, nicht an Liebe. Er wünscht ihr Freundschaft, Liebe und alles Gute.

C Bericht eines Liebesglücks (37–82)

Er schildert allegorisch ein überwältigendes Liebeserlebnis: Die Minne habe sein Herz wie ein süßer Pfeil getroffen; dennoch sei es frisch und golden erleuchtet wie ein Nachmittagssonnenstrahl. Aus der Hitze des Minnebrands suche er den Schatten des Trostes und Schutz vor dem „Sonnenstrahl“ ihrer Augen. Ein Lächeln ihres rosengleichen Mundes erlöse ihn, während es ihn schmerze, sie und ihre göttliche Vollkommenheit nicht sehen zu können.

D Bitte um Erhörung (83–120)

Er beteuert erneut, sie nicht angemessen loben zu können, und bittet sie, die „Dissonanz“ zwischen ihnen zu lösen, damit sie in gleicher Minne verbunden seien. Sie solle ihm sagen, wie er ihr dienen könne; er wolle ihre „zarten Buchstaben“ befolgen und nennt sie mit ihrem Anfangsbuchstaben k. Er erbittet eine klare Bestätigung von Freundschaft und Dienst. Sein Herz sei bereit, Liebe und Leid mit ihr zu teilen. Abschließend empfiehlt er sie Gott und bekräftigt seinen ewigen Dienst.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 147f.)