Liebeserklärung (B103)

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Liebeserklärung (B103); Karlsruher Liebesbrief VIII

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1433
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Karlsruhe, Landesbibliothek: Cod. Donaueschingen 104, 8rb-9ra
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 149f.; Zapf, Volker: Konstanzer Liebesbriefe

Die Minnerede ist Bestandteil der Briefsammlung Konstanzer Liebesbriefe (Briefsammlung).

Inhalt

A Botenrede des Briefes (1–8)

Der Brief spricht als Bote des verliebten Sprechers und soll dessen Dienstbereitschaft übermitteln; alles Folgende ist als mündliche Botschaft gedacht.

B Geistlicher Gruß (9–20)

Der Sprecher grüßt die Dame in bildreicher Anrede („Frucht in Blüte“, „Meißel meines wunden Herzens“), wünscht ihr Gabriels ave sowie Glück, Freude und ein Leben nach ihrem Wunsch.

C Liebesbekenntnis (21–120)

Ausgehend von Cant. 8,6 („Liebe ist stark wie der Tod“) erklärt er, seine Liebe sei ebenso unwandelbar. Seit ihr Blick sein Herz getroffen habe, kenne er nur Klage. Er wählt sie als „Rose“ und beschreibt in dichter Metaphorik, wie sie in ihm zugleich Liebe und Leid hervorbringe. Er wünscht, sie immer so ansehen zu dürfen wie in dem Moment, da ihr Blick und ihr Mund ihn entzündeten. Sein brennendes Herz solle durch den „Regen ihrer Gnade“ gekühlt werden. Er klagt über die Maßlosigkeit seines Liebesschmerzes und beteuert seine exklusive Treue. Sie sei unauslöschlich in sein Herz eingeschrieben; nur sein Tod könne diese Schrift tilgen. Seit die Minne sie in das „Grab seines Herzens“ gelegt habe, sende er ihr unablässig ein sehnsüchtiges Ave. Als „Liebesmärtyrer“ bittet er sie um Gegenliebe und Treue, versichert seine Leibeigenschaft und Dienstbereitschaft und wünscht, die Minne möge ihn „in Treue wund“ machen. Sie solle ihre Liebe aus Diskretion verschweigen. Der Text endet mit einem Segenswunsch für beide.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 149f.)