Der Minner und die Minne (B114)
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Der Minner und die Minne (B114); Karlsruher Liebesbrief XIX | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1433 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Karlsruhe, Landesbibliothek: Cod. Donaueschingen 104, 17va-17vb |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 159; Zapf, Volker: Konstanzer Liebesbriefe |
Die Minnerede ist Bestandteil der Briefsammlung Konstanzer Liebesbriefe (Briefsammlung).
Inhalt
Der Sprecher wendet sich an die Minne: Nachdem sie ihm ihre Macht schmerzlich gezeigt habe, solle sie nun die Geliebte grüßen und sie bewegen, sein Leid zu beenden. Die Minne rät ihm jedoch, diese Liebe aufzugeben, bevor sie ihn zugrunde richtet. Er würde dem Rat gern folgen und sein verpfändetes Herz zurückfordern, weiß aber nicht wie. Die Minne verweist auf die Augen der Geliebten, die ihn überhaupt erst zum „Pfand“ verführt hätten. Daraufhin will der Sprecher diese Augen wegen Diebstahls verklagen und bittet die Minne, als seine Anwältin aufzutreten. Als Zeugen ruft er Minne, Pfeil, Wunde, Schmerz, das gestohlene Herz, Venus und Amor auf. Die Minne entgegnet, einer dieser Zeugen werde ihm nicht helfen, und erinnert ihn an sein eigenes Treueversprechen – daher solle er die Klage fallenlassen. Zum Schluss bittet er die Minne, der Geliebten als Bote seinen Gruß und seine Treue zu überbringen, und erklärt, er habe hier nur einen Teil seines Kummers niedergeschrieben.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 159)