Der arme Dichter (B118)

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Der arme Dichter (B118); Karlsruher Liebesbrief XXIII

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1433
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Karlsruhe, Landesbibliothek: Cod. Donaueschingen 104, 19ra-19rb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 163; Zapf, Volker: Konstanzer Liebesbriefe

Die Minnerede ist Bestandteil der Briefsammlung Konstanzer Liebesbriefe (Briefsammlung).

Inhalt

A Epilog (1–50)

Der Sprecher beschließt die Sammlung, erinnert an das verlorene Proömium und an die Idee eines „Florilegiums“: Er habe einen Rosenkranz der Minne dichten wollen, aus dem jeder Liebende sich das Nützliche brechen könne. Doch die Meister hätten die schönsten „Blumen“ der Reimkunst bereits gepflückt und nur Disteln hinterlassen; er selbst habe nur die fallengelassenen Reste sammeln können, die inzwischen verwelkt seien. Er bittet Leserinnen und Leser um Nachsicht und um gute Wünsche für sich und seine Geliebte. Seine Worte, so betont er mit Mt 12,34, stammten aus der Fülle seines liebenden Herzens. Das eingestreute Latein diene dazu, Unkundige fernzuhalten – er schreibe nur für Menschen mit höfischer Gesinnung und im Dienst der Minne.

B Segenswünsche (50–70)

Zum Schluss bittet er darum, gemeinsam mit der Geliebten vor „falscher Minne“ bewahrt zu bleiben, die Freude in Leid verwandelt. Weltliche Minne, die von Gott wegführt, tadelt er. Christus als „wahre Minne“ möge die falsche vertreiben und selbst dauerhaft, ohne Leid und Klage, in den Herzen der Menschen wohnen.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 163)