Berliner Liebesbrief II (B149)
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Berliner Liebesbrief II (B149); Gruß jn gruß verschlossenn | |
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| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Saatsbibliothek: Mgq 495, 52r |
| Ausgaben | Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 75f. |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 188; Schulz-Grobert, Jürgen: Deutsche Liebesbriefe in spätmittelalterlichen Handschriften |
Der Brief ist Bestandteil des Sammlung Berliner Liebesbriefe (Briefsammlung).
Inhalt
A (1–8)
Der Sprecher beauftragt den Brief, die Geliebte herzlich zu grüßen und ihr „tausend gute Jahre“ zu wünschen.
B (9–24)
Nach zwei inhaltlich schwer deutbaren Verspaaren (roter Mund; ihr Gesicht, das ihn stets anblicke) wendet sich der Brief direkt an die Geliebte. Es folgt eine Grußformel: Gott möge sie unzählige Male grüßen – so häufig wie Sterne leuchten und Blumen zwischen Ostern und Jakobstag blühen. Daran schließt sich ein Segenswunsch mit Adynaton an: Gott solle ihr Leben währen lassen, bis ein Mühlstein Reben trägt, und sie solle seine Geliebte bleiben, bis diese Reben Wein geben. Eine weitere Grußformel (Gott grüße sie mit einem Seidenfaden und führe beide in ein finster gaden) leitet zur Klage über, dass er seinen ganzen Herzenskummer nicht niederschreiben könne (Unsagbarkeitstopos).
C (25f.)
Mit Nit mer setzt der Schluss ein: ein letzter Segenswunsch mit Adynaton („Gott erhalte euch gesund, bis ein Hase einen Hund einholt“).
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 188)