Liebesbrief (B159)
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Liebesbrief (B159); Regensburger Liebesbrief | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Zweite Hälfte 14. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 189, 1r-1v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 199f.; Zapf, Volker: Regensburger Liebesbrief |
Inhalt
A (1–36)
Der Sprecher beauftragt seinen Brief als Boten und preist ihn glücklich, weil die Geliebte ihn berühren und lesen wird – ein Glück, das er selbst gern erfahren würde. In einer zweiten Botenanrede folgt eine anaphorische Reihe von Grußaufträgen, in denen der Brief Mund, Wangen, Augen, Hals sowie Herz, Sinne, Gedanken und Willen der Geliebten grüßen soll. Zugleich soll er ihr mitteilen, dass der Sprecher lange nach einer Frau gesucht habe, der er sich ganz anvertrauen könne.
B (37–70)
Nun spricht der Sprecher direkt zur Geliebten: Sie sei die lang gesuchte Frau, was er schon beim ersten Blick erkannt habe. Sie allein könne sein Leid wenden. Er preist ihre Tugend, Güte und Schönheit und bittet sie – als seinen einzigen Trost – um Erhörung. Seine Liebe sei dauerhaft, er trage sie für immer in seinem Herzen. Schließlich bittet er sie, ihm einen Ort für ein heimliches Gespräch zu nennen.
C (71–76)
Zum Schluss verabschiedet er den Brief und erbittet Gottes und der himmlischen Heerscharen Segen für die Geliebte. Der Text endet mit einer predigthaften Formel, die sich an ein größeres Publikum richtet.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 199f.)