Liebesbrief (Römischer Liebesbrief VIII) (B176)

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Liebesbrief (Römischer Liebesbrief VIII) (B176); Far hin brieff vnd bis min bot

AutorIn Liebesbriefsteller aus Schwaben
Entstehungszeit 15. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Rom, Bibliothek Vaticana: Cod. Pal. lat. 1793, 83r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Altenhöfer, Florian: Liebesbriefsteller aus Schwaben; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 217; Schulz-Grobert, Jürgen: Deutsche Liebesbriefe in spätmittelalterlichen Handschriften

Diese Minnerede ist Bestandteil der Briefsammlung Römische Liebesbriefe (Briefsammlung).

Inhalt

A Gruß (1–26)

Der Sprecher eröffnet mit mehrfachen Grüßen an die Geliebte, mahnt sie zur Treue und erwähnt den Boten, der den Brief überbringt. Ein kurzes Verspaar enthält den üblichen Botenauftrag. Nach einem weiteren Gruß folgt ein ausführlicher Segens- und Gesundheitswunsch: Er erbittet für sie Schönheit, Freude, ein gutes Leben und ein seliges Sterben. Am Ende zeigt er sich zuversichtlich, dass sie ihm Gleiches wünsche.

B Auslegung der Schriftfarbe (27–43)

Der Sprecher erklärt die Farben des Briefes: Blau stehe für seine beständige, aber leidvolle Treue; Rot für das brennende Liebesverlangen, das nur ihr Trost heilen könne.

C Treueklage und Liebesbitte (44–97)

Er wirft der Geliebten Untreue vor und betont, er hätte seine Treue nicht auf sie gesetzt, hätte er dies früher gewusst. Dennoch wolle er, da er sie als „Rose unter Disteln“ erwählt habe, trotz ihrer Abweisung treu bleiben. Er wirft sich ihr zu Füßen, hofft weiter auf Erhörung und bittet um gnädige Aufnahme, da ihn die Trennung schwer belastet. Er versichert seine unbedingte Dienstbereitschaft und bittet um Antwort sowie um ein Treffen, um seinen Kummer zu schildern.

D Schluss (98–103)

Trotz ihrer vermeintlichen Ablehnung schließt er mit einem Segenswunsch an Gott. Der letzte Vers ist durch Blattbeschnitt verloren.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 217)