Liebesbrief (B186)
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Liebesbrief (B186) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | 1548 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Zingerles Handschrift (verschollen) |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 228f. |
Inhalt
A Gruß (1–6)
Der Sprecher richtet den Brief von lieb zu lieb an die Geliebte und grüßt sie „vom Scheitel bis zum Fuß“ als mein morgen steren.
B Bild von einem Wunschhaus der Liebe (7–23)
Er entwirft für die Geliebte ein klaines stubelein mit Vogelgesang, Saitenspiel und kühlem Wein sowie ein kamerlein wol geziert mit duftendem Balsambett, Seidendecke, Wohlgemut-Stange und einem Vorhang aus Vergissmeinnicht. Beide Räume verbindet er durch eine Muskat-Tür mit Nelkenriegel und ein Zimtdach. In diese warme, duftende Traumarchitektur wünscht er sich selbst an ihren Arm.
C Schluss (24–37)
Der Sprecher hofft auf wohlwollende Aufnahme und ein baldiges Wiedersehen. Ein Unsagbarkeitstopos betont die Größe seiner Liebe: Selbst Himmel als Papier und Sterne als Schreiber könnten seine jnprinstigkait nicht ausschöpfen. Den Abschluss bildet eine scherzhafte Segensformel, die ihr ein langes Leben wünscht — bis Mühlsteine Reben tragen und ein Krebs einen Jagdhund einholt.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 229)