Die rechte Art der Minne (B199)
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Die rechte Art der Minne (B199) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab erstes Viertel 15. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Hdschr. 155, 11r-12v Berlin, Staatsbibliothek: Mgf. 488, 38r-42v Berlin, Staatsbibliothek: Mgf. 922, 9ra-11ra Freiburg, Universitätsbibliothek: 362, 25v-26r Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 393, 14r-20r Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 166r-170v London, British Library: Add. 24946, 103r-107v München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 714, 232r-238v Nelahozeves, Fürstliche Lobkowitzische Bibliothek: R VI Fc 26, S. 529f. Prag, Knihovna Národniho muzea: Cod. X A 12, 28v-32v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Die rechte Art der Minne; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 249-253 |
Inhalt
A Spaziergangseinleitung (1–55)
Der Sprecher wandert zu Fuß in die Natur und schildert mit dem Motiv des Jahreszeitenkampfs, wie der Mai den Winter verdrängt hat. An einer Quelle sucht er Trost von Leid und Liebessehnsucht. Im Wasser erkennt er das Spiegelbild zweier Menschen und entdeckt eine junge Dame, die ihn freundlich grüßt. Sie nimmt ihn bei der Hand und führt ihn durch das „Heer des Maien“.
B Das Leiden des Sprechers (56–163)
Die Dame meint, im Mai müsse niemand verzagen. Der Sprecher widerspricht: Seine Liebessehnsucht raube ihm jede Freude. Er leide unablässig, da die Geliebte sein Herz völlig beherrsche. Sein Schmerz sei unsagbar; nur ein vertrauter Gesprächspartner könnte ihn lindern. Die Dame fragt nach der Reaktion seiner Geliebten. Er schildert, wie er vor ihr vor Scham verstumme, sie ihn dann aber liebevoll umarme und heimliche Treffen arrangiere. Die Trennung empfinde er jedes Mal wie eine Ewigkeit.
C Die Minnelehre der Geliebten (164–259)
Auf die Frage der jungen Dame berichtet er, was seine Geliebte ihm im vertrauten Gespräch aufträgt: Er solle ehrenhaft leben, gute Gesellschaft suchen, Wirtshäuser meiden, früh zur Messe gehen, die Armen achten, sich höfisch kleiden, niemandes Ehre verletzen, im Kampf tapfer sein, Ausschweifungen meiden, keine schlechten Schwüre tun und vorsichtig über Frauen sprechen. Ihre Strenge solle er nicht missverstehen; sie diene seiner und ihrer Ehre. Er verspricht, ihren Rat zu befolgen.
D Abschied von der Geliebten (260–328)
Die junge Dame erkundigt sich, wie es ihm nach der Trennung ergehe. Er gesteht, dass sein Leid dann grenzenlos sei: Er denke nur an sie, klage im Stillen und bewahre alles für das nächste Treffen auf, das ihm wieder Freude schenke. Da er keinen Rivalen fürchte, wolle er dieses Verlangen bis zum Lebensende tragen. Die junge Dame urteilt, dass in dieser Beziehung die Liebe ihre volle Kraft zeige, und verabschiedet sich mit Wünschen für Linderung seines Leids, wachsende Freude und eine ehrenvolle, beständige Liebe.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 251-253)