Ein alter Mann berät einen Liebenden (B206)
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Ein alter Mann berät einen Liebenden (B206) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung Mitte 15. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Gießen, Universitätsbibliothek: 1264, 1r-2r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Ein alter Mann berät einen Liebenden; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 266 |
Inhalt
A Dialog (1–76)
Der Sprecher schließt seine Rede mit der Versicherung, er würde eher mit der Dame betteln gehen. Der alte Mann erwidert, wäre er selbst noch jung, würde er einer so vorzüglichen Frau lebenslang dienen und das Himmelreich Gott überlassen, da ihre Verehrung keine Sünde sei. Er bietet an, dem Sprecher den Weg zu zeigen. Auf dessen Frage, ob es gottwidrig sei, die Dame ständig im Herzen zu tragen, mahnt der Alte zur Gottesfurcht: Niemand dürfe höher geliebt werden als Gott, und ausschließlicher Frauendienst führe ins Verderben. Wer jedoch tugendhaft, treu und auf ehrenhafte Minne ausgerichtet sei, könne Gottesverehrung und Frauendienst miteinander verbinden. Der Sprecher dankt; der Alte weist ihm die Herberge und gibt ihm eine letzte Mahnung für die Dame mit: Sie solle ihren guten Ruf bewahren. Nach Segen und Dank eilt der Sprecher aus dem Wald.
B Publikumsapostrophe (77–81)
Wer wissen wolle, welche Dame gemeint sei, solle prüfen, welche Frau all die beschriebenen Vorzüge in sich vereine.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 266)