Warnung vor Klaffern (B211)
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Warnung vor Klaffern (B211) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung 2. Hälfte 15. Jahrhundert |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | London, British Library: Add. 24946, 128r-130r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Warnung vor Klaffern; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 280f. |
Inhalt
A Einleitung (1–6)
Der Sprecher erklärt, seine eigenen Sinne hätten ihn beauftragt, Frau Minne nach dem Zustand ihres „süßen Ordens“ zu fragen. Ihre Antwort wolle er nun unverändert an das Publikum weitergeben.
B Lehrgespräch (7–135)
Frau Minne verlangt als Voraussetzung für jede Auskunft die Zusicherung vollkommenen Dienstes, den der Sprecher ihr bereitwillig verspricht. Sie kündigt an, ihn künftig in allen Dingen zu unterweisen, doch er bittet statt umfassender Belehrung um eine konkrete Antwort: Wie solle sich ein Liebender verhalten, der seine Liebe vor den Merkern verbergen möchte? Frau Minne gebietet ihm Schweigen und beginnt eine scharfe Schelte der Merker, die aus unreinem Sinn handelten und den Damen die Liebe verleiden würden. Dann kommt sie zur Sache: Ein Liebender müsse alles meiden, was sein Herz sichtbar erfreue, und den Eindruck erwecken, ohne Liebe zu leben, damit die Merker keinen Anlass zu übler Nachrede fänden. Der Sprecher entgegnet, er könne als treuer Diener der Minne nicht auf den Anblick und Gruß der Geliebten verzichten. Frau Minne beharrt jedoch darauf, dass er diese Bürde tragen und seine Freude wie seinen Schmerz verbergen müsse, um den Merkern keinen Triumph zu ermöglichen.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 280f.)