Der falschen Klaffer List (B214)

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Der falschen Klaffer List (B214)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1510
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 5919, 164v-174r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Der falschen Klaffer List; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 284-287

Inhalt

A Spaziergangseinleitung (1–85)

Der Sprecher unternimmt an einem herbstlichen Morgen einen Naturgang, um den Lauf der Welt zu bedenken. Was im Mai noch blühte, ist nun verwelkt; alles weist auf den nahenden Winter. Auch seine eigene heitere Stimmung ist verflogen, und er erkennt, dass er den Dingen ihren Lauf lassen muss. Nach einer Rast an einer kalten Quelle folgt er dem Wasserlauf und sieht überall nur verdorrte Pflanzen. Schließlich entdeckt er eine einsame Kapelle und eine in Blau gekleidete Dame mit einer Jungfrau, die hastig durchs Gebüsch eilen. Er verbirgt sich, um ihr Gespräch zu belauschen.

B Belauschtes Gespräch (86–124)

Die Dame äußert ihre Angst, wird aber von der Jungfrau beruhigt: Der Mann, der ihr Kummer nehme, werde bald erscheinen. Der Sprecher schleicht näher, um mehr zu erfahren. Die Dame beklagt das Ausbleiben des Geliebten, doch die Begleiterin verweist auf seine bisherige Treue. Die Dame schlägt vor, zur Kapelle zu gehen, um einen Kirchgang vorzutäuschen, und wird für ihre Vorsicht gegenüber den Klaffern gelobt.

C Dialogisches Lehrgespräch (125–437)

Der Sprecher tritt hervor, begrüßt die Dame und erkundigt sich nach ihrem Kummer. Sie bittet um Verschwiegenheit, die er zusichert. Sie berichtet, dass die Klaffer ihren Geliebten an der Ankunft hinderten und ihre Freude mit übler Nachrede zerstörten. Sie bittet um Rat. Der Sprecher hält eine lange Rede über den Wert der wahren Liebe, die an den Höfen durch die Klaffer bedroht sei. Liebe, nicht Besitzstreben, begründe Tugend und ritterliche Taten; er verweist auf berühmte Liebespaare und die Verbindung von Minne und Abenteuer. Er verflucht die Klaffer und gesteht zugleich seine Ohnmacht gegenüber ihrem Treiben ein. Die Dame stimmt zu, betont jedoch, dass wahre Liebe unzerstörbar sei. Sie dankt ihm für den Trost und lobt seine Beständigkeit, die er erwidert. Als sie erneut das Ausbleiben ihres Geliebten beklagt, tröstet er sie mit Sprichwörtern über Geduld und warnt vor Übereile. Nach gegenseitigen Segenswünschen bittet sie um ein Wiedersehen in vierzehn Tagen am selben Ort, da sie weiteren Rat brauche. Er sagt zu und verabschiedet sich wegen der Gefahr durch die Klaffer.

D Termin und Enttäuschung (438–459)

Der Sprecher bereut, das Gespräch so rasch beendet zu haben, denn die Dame erscheint nicht zum vereinbarten Treffen an der Kapelle. Er sorgt sich um ihr Wohlergehen und wünscht ihr und ihrem Geliebten Glück. Traurig kehrt er heim.

E Klage (460–486)

Er schließt mit einer eindringlichen Klage über die Klaffer, warnt alle Damen vor deren Nachstellungen und rät, ihre Liebe zu verbergen. Abschließend spricht er einen Segen und nennt den Titel des Textes.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 284-287)