Die Heimkehr des gefangenen Geliebten (B227)

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Die Heimkehr des gefangenen Geliebten (B227)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung ab 1464
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 83v-86v
Dessau, Anhaltische Landesbücherei: Wissenschaftliche Bibliothek und Sondersammlungen Georg 150 8°, 188r-192v
Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 212v-215v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 270, 37r-40v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 5919, 148v-153r und 243r-245v
Prag, Knihovna Národniho muzea: Cod. X A 12, 65r-67v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Die Heimkehr des gefangenen Geliebten; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 314-316

Inhalt

A Die Dame am locus amoenus (1–33)

In der Osterzeit reitet der Sprecher früh aus und gelangt an einen paradiesischen Ort, wo eine Blume namens Delectar blüht. Dort sieht er eine Frau in schwarzem Kleid, deren verweinte Augen rot sind. Sie steht im grünen Gras, neigt sich ihm entgegen, reicht ihm ihre weißen Hände und ihr sonst roter Mund ist erblasst.

B Gespräch mit der Dame (34–72 [+36])

Auf seine Nachfrage berichtet sie, ihr Geliebter sitze in der Fremde in Gefangenschaft. Er verkörpere alle Tugenden eines wahren Minnenden, während überall sonst Falschheit und Klaffen herrschten. Sie hoffe inständig auf seine Befreiung.

C Klagemonolog der Dame (73–96)

Der Sprecher zieht sich zurück und beobachtet sie aus der Ferne. Die Dame bittet Gott um Hilfe: Alle Engel mögen für ihren Geliebten eintreten, denn er sei es wert. Sie versichert, jede Frau könne sich glücklich schätzen, einen solchen Mann zu lieben.

D Belauschtes Liebesgespräch (97–152)

Als die Dame zur Burg zurückkehren will, erscheint ihr Geliebter. Sie erkennt ihn an einer silbernen Halskette. Sie fallen sich in die Arme, setzen sich und danken Gott. Auf ihre Frage berichtet er, die Hausherrin habe Mitleid mit seinem täglichen Weinen gehabt und ihn heimlich aus dem Turm befreit. Die Dame segnet diese Helferin und lobt seine Treue. Er wiederum erklärt, alle Ehre und Tugend, die er besitze, komme von ihr. Die Dame zieht daraus eine allgemeine Lehre: Eine Frau solle einen ehrbaren Ritter freudig aufnehmen, einen falschen Klaffer jedoch meiden, selbst wenn er kaiserlichen Besitz hätte. Sie endet mit einem Segen für alle beständigen Liebenden, die ihrem „Orden“ angehören.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 315f.)