Belauschtes Liebesgespräch (Fröschel von Leidnitz) (B235)
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Belauschtes Liebesgespräch; Liebesgespräch (B235) | |
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| AutorIn | Fröschel von Leidnitz |
| Entstehungszeit | 14./15. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | London, British Museum: Ms. Add. 24946, 142v-145r Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek: Cod. poet. et philol. 4° 69, 284v-288r Heidelberg, UB: Cpg 313, 343v-346r [1] Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Cod. Oct. 145, 173v-181v Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Mgf 488, 268v-271v Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Hdschr. 115, 7v-9r Lana: Cod. XXIII D 33, 43r-46r [verschollen] |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Altenhöfer, Florian: Fröschel von Leidnitz; Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung, S. 74, 170; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 342-345; Ziegeler, Hans-Joachim: Erzählen im Spätmittelalter, S. 36 A. 18, 72 A. 30, 73 A. 42, 93f. A. I, 499 |
Inhalt
A Ausgangssituation
Der Sprecher gelangt an einen unbestimmten Ort und belauscht ein heimliches Gespräch eines Liebespaares, dessen Idealität er ausdrücklich hervorhebt.
B Belauschtes Gespräch
Der Mann eröffnet mit einem ausführlichen Neujahrsgruß und beteuert seine absolute Liebe: Minneerfüllung sei ihm wertvoller als Herrschaft und Krone, ihr Anblick kostbarer als alles Gold und paradiesische Freude. Auf ihre Frage, wie er sie im Herzen tragen wolle, versichert er, ihre Ehre zu wahren und ewig ihren Willen zu tun. Die Frau weist ihn zurück, da sie seinen Worten misstraut und fordert eine versiegelte Urkunde mit vier hochrangigen Bürgen – Papst, Priesterkönig Johannes, Kaiser und Sultan. Der Mann klagt über die Unmöglichkeit dieser Forderung und über seine Liebespein. Die Frau missversteht seine bildliche Rede absichtlich und verweist ironisch auf ihre Waffenlosigkeit. Er bittet sie, seine Liebesglut zu löschen; sie rät zu kaltem Wasser oder zu ihren „Löschkünsten“. Als er droht, sich zu ertränken, fordert er die ihm zustehende Gewährung. Die Frau verweist ihn an das Jüngste Gericht im Tal Josaphat. Daraufhin kündigt er eine Klage vor Gott an und verklagt in der Form eines Schönheitspreises ihre Körperteile, deren Schönheit ihm Leid bereite. Nach dieser ungewöhnlichen Rede lenkt die Frau ein, nimmt sein Treueversprechen an, reicht ihm ihren Finger und umarmt ihn.
C Epimythion
Der Sprecher berichtet, der Mann habe sich fortan als treuer Diener der Dame erwiesen. Er mahnt besonders die Frauen, sich nicht ohne Tugendprobe auf einen Werber einzulassen. Abschließend nennt er sich selbst als Autor und beendet die Rede.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 344)