Liebesgespräch II (B240)

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Liebesgespräch II (B240)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Vor 1450
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 313, 479r-481r
Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg355, 23v-25v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Altenhöfer, Florian: Liebesgespräch II; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 352-354

Inhalt

A Einleitungsdialog

Ein Mann bittet eine Dame um Rat gegen seine Liebeskrankheit, deren Symptome Hitze, Seufzen, Selbstvergessenheit und die Fixierung auf ein inneres Bild umfassen. Auf ihre Nachfrage gesteht er, dass die Geliebte nichts von seiner Liebe weiß; ihr hoher Rang habe ihn bisher vom Geständnis abgehalten. Die Dame rät ihm, weiter um ihre Gnade zu werben. Er bekräftigt seine Bereitschaft, ihr überallhin zu folgen, wenn sie seinen Dienst nur annähme, und bittet erneut um Rat.

B Tugendlehre der Dame

Statt eines konkreten Rates erteilt die Dame eine Tugendlehre: keine Unzucht, kein Prahlen, höfisches Benehmen, Gehorsam und Treue gegenüber der Dame, unermüdlicher Dienst, Verschwiegenheit, gutes Reden über andere, Umgang mit Vornehmen und Freigebigkeit. Sie tröstet ihn: Trotz seiner Fessel solle er nicht zweifeln, denn seine Geliebte werde am Ende an den Lohn denken und sich freundlich zeigen.

C Liebesbekenntnis des Mannes

Der Mann offenbart nun, dass die Gesprächspartnerin selbst die Geliebte ist. Er versichert ihr Dienst und Treue, bittet um Erlösung vom Liebesschmerz und um Begnadung, da er sonst sterben müsse. Sie habe alle Macht über ihn und könne ihn allein durch ihr Lachen glücklich machen.

D Absage der Dame

Die Dame hofft, er scherze, und fordert ihn auf, seine Rede zu mäßigen. Er könne sie nicht umstimmen; ihren Rat habe sie gegeben, ohne zu wissen, dass er ihr selbst galt.

E Lob und Klage des Mannes

Der Mann preist ihre Jugend, Tugend und Beständigkeit und bittet erneut um Erhörung, da er sonst zugrunde gehe. Zugleich beklagt er ihre Strenge.

F Erneute Absage der Dame

Die Dame macht ihm klar, dass er keine Hoffnung haben solle. Sie vermutet, er habe sie mit seiner späten Offenbarung überlisten wollen, und nimmt ihren Rat zurück. Er solle sie in Ruhe lassen und anderswo Trost suchen. Seine Klage ändere nichts an ihrem Entschluss, allein zu bleiben; er solle seinen Kummer künftig schweigend tragen.

G Bitte des Mannes um Erbarmen

Der Mann mahnt, dass zur Macht auch Gnade gehöre. Er wolle sie zwar in Ruhe lassen, doch bedeute dies seinen Tod. Er versichert ihr seine unverbrüchliche Treue und wachsende Liebe und bittet erneut um Erfüllung seiner Hoffnung.