Der Hahn und die Perle (Der Stricker)

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Der Hahn und die Perle; Hahn und Perle

AutorIn Der Stricker
Entstehungszeit Ca. 1220-1250 (Grubmüller: Novellistik, S. 1020)
Entstehungsort Österreich? (Grubmüller: Novellistik, S. 1020)
AuftraggeberIn
Überlieferung Wien, ÖNB: Cod. 2705, 52d-53a (online: [1])
München, UB: 2° Cod. ms. 731 (online: [2])
London, British Library: Add MS 24946
Heidelberg, UB: Cpg 341, 302b (online: [3])
Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodmer 72 (online: [4])
Genève-Cologny, Bibliotheca Bodmeriana: Cod. Bodm. 155 (online: [5])
Ausgaben Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden, S. 32-35
Moelleken: Kleindichtung, Band 3,1, S. 177-179
Pfeiffer: Bispel, S. 65-66
Pfeiffer: Altdeutsche Beispiele, S. 381-382
Schwab: Tierbispel, S. 1-3
Übersetzungen Ehrismann, Otfrid (Hg.): Der Stricker. Erzählungen, Fabeln, Reden, S. 32-35
Forschung Holznagel, Franz-Joseph: Gezähmte Fiktionalität, S. 60

Die Überlieferung wurde nach Moelleken: Kleindichtung übernommen; Seitenangaben und ggf. Neufunde fehlen noch.

Inhalt

Narratio
Ein Hahn findet vor einer Scheune, in der gedroschen wird, eine Perle. Er sagt, dass er über die Perle froh wäre, wenn er etwas mit ihr anfangen könnte. So aber würde er ein Haferkorn der Perle vorziehen. Der Hahn ist einem Mann vergleichbar, der unklug handelt und dennoch denkt, dass er nicht scheitert. Wenn der eine Perle findet, dann lässt er sie wie der Hahn liegen.
Epimythion
Die Perlen sind die Worte, die wir gegen Gott und um der Ehre willen sprechen. Will man ihn belehren, so muss man es ihm erst erklären; wer denjenigen belehrt, der sich nicht danach richtet, der macht sich zum Affen. Wer Weisheit nicht in Handlung umsetzt, wenn er sie am Wegesrand vorfindet, der hat nicht mehr davon wie der Hahn von der Perle.