Pflanzenallegorese D (Z75d)

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Pflanzenallegorese D (Z75d); Auslegung der Blumen und Blätter

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1530
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 313v-322v; 327v-328r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1089-1091

Inhalt

  1. Eichenblätter — Standhaftigkeit und Beständigkeit.
  2. Espen — Anfangsängste in der Liebe; Scheu vor üblem Gerede.
  3. Birken — Zucht, Strenge und ordnendes Verhalten.
  4. Maßholderlaub — Treue und Beständigkeit trotz Entfernung.
  5. Maulbeerbaum — Sehnsucht und Fruchtbarkeit; symbolische Verbindung zu Beständigkeit.
  6. Stechpalmenblätter — Unerschütterliche Zuversicht der beständigen Liebe.
  7. Schlehdorn — Furcht und Misstrauen.
  8. Wacholder — Ausdauer: Was lange währt, wird gut.
  9. Holder — Gewogenheit; zugleich Gefahr treubrüchiger Liebe.
  10. Efeu — Anhänglichkeit und dauernder Dienst.
  11. Borretsch — Fromme Lebensführung; Trost und Ermutigung für betrübte Herzen.
  12. Kastanienlaub — Wachsende Zuneigung: „je länger, je lieber“.
  13. Weiden — Verlassenheit, aber auch Ermutigung und Gedeihen der Liebe.
  14. Wildheide — Neigung zur Einsamkeit; Bewährung in passender Gemeinschaft.
  15. Weinreben — Schwer errungene Minnezusage; Zweifel trotz Versprechen.
  16. Rosen — Minne in Ehre; Bitten auf Basis von Wertschätzung; Partner als Alter Ego.
  17. Hagedorn — Schüchternheit und Zurückhaltung.
  18. Maiblumen — Freudiger Beginn der Liebe; Hoffnung auf weiteres Glück.
  19. Tannenbäume — Kurz aufflammende, vergängliche Leidenschaft.
  20. Buchen — Solide, bodenständige Partnerschaft; Ersatzfunktion möglich.
  21. Heiderosen — Liebesgefühle in karger Umgebung; zarte Beständigkeit.
  22. Hopfen — Viel Gerede, wenig Tiefe; oberflächliche Treue.
  23. Brunnenkresse — Treuer Dienst bis zum Tod; Hoffnung auf Lohn trotz Widrigkeiten.
  24. Mandelbaum — Symbol für hart errungenen Lohn; süße Belohnung tugendhafter Liebe.
  25. Kletten — Allerweltsliebling; allgemeine Beliebtheit.
  26. Binsen — Ausdauernder, wohlwollender Dienst mit nachhaltiger Wirkung.
  27. Mandelblüte — Frühzeitiges Liebesgeständnis; je nach Zustand unterschiedliche Bedeutung.
  28. Disteln mit Blüten — Zeichen unerwünschter oder problematischer Liebe.
  29. Immergrün — Stetes Gedenken und Vermissen.
  30. Himbeere — Vorsicht und Abwarten im Umgang mit Arglist; Bedacht.
  31. Reife Erbsen — Vergänglichkeit; „aus den Augen, aus dem Sinn“.
  32. Kornblumen — Wankelmut und Unbeständigkeit.
  33. Feigenbaum — Liebe, die durch Gaben erkauft wird.
  34. Veilchen — Verschwiegenheit; heimlicher, beständiger Dienst.
  35. Linden — Freude in Gesellschaft; höfische Geselligkeit.
  36. Wegwarten — Suche nach moralischer Orientierung; auf dem rechten Weg sein wollen.
  37. Farn — Verzweiflung an der Hoffnung; innere Unruhe.
  38. Vergissmeinnicht — Hoffnungsvolles Gedenken; treues Erinnern.
  39. Jelängerjelieber — Leiden verwandelt sich in dauerhafte Süße und Freude.
  40. Eschenlaub — Steter Dienst ohne Erfolg; Mühe ohne sichtbaren Ertrag.
  41. Winden — Wunsch nach Ermutigung; Bewährung in Liebe und Leid.
  42. Gelber Rittersporn — Unerschütterliche Treue trotz langer Ungnade; Aussicht auf Vergütung.
  43. Nägeleinblume — Zarte Treue; Erinnerung an Verlust.
  44. Eiben — Warnung vor ungerechtem Verhalten; Gefahr für Beständigkeit.
  45. Blauer Rittersporn — Standhafte Treue in Liebe und Leid.
  46. Flachs — Weg von Idee zu Tat ist oft lang; Vorsicht bei Vorhaben.
  47. Wohlgemut — Fröhlichkeit; behutsamer Umgang beim Kränzebinden.
  48. Nesselblätter — Heiß brennende Leidenschaft; Empfehlung für weiße oder rote Blüten.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1089-1091)

Dieser Text ist Bestandteil der Textreihe Pflanzenallegorese (Z75).