Werbung im Stall (Hans Folz): Unterschied zwischen den Versionen
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==Inhalt== | |||
===A Prolog=== | |||
Der Sprecher beginnt mit einer Tacete‑Formel und kündigt kurz den Inhalt an. | |||
===B Werbungsszene=== | |||
Der Sprecher grüßt eine im Stall arbeitende Magd und versichert ihr seinen Dienst. Es folgt ein Schlagabtausch in zwanzig kurzen Dialogeinheiten, in denen die Magd seine höfischen Werbungsworte bewusst missversteht und spöttisch, oft derb, kommentiert. Sie bietet ihm eine Rüstung an, rät ihm, seine Pein auf dem Misthaufen zu erleichtern, will sein „brennendes Herz“ mit Spülwasser löschen und leugnet, ein Schwert zu besitzen. Seine Bitte um „Ruhe“ versteht sie als Schweigegelübde, sein Werben nennt sie affenhaft. Als er sie zur Mäßigung mahnt, verspottet sie sein Aussehen. Er verflucht sie innerlich. Als er ihr an die Brust greift, weist sie ihn empört zurück. Auf seine erneute Liebesbeteuerung fordert sie ihn auf, ein Kalb aus dem Stall zu stoßen; sein Zögern deutet sie als widersprüchlichen Dienstbegriff. Sein Angebot, sie selbst zu „stoßen“, beantwortet sie mit Klagen über ein Alpdrücken. Sein Hinweis auf einen „Zapfen“ führt zu weiterem Spott. Er verflucht sie erneut. Schließlich erklärt er ihre Worte für ungesagt und bittet um eine Umarmung. Als sie sich mit Schlägen wehrt und fliehen will, hält er sie fest; sie zerrt ihn an den Haaren, er wirft sie nieder, und beide fallen übereinander. Nach dem Geschlechtsakt verspottet sie seine „Leistung“ und schickt ihn unehrenvoll fort. Er beschließt, nie wieder um eine Bauernmagd zu werben. | |||
===C Epimythion=== | |||
Der Sprecher deutet die Erzählung allegorisch: Die Magd stehe für eine listige Frau, die sich zunächst naiv und harmlos gebe, dann aber, wenn ihr der Werbende missfalle, zur spöttischen Meisterin werde, reich an Sprichwörtern und Spott. Es folgt die Autorsignatur. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 366) | |||
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Aktuelle Version vom 4. Februar 2026, 22:38 Uhr
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Werbung im Stall; Werbung im Stall (B245) | |
|---|---|
| AutorIn | Hans Folz |
| Entstehungszeit | |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum: Hs Merkel 2° 966, 78rv Druck: Hans Folz, Nürnberg um 1480/81 [GW 10126 [1]] (Exemplar: Kolmar, Bibliothèque de la ville: V 12641 Nr. 8 |
| Ausgaben | Fischer, Hanns (Hg.): Hans Folz. Die Reimpaarsprüche, S. 112-118 |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Coxon, Sebastian: Laughter and Narrative in the Later Middle Ages, S. 59; Grubmüller, Klaus: Die Ordnung, der Witz und das Chaos, S. 240, 314f.; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 365-367; Ziegeler, Hans-Joachim: Erzählen im Spätmittelalter, S. 36 A. 18, 53, 55 A. 16, 72 A. 38, 73 A. 42, 500 |
Inhalt
A Prolog
Der Sprecher beginnt mit einer Tacete‑Formel und kündigt kurz den Inhalt an.
B Werbungsszene
Der Sprecher grüßt eine im Stall arbeitende Magd und versichert ihr seinen Dienst. Es folgt ein Schlagabtausch in zwanzig kurzen Dialogeinheiten, in denen die Magd seine höfischen Werbungsworte bewusst missversteht und spöttisch, oft derb, kommentiert. Sie bietet ihm eine Rüstung an, rät ihm, seine Pein auf dem Misthaufen zu erleichtern, will sein „brennendes Herz“ mit Spülwasser löschen und leugnet, ein Schwert zu besitzen. Seine Bitte um „Ruhe“ versteht sie als Schweigegelübde, sein Werben nennt sie affenhaft. Als er sie zur Mäßigung mahnt, verspottet sie sein Aussehen. Er verflucht sie innerlich. Als er ihr an die Brust greift, weist sie ihn empört zurück. Auf seine erneute Liebesbeteuerung fordert sie ihn auf, ein Kalb aus dem Stall zu stoßen; sein Zögern deutet sie als widersprüchlichen Dienstbegriff. Sein Angebot, sie selbst zu „stoßen“, beantwortet sie mit Klagen über ein Alpdrücken. Sein Hinweis auf einen „Zapfen“ führt zu weiterem Spott. Er verflucht sie erneut. Schließlich erklärt er ihre Worte für ungesagt und bittet um eine Umarmung. Als sie sich mit Schlägen wehrt und fliehen will, hält er sie fest; sie zerrt ihn an den Haaren, er wirft sie nieder, und beide fallen übereinander. Nach dem Geschlechtsakt verspottet sie seine „Leistung“ und schickt ihn unehrenvoll fort. Er beschließt, nie wieder um eine Bauernmagd zu werben.
C Epimythion
Der Sprecher deutet die Erzählung allegorisch: Die Magd stehe für eine listige Frau, die sich zunächst naiv und harmlos gebe, dann aber, wenn ihr der Werbende missfalle, zur spöttischen Meisterin werde, reich an Sprichwörtern und Spott. Es folgt die Autorsignatur.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 366)