Der Traum (B247): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
===A Ausgangssituation===
Der Sprecher liegt morgens im Bett und klagt seine Liebessehnsucht und Ungewissheit. Er wälzt sich hin und her, beschreibt die Minnestricke um sein Herz, führt Selbstgespräche und wünscht sich den Tod. Schließlich schläft er bekümmert und nackt ein, nicht ohne zu beklagen, überhaupt wieder erwacht zu sein.


===B Traum===
Die Geliebte tritt ins Zimmer, öffnet die Tür und verspricht ihm den lange ersehnten Liebeslohn. Auf seine Nachfrage bestätigt sie die Heimlichkeit des Treffens und ihre Bereitschaft zur Gewährung. Er hält sich für unwürdig, da ihm ritterliche Taten fehlten; sie betont dagegen die Bedeutung der Herzenstreue. Nach einer Umarmung bittet er sie, den Mantel abzulegen; sie mahnt zur ehrenhaften Minne. Er versichert seine Integrität, worauf sie die Bitte gewährt. Sie erscheint im Seidenhemd, es folgt eine zweite Umarmung. Er beschreibt ihre Schönheit, besonders das aufgebundene goldene Haar, und bittet um weitere Erfüllung und eine dauerhafte Treuezusage. Sie mahnt erneut zur Ehre. Er bittet sie, näher zu rücken; sie hält dies für verfrüht. Seine Bitte um nacktes Beilager lehnt sie ab, ebenso seine Sorge um ihre Gesundheit. Als er mit dem Tod droht, will sie schließlich gewähren, mahnt aber nochmals zur Ehre. Er jubelt innerlich und versichert sie seiner Treue. Sie bittet ihn, sich umzudrehen, während sie sich auszieht; er gehorcht freudig.
===C Schluss===
Der Sprecher erwacht, weil ein Freund eintritt und ihn wegen des verpassten Gottesdienstes tadelt. Er soll am Hofleben teilnehmen, essen, die Messe nachholen und tanzen. Der Sprecher übergibt ihm einen Blumenkranz als vermeintliches Geschenk der Geliebten. Auf Nachfrage erklärt er die Traumereignisse mit einem Turniervergleich. Der Freund deckt ihn wieder zu. Schlussformel.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 371f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]

Aktuelle Version vom 5. Februar 2026, 19:54 Uhr

Der Traum (B247)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung ab erste Hälfte 15. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Hdschr. 115, 23r-25v
Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 32r-38r
Dessau, Anhaltische Landesbücherei: Wiss. Bibl. u. Sondersammlungen Georg, 150 8°, 134r-143r
Freiburg, Universitätsbibliothek: 362, 4rb-6va
Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 313, 233r-238r
Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 160r-166r
London, British Library: Add. 24946, 118r-122v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 270, 45r-50v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 379, 16r-22v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 713, 137v-146r; 213v-223v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 5919, 191v-198; 220r-224vv
Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum: Hs. 5339a, 217r-225r
Prag, Knihovna Narodniho muzea: Cod. X A 12, 23v-28v
Salzburg, Stiftsbibliothek St. Peter: b IV 3, 19r-26v
Trier, Stadtbibliothek: 1120/128a 4°, 25r-27r
Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Cod. Oct. 145: 72r-82v; 150v
Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Cod. Quart 566, 4 9r-13r
Druck Simmern um 1533-1535: Hieronymus Rodler, 1r-8r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Der Traum; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 370-373

Inhalt

A Ausgangssituation

Der Sprecher liegt morgens im Bett und klagt seine Liebessehnsucht und Ungewissheit. Er wälzt sich hin und her, beschreibt die Minnestricke um sein Herz, führt Selbstgespräche und wünscht sich den Tod. Schließlich schläft er bekümmert und nackt ein, nicht ohne zu beklagen, überhaupt wieder erwacht zu sein.

B Traum

Die Geliebte tritt ins Zimmer, öffnet die Tür und verspricht ihm den lange ersehnten Liebeslohn. Auf seine Nachfrage bestätigt sie die Heimlichkeit des Treffens und ihre Bereitschaft zur Gewährung. Er hält sich für unwürdig, da ihm ritterliche Taten fehlten; sie betont dagegen die Bedeutung der Herzenstreue. Nach einer Umarmung bittet er sie, den Mantel abzulegen; sie mahnt zur ehrenhaften Minne. Er versichert seine Integrität, worauf sie die Bitte gewährt. Sie erscheint im Seidenhemd, es folgt eine zweite Umarmung. Er beschreibt ihre Schönheit, besonders das aufgebundene goldene Haar, und bittet um weitere Erfüllung und eine dauerhafte Treuezusage. Sie mahnt erneut zur Ehre. Er bittet sie, näher zu rücken; sie hält dies für verfrüht. Seine Bitte um nacktes Beilager lehnt sie ab, ebenso seine Sorge um ihre Gesundheit. Als er mit dem Tod droht, will sie schließlich gewähren, mahnt aber nochmals zur Ehre. Er jubelt innerlich und versichert sie seiner Treue. Sie bittet ihn, sich umzudrehen, während sie sich auszieht; er gehorcht freudig.

C Schluss

Der Sprecher erwacht, weil ein Freund eintritt und ihn wegen des verpassten Gottesdienstes tadelt. Er soll am Hofleben teilnehmen, essen, die Messe nachholen und tanzen. Der Sprecher übergibt ihm einen Blumenkranz als vermeintliches Geschenk der Geliebten. Auf Nachfrage erklärt er die Traumereignisse mit einem Turniervergleich. Der Freund deckt ihn wieder zu. Schlussformel.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 371f.)