Lob der Frauen I (B262a): Unterschied zwischen den Versionen

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| namen              = Lob der Frauen I (B262a)
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:Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 10v-14v<br />Dessau, Anhaltische Landesbücherei, Wissenschaftliche Bibliothek und Sondersammlung Georg 150 8°, 78r-84r<br />Freiburg, Universitätsbibliothek: 362, 8rb-8va<br /> Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 393, 5r-9r<br />Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 138r-142r<br />London, British Library: Add. 24946, 130r-133v<br />München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 270, 27r-30v<br />München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 568, 240ra-241va<br />München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 5919, 251v-256r<br />Prag, Knihovna Narodniho muzea: Cod. X A 12, 6r-9r<br />Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2947, 5 72r-73r
Fassung b:
:Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum: Hs. Merkel 2° 966, 82v-83v; 97v-98v; 119r-119v<br />Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Cod. Oct. 145, 132v-140v
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==Inhalt Fassung A==
===A Exordialsentenz und Explikation===
Alle Freuden, die Gott geschaffen hat, finden sich bei den Frauen. Der Sprecher verweist auf den Schöpfungsbericht: Gott habe Adam eine Frau zum freudenreichen Leben gegeben, und schon beim ersten Anblick habe die Natur Adam gelehrt, gut von Frauen zu sprechen. Jeder Mann solle diesem Beispiel folgen, Frauen mit Freude annehmen und ihnen in treuem Hoffen dienen. Es gebe nichts Größeres als die Liebe einer Frau; wer Frauen lobe, ehre zugleich Maria und Christus.


===B Christus und die Ehebrecherin===
Üble Nachrede über Frauen sei zu vermeiden; selbst wenn man Untreue kenne, solle man schweigen — augenzwinkernd begründet mit der Frage, wie es um die Männer stünde, wären alle Frauen beständig. Christus selbst habe im Beispiel der Ehebrecherin gezeigt, dass man Frauen nicht verleumden dürfe.


===C Folgen des Übelredens===
Wer schlecht über Frauen spreche, werde von Gott mit Kummer, Krankheit, Armut, Schande und täglicher Klage bestraft. Seine Seele falle dem Teufel anheim; weder Engel noch Maria würden ihm helfen. Ohne Frauen wäre die Welt ohne Hoffnung und Trost.
===D Mutterschaft===
Jeder solle bedenken, dass er im Leib einer Frau gewachsen, unter Todesgefahr geboren und von ihr genährt worden sei. Das biblische Gleichnis von Disteln und Feigen verdeutliche, dass der Mann sich selbst herabsetze, wenn er Frauen schmähe. Der Sprecher fragt, was sich einer denke, der Frauen verleumde.
===E Schweigen===
Alles, was Frauen verletzen könnte, solle man verschweigen und in hoffender Zurückhaltung bleiben. Wer so handle, habe Gottes und Marias Wohlwollen.
===F Unbeständigkeit===
Man solle Frauen nicht der Unbeständigkeit beschuldigen. Würde ein Mann so um Liebe gebeten wie Frauen, würde fast jeder schwach werden. Daher solle man schweigen, wenn eine Frau einem würdigen Mann Gewährung schenke. Stattdessen solle man die Orte ehren, an denen eine Frau gewesen sei, denn jede Not werde durch eine weibliche Umarmung getröstet.
===G Beständigkeit===
Ein Mann solle nicht aufgeben, bis er eine Frau gewonnen habe, in deren Lob er alle Frauen preisen könne. Er solle sie ehren und loben, aber nicht prahlen, und jedes Klaffen unterlassen.
===H Schluss===
Wer diesen Lehren folge, finde Trost und Freude. Glücklich sei, wer seine Zunge so beherrschen könne, dass er nie Übles über Frauen spreche. Abschließend bittet der Sprecher Gott, den Frauen alles Glück zu schenken.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 403f.)
==Inhalt Fassung B==
===A Exordialsentenz und Explikation===
Alle von Gott geschaffenen Freuden liegen in den Frauen beschlossen. Der Sprecher verweist auf den Schöpfungsbericht und betont, dass Gott die Frau für Adam zu einem freudenreichen Leben geschaffen habe. Schon beim ersten Anblick habe Adams Natur ihn gelehrt, gut von Frauen zu sprechen. Jeder Mann solle diesem Beispiel folgen, Frauen mit Freude annehmen und sie loben; wer dies tue, dem werde es gut ergehen. Im Lob der Frauen ehre man zugleich Maria und Christus.
===B Weitere Ermahnungen===
Wer Frauen in Unehre bringe, verkenne, dass er damit den größten Schatz schände, an dem alles Glück hänge. Ohne Frauen wäre die Welt ohne Hoffnung und Trost, denn jede Not werde durch eine weibliche Umarmung gelindert. Ein Mann solle nicht aufgeben, bis er eine Frau gewonnen habe, in deren Lob er alle Frauen preisen könne. Er solle sie ehren und loben, aber nicht prahlen, und jedes Klaffen unterlassen.
===C Schweigen===
Wenn ein Mann Trost durch eine Frau erfährt, solle er ihretwegen alles verschweigen, was Frauen verletzen könnte. Wer so handle, habe Gottes und Marias Wohlwollen.
===D Unbeständigkeit===
Man solle Frauen nicht der Unbeständigkeit beschuldigen. Würde ein Mann so um Liebe gebeten wie Frauen, würde fast jeder schwach werden. Daher solle man schweigen, wenn eine Frau einem würdigen Mann Gewährung schenkt. Stattdessen solle man die Orte ehren, an denen eine Frau gewesen ist, denn ihr Trost zerstöre allen Unmut.
===E Mutterschaft===
Jeder solle bedenken, dass er im Leib einer Frau gewachsen, unter Todesgefahr geboren und von ihr genährt wurde. Das biblische Gleichnis vom Dornstrauch und den Trauben verdeutlicht, dass der Mann sich selbst herabsetzt, wenn er Frauen schmäht.
===F Folgen des Übelredens===
Wer schlecht über Frauen spricht, werde von Gott mit Kummer, Krankheit, Armut, Schande und täglicher Klage bestraft. Seine Seele falle dem Teufel anheim, und von Maria sei kein Trost zu erwarten. Ohne Einsicht in seine Sünde sei er verloren.
===G Jesus und die Ehebrecherin===
Christus selbst habe im Beispiel der Ehebrecherin gezeigt, dass man Frauen nicht verleumden dürfe; die ausführliche Paraphrase des Evangeliums dient als Beleg.
===H Schluss===
Wer Frauen schmäht, verkennt die Schwere der göttlichen Strafe. Wer es unterlässt, darf Gottes Segen, Glück und Heil durch Maria erwarten. Maria wird gelobt und um Beistand, Sündenvergebung und Schutz der Geliebten angerufen. Es folgen eine Autornennung und abschließende Segenswünsche sowie die Einladung zum gemeinsamen Weintrinken.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 405)
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Predigt]]
[[Kategorie:Quelle Predigt]]

Aktuelle Version vom 5. Februar 2026, 20:56 Uhr

Lob der Frauen I (B262a) (B262b)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung ab 1. Hälfte 15. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Fassung a:
Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 10v-14v
Dessau, Anhaltische Landesbücherei, Wissenschaftliche Bibliothek und Sondersammlung Georg 150 8°, 78r-84r
Freiburg, Universitätsbibliothek: 362, 8rb-8va
Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 393, 5r-9r
Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 138r-142r
London, British Library: Add. 24946, 130r-133v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 270, 27r-30v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 568, 240ra-241va
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 5919, 251v-256r
Prag, Knihovna Narodniho muzea: Cod. X A 12, 6r-9r
Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2947, 5 72r-73r

Fassung b:

Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum: Hs. Merkel 2° 966, 82v-83v; 97v-98v; 119r-119v
Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Cod. Oct. 145, 132v-140v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Lob der Frauen I; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 402-404, 405f.

Inhalt Fassung A

A Exordialsentenz und Explikation

Alle Freuden, die Gott geschaffen hat, finden sich bei den Frauen. Der Sprecher verweist auf den Schöpfungsbericht: Gott habe Adam eine Frau zum freudenreichen Leben gegeben, und schon beim ersten Anblick habe die Natur Adam gelehrt, gut von Frauen zu sprechen. Jeder Mann solle diesem Beispiel folgen, Frauen mit Freude annehmen und ihnen in treuem Hoffen dienen. Es gebe nichts Größeres als die Liebe einer Frau; wer Frauen lobe, ehre zugleich Maria und Christus.

B Christus und die Ehebrecherin

Üble Nachrede über Frauen sei zu vermeiden; selbst wenn man Untreue kenne, solle man schweigen — augenzwinkernd begründet mit der Frage, wie es um die Männer stünde, wären alle Frauen beständig. Christus selbst habe im Beispiel der Ehebrecherin gezeigt, dass man Frauen nicht verleumden dürfe.

C Folgen des Übelredens

Wer schlecht über Frauen spreche, werde von Gott mit Kummer, Krankheit, Armut, Schande und täglicher Klage bestraft. Seine Seele falle dem Teufel anheim; weder Engel noch Maria würden ihm helfen. Ohne Frauen wäre die Welt ohne Hoffnung und Trost.

D Mutterschaft

Jeder solle bedenken, dass er im Leib einer Frau gewachsen, unter Todesgefahr geboren und von ihr genährt worden sei. Das biblische Gleichnis von Disteln und Feigen verdeutliche, dass der Mann sich selbst herabsetze, wenn er Frauen schmähe. Der Sprecher fragt, was sich einer denke, der Frauen verleumde.

E Schweigen

Alles, was Frauen verletzen könnte, solle man verschweigen und in hoffender Zurückhaltung bleiben. Wer so handle, habe Gottes und Marias Wohlwollen.

F Unbeständigkeit

Man solle Frauen nicht der Unbeständigkeit beschuldigen. Würde ein Mann so um Liebe gebeten wie Frauen, würde fast jeder schwach werden. Daher solle man schweigen, wenn eine Frau einem würdigen Mann Gewährung schenke. Stattdessen solle man die Orte ehren, an denen eine Frau gewesen sei, denn jede Not werde durch eine weibliche Umarmung getröstet.

G Beständigkeit

Ein Mann solle nicht aufgeben, bis er eine Frau gewonnen habe, in deren Lob er alle Frauen preisen könne. Er solle sie ehren und loben, aber nicht prahlen, und jedes Klaffen unterlassen.

H Schluss

Wer diesen Lehren folge, finde Trost und Freude. Glücklich sei, wer seine Zunge so beherrschen könne, dass er nie Übles über Frauen spreche. Abschließend bittet der Sprecher Gott, den Frauen alles Glück zu schenken.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 403f.)

Inhalt Fassung B

A Exordialsentenz und Explikation

Alle von Gott geschaffenen Freuden liegen in den Frauen beschlossen. Der Sprecher verweist auf den Schöpfungsbericht und betont, dass Gott die Frau für Adam zu einem freudenreichen Leben geschaffen habe. Schon beim ersten Anblick habe Adams Natur ihn gelehrt, gut von Frauen zu sprechen. Jeder Mann solle diesem Beispiel folgen, Frauen mit Freude annehmen und sie loben; wer dies tue, dem werde es gut ergehen. Im Lob der Frauen ehre man zugleich Maria und Christus.

B Weitere Ermahnungen

Wer Frauen in Unehre bringe, verkenne, dass er damit den größten Schatz schände, an dem alles Glück hänge. Ohne Frauen wäre die Welt ohne Hoffnung und Trost, denn jede Not werde durch eine weibliche Umarmung gelindert. Ein Mann solle nicht aufgeben, bis er eine Frau gewonnen habe, in deren Lob er alle Frauen preisen könne. Er solle sie ehren und loben, aber nicht prahlen, und jedes Klaffen unterlassen.

C Schweigen

Wenn ein Mann Trost durch eine Frau erfährt, solle er ihretwegen alles verschweigen, was Frauen verletzen könnte. Wer so handle, habe Gottes und Marias Wohlwollen.

D Unbeständigkeit

Man solle Frauen nicht der Unbeständigkeit beschuldigen. Würde ein Mann so um Liebe gebeten wie Frauen, würde fast jeder schwach werden. Daher solle man schweigen, wenn eine Frau einem würdigen Mann Gewährung schenkt. Stattdessen solle man die Orte ehren, an denen eine Frau gewesen ist, denn ihr Trost zerstöre allen Unmut.

E Mutterschaft

Jeder solle bedenken, dass er im Leib einer Frau gewachsen, unter Todesgefahr geboren und von ihr genährt wurde. Das biblische Gleichnis vom Dornstrauch und den Trauben verdeutlicht, dass der Mann sich selbst herabsetzt, wenn er Frauen schmäht.

F Folgen des Übelredens

Wer schlecht über Frauen spricht, werde von Gott mit Kummer, Krankheit, Armut, Schande und täglicher Klage bestraft. Seine Seele falle dem Teufel anheim, und von Maria sei kein Trost zu erwarten. Ohne Einsicht in seine Sünde sei er verloren.

G Jesus und die Ehebrecherin

Christus selbst habe im Beispiel der Ehebrecherin gezeigt, dass man Frauen nicht verleumden dürfe; die ausführliche Paraphrase des Evangeliums dient als Beleg.

H Schluss

Wer Frauen schmäht, verkennt die Schwere der göttlichen Strafe. Wer es unterlässt, darf Gottes Segen, Glück und Heil durch Maria erwarten. Maria wird gelobt und um Beistand, Sündenvergebung und Schutz der Geliebten angerufen. Es folgen eine Autornennung und abschließende Segenswünsche sowie die Einladung zum gemeinsamen Weintrinken.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 405)