Das Wesen der Minne (B285): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
===A Einleitung===
Der Sprecher beginnt mit einer Frage: Wo habe jemand gelesen, Minne sei Sünde? Diese Behauptung stamme nur von alten Geistlichen, die geistig und emotional erstarrt seien. Aus seinem eigenen Buchwissen folge dagegen eindeutig, dass man die Minne nicht meiden solle.


===B Hauptteil===
Es folgt eine anaphorische Reihe von Aussagen über die Wirkungen und Eigenschaften der Minne. Die Beispiele sind oft knapp, teils materiell gedacht und nicht immer unmittelbar einleuchtend: Minne schenke Edelsteine, erzeuge „reine Antwort“, sei Gewinn des Kaufmanns, säe ritterliche Minne auf „wilde Felder“, gebe Pferde, die kühn laufen. Am Ende wird die Reihe ironisch gebrochen: Minne verursache Geldmangel und zwinge manche zum Borgen.
===C Schluss===
Der Text endet mit einer stereotypen Tugendlehre für Männer. Abschließend heißt es, man solle all dies so lange tun, bis die Geliebte einen belohnen müsse — sofern sie der Minne folgen wolle. Der Text schließt mit einem Amen.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 444f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
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Aktuelle Version vom 6. Februar 2026, 21:10 Uhr

Das Wesen der Minne (B285)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1470-1490
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 313, 398r-400r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 444f.

Inhalt

A Einleitung

Der Sprecher beginnt mit einer Frage: Wo habe jemand gelesen, Minne sei Sünde? Diese Behauptung stamme nur von alten Geistlichen, die geistig und emotional erstarrt seien. Aus seinem eigenen Buchwissen folge dagegen eindeutig, dass man die Minne nicht meiden solle.

B Hauptteil

Es folgt eine anaphorische Reihe von Aussagen über die Wirkungen und Eigenschaften der Minne. Die Beispiele sind oft knapp, teils materiell gedacht und nicht immer unmittelbar einleuchtend: Minne schenke Edelsteine, erzeuge „reine Antwort“, sei Gewinn des Kaufmanns, säe ritterliche Minne auf „wilde Felder“, gebe Pferde, die kühn laufen. Am Ende wird die Reihe ironisch gebrochen: Minne verursache Geldmangel und zwinge manche zum Borgen.

C Schluss

Der Text endet mit einer stereotypen Tugendlehre für Männer. Abschließend heißt es, man solle all dies so lange tun, bis die Geliebte einen belohnen müsse — sofern sie der Minne folgen wolle. Der Text schließt mit einem Amen.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 444f.)