Viel anders (B298): Unterschied zwischen den Versionen
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===A Prolog=== | |||
Eine Frau hat den Sprecher um eine Auftragsdichtung gebeten und wollte wissen, was „ganz anders“ sein könne. Er deutet „vil anders“ als Beschreibung der Welt: Sie sei stets kontingent, ambivalent und unberechenbar. | |||
===B Definitionsreihe=== | |||
In einer langen anaphorischen Reihe beschreibt der Sprecher die Wirkungen von „vil anders“: Es bringe Gutes und Schlechtes, lobe und tadle, stifte Verwirrung, Verkehrung und Wankelmut. Es zeige sich in Farben, in der Differenz zwischen Plan und Ausführung, in göttlichen und weltlichen Ereignissen. Alles Geschaffene sei der Kontingenz unterworfen; „vil anders“ bewege und verändere die Welt auf wunderliche Weise. Nur bei der heiligen Trinität gebe es kein „vil anders“, außer im Unglauben. | |||
===C Tugendlehre für Frauen=== | |||
Zum Schluss warnt der Sprecher die Dame vor Unbeständigkeit, Untreue und „Unminne“, die aus der Orientierung an „vil anders“ entstehen könnten. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 464) | |||
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Aktuelle Version vom 6. Februar 2026, 21:42 Uhr
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Viel anders (B298) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1425 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Karlsruhe, Landesbibliothek: Hs. Donaueschingen 104, 54va-55rb München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 714, 186v-189r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klinger, Jacob: Viel anders; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 463f. |
Inhalt
A Prolog
Eine Frau hat den Sprecher um eine Auftragsdichtung gebeten und wollte wissen, was „ganz anders“ sein könne. Er deutet „vil anders“ als Beschreibung der Welt: Sie sei stets kontingent, ambivalent und unberechenbar.
B Definitionsreihe
In einer langen anaphorischen Reihe beschreibt der Sprecher die Wirkungen von „vil anders“: Es bringe Gutes und Schlechtes, lobe und tadle, stifte Verwirrung, Verkehrung und Wankelmut. Es zeige sich in Farben, in der Differenz zwischen Plan und Ausführung, in göttlichen und weltlichen Ereignissen. Alles Geschaffene sei der Kontingenz unterworfen; „vil anders“ bewege und verändere die Welt auf wunderliche Weise. Nur bei der heiligen Trinität gebe es kein „vil anders“, außer im Unglauben.
C Tugendlehre für Frauen
Zum Schluss warnt der Sprecher die Dame vor Unbeständigkeit, Untreue und „Unminne“, die aus der Orientierung an „vil anders“ entstehen könnten.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 464)