Liebe und Reichtum (B310): Unterschied zwischen den Versionen
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==Inhalt== | |||
=== A Gleichnis und Auslegung (1–16) === | |||
Der Sprecher vergleicht große Gewässer mit reichen Menschen und klare Quellen mit höfischen Personen. Wie man lieber aus einer Quelle trinke, so sollten Damen ihre Gunst jenen schenken, die innere Qualität besitzen. Wer dagegen Schmuck und Reichtum höher schätzt, handle gegen die rechte Minne und verliere ihre eigentliche Würde. | |||
=== B Absage an die Damen (17–36) === | |||
In einem durchgehenden Reimpaar stellt der Sprecher vier Frauentypen vor: solche, die Gesinnung über Besitz stellen; solche, die nur Besitz lieben; solche, die beides wollen; und solche, die keines von beiden schätzen. Er beklagt, dass die Damen seinen Dienst nicht höher bewerten als materiellen Reichtum und dass er selbst mehr Haltung als Besitz habe. Dies steigert sich zur offenen Absage: Da er nur seine Gesinnung einbringen könne, trenne man sich besser. Abschließend spricht er einen ironisch gefärbten Wunsch aus: Gott möge die Damen reich an Besitz machen – und ihn selbst reich an guter Gesinnung. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 484) | |||
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Aktuelle Version vom 10. Februar 2026, 21:28 Uhr
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Liebe und Reichtum (B310) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Vor 1275 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Wien, Österreichische Nationalbibliothek: Cod. 2705, 160v-161r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Achnitz, Wolfgang: Liebe und Reichtum; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 484 |
Inhalt
A Gleichnis und Auslegung (1–16)
Der Sprecher vergleicht große Gewässer mit reichen Menschen und klare Quellen mit höfischen Personen. Wie man lieber aus einer Quelle trinke, so sollten Damen ihre Gunst jenen schenken, die innere Qualität besitzen. Wer dagegen Schmuck und Reichtum höher schätzt, handle gegen die rechte Minne und verliere ihre eigentliche Würde.
B Absage an die Damen (17–36)
In einem durchgehenden Reimpaar stellt der Sprecher vier Frauentypen vor: solche, die Gesinnung über Besitz stellen; solche, die nur Besitz lieben; solche, die beides wollen; und solche, die keines von beiden schätzen. Er beklagt, dass die Damen seinen Dienst nicht höher bewerten als materiellen Reichtum und dass er selbst mehr Haltung als Besitz habe. Dies steigert sich zur offenen Absage: Da er nur seine Gesinnung einbringen könne, trenne man sich besser. Abschließend spricht er einen ironisch gefärbten Wunsch aus: Gott möge die Damen reich an Besitz machen – und ihn selbst reich an guter Gesinnung.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 484)